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Sex and the Sea

21. August 2006

Fast das Schönste an dem ganzen Moby-Dick ist ja die vollständige Abwesenheit von Erotik. Oder sollte ich was übersehen, gar verdrängt haben? Wenn jemandem noch ein anderes Monument der Weltliteratur auffällt, das ohne Liebesgeschichte auskommt, soll er sich bei mir melden.

Es kommt ja in dem ganzen Ding nicht mal eine Frau vor - außer in einem einzigen Satz die Wirtin der Hafenkneipe von Nantucket, 2. Kapitel, glaub ich. Außer einem Hardcore-Freudianer wird niemand auch nur die übliche latente Homosexualität in diesem Jungsverein feststellen.

Es gibt Zeiten im Leben, da wirkt das sehr entlastend. Endlich mal ein reines Jungensbuch, ohne Weiberkram, einfach auf der gebotenen Breite von ein paar hundert Seiten die Probleme, die im Leben wirklich wichtig sind: der Kampf Mensch gegen Kreatur. Danach hat das erst wieder Hemingway verstanden und für seine Entspannungsarbeit prompt einen Nobelpreis eingefahren.

Schön, dass wir auch darüber gesprochen haben. Warum es dann heißt: Thar she blows, kriegen wir nächstes Semester. Weiter mit Deckschrubben.

One comment

  1. Berichtigung über ein Jahr später: “in einem einzigen Satz die Wirtin der Hafenkneipe von Nantucket, 2. Kapitel” waren im Augenblick der Niederschrift Erinnerungswerte. Nach dem Weiterlesen weiß ich - und können auch Sie lernen - dass die Daten falsch waren. Weiter im Text.


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