
Keine Richtung nach Hause
24. August 2006
Moby-Dick ist ja das, was der US-Amerikaner statt Faust hat. Ansonsten ernährt er sich bekanntlich von Kaugummi, was man seiner so genannten Sprache auch anhört, macht eine Musik wie die Affen auf den Bäumen und legt die Füße auf den Tisch. Jedenfalls meint das mein Vater, dessen Tage der HErr, der über uns wohnt, im übrigen mehren und schirmen möge, heute noch.
Bewusstseinsbildend wirkte Moby-Dick nicht zuletzt in der Form auf mich, dass ich fortan meinem Vater nicht mehr nachplauderte, “die Amis” - wer immer das sein soll - hätten “keine Kultur”. Wer Hausheilige wie Herman Melville, Tom Waits, Bob Dylan und Edgar Allan Poe hat, verfällt nicht auf solchen Dünnsinn. Dafür, dass sie einen bescheuerten Präsi haben, können sie ja nichts; schließlich haben sie ihn nicht gewählt.
Und wer in dem sensiblen Alter nur Karl May liest, hält am Ende Sachsen für die Krone aller Kultur.




