Ende von Wal – 17-mal
Eine öffentliche Aufbahrung auf dem Pariser Platz
Elke macht ein Update zu Die weiße Walin lebt:
Win-Win-Situationen zwischen Wal und Mensch sind, so sehr sie einem das Herz wärmen, die seltene und rühmliche Ausnahme. Den Tatsachen ins Auge gesehen zieht in der Regel eine Seite den Kürzeren. Und – nichts sagt uns deutlicher, dass Moby-Dicks Zeiten vorbei sind – meistens ist es heutzutage der Wal.
Nun müssen (und können) wir hier mit Sicherheit nicht jedes Ereignis dokumentieren, das nur allzu beredtes Zeugnis darüber ist. Das können andere mit ihren Argusaugen besser als eine Crew auf Waljagd – die zu ihrer Entschuldigung allerdings vorbringen kann, dies ausschließlich lesenderweise zu tun.
Doch an manchen kommt man einfach nicht vorbei. Umso mehr, wenn einem die Walkadaver wie letzten Montag direkt auf die Berliner Türschwelle gelegt – was sag ich, geradezu auf selbiger aufgebahrt werden. Man kann sie nichts weniger als spektakulär nennen, diese Aktion der Wal-Anwälte, und da rede ich noch nicht mal über den beachtlichen logistischen Aufwand, den das Ganze gekostet haben muss. Wo kriegt der unbedarfte Binnenländer schon mal – auf zugegeben drastische Weise – so vor Augen geführt, wie viele Angehörige von Mobys Verwandtschaft in jeder halben Stunde eines langen Tages das Zeitliche segnen müssen. Und zwar durch das Wirken der einzigen vernunftbegabten Art auf unserem Planeten. Sollten einen bei einem solchen Anblick nicht hin und wieder leichte Zweifel an diesem Faktum (der menschlichen Vernunft) befallen?
Ich bin übrigens nicht hingegangen, und das nicht nur, weil ich vorher zu einer Tagung im Roten (schamroten?) Rathaus abbiegen musste. Verfolgt mich doch immer noch das hier (nö, es war im Xing-Vorgeplänkel zu Kapitel 2) schon mal erwähnte Trauma meiner Kindheit, das sich mit einem Toter-Wal-Gucken-Erlebnis verbindet:
Meine wirklich erste Begegnung mit des Leviathans Nachfahren hätte mich dann allerdings fast zur militanten Tierschützerin werden lassen, wenn ich von denen damals schon was gewusst hätte. Ich muss im zarten Alter von ungefähr zehn Jahren gewesen sein, als auf dem Marktplatz der Kleinstadt, in der ich aufgewachsen bin, einer von ihnen ausgestellt wurde, in einem großen Zelt, kunstvoll präpariert und die Stelle, an der ihn die Harpune getroffen hatte, genau markiert – ein traumatisches Erlebnis.
Was jedoch nichts daran ändert, dass jedwedes vernünftige Mühen zu “Rettet Moby-Dick” meine Unterstützung hat.








Eine ziemlich krasse Methode darauf aufmerksam zu machen, aber dafür ist ja Greenpeace bekannt.
Sanja
30. May 2007 at 1:24 pm