Specks, tiny specks, in this translucent amber: Your leave, bride-roses, may one pry and see?
1 von 3: Der Münchner Teil.
Here comes the angel with the jar!
Herman Melville: “Specks, Tiny Specks”, from: Under the Rose, 1890.
Ins Lyrik-Kabinett in der Amalienstraße kann man ruhig mal rein. Warum hat nicht jede Stadt sowas?
Zuerst hab ich mir diese dankenswerte Einrichtung vor etwa zehn Jahren angeschaut, als sie noch ohne Domain und vor allem: im Kellergang der Germanistik in der Schellingstraße untergebracht war. Da konnte man froh sein, nicht von der missmutigen Türkensquaw in Blümchenschürze verbellt zu werden, deren Putzkammer man auf dem Weg zur Lyrik passieren musste. Das jetzige eigene Rückgebäude eine Ecke weiter ist dagegen doch eine entschiedene Verbesserung.
Es weht ein guter Geist, man bekommt wahlweise Beistand beim Suchen oder seine Ruhe. Es ist keine Leihbücherei, also alles Präsenzbestand, aber die wechselnde ehrenamtliche Besetzung ist sehr zugänglich und hilfreich beim Kopieren, und niemand schimpft, wenn man was abschreibt oder fotografiert. Unbeschränkter Internetzugang gratis, und der junge Zausel lädt einen auf einen Kaffee ein, wenn er sowieso gerade welchen macht. Man vermisst nichts von vor Homer bis nach Durs Grünbein, und man findet Nationallyriken von Völkern, von deren Existenz man nie etwas ahnte. Der auf minimalem Raum maximal verwinkelte Grundriss gestattet eine angemessene Bühne für Lesungen und Poetry Slams am Abend und genau drei Studierplätze tagsüber. Umstapeln Sie sich auf den zwei Ledersofas bloß nicht mit zu vielen Büchern, sonst verpassen Sie zuverlässig den Feierabend. Allein die Öffnungszeiten lesen sich schon wie ein Kurzgedicht, da werden schon nicht alle auf einmal reinstürmen.
Jeunesse dorée: Tina “Golden Moon Carp” Fina: In My Green Armchair, 4. Februar 2009.
Vive la chanteuse: Zaz: Dans ma rue, aus: Zaz, 2010.
Fortsetzung am Sonntag, 24. und Donnerstag, 28. April 2011.








[...] Update zum Donnerstag: [...]
How odd! a dainty little skeleton-chamber; and—odder yet—sealed walls but windows be! « Moby-Dick™
24. April 2011 at 12:03 am