Archive for the 'Laderaum' Category

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Ferdinand Hardekopf: Angebinde

7. März 2008

Update zu 1 Tonne Nagetier,
Herba Santa
und Merry Springtime:

Ich stell sie dir hin, die blassen Herbstzeitlosen,
Den letzten Schierlingszweig trag ich herbei
Und will, Canaille, wieder mit dir kosen,
Wie im Zigeunerkraut am dritten Mai.

Den Taumel-Lolch, dies nette Giftgetreide,
Den zarten Schwindelhafer rupf ich aus
Und winde dir, infame Augenweide,
Aus Hundstod und aus Wolfsmilch einen Strauß.

Im Fingerhut das reichliche Volumen
Digitalin (mein Herz, du kennst es schon),
Das pflück ich dir und Belladonna-Blumen
Und Bittersüß und dunkelroten Mohn.

Kennst du des Bilsenkrautes böse Gnaden?
Der Beeren Scharlachglanz am Seidelbast?
Und die Betäubung, dreimal fluchbeladen,
Die stachlig die Stramin-Frucht in sich faßt?

So nimm sie hin, die blühenden Narkosen,
Aus Nacht und Haß ein Duft-Arrangement,
Und stell es zwischen deine Puderdosen
Und die Parfumflacons von Houbigant.

Ferdinand Hardekopf, 15. Dezember 1876—26. März 1954

Ferdinand Hardekopf

Bild: Ferdinand Hardekopf beim Literaturatlas Niedersachsen.

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To Be Wanted

6. Februar 2008

Update for Pretty Good Kunitzburger Eierkuchen:

Image: Randall Munroe: xkcd;
Resources: Douglas R. Hofstadter: Gödel, Escher, Bach:
an Eternal Golden Braid
, 1979 (deutsch).

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h.c. artmann: die fahrt zur insel nantucket

9. Januar 2008

Update zu Man stellt sich den Himalaya vor und denkt sich alles weg, was nicht wie der Yeti aussieht und Auf der Jagd nach Nantucket:

dein lot erreicht mich nimmermehr
die schwärme eilen meilen veer
der bandelsalgen vogelzug
rinnt über mir zu blasen…

meerfrau arindaxo

H.C. Artmann med ana schwoazzn dintnH.C. Artmann, so das Diktum von Peter O. Chotjewitz, das er im Vorwort zu Artmanns gesammelten Theaterarbeiten namens die fahrt zur insel nantucket von 1969 schon wieder selbst beklagt, war “wahrscheinlich der einzige wesentliche dichter, den die deutsche literatur nach 1945 hervorgebracht hat”. Einig darf man sich darüber sein, dass er einer der letzten echten Dichter war, nicht nur der deutschen, dafür aus Österreich.

Das namensstiftende Theaterstück stammt von 1964, wurde vermutlich 1967 mit einer Komposition für Kammerorchester von Gerhard Lampersberg an der Akademie der Künste Berlin uraufgeführt und erst 1969 mit manch anderem Artmannartefakt in jenem Sammelband erstveröffentlicht.

Bei der ersten Aufführung eines eigenen Stücks wirkte Artmann selbst mit, die Inszenierung von aufbruch nach amsterdam vor der Breitenseer Kirche wurde 1955 allerdings von der Polizei nach kurzer Zeit abgebrochen.

Die Artmann-Spezialistin Sonja Kaar nähert sich erstmals ausführlich den »Skeletterln mit a bisserl Fleisch drauf«, wie der Büchner-Preisträger seine Stücke einmal bezeichnete. Sie liefert damit wertvolle Grundlagenforschung und wirft, indem sie Verschüttetes ans Tageslicht bringt, neue Schlaglichter auf das Artmannsche Oeuvre. Ausgehend von der Frage nach der Rezeption von Literatur und Theater in den 50er und 60er Jahren geht Kaar der Vielfalt und Besonderheit der dramatischen Texte, dem eigenwilligen und originären Umgang Artmanns mit der Theatertradition nach. Sie hält ein Pladoyer für die Aufführbarkeit der Stücke (Artmann: »Natürlich habe ich meine Stücke für die Bühne geschrieben«), diese seien keinesfalls, wie viele meinen, nur »Theater im Kopf«.

Sonja Kaar:
H. C. Artmann. Texte und Materialien zum dramatischen Werk,
2004 bei Sonderzahl

Nach anderer Lesart sind Artmanns Theaterstücke durchaus “Stücke fürs imaginäre Heimtheater [...], fürs Theater, das zu spielen beginnt, wenn man ein Stück liest und die Augen schließt” (Chotjewitz, a.a.O.). Das ist zu begründen, auch wenn es der Aussage Artmanns, der es schließlich wissen musste, widerspricht. So erschließt sich die Musikalität der fahrt zur insel nantucket nicht erst bei einer Aufführung, sondern schon beim vertieften Lesen (zum Beispiel, wenn man sie abtippen muss…). Artmanns Schreibweise und Layout deuten eben nicht auf Handlungsanweisungen für Schauspieler, sondern auf die Textgestaltung des Lyrikers, der Artmann noch stärker und öfter war.

Artmanns Werke sind immer genau das, was sie sind. Eine Realität außerhalb ihrer selbst existiert nicht, sie entziehen sich weitgehend der Interpretation. Auch das Nantucket aus dem Theaterstück hat keine Parallele zur traditionellen Walfängerinsel.

Bei Artmanns Lebens- und Arbeitsweise kommt jede Sammlung seiner Arbeiten einer Rettungsaktion gleich; selbst manches, das der Dichter selbst schätzte, existierte nur als Einzelblatt in den Privatbeständen seiner Freunde. Ich “rette” den Text fürs Internet deshalb nicht als Weblog-Eintrag, sondern penibel aus dem Sammelband abgetippt als .pdf-Datei.

Das Copyright dafür — ich möchte es betonen — ist und bleibt, wie immer und selbstverständlich, bei seinen Inhabern, in diesem Fall wahrscheinlich beim Thomas Sessler Verlag in Wien und/oder dem Luchterhand Literaturverlag in München.

Lady in the Water, 1947

Bilder: Hans Carl Artmann: med ana schwoazzn dintn;
Toni Frissell: Lady in the Water, Weeki Wachee Spring, Florida, 1947.

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Und tausend bunte Blumen blühn um den erstaunten Pinguin.

3. Januar 2008

Update zu Man stellt sich den Himalaya vor und denkt sich alles weg, was nicht wie der Yeti aussieht
und Der Pinguin als Speise. Und als Film:

Günter Strohbach:

Pinguinträume

Am Südpol auf dem blanken Eis
Spaziert ein Pinguin im Kreis.
Er legt mit träumerischen Blicken
Die Flossen langsam auf den Rücken
Und wandelt weiter, überlegend,
Warum es wohl in dieser Gegend
(Was ihn betrübt)
Nichts Grünes gibt.

Er wünscht sich saftig-grüne Wiesen,
Auf denen üppig Blumen sprießen.
Da plötzlich schmelzen Eis und Schnee,
Und Kräuter, Gras und grüner Klee
Und tausend bunte Blumen blühn
Um den erstaunten Pinguin,
Der sich verdutzt
Die Augen putzt.

Er ruft: Juhu und wirft sich auch
Ins grüne Polster auf den Bauch.
Ach, denkt er, was für schöne Dinge!
Jetzt fehlen nur noch Schmetterlinge!
Kaum, daß er diesen Wunsch getan,
Fängts ringsumher zu flattern an.
Schon sind — hurra —
Die Falter da!

Da hat er nun — lang hingestreckt —
Seltsame Wünsche ausgeheckt:
Er wünscht sich himmelblaue Rosen
Und gelbgestreifte Herbstzeitlosen.
Sogar Kakteen, stachlig-wild,
Und jeder Wunsch wird ihm erfüllt.
Da wird er kühn,
Der Pinguin!

Er wünscht sich apfelgroße Fliegen
Und sieben Meter lange Ziegen
Und Löwen, größer als ein Schrank,
Und Schlangen, kilometerlang.
Zum Schluß wünscht er sich einen Wal,
Entsetzlich groß und kolossal.
Doch da — o Schreck —
ist alles weg.

Die Wiese fressen ab die Fliegen,
Die Fliegen werden von den Ziegen
Gefressen, und den Ziegenhauf,
Den fressen alle Löwen auf.
Die Löwen sterben durch die Schlangen.
Jedoch die Schlangen, all die langen,
Die frißt der Wal
Mit einemmal.

Der Wal, der plumpst zurück ins Meer.
Und nun ist alles wie vorher.
Der Pinguin, halb schwarz, halb weiß,
Spaziert im Kreis wohl auf dem Eis
Und denkt sich so beim Kreis-Beschreiben:
Man muß sich halt die Zeit vertreiben,
Der eine so,
Der andre so!

Günter Strohbach, *13. August 1931 in Leipzig, Januar 1959 noch am Leben und wohnhaft in München, nachmalig aufgefallen durch zusammen mit Leo Lionni: Das kleine Blau und das kleine Gelb, 1962 und zusammen mit Herbert Lentz: Der Ziegenbock hat Hörner, 1963 (”Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch: Mira Lobe: Das kleine Ich bin ich“): Pinguinträume aus: James Krüss, Hrsg.: So viele Tage wie das Jahr hat. 365 Gedichte für Kinder und Kenner, 1959. Manuskript.

James Krüss, So viele Tage wie das Jahr hat, 1959

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A Note on “Isle of the Cross”

19. November 2007

So forget Isle of the Cross, the “lost” work that Melville wrote after Pierre (1852). Better yet, consider it found and read it in “Norfolk Isle and the Chola Widow“, the eighth sketch of The Encantadas. Melville’s tale of a grief-struck lady named Hunilla has “Island” and “Cross” stamped all over it.

Melvilliana: Dragooned!: Ten Traces of Herman Melville in
“Scenes Beyond the Western Border” (1851-1853)

The following text first appeared in — and is copyrighted by — the most inspiring Melvilliana site by Stephen Scott Norsworthy. With his explicit and friendly permission, we recover this utterly enlightening and entertaining piece of science from the Google cache. Emphases, spellings and (lacking) links appear as given in the primary text.


A Note on “Isle of the Cross”

Neversealand's Mermaid 28 September 2007Following the publication of Pierre in August 1852, Herman Melville worked slavishly on one or more writing projects for the rest of 1852 and the early months of 1853. On 20 April 1853, Melville’s mother Maria alluded to a “new work, now nearly ready for the press” (Letter to Peter Gansevoort; quoted in Parker, V2.154). Other letters from family members and a late biographical note by his wife describe a period of intense activity ending nearly in mental breakdown. Elizabeth Melville never forgot that the whole family “felt anxious about the strain on his health in Spring of 1853” (quoted in Parker, V2.161).

Surviving letters from Melville to Hawthorne in 1852 document Melville’s interest in what has come to be known as the “story of Agatha.” The true tale of a woman deceived and abandoned by her unfaithful sailor-lover came to Melville’s attention in July 1852, while visiting Nantucket. In August 1852, Melville passed the account on to his friend and former neighbor, urging Nathaniel Hawthorne to make a fiction of the dramatic details. Hawthorne demurred, and after a visit to Concord, Melville decided in December 1852 to write the thing himself. The last surviving “Agatha” letter to Hawthorne, written from Boston between 3 and 13 December, identifies Melville’s working title for the project, “Isle of Shoals,” a title suggested by Hawthorne (Correspondence, 242).

Hershel Parker discovered references to “Isle of the Cross” in two 1853 letters from Melville’s cousin Priscilla to his sister Augusta. We do not have Augusta’s letters, but from the replies of Priscilla Melvill it is clear that Augusta informed their cousin of a forthcoming work by Herman called “Isle of the Cross.” On 22 May 1853, Priscilla wondered: “When will the ‘Isle of the Cross’ make its appearance? I am constantly looking in the journals & magazines that come in my way, for notices of it.” In reply, Augusta told Priscilla that Herman had finished “Isle of the Cross” and that Lizzie had given birth to the couple’s third child (first daughter) on 22 May 1853. Priscilla wrote back on 12 June: “the ‘Isle of the Cross’ is almost a twin sister of the little one & I think she should be nam’d for the heroine—if there is such a personage—the advent of the two are singularly near together” (Parker, V2.155).

Neversealand's Bettie Page-ish Mermaid 13 July 2007Parker logically and persuasively connects the working title of the “Agatha” project in December 1852, “Isle of Shoals,” with the new title mentioned in Priscilla’s 1853 letters to Augusta, “Isle of the Cross.” Around the time of the birth of Elizabeth (Bessie) on 22 May 1853, Melville completed work on a tale almost certainly inspired by the account of Agatha Hatch that he first heard about in Nantucket the previous summer.

In the second volume of his masterful biography (and before that, in a 1990 article in American Literature), Parker unhesitatingly equates “Isle of the Cross” with the unnamed “work” that Melville brought to New York in June 1853 and was inexplicably “prevented from printing.” Other distinguished Melville scholars before Parker, notably Harrison Hayford, Merton Sealts, and Walter Bezanson, had likewise suspected that the work Melville tried and failed to publish in 1853 was probably a version of the Agatha story. Parker’s discovery of Priscilla’s references to a completed work entitled “Isle of the Cross” seemed to clinch the argument, which hangs nonetheless on a tempting yet unproved and rarely examined assumption.

The logical flaw behind any unqualified identification of “Isle of the Cross” with the book Melville “was prevented from printing” is the ancient one known as post hoc, ergo propter hoc (‘after this, therefore because of this’). Melville’s New York trip in June chronologically followed his completion of “Isle of the Cross” in May, but it does not follow necessarily that the publication he meant to “superintend” was “Isle of the Cross.”

The month of Melville’s trip to New York is confirmed by newspaper reports of 11 June 1853 (in the Springfield Daily Republican) and 14 June (Boston Daily Evening Transcript): “Herman Melville has gone to New York to superintend the issue of a new work.” The rejection of the work by a New York publisher—a provisional rejection, evidently—is known from Melville’s letter of 24 November 1853 to Harper & Brothers:

In addition to the work which I took to New York last Spring, but which I was prevented from printing at that time; I have now in hand, and pretty well on towards completion, another book—300 pages, say—partly of nautical adventure, and partly—or, rather, chiefly, of Tortoise Hunting Adventure.

(Correspondence 250)

The fact is, Melville does not say the name of the work declined by the Harpers. Nor does he explain why he “was prevented from printing” the unidentified book “at that time.” We can be reasonably certain that it was a book-length work, since Melville refers immediately to “another book” (emphasis mine), and since he would not have made the journey merely to, in the words of the contemporary newspaper reports, “superintend the issue” of a single magazine piece.

Mermaid 1939 via ShorpyBasem L. Ra’ad has called attention to good textual evidence suggesting that Melville’s reworking of the Agatha story, in some version or other, may eventually have been published as the story of Hunilla in the eighth sketch of “The Encantadas.” If “Isle of the Cross” contains Melville’s artistic transformation of the “story of Agatha,” and the Agatha story became the Hunilla story, then “Isle of the Cross” is simply an earlier incarnation of the Hunilla story as we have it in “Norfolk Isle and the Chola Widow.” In the 1960’s, decades before the discovery of Priscilla’s correspondence in which Parker located two “Isle of the Cross” allusions, Reidar Eknar and Charles N. Watson, Jr. independently adduced textual links between the Hunilla and Agatha stories. Then in 1978, Robert Sattelmeyer and James Barbour identified a newspaper sketch about a “Female Robinson Crusoe” as another likely source for Melville’s tale of Hunilla. Sattelmeyer and Barbour found two printings of the sketch in November 1853, but it had been around for years. In March 1847, a Boston magazine that Melville knew, and apparently interested himself in during that very month and year (see Sealts 327 in Melville’s Reading), Littell’s Living Age (27 March 1847: 594-595), reprinted the story of “A Female Crusoe” from the Boston Atlas.

The impressive textual parallels between the Agatha and Hunilla stories, independently noticed by careful readers, along with the undeniable influence of the “Female Crusoe” article on “Norfolk Isle and the Chola Widow,” allow for a reasonable alternative to the over-easy equation of “Isle of the Cross” and the “work” that Melville “was prevented from printing” in June 1853. The alternative embraces all the evidence, textual as well as archival and biographical, and thus allows for the organic, artistic development of a basic premise or idea during the writing process.

The existence of an earlier printing of the “Female Crusoe” sketch in March 1847 means that the version of the Agatha story completed in May 1853 under the title “Isle of the Cross” may already have fused the story of Agatha and that of the female Robinson Crusoe in imaginative and unpredictable ways. Given the numerous and frequently observed parallels between the stories of Agatha and Hunilla, it is very possible that at some point, early or late, Melville dramatically set “Isle of the Cross” on one of the Galápagos islands, the setting of the Hunilla sketch. Hunilla goes to Norfolk Isle in the first place to hunt tortoises. Further possibilities, suggested by the idea of tortoise hunting on lonely, otherworldly islands, might then have prompted Melville either to make a book of his shorter fiction, or make a different book of the one he had. Melville’s November 1853 letter to the Harpers characterizes the “Tortoise Hunting Adventure” as “another book”; in other words, not the one he had unsuccessfully tried to publish in June. Perhaps “Isle of the Cross” did not get published in 1853 because Melville elected to revise and expand it into something like what we find in “The Encantadas,” serially published in Putnam’s Monthly Magazine in 1854. The simplest and most satisfying reading of all the available evidence is that “Isle of the Cross,” “Tortoise Hunting Adventure,” and “The Encantadas” are creative permutations of one and the same work.

Melville’s probable involvement in the writing or “ghostwriting” of Scenes and Adventures in the Army supplies a new candidate for the unnamed work that Melville unsuccessfully tried to publish in June 1853. The army memoir of Philip St. George Cooke comprises two different series, published a decade apart (1842-1843; and 1851-1853) in the Southern Literary Messenger. Although the last installment of the second series, “Scenes Beyond the Western Border” appeared in August 1853, the manuscript of that installment must have been finished by June, or early July at the latest. Everything but the last number was in print by May 1853. The cryptic phrases in Melville’s letter of 24 November 1853, “prevented from printing” and “at that time,” are more obviously applicable to the work that became Scenes and Adventures in the Army than to “Isle of the Cross.”

Frederic Leighton, The Fisherman and the Syren, 1856Possibly, then, Melville went to New York in June 1853 with the modest idea of “superintending” the re-publication of the two Southern Literary Messenger series in one volume. In those days a previously serialized rip-off of somebody else’s narrative might be counted a “new work,” as 1855 advertisements for Israel Potter as “Melville’s New Work” demonstrate. Nevertheless, publishers and their lawyers invariably want to settle questions of authorship and copyright. Such vexed questions as “Whose book is this, anyway?” might have been anticipated as a potential stumbling block, but Melville was not well and financially desperate, by all accounts. Suggestive evidence of a lesson learned the hard way appears in February 1854, when Herman’s brother Allan instructed Augusta (in connection with the planned serialization of “The Encantadas” in Putnam’s Monthly) to “Say to Herman that he ought to reserve to himself the right to publish his magazine matter in book form. It might be desirable & could probably be secured by agreement made at the beginning” (quoted in Parker, V2.211).

Perhaps John R. Thompson, editor of the Southern Literary Messenger, intervened to assert a claim of copyright, or perhaps Cooke himself claimed authorship and thereby “prevented” the Harpers from printing the volume as originally planned. Alternatively, the Harpers may simply have advised Melville in June 1853 not to proceed further without first obtaining written consent from Cooke and the Southern Literary Messenger, or other proofs of legal copyright. At any rate, five months later, Melville plainly believed his unnamed project was only delayed, temporarily (“at that time”), rather than crushed, forever.

In May 1854, Cooke or his silent partner finished a major effort of revision, incorporating changes to both the 1842-1843 and 1851-1853 series (Letter dated 11 February 1856 to John Esten Cooke in the Cooke papers, Duke University Rare Book, Manuscript, and Special Collections Library, Durham, North Carolina). In January 1855, Cooke himself was still trying (vainly) to interest New York publishers, including the Harpers, in the proposed volume, then called “Fragments of a Military Life” (Letter to John Pendleton Kennedy, 14 March 1855; Microfilm of the John Pendleton Kennedy Papers, ed. John B. Boles, Maryland Historical Society, 1972). In time, possibly with the aid of a literary nephew (the prolific Virginia novelist John Esten Cooke, a correspondent of Evert Duyckinck’s before and after the Civil War), the Melvillean memoir of Philip St. George Cooke finally was published by Lindsay & Blakiston as Scenes and Adventures in the Army: Or, Romance of Military Life (Philadelphia, 1857).


Works Cited

Ekner, Reidar. “The Encantadas and Benito Cereno—On Sources and Imagination in Melville.” Moderna Språk 60 (1966): 258-273.

Hayford, Harrison. “The Significance of Melville’s ‘Agatha’ Letters.” ELH, A Journal of English Literary History 13 (December 1946): 299-310.

Melville, Herman. Correspondence. Ed. Lynn Horth. Evanston and Chicago: Northwestern University Press and The Newberry Library, 1993.

Parker, Hershel. Herman Melville’s The Isle of the Cross: A Survey and a Chronology. American Literature 62 (March 1990): 1-16.

__________. Herman Melville: A Biography. Volume 2, 1851-1891. Baltimore: Johns Hopkins University Press, 2002.

Ra’ad, Basem L. “‘The Encantadas’ and ‘The Isle of the Cross’: Melvillean Dubieties, 1853-54.” American Literature 63 (June 1991): 316-323.

Sattelmeyer, Robert, and James Barbour. “The Sources and Genesis of Melville’s ‘Norfolk Isle and the Chola Widow.’” American Literature 50 (November 1978): 398-417.

Sealts, Merton M., Jr. “The Chronology of Melville’s Short Fiction, 1853-1856.” Harvard Library Bulletin 28 (1980): 391-403. Rpt. Pursuing Melville 1940-1980. Madison: University of Wisconsin Press, 1982, pp. 221-31.

__________. Melville’s Reading. Columbia: University of South Carolina Press, 1988.

Watson, Charles N., Jr. “Melville’s Agatha and Hunilla: A Literary Reincarnation.” English Language Notes 6 (December 1968): 114-118.

Lost Lady

Text: Stephen Scott Norsworthy;
Images: Neversealand Today’s Mermaid 28 September 2007 and 13 July 2007;
Florida Mermaid 1939 via Shorpy;
Frederic Leighton: The Fisherman and the Syren, 1856–1858;
Lila DiPasqua.

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Walgesang in seiner Sprache

18. Oktober 2007

Update zu Die Predigt:

Das Lachen unter Tränen

Das Triptyhon Jonas I/In deiner Sprache/Jonas II von Ludwig Hirsch war an dieser Stelle schon lange fällig; endlich hat sich ein Youtuber erbarmt. Optisch gibt es nicht viel her, das geht aber zugunsten des Sounds. Ich hab sogar noch die LP (In meiner Sprache, 1991): Man vermisst nichts.

Es dauert 10:15 Minuten. So viel Zeit muss sein.

Jonas I

Begonnen hat das alles auf meiner Reise nach Tarschisch.
Die Segel voll, die Mannschaft auch — wie immer auf an Schiff.
Plötzlich bricht die Hölle los mit Donner, Blitz und Sturm.
Masten splittern, Segelfetzen fliegen uns um die Ohren.
Da brüllt der Kapitän: “Wir müssen handeln, jetzt sofort!
Das Meer verlangt ein Opfer, einer muß von Bord!
Du bist es, Jonas!” und er zeigt auf mich.
Klar, wer sonst, der Jonas, der Jonas, also ich.

    Dem Jonas lacht niemals die Sonne,
    und wenn, dann lacht sie ihn aus.
    Sein Schutzengerl zeigt ihm die Zunge,
    und der Glücksstern, der überm Jonas seine Lichtkreise zieht,
    is nur a Schnuppe, die kurz aufblitzt,
    ins Meer stürzt und verglüht.

Und sie werfen mich vom Schiff, in das viel zu große Meer.
Ich denk mir, “Ach was, pfeif drauf, mein Leben ist eh so schwer.”
Und ich sink tiefer, immer tiefer, in die tiefste Finsternis.

Aber ich weiß, wenn ich da durch bin,
tauche ich wieder in ein Licht.
Und das wird das Licht im Himmel sein, ja,
und ich freu mich schon darauf!
Und mach mich extra schwer,
damit ich schnell ersauf!

Da taucht plötzlich dieser Wal auf,
groß wie ein Haus;
und er schluckt mich einfach runter —
und mit dem schönen Sterben is aus.

    Dem Jonas lacht niemals die Sonne,
    und wenn, dann lacht sie ihn aus.
    Sein Schutzengerl zeigt ihm die Zunge,
    und der Glücksstern, der überm Jonas seine Lichtkreise zieht,
    is nur a Schnuppe, die kurz aufblitzt,
    ins Meer stürzt und verglüht.

Jetzt sitz ich da im Walbauch,
und das schon seit drei Tagen.
Finster ist es, feucht und kalt,
es stinkt nach Lebertran.
Manchmal zieht draußen ein Schiff vorbei
und man hört Musik.
Dann musizieren die Piraten,
und mein Wal singt mit…

In deiner Sprache

In deiner Sprache, wie sagt man da “Leben”?
Sagt man da auch: “Er da oben hat’s gegeben”?
Der Jammer is nur, er nimmt’s wieder furt.
Das Schlitzohr, das alte, borgt es uns nur.
Das Leben is a Hund, es beißt und hat Flöh,
hat ganz kurze Dackelfüß’ und rennt viel zu schnell.
Das schöne Wort “Leben”, schön wie ein Stern —
in deiner Sprache möcht ich’s gern hörn;
Du mein riesiger Freund da drinnen im Meer.

Und in deiner Sprache, wie sagt man da “Tod”?
Reimt sich’s da auch auf “vom Aussterben bedroht”?
Und doch schön zu spüren, dass niemals was stirbt,
und das Wort “Tod” nie das letzte sein wird.
Der Tod is ein Seitensprung, mehr a scho ned.
Du schlafst ein und wachst auf, nur in an anderen Bett.
Das schöne Wort “Tod”, schön wie ein Stern —
in Deiner Sprache möcht ich’s gern hörn;
Du mein riesiger Freund da drinnen im Meer.

Jonas II

Eigentlich lebt sich’s angenehm, da im Walfischbauch.
Keiner klopft an die Tür, plaudern kann man auch.
Und ich schließe meine Augen, um ganz in mich zu gehen,
ja, und ich komm drauf glücklich zu sein —
das erste Mal im Leben.
Und grad, wie sie sich umarmen, mein Herz und mein Verstand,
da spuckt mich dieses Monster an den nächsten Strand!

    Dem Jonas lacht niemals die Sonne,
    und wenn, dann lacht sie ihn aus.
    Sein Schutzengerl zeigt ihm die Zunge,
    und der Glücksstern, der überm Jonas seine Lichtkreise zieht,
    is nur a Schnuppe, die kurz aufblitzt,
    ins Meer stürzt und verglüht.

Musik und Text: Ludwig Hirsch auf In meiner Sprache, 1991. Featuring a singing Buckelwal.

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Reality continues to ruin my life

17. Oktober 2007

Vaguely an update to Amiot!:

What fun is being cool if you can’t wear a sombrero?

Hobbes

Calvin & Hobbes, Thar she blows

Click pic big.

William B. Watterson II: Calvin and Hobbes, April 1987, via rologt500.


And:

the:

new:

Gewinnspiel:

Since meanwhile the Calvin & Hobbes series has ceased to exist for a longer time than it did exist (18 November 1985 to 31 December 1995), it is time to refresh your Calvinistic knowledge. So: What is the correct answer to Calvin’s statement:

My life needs a rewind/erase button.

which reads in German:

Mein Leben benötigt einen Rücklauf/Löschen-Schalter.

Consult Hobbes. He gave it.

Hobbes 11hFirst person to comment Hobbes’ reply wins… a little (beautiful) something.

English or German version accepted.

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Man stellt sich den Himalaya vor und denkt sich alles weg, was nicht wie der Yeti aussieht

3. September 2007

Update zu Auf der Jagd nach Nantucket:

Was einem während eines Schmausenbuckmatrosenlebens so zuläuft. Der Buchhändler hat es – ich glaube heute noch, nicht richtig gesehen zu haben – unter dem Ladentisch hervorgezogen, als ich ihm ein Zwei-Mark-Exemplar von H.C. Artmann: Gedichte über die Liebe und über die Lasterhaftigkeit abkaufte: “Wenn du auf Artmann stehst, interessiert dich sicher auch das.”

Karlheinz Pilcz, Universitäts- und Stadtbibliothek KölnIn meiner Hand loderte H.C. Artmann, Rainer Pichler, Hannes Schneider: Yeti oder John, ich reise…, illustriert von Karlheinz Pilcz aus dem Willing Verlag München:

Die Drucklegung in 12 Punkt Helvetica wurde im Juni 1970 in der verlagseigenen Werkstätte beendet. Die Ausgabe bleibt beschränkt auf 1525 numerierte Exemplare der einmaligen Auflage. Dieses Exemplar trägt die Nummer

Danach handschriftlich eingetragen: 787.

48 Seiten japanische Bindung (das ist die mit den doppelten, einseitig bedruckten Blättern), annähernd quadratisch 18,2 auf 19 Zentimeter, die artmanntypisch verschrobenen, altertümelnd gelahrten Gedichte, aus denen nicht hervorgeht, welche von Artmann, Pichler oder Schneider stammen. Die Illustrationen von Pilcz sind vier ganzseitige Frontispize wie aus einem naturgeschichtlichen Werk über ferne Länder, in denen kaum jemand gewesen ist, aus dem 17. Jahrhundert; mich erinnern sie an Lovecraft, dessen Cthulhu-Zyklus Artmann immerhin übersetzt hat.

Es war 1970 von vornherein darauf angelegt, bald vergriffen zu sein. Selbst der Verlag ist mittlerweile erloschen. Kein Gedicht aus dem Band wurde in Artmanns Sämtliche Gedichte aufgenommen. Als der Buchhändler es mir zeigte, 20 Mark.

Der Schluss kommt dem Moby-Dick-Leser bekannt vor:

Epilog:

Einer, Leser, ist entkommen.
Merktest Du’s? Es ist der Fünfte,
Der sich heimlich fortgestohlen,
Und erschöpft nach Tagesreisen
Kam zu einer Menschensiedlung
Wo er’s Rapi-Hasch erzählt hat.

Dieser ließ bei einer Flasche
Reiswein sich genau berichten,
Was sich hatte zugetragen
In des Himalayas Schlünden.

Was der Zeuge nicht vermeldet,
Leser, – dies mußt er erdichten.

H.C. Artmann by Sepp Dreissinger, Salzburg 1980

Hinweis 3. September 2007: Der Basis in München hat gerade ein Exemplar!

Bilder: Karlheinz Pilcz in der H.C.-Artmann-Sammlung Knupfer der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln; H.C. Artmann by Sepp Dreissinger, Salzburg 1980.
Lizenz: Creative Commons.

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Der Herr ist mein Hirte

20. August 2007

Update zu Steffis Ramadan:

Wer da nicht anderthalb Minuten lang religiös wird, hat der ein Herz? – :

Little Girl Psam 23

The Lord is my shepherd; I shall not want.
He maketh me lie down in green pastures;
He leadeth me beside still waters.
He restores my soul;
He leads me in paths of righteousness for His name’s sake.
Even when I walk in the valley of Darkness, I will fear no evil for You are with me; Your rod and Your staff – they comfort me.
You set a table before me in the presence of my adversaries; You anointed my head with oil; my cup overflows.
May only goodness and kindness pursue me all the days of my life, and I will dwell in the house of the Lord for length of days.

Psalm 23, King James Version.

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Arthur Schnitzler: Amerika

19. August 2007

Abt.: Deutsche in Amerika (Österreicher eingeschlossen),
Update zu Only that day dawns to which we are awake:

Arthur Schnitzler, WikimediaDas Schiff landet; ich setze meinen Fuß auf den neuen Weltteil… [...]

Ich stehe allein am Ufer. Nicht an das neue Amerika denk’ ich, von dem ich das Glück zu fordern habe, das mir die Heimat schuldig geblieben – ich denke an ein anderes. [...]

Wie drollig war das damals! So toll und dumm! Ich sehe ihr Gesicht vor mir, wie es zu mir ausschaute mit den Schelmenaugen, und wie von ihren roten Lippen der Ruf erschallte: »Amerika!« Wie haben wir damals gelacht, und wie hat mich der Duft berauscht, der aus ihren Locken heraus über unser Amerika strömte…

Und bei dieser großartigen Benennung blieb es auch. Zuerst riefen wir es immer aus, wenn von den unzähligen Küssen einer sich hinters Ohr verirrte; dann flüsterten wir es – dann dachten wir es uns nur mehr; aber immer kam es zum Bewußtsein. [...]

Und nun stehe ich mitten in der großen, kalten Stadt. Ich bin in dem falschen Amerika und träume von meinem süßen, duftenden Amerika da drüben… Und wie lange das schon her ist! Viele, viele Jahre. Ein Schmerz, ein Wahnsinn kommt über mich, daß so etwas unwiederbringlich verloren ist. Daß ich nicht einmal weiß, wo eine Kunde von mir, wo ein Brief sie treffen könnte – daß ich nichts, gar nichts mehr von ihr weiß…

Weiter hinein in die Stadt führt mich mein Weg, und mein Gepäckträger folgt mir. Ich bleibe einen Augenblick stehen, schließe die Augen, und durch ein seltsames trügerisches Spiel der Sinne umfängt mich derselbe Duft, wie er an jenem Abend von Annas Locken über mich wehte, da wir Amerika entdeckten…

Arthur Schnitzler: Amerika, 1887. Erstdruck in: An der schönen blauen Donau, IV. Jahrgang, 9. Heft, 1889. Erste Buchausgabe in: Die kleine Komödie, S. Fischer Verlag Berlin, 1932.

Volltexte: Gutenberg und Versalia, derzeit käuflich bei Artemis & Winkler;
Bild: Wikimedia Commons, Public Domain.

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Rettet die Moleskine

12. August 2007

Update zu Die weiße Walin lebt:

Ahoi Polloi, Rettet die Wale, 8. August 2007

Bild, Text, Konzept, Idee, Script, Lektorat, Grafik, Idee, Konzept, Recherche, Kreation, Programmierung, Webmaster, Ringmaster, Illustration, Layout, Design, Typografie, Marketing, Vertrieb, Human Resources, Seitenpflege, Markenpflege, Kundenpflege, Art Buying, Art Direction, Creative Direction, Kontakt, Public Relations, Übersetzung, Content Management, Moderation, Trost & Rat, Bühnenbild, Beleuchtung, Kulissenschieben, 1. + 2. Geige, Streicherensemble, Holz- + Blechbläser, Blechtrommel, Maultrommel, Klavier, Lead- + Rhythmusgitarre, Leading Vocals, Bass, Schlagzeug, Mundharmonika, Kamera, Soundtrack, Gaffer, Best Boy, Key Grip, Regie, Produktion, Casting, Catering, Peitsche, Zuckerbrot, Koch- und Backrezepte, Inbrunst, Hingabe, Zärtlichkeit, Freizeit, Blut, Schweiß, Tränen und Copyright: Ahoi Polloi, 8. August 2007; Lizenz: G. Klaut.

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Geopfert

3. August 2007

Update zu Eingesang:

John Bryant hat 2002 ein paar Gedichte von Herman Melville zugänglich gemacht, die nicht einmal in der Standardausgabe The Poems of Herman Melville von Douglas Robillard stehen – weil Melville sie nämlich in keinem seiner drei, vier Lyrikbände gesammelt hat.

Um eins davon ist es besonders schade. Immolated (was bedeutet: Geopfert) zählt, nach dem Zustand des Manuskripts zu schließen (was bedeutet: eine besondere blaue Tinte, die Melville zu dieser Zeit verwendete, auf gelbem Papier), zu Melvilles frühen Gedichten (was bedeutet: auch schon vom Mittdreißiger), wurde vor Bryant (Seite 330) nie veröffentlicht und steht heute genau dreimal online, jedes Mal in der späteren, leicht verbesserten Version.

Ungeklärt bleibt, ob Melville frei erfindet oder sich auf eine wirklich stattgehabte Opferung bezieht. Bei seinem Auszug aus Arrowhead könnte er als Kehraus etliche seiner Gedichte verbrannt haben. Das macht nichts leichter.

Es folgt als Welturaufführung die Erstfassung.

Immolated

Children of my Tempe prime,
When One yet lived with me, and threw
Her rainbow over life and time,
Even Hope, my bride, and dame to you!
O, nurtured in sweet pastoral air,
And fed on daisies, light, and dew
Of morning meadows – spare, Ah, spare
Reproach; spare, and upbraid me not
That, yielding scarce to reckless mood
Bet jealous of your probable lot,
I sealed you in a fate subdued.
Have I not saved you from the drear
Theft and ignoring which need be
The triumph of the insincere
Elect of Mediocrity?
Rest therefore, free from all despite,
Snugged in the arms of comfortable night.

Precariously Tall Once Again (Too Many Books...As Usual)

Nachweise: Text Immolated: Herman Melville, nach John Bryant: Tales, Poems, and Other Writings. Bild: A Work in Progress; Lizenz: Creative Commons.

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Das Land der Deutschen mit der Seele suchen

29. Juli 2007

Eric T. Hansen, Planet GermanyHeld Dietrich schlug Herrn Ecken
Zu Tod, den kühnen Mann,
Nun lassen wir uns schmecken
Das Blut, das ihm entrann.

Karl Simrock

Es ist ja nicht nur so, dass der blindgeschlagene Deutsche an sich dauernd irgendwelchen kulturlosen Besatzern nacheifert. Beispiele wie der USA-Erklärer Scot W. Stevenson zeugen davon, dass es auch umgekehrt geht, und der Mann tut seinen Job ja hervorragend. Sein Hawaiianer Landsmann Eric T. Hansen hat ihn schon 2004 ergriffen (den Job, nicht den Stevenson).

Planet Germany. Eine Expedition in die Heimat des Hawaii-Toasts unter Mitarbeit von Astrid Ule, Fischer Taschenbuch Verlag 2006, geht über die üblichen Selbstkasteiungen, wie typisch deutsch der typische Deutsche doch sei, weit hinaus; wie in Stevensons Weblog rührt die Qualität nicht daher, dass überraschenderweise doch Amis klug und Deutsche doof sind, sondern die Distanz schaffende, jeoch teilnehmende Sicht von außen.

Herman Melville liest die Gespräche mit Goethe von Eckermann! Amerikanische Jungs wissen sich ihrer Vorliebe zu deutschen Mädchen nur zu erwehren, indem sie welche heiraten! Erwachsen geworden, schreiben sie Bücher mit einer Aufmerksamkeitsspanne von über 15 Sekunden! Hawaiianer wohnen freiwillig im verregneten Deutschland!

Ein Stück von geradenwegs zärtlicher Anteilnahme auf der Suche nach dem Inbegriff deutschen Wesens, die sich dem zumal deutschen Leser rückwirkend wiedermitteilt, schafft Hansen in Die deutschen machen aus ein paar toten Dichtern dermaßen Kult, dass man fast meint, sie würden sie auch lesen.

Ich zitiere den in sich abgeschlossenen Absatz am Schluss. Mit Copyright können wir erwachsene Leute ja umgehen, nicht wahr?

Karl Joseph SimrockAm Ende einer steilen, von Bäumen gesäumten Straße hoch über dem Rhein steht ein zweistöckiges Haus, das im spätklassizistischen Stil auf dem Gewölbe einer uralten Kellerei der Minoritenmönche gebaut wurde. Die Villa heißt Haus Parzival. Hier hat der Germanist, Übersetzer, Dichter und Vollblutromantiker Karl Simrock seine Sommer verbracht.

Simrock hatte bei Schlegel und Arndt studiert, empfing ab und zu Besuch von den Grimms und Ludwig Uhland und verfasste schwärmerische Gedichte über die Schönheit des Rheins. Bekannt wurde er als Übersetzer zahlreicher Werke des Mittelalters und des germanischen Altertums, von der Edda über die Gedichte Walthers von der Vogelweide bis hin zu Wolframs Parzival. Sein größtes Verdienst war, das Nibelungenlied mit einer schwungvollen und lesbaren Übersetzung populär zu machen, ja es gar zu einer Art deutschem Ersatz-Gründungsmythos zu erheben. Er gehörte zum harten Kern der deutschen Identitätsbastler.

Sein Haus Parzival liegt ein paar Meter ab von der Straße hinter einem schwarzblauen, verschnörkelten Eisenzaun. Das Haus ist gelb, dieses typisch deutsche Buttergelb. Das sanft ansteigende Gelände ist voller Pflanzen – gepflegte Blumenbeete, Wildgräser, selbst das Unkraut ist malerisch. Dazwischen ein Teich, ein Vogelbad, ein hölzerner Tisch mit Stühlen. Ein Ahorn, eine Esche, eine Trauerweide machen den Garten schattig.

Haus Parzival von untenIch stand eine Weile da und betrachtete den Garten. Er strömte Ruhe aus, und ich bildete mir ein, dass man von hier aus den Rhein riechen konnte. Alles war leicht. Hier war jeden Tag Sommer.

Ich stellte mir vor, wie Simrock im Garten spazieren geht. Zwischendurch greift er zum Gartenwerkzeug und kümmert sich um seine neuen Spargelbeete. Er hat ein Buch dabei, einen dieser alten Lederbände, die von außen kaum identifizierbar sind, weil der Umschlag keine bunte Abbildung enthält. Es ist sicher der Iwein. Nach einer Weile setzt er sich hin und liest. Wenn der Tag zur Neige geht, nimmt er ein Glas Wein dazu.

Haus Parzival, EingangEs war das perfekte deutsche Leben. Das Leben, das die meisten Deutschen heimlich leben wollen – damals wie heute. Ein großes Haus – weder eine Mietwohnung noch eine protzige Villa, eher ein … Anwesen. Genug Geld, um finanziell unabhängig zu sein, aber nicht so viel, dass man als reich beschimpft wird. Im Haus hat man eine Küche mit offenem Kamin. Keine Mikrowelle, kein Plastik. Alles strahlt Ursprünglichkeit aus: Stahl, Stein, Holz. Im Salon ein altes Klavier, ein echter Perser, ein echtes Hausmädchen. Ein Arbeitszimmer – pardon, eine Privatbibliothek natürlich, mit bequemen Stühlen und einem breiten Schreibtisch, denn „arbeiten“ heißt, man befasst sich mit dem Griechischen und mit Latein. Der ideale Deutsche arbeitet mit den Dingen des Geistes. Nicht des Hirns, sondern des Geistes. Er hat Muße. Dass er kein Snob ist, zeigt, dass er nebenbei ein Handwerk ausübt. Er respektiert die Arbeit mit den Händen und verbringt deshalb viel Zeit im Garten, er kocht selbst in der Küche, wenn Gäste kommen, oder, wie Simrock es tat, er legt einen kleinen, edlen Weingarten an und nennt seinen Wein nach einer Figur aus den alten Schriften, mit denen er sich gerade beschäftigt: Eckenblut, nach dem Riesen in der Dietrichssage. Wenn Freunde vorbeikommen, geht man am Rhein spazieren und diskutiert die Arbeit am griechischen Text und die Entwicklungen in Frankreich oder den anderen wichtigen Regionen der Welt.

So will jeder Deutsche sein, dachte ich mir, als ich da stand. Was vor mir liegt, ist nichts weniger als die deutsche Seele selbst. Meine Chance war gekommen. Ich musste mich nur ein Stündchen an diesen Tisch in den Garten setzen, dann würde sie sich schon blicken lassen. Wenn ich die jetzigen Bewohner nett fragte, würden sie es sicher erlauben.

Ich klingelte. Aber es machte keiner auf. Niemand war zu Hause.

Menzenberger Eckenblut

Bilder: Portrait Karl Joseph Simrock: Wikimedia Commons, Lizenz: Public Domain; Haus Parzival: Haus Parzival, Lizenz: Creative Commons; Weinetikett Menzenberger Eckenblut: Karl-Simrock-Forschung Bonn, Lizenz: Public Domain. Text Eric T. Hansen: Fischer Verlage 2006.

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Eingesang

15. Juni 2007

Update zu With Life to His Fingertips:

Im April 1864 besuchte Herman Melville mit seinem Bruder Allan aus einem patriotischen Bedürfnis heraus die Schlachtfelder des Bürgerkriegs in Virginia. Auch seinen Landsitz Arrowhead hatte er dem kleinen Bruder (*1823) weitergegeben. Kurz nachdem er wieder zu Hause in New York war, musste er aus der Zeitung erfahren, dass man seinen Freund Nathaniel Hawthorne am 19. Mai tot im Bett aufgefunden hatte, ebenfalls auf Reisen mit einem Freund.

Ungeklärt ist, ob sich Melvilles Totenklage in seinem einzigen Gedicht versteckt, das es zu einigem Ruhm und zum Schulstoff gebracht hat. Dagegen spricht, dass es keine Hinweise auf eine Entfremdung zwischen den beiden gibt, wie sie das Gedicht beklagt; der andere mögliche Adressat wäre Melvilles Erstgeborener Malcolm, der 1867 mit Kopfschuss in seinem Zimmer aufgefunden wurde. Da war er 18, und von wem sind 18-Jährige nicht entfremdet. Die Unglücksfälle verteilen sich, die Klage darüber ist nicht eindeutig zu datieren.

Gedruckt wurde Monody erst 1891 in Timoleon. Aber eine Abschrift von Melvilles Hand steht auf der Titelseite seiner Ausgabe von Hawthornes Englandbuch Our Old Home, und das ist von 1863.

Monody

To have known him, to have loved him
     After loneness long;
And then to be estranged in life,
     And neither in the wrong;
And now for death to set his seal–
     Ease me, a little ease, my song!

By wintry hills his hermit-mound
     The sheeted snow-drifts drape,
And houseless there the snow-bird flits
     Beneath the fir-trees’ crape:
Glazed now with ice the cloistral vine
     That hid the shyest grape.

 

Monodie

Ihn gekannt, geliebt zu haben
     Nach langer Einsamkeit
Und dann einander fremd zu werden
     Und keiner ging im Streit;
Und nun setzt noch der Tod das Siegel –
     Erlöse, löse mich, mein Lied.

Das Grab bedeckt aus weichem Schnee
     Ein sanftes Leichentuch,
Der Schneefink schwirrt nun heimatlos
     Am Waldrand durch die Luft,
Und Eis bedeckt die keusche Rebe,
     Die trug die scheuste Frucht.

Übersetzung: Werner Schmitz in: Ein Leben, Hanser 2004.

Chara Williams, Dirge

Bild: Chara A. Williams, CD-Cover Dirge; Lizenz: Creative Commons.

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Alle lieben Bartleby

19. Mai 2007

Update zu Dös peitscht mi jetzt ned so sonderlich und
Der Fall Moby Dick:

The report was this: that Bartleby had been a subordinate clerk in the Dead Letter Office at Washington, from which he had been suddenly removed by a change in the administration. When I think over this rumor, I cannot adequately express the emotions which seize me. Dead letters! does it not sound like dead men?

Herman Melville: Bartleby, letzter Absatz, 1853

Bernd Pfarr wurde am 11. November 1958 geboren, erfand eine Vielzahl Comics, darunter keinen wirklich schlechten, vermied in seinen Bildern erst den rechten Winkel und im weiteren Verlauf etwelchen Realismus überhaupt, textete seine Cartoons derart wegweisend altertümelnd skurril, dass man ihn bei eigenen vergleichbaren Versuchen ständig beklaut, und starb am 6. Juli 2004 eines vollständig unnützen Todes.

Für den Comic-Sampler Alice im Comicland. Comiczeichner interpretieren Werke der Weltliteratur fasste er 1993 den Bartleby von Herman Melville in genau vier Bilder, auf denen die Titelfigur seinem selbst entworfenen Büro-Antihelden Sondermann auffallend nahe steht – am vergnüglichsten im rar gewordenen Band Alle lieben Sondermann – und verlängert die Handlung des Originals sogar noch um 25%.

Pfarrs Bartleby-Version ist eine der komischsten Seiten in dem Sammelband, die meisten anderen Beiträge halten eine düstere Atmosphäre ein. Das Bild unten ist die Online-Urveröffentlichung des Werks, die Rechte daran bleiben bei deren Inhabern.

Das Gespenstische daran: Bartleby stellt sich bei Melville am Ende als ehemaliger Mitarbeiter der Poststelle für Tote Briefe heraus; Bernd Pfarr kann man von seiner Website aus immer noch mailen.

Bernd Pfarr, Bartleby

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Ahab, Touchant

19. Januar 2007

Da sieht man wieder, wie lange solcher Altmännerkram aktuell bleibt. Erst am 16. Januar (und zwar 2007, nicht 1897 oder so) hat Tom Touché für die taz über die Trendsportart Nordic Walking gearbeitet:

Touché

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Joachim Ringelnatz: Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Daddeldu

24. Dezember 2006

Mein Haus-, Hof-, Leib- und Magenheiliger Joachim Ringelnatz, der alte Seebär, tat ja immer sowas von unsentimental. Walter Giller, mit dem mich nicht viel mehr als die Initialen verbindet, hat diese Ballade, gegen die sich die gleichnamige Kategorie von Schiller wie eine Sammlung Büttenreden ausnimmt, mal im Fernsehen vorgetragen. Das war in den Siebzigern, als es noch große Fernsehmomente zu erleben gab. Man mag jene Zeiten bedauern oder belächeln, in denen unter Fernsehunterhaltung verstanden wurde, dass ein Anzugträger ein Gedicht aufsagt, aber Herrn Gillers leicht kratziger Bierbass war genau richtig. Hinterher war wieder Fernsehballett.

Das schenk ich allen Fans von Moby-Dick zu Weihnachten. So wesensfremd können Melville und Ringelnatz ja nicht gewesen sein. – Halleluja mitsammen.

Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Daddeldu

Die Springburn hatte festgemacht
Am Petersenkai.
Kuttel Daddeldu jumpte an Land,
Durch den Freihafen und die stille heilige Nacht
Und an dem Zollwächter vorbei.
Er schwenkte einen Bananensack in der Hand.
Damit wollte er dem Zollmann den Schädel spalten.
Wenn er es wagte, ihn anzuhalten.
Da flohen die zwei voreinander mit drohenden Reden.
Aber auf einmal trafen sich wieder beide im König von Schweden.

Daddeldus Braut liebte die Männer vom Meere,
Denn sie stammte aus Bayern.
Und jetzt war sie bei einer Abortfrau in der Lehre,
Und bei ihr wollte Kuttel Daddeldu Weihnachten feiern.

Im König von Schweden war Kuttel bekannt als Krakehler.
Deswegen begrüßte der Wirt ihn freundlich: »Hallo old sailer!«
Daddeldu liebte solch freie, herzhafte Reden,
Deswegen beschenkte er gleich den König von Schweden.
Er schenkte ihm Feigen und sechs Stück Kolibri
Und sagte: »Da nimm, du Affe!«
Daddeldu sagte nie »Sie«.
Er hatte auch Wanzen und eine Masse
Chinesischer Tassen für seine Braut mitgebracht.

Aber nun sangen die Gäste »Stille Nacht, Heilige Nacht«,
Und da schenkte er jedem Gast eine Tasse
Und behielt für die Braut nur noch drei.
Aber als er sich später mal darauf setzte,
Gingen auch diese versehentlich noch entzwei,
Ohne daß sich Daddeldu selber verletzte.

Und ein Mädchen nannte ihn Trunkenbold
Und schrie: er habe sie an die Beine geneckt.
Aber Daddeldu zahlte alles in englischen Pfund in Gold.
Und das Mädchen steckte ihm Christbaumkonfekt
Still in die Taschen und lächelte hold
Und goß noch Genever zu dem Gilka mit Rum in den Sekt.
Daddeldu dacht an die wartende Braut.
Aber es hatte nicht sein gesollt,
Denn nun sangen sie wieder so schön und so laut.
Und Daddeldu hatte die Wanzen noch nicht verzollt,
Deshalb zahlte er alles in englischen Pfund in Gold.

Und das war alles wie Traum.
Plötzlich brannte der Weihnachtsbaum.
Plötzlich brannte das Sofa und die Tapete,
Kam eine Marmorplatte geschwirrt,
Rannte der große Spiegel gegen den kleinen Wirt.
Und die See ging hoch und der Wind wehte.

Daddeldu wankte mit einer blutigen Nase
(Nicht mit seiner eigenen) hinaus auf die Straße.
Und eine höhnische Stimme hinter ihm schrie:
»Sie Daddel Sie!«
Und links und rechts schwirrten die Kolibri.

Die Weihnachtskerzen im Pavillon an der Mattentwiete erloschen.
Die alte Abortfrau begab sich zur Ruh.
Draußen stand Daddeldu
Und suchte für alle Fälle nach einem Groschen.
Da trat aus der Tür seine Braut
Und weinte laut:
Warum er so spät aus Honolulu käme?
Ob er sich gar nicht mehr schäme?
Und klappte die Tür wieder zu.
An der Tür stand: »Für Damen«.

Es dämmerte langsam. Die ersten Kunden kamen,
Und stolperten über den schlafenden Daddeldu.

papiertheater.eu

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Der Fall Moby Dick

15. Dezember 2006

Relaunch 15. Dezember 2006:

Humphrey WeyershausenIm Hannoveraner Comic-Magazin Ilsemann, heute nur noch bekannt im Zusammenhang mit RRAAH!, erschien irgendwann in den 1990er Jahren eine zweiseitige Geschichte mit der Rottecker Katze von Karsten Weyershausen – das ist der mit dem Horst –, die mit Elementen aus Moby-Dick und Black Series spielt.

Zur Version, die ich unten ungekürzt präsentieren darf, sagt der Künstler:

Ich hab die Seiten damals mit einer Schmuckfarbe versehen, konnte die Dateien aber lange Zeit nicht finden - bis gestern. Diese Version bedeutet also quasi eine Erstveröffentlichung.

Premiere auf Moby-Dick 2.0 – wir machen uns. Der Fall Moby Dick ist somit an dieser Stelle die erste und bis auf weiteres einzige Veröffentlichung seiner selbst. Danke an den Vereinskollegen!

Karsten Weyershausen, Der Fall Moby Dick

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Kwal, der

19. Oktober 2006

Kwalbein

Daniela tanzt auf einem Walbein.

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Loomings cont.

22. August 2006

Zum Werke, das wir ernst bereiten,
Geziemt sich wohl ein ernstes Wort;
Wenn gute Reden sie begleiten,
Dann fließt die Arbeit munter fort.

Aber das ist ja gar nicht von Ringelnatz. Das schon:

Hafenkneipe

In der Kneipe “Zum Südwester”
sitzt der Bruder mit der Schwester
Hand in Hand.
Zwar der Bruder ist kein Bruder,
doch die Schwester ist ein Luder
und das braune Mädchen stammt aus Feuerland.

In der Kneipe “Zum Südwester”
ballt sich manchmal eine Hand,
knallt ein Möbel an die Wand.

Doch in jener selben Schenke
schäumt um einfache Getränke
schwer erkämpftes Seemannsglück.
Die Matrosen kommen, gehen.
Alles lebt vom Wiedersehen.
Ein gegangener Gast sehnt sich zurück.

Durch die Fensterscheibe aber träumt ein Schatten
derer, die dort einmal
oder keinmal
abenteuerliche Freude hatten.

Hafenkneipe, Öl, 1933, verschollen