Archive for the ‘Laderaum’ Category
Das Hörbuch als Video: Kapitel 25: Postskriptum
Update zu Kapitel 24: Der Anwalt der Verteidigung:
Das 25. Kapitel (2:41 Minuten) ist fertig.
Bild: Ms. Charm for Become a SuicideGirl.
Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007,
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
Videobild: Rockwell Kent: Chapter XXV: Postscript, Lakeside Press Edition.
Buch mit 2 .mp3-CDs kaufen.
Das Hörbuch als Video: Kapitel 24: Der Anwalt der Verteidigung
Update zu Kapitel 23: Die Leeküste:
Das 24. Kapitel (14:35 Minuten) ist fertig.
Bild: Fly Fly Fly, 28. November 2008.
Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007,
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
Videobild: Rockwell Kent: Chapter XXIV: The Advocate, Lakeside Press Edition.
Buch mit 2 .mp3-CDs kaufen.
Das tut nicht nur dem Seemann weh
Zuerst wollte ich Elkes jüngste Abhandlung über Lili’uokalani — die Blume von Hawaii (Update, Update!) mit dem Lied Aloahe von der Ersten Allgemeinen Verunsicherung garnieren. Die Idee wurde verworfen, weil das Lied zu zu starker Rum mit zu vielen Umdrehungen ist; das zieht jede Wissenschaft runter. Hat Elke doch ohnehin etliche Illustrationen dazugeliefert, die nicht mehr auf ihre kompakte Textmenge passten, da durfte man nicht noch mit allzu prominenten Klamaukeinlagen draufhauen.
Die Erste Allgemeine Verunsicherung, neben H.C. Artmann, guter Luft, einer dankenswert wenig verbreiteten Bierparodie, einer luxuriös pralinesken Todesverliebtheit, Komm, süßer Tod und Wolfgang Ambros Österreichs bester Exportartikel und gar nicht so verschieden von der Aufzählung, wie man unbedacht glauben möchte, trat passenderweise in mein Leben, als ich besoffen war.
Erste Lüge: Verkatert war ich. Bei einem Schulkameraden eingeladen, um Beethovens Fünfte auf Platte zu hören, zusammen mit noch einem, der für sowas zu gewinnen war, und unerfahren im Umgang mit Johnny Walker Red und Black Label. Mein Abend endete damit, dass ich auf dem Fußboden im Klo Clever & Smart-Heftchen las, mein nächster Tag fing an mit elenden Kopf- und Kreuzschmerzen, einem Muster auf der Stirn von der Klofußumpuschelung und einer Dose Tigerbalm, die ich auf dem Spiegelbrettchen fand und zur Hälfte für ich weiß nicht mehr was aufbrauchte. Ich erschien pünktlich zum Frühstück mit zwei weiteren Schulkameraden und stank entsetzlich nach Tigerbalm.
Das Radio lief. Erste Allgemeine Verunsicherung: Go, Karli, Go.
Sancta Caecilia, war das gut.
Dergleichen hatte man nie zuvor gehört. Schon gar nicht auf Bayern 3. Da lag genau der Tiefgang unter dem Text, von dem sich ein verkaterter Vorabiturient ernst genommen fühlen, und genug Gaudifaktor in der Musik, dass sich seine Kumpels, die mit ihrer Mittleren Reife schon mal was Gescheites lernen gegangen waren, ihre kleinstadtmittelständische Feierabendeuphorie rausholen konnten. Neu war der Mut zur Peinlichkeit, die Lust am indiskutablen Geschmack, um eines saudummen Lachers mit dreifachem Boden willen. Das war lustig, aber nicht blöd. Da konnte man mitsingen, ohne sich zu genieren, weil eine Message hat’s ja auch. Das konnte man bierselig auf Grillfeiern grölen, und erst wenn man den Ohrwurm nach Hause trug, merkte man den Trojaner: Moment mal, was lallen wir da eigentlich? Leicht halbseiden in Wortwahl und Gehabe, wie ein Callgirl, das keine Nutte geheißen sein will. So sexy, so unernst und so schamfrei aufreizend wie Ganzkörper-Fishnets unter einem Trenchcoat.
Verunsicherung waren mir nachmals das, was ich als mein erstes großes Rockkonzert betrachtete, die Geld oder Leben-Tour in der Erlanger Stadthalle 1986. Da hatte ich frisch den Führerschein und durfte allein mit Mutters Laubfrosch hin. Spätestens hier rückte Mastermind, Stimme nebst Gesicht der Band Klaus Eberhartinger in die Riege meiner Vorbilder auf: Zu dieser Attitüde eines rausgewachsenen Zuhälters passte also ein Lachen, und man konnte hochgescheite Sachen sagen, ohne dass es gleich jeder merkt. Groucho Marx goes Hugo Egon Balder, mein Typ war gerettet. Hinterher stand ich, platt von dem zurückliegenden Beschuss mit Kalauern und dieser unverschämt psychogenen Mischung aus Cabaret, Kabarett, Songwriting, Schlagerschnulze und Schweinerock, noch lange an den Laubfrosch gelehnt, rauchte eine und kam mir fürchterlich erwachsen dabei vor.
Heute erinnern sich die Aficionados, dass die Verunsicherung von Alfred Biolek in Bios Bahnhof vom Studentenkabarett in eine breite bundesdeutsche Öffentlichkeit gerückt wurden. Der Mann hat vor seiner Karriere als Witzigkoch immerhin Monty Python nach Deutschland gezerrt, ebenfalls ursprünglich ein Studentenscherz von Medizinern, das könnte nicht besser passen.
Damals waren drei Platten von ihnen bekannt: Spitalo Fatalo, À la carte und Geld oder Leben, alle prall vor zitierfähigen Reimen, die in der Literatur monolithisch herumstehen und seit der Erstverwendung durch den Haupttexter Thomas Spitzer auf ewig verbrannt und endlich mal einen Literaturpreis wert sind, kommt schon, ihr Stiftungen, wenigstens fürs Gesamtwerk. Manche dieser rhetorischen Diamanten entstehen durch den Reim österreichischer auf englische und hochdeutsche Wörter oder waghalsige Enjambements, die den Sätzen an Stellen das Kreuz brechen, die man vorher gar nicht gesehen hat, das geht freilich nur in so hochspeziellen Kontexten.
Später hörte ich läuten, dass es mehr als drei Platten geben, die Spitalo Fatalo nicht ihre erste, sondern dritte sein musste, und fuhr extra mit dem Zug ins grenznahe Salzburg, um mal in einem österreichischen Plattenladen zu kramen. Leider aussichtslos, alles voll Mozart, auch schön, und halbtags angestellter Kassenhausfrauen. Die Café Passé erschien erst später wieder als CD, ihre anerkannt allererste 1. Allgemeine Verunsicherung scheint es ins CD-Stadium geschafft zu haben, ist aber verschollen.
Go, Karli, Go (das spricht sich bitte knallhart kanzleideutsch aus, ohne englische Diphthongierung) blieb lange mein Lieblingslied, nicht zuletzt weil meine Kumpels mir einredeten, das Lied handle von mir.
Auf der gleichen Platte findet sich ihr einziges maritimes Lied. Ist aber gar nicht maritim. Sondern sozialkritisch. Merkt man bloß nicht gleich. Jedenfalls nicht besoffen unter Versicherungskauffrauen und Speditionssachbearbeitern. Typisch. Aloahe. Aus: À la carte, 1984. CD vergriffen, Text von Thomas Spitzer:
1.: Es war vor langer, langer Zeit
Eine Braut und ein Matrose
Im Hafen der Glückseligkeit.
Er gab ihr eine Rose.
Sie wollten sieben Meere sehn,
Die Braut und der Matrose,
Und allen Stürmen widerstehn —
Ay, das ging in die Hose.Bridge: Heut steht sie in der Kombüse
und putzt traurig das Gemüse.
Legt sie sich nicht in die Riemen,
gibt es einen auf die Kiemen.Refrain: Hey, hey, aloahe!
Das gibt’s nicht nur auf hoher See.
Hey, hey, aloaho!
Frag nicht wieso.
Hey, hey, aloahe!
Das gibt’s nicht nur auf hoher See.
Hey, hey, aloahö!
Bevor du untergehst, sag mir adieu.2.: Die Mannschaft rackert im Akkord,
Es zittert der Matrose.
Täglich geht einer über Bord:
Zu viele Arbeitslose.
Die Angst macht seinen Rücken krumm:
Wo ist Dein Stolz, Matrose?
Zu wenig Mumm und zu viel Rum,
Ay, das führt zur Zirrhose.Bridge: Und der Käpten treibt ihn an,
Hol ihn der Klabautermann!
Doch er denkt nicht an Meuterei,
Er fürchtet sich vorm schwarzen Hai.Refrain: Hey, hey, aloahe!
Das gibt’s nicht nur auf hoher See.
Hey, hey, aloaho!
Frag nicht wieso.
Hey, hey, aloahe!
Das gibt’s nicht nur auf hoher See.
Hey, hey, aloahö!
Bevor du untergehst, sag mir adieu.3.: Nur manchmal denken sie zurück,
Die Braut und der Matrose:
Was ist geblieben von dem Glück?
Eine verwelkte Rose.
Ihr Traumschiff ist ein alter Kahn,
Eine bediente Dose.
Sie haben sich total verfahrn,
Die Braut und der Matrose.Bridge: Es ist kein Wind mehr in den Segeln,
nicht einmal mehr, wenn sie [kegeln].
Statt Liebe macht die Pest sich breit,
im Hafen ihrer Einsamkeit.Refrain: Hey, hey, aloahe!
Das gibt’s nicht nur auf hoher See.
Hey, hey, aloaho!
Frag nicht wieso.
Hey, hey, aloahe!
Das gibt’s nicht nur auf hoher See.
Hey, hey, aloahö!
Bevor du untergehst, sag mir adieu.Fade-out: Hey, hey, aloahe!
Das tut nicht nur dem Seemann weh.
Hey, hey, aloaho!
Uns ebenso.
Hey, hey, aloahe!
Das gibt’s nicht nur auf hoher See.
Hey, hey, aloahö!
Bevor du untergehst, sag mir adieu.Text: Thomas Spitzer
Musik: Thomas Spitzer, Nino Holm, Eik Breit, Klaus Eberhartinger, Günter Schönberger
Sänger: Klaus Eberhartinger
München am Meer VI: Von Lindau bis zum Fehmarnsund kennt man mich als Schäferhund
Update zu Yarrrrr, sog i!:
Zur Feier des Talk Like a Pirate Day eröffnet am Heutigen das Oktoberfest zu München.
Wir bitten um freundliche Beachtung.
Des Fahrers Wunderhorn: F.S.K.: Diesel Oktoberfest aus: The Sound of Music, 1993;
in: Franz Dobler (i.e. der schnauzige Großstadtcowboy mit Tollwut, dem Jahrhundertsampler mit Johnny-Cash-Covers deutscher Kapellen sowie allerhand Country-Fachliteratur und Fressehau-Belletristik):
Wo Ist Zu Hause Mama, Trikont, 1995.
Musik: Justin Hoffmann, Thomas Meinecke, Michaela Melián, Carl Oesterhelt, Wilfried Petzi;
Text: Thomas Meinecke:
Diesel Oktoberfest
Dauernd auf der Autobahn
sechzehn Tonnen hintendran
unter der Haube ein Vulkan.
Ingolstadt nach Paderborn
die Stoßstange schreit immer, vorn
Jericho, des Fahrers Wunderhorn.Feine Leute sind das hier
trinken Wein statt Spaten-Bier
der Spediteur und sein Geschmier.
Morgen wird er aufgehängt,
Dieselöl mit Blut vermengt —
morgen früh wird er aufgehängt.Laila heißt mein Funkkontakt
ist der Lastzug abgeparkt
wird schon ihr Reißverschluss geknackt.
Von Lindau bis zum Fehmarnsund
kennt man mich als Schäferhund
Asphalt heißt der Liebe Untergrund.In der Prominentenbox
frisst gegrilltes Fleisch vom Ochs
der Spediteur und sein Gesocks.
Morgen wird er aufgehängt,
Dieselöl mit Blut vermengt —
morgen früh wird er aufgehängt.Auf Laila folgt die Lorelei
am Schmutzlappen die Polizei
schnappt sich mein Rasthofnackedei.
Klassenkampf, Geschlechtsverkehr
gaben einst ein Pärchen her
wirkungsvoller als ein spitzer Speer.Wer trinkt seinen Scotch mit Eis
lechzt nach jeder Stöckelgeiß
der Spediteur und sein Geschmeiß.
Morgen wird er aufgehängt,
Dieselöl mit Blut vermengt —
morgen früh wird er aufgehängt.
Bild: Write Like a Pirate in Egoshooting, 18. September 2009;
Pirate Paw T-Shirt: Jack Wolfskin, vergriffen;
Nürnberger Stadtwurst: herzhaft gewürzt, mild geräuchert, nach fränkischer Rezeptur: Ponnath/Kemmath via Penny, 350 Gramm 1,99 Euro (Serviervorschlag).
Der Fluch des Albatros
Vorläufige Stoffsammlung für
Kapitel 42: Die Weiße/Das Weiß des Wals (“I remember the very first albatross I ever saw” ppp.)
und Kapitel 52: Die Pequod trifft die Albatros/Die “Pequod” begegnet der “Albatros”,
in enger Verupdatung zu Barks’ Thierleben und Überall ist Entenhausen:
Der Entenhausener Bericht The Not-So-Ancient Mariner, empfangen und übermittelt durch Carl Barks, erschien deutsch als Der Fluch des Albatros (WDC 312) in TGDD 71, beide 1966. Heute am besten erreichbar in Die tollkühnen Abenteuer der Ducks auf hoher See, herausgegeben von Frank Schätzing (seufz!) im mareverlag, März 2006.
Der Gang der Handlung nach BarksBase:
Daisy hat beim Quiz der Wunderweiß-Waschmittel-Werke [Bluefog Blubber Company] eine Reise mit der »Korallen-Königin« [Fatsonia] gewonnen und fährt zusammen mit ihrer Tante Melitta [Aunt Drusilla] in die Südsee. Weil Gustav mit demselben Schiff fährt (er ist zur Beat-Weltkonferenz nach Samoa eingeladen), beteiligt auch Donald sich an dem Wunderweiß-Quiz. Er kann die letzten zwei Strophen aus dem Gedicht »Der Fluch des Albatros« [Ancient Mariner] und gewinnt ebenfalls eine Fahrt mit der »Korallen-Königin« — allerdings im Laderaum, wo er von Daisy nicht viel sieht. Er schleicht sich an Deck, wo er versehentlich einen Albatros abschießt — was letztendlich dazu führt, daß Donald über Bord geht. Die dadurch bewirkte Fahrtverzögerung hat zur Folge, daß Donald die Bordpreisfrage richtig beantwortet — und sich eine Kabine erster Klasse leisten kann.
Im Original wird die Ballade »The Rime of the Ancient Mariner« ([in der Fassung von] 1798) von Samuel Taylor Coleridge zitiert. CBVD enthält zusätzlich die Originalfassung.
Empfohlen werden ausdrücklich Gustave Dorés 1876er Illustrationen zu Coleridges Ballade. Aufallend an der deutschen Fassung ist der einleitende Satz: “Alle Seeleute glauben, daß es Unglück bringt, einen Albatros zu töten. Ob das wohl stimmt?”, der explizit vom Töten spricht, obwohl nach verbreiteten Fällen von Traumatisierung durch den Tod von Bambis Mutter der Tod aus allen Disney-Veröffentlichungen herausgehalten wird (einzelne Rückfälle, z.B. Mufasa in König der Löwen, 1994). Dieser, sofern es einer ist, Aberglaube stammt aus dem antiken Griechenland, wo der Albatros Poseidons Lieblingsvogel war.
Im deutschen Comic wird sichtbar, daß die Ballade aus dem Buch Seegedichte stammt, nach allem vernünftigen Dafürhalten ein fiktives Buch. Zumindest die letzte, geflügelte Strophe “Weh mir Frevler, dass ich schoss den Schicksalsvogel Albatros! Dreimal wehe, dass ich traf! Dafür trifft mich des Schicksals Straf’!” stammt eindeutig von der Hauptübersetzerin Dr. Erika Fuchs, der Rest ist wahrscheinlich ein Stück alte, anonyme Fan Fiction avant la lettre. Der Einfluss von Coleridge auf Barks ist heute als Parodie anerkannt: Die angeführte Strophe übersetzte Frau Fuchs aus dem Original bei Coleridge/Barks:
“God save thee, ancyent Marinere!
“From the fiends that plague thee thus—
Why look’st thou so ?’—With my cross-bow
I shot the Albatross.
Im Volltext nach der offiziellen Homepage der D.O.N.A.L.D.:
Der Fluch des Albatros
Schaumgekrönte Wellen branden
gegen Kap Kanaster an.
Bald werd’ ich dort wieder landen,
wo dereinst mein Weg begann.Wind frischt auf, und mit dem Brausen
fliegt mein Schiff in Richtung Watt.
Schon gewahr’ ich Entenhausen:
Heißgeliebte Heimatstadt!Lichtbestreuter Hafen — endlich
fährt mein Kurs mich an den Kai.
Vor mir wird die Skyline kenntlich
— da erklingt von Luv ein Schrei.Gellend klingt er, so als ginge
grad ein Topgast über Bord.
Mit dem nächsten Rettungsringe
eile ich zum Unfallort.Doch das Meer liegt bleigegossen,
niemand aus der Mannschaft fehlt.
Über meinen Schreck verdrossen,
hab’ ich es dem Maat erzählt.“Was Euch eben so verdroß,
das war der Ruf des Albatros.
Wehe dem, der ihn vernimmt:
Sein Schicksal ist vorausbestimmt.”Kaum gehört, ist’s schon geschehen,
und das Unglück zieht herauf.
Vor mir türmen sich die Seen
bis auf Leuchtturmhöhe auf.Wie ein Jux der Elemente
tanzt im Sund mein stolzes Schiff.
Backbord drohen Felsenwände,
steuerbord das Teufelsriff.Da, die Durchfahrt! Und es schießt rein;
Gott hat uns den Weg gesucht.
Vor uns muß die Insel Kniest sein,
wir sind in der Gumpenbucht.Still verdümpeln kleine Wellen,
denn der Sturm zog hier vorbei.
Doch wie tausende Tschinellen
hämmert wieder dieser Schrei.Wer verdenkt mir meine Rage,
als ich seinen Ursprung such’?
Auf der höchsten Takelage
sitzt der Vogel wie ein Fluch.
Und der Maat brüllt ängstlich: “Boss,
er ist zurück, der Albatros!
Zweimal wehe, wer ihn schaut.
Sein Leben ist auf Sand gebaut.”Ich vergesse Ruh’ und Sitte
— dieser Vogel macht mich krank —
und betrete die Kajüte
mit des Käpt’ns Waffenschrank.Knarrend öffnet sich die Türe
und ermöglicht mir die Wahl
aus dem glitzernden Spaliere
voller kaltem blauen Stahl.Das Kaliber sei ein solches,
daß vom Opfer nichts mehr bleibt,
das die Federn dieses Strolches
bis zum Erdtrabanten treibt.Gut gezielt: Ich expediere
durch der Waffe langen Lauf
diesem großen Unglückstiere
eine Ladung Blei hinauf.Doch die brav getroffne Leiche
stürzt herab wie ein Geschoß.
Fragt mich nicht warum, ich weiche
ihm nicht aus, dem Albatros.Weh mir Frevler, daß ich schoß
den Schicksalsvogel Albatros!
Dreimal wehe, daß ich traf!
Dafür trifft mich des Schicksals Straf’!
Bilder: BarksBase; Gustave Doré, 1876; I.N.D.U.C.K.S., 1966.
Die letzte Woge bricht (Brööörrr)
Update zu Ja, wie gesagt, sie war ja noch so jung:
Original und Fälschung (um 1818).
Alle Bildrechte: Sven “Daily Ivy” Knoch: Kreidebleich auf Rügen, 20. Februar 2009 –
dem 6. Todestag von Ulrich Roski. All things by immortal power pp.
Das Hörbuch als Video: Kapitel 23: Die Leeküste
Update zu Kapitel 22: Frohe Weihnacht:
Das 23. Kapitel (3:51 Minuten) ist fertig.
Videobild: Ralph Preston hat Bulkington aus Moby-Dick 1990 ans Steuer in seinem Modell des Walfängers Charles W. Morgan 1840 gestellt. Buddelschiff 72 Liter, Durchmesser 55,88 Zentimeter, 11 Figuren, 7 Walboote, detailgetreue Takelage, 8000 Arbeitsstunden über 13 Jahre verteilt. Heute: Technisches Museum Berlin, für eine unbekannte Summe.
Bild: Natalie Haas.
Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007,
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
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Erdäpfelgulasch
Update zu die fahrt zur insel nantucket und An Gorta Mór:
H[ans). C[arl]. Artmann, in: Grammatik der Rosen; Band 3:
Kleinere Texte aus den Jahren 1972 bis 1974, Seite 125 bis 129:
Gulasium bramborum aut bramborové gulaš: 2 libra bramboris cortate in aleas, 2 cepæ magnæ cortate in rotas, lardus porculi cortate in aleas maggiformas, papricium hungaricum (media, suaviter, media fortiter) sal, aqua calida.(Vojtěch Delavigne SJ.)
Der erdapfel, erdtoffel, kartoffel, erd- oder grundbirne (soianum tuberosum), eine in die fünfte klasse, erste ordnung (pentandria monogynia), nach dem system des liebenswerten Linné gehörige pflanze, wird wegen ihrer mensch wie tier gleich angenehmen knollen überall in Europa, wo ein tätiger agronom zu finden ist, in großer menge angebaut und als sicherstes mittel gegen hungersnot hochgeachtet. Sie stammt eigentlich aus den niederungen Perus und wurde von daher zuerst im august 1565 durch einen sklavenhändler, nämlich Potaterley Hawkins, nach England gebracht, aber in Europa, das sich damals noch größtenteils an kapaunen und krametsvögeln sättigte, bald wieder vergessen. Im jahre 1585 brachte siee ein kaperkapitän aus Tavistock in Devonshire von neuem nach England; doch auch jetzt blieb sie noch lange zeit eine floristische sehenswürdigkeit in den lustgärten der großen. Beschrieben wurde sie zum ersten mal von dem trefflichen Gaspard Bauhin. Gegen ende des 16. jahrhunderts machte ein gewitzter italiener in Holland den ersten versuch mit ihrem anbau. Noch zu anfang des 17. jahrhunderts wurde sie als seltener leckerbissen an der königlichen tafel zu Paris verspeist. Erst als ein domnonischer edelmann aus Hayes bei Bodley sie 1623 aus Virginien nach Irland gebracht hatte, fand sie allmählich, doch immer nur langsam, eine weitere verbreitung. Ein gewisser Antonio Segnoretti führte sie zuerst 1710 im württembergischen ein; herr von Milkau 1717, bei seiner rückkehr aus dem Brabant, in Sachsen; Jonas Altströmer 1726 in Schweden, der jesuit und alchimist Vojtěch Delavigne 1740 in Österreich und Böhmen, und zur gleichen zeit etwa Graham, der erfinder des nach ihm benannten brotes, in Schottland ein. Seit 1750 wurde sie in ganz Mitteleuropa in gärten, und seit 1780 im freien felde immer allgemeiner angebaut. Man darf mit recht behaupten, daß der erdapfel die zeit der kapaune und krametsvögel abgelöst hat, eine wahrhafte demokratisierung unserer ernährung, die wir im grunde kurioserweise einem sklavenhändler zu verdanken haben.
Soweit die geschichte des erdapfels von seinen bescheidenen anfängen bis zu seinem völligen triumph auf den feldern des europäischen kontinents. Wie aber verhält sich der veritable kochkünstler angesichts dieser heute leider zur kümmerlichen beilage degradierten frucht? Ich stelle diesee frage rein rhetorisch und gehe sogleich in medias res: er bereitet das einzige original spezial-erdäpfelgulasch nach art des genialen Albertus Delavignus zu, diese kaum über Wien hinaus bekannte ambrosia des armen mannes. Es haben sich freilich durch zwischenkunft übelster modernster verschiedene afterrezepte breitgemacht, manche davon betiteln sich kartoffelgulasch oder prunken mit noch unsachgemäßeren bezeichnungen, was wunder, daß es sich dabei durchaus um schale schleimsoßen, fastensüppchen und schreckliche strafmähler handelt, aberrationen mit unverständigen essigzugaben, gewürzgürklein, knackwurstscheibchen, paradeiserscherzchen et cetera sonder grazie.
Im vergangenen herbst erst, sah ich in einer antwerpener privatversammlung einen völlig unbekannten Gauguin, ein gemälde aus der letzten schaffensperiode des meisters: To e patato tulasi. Es stellt eine robuste hübsche polynesierin dar, die, vor einer art zigeunerfeuer auf den fersen hockend, mit einem holzkochlöffel den inhalt eines allem anschein nach aus Frankreich eingeführten gußeisentopfes umrührt. Im tagebuch des malers konnte ich folgendes nachlesen (ich übersetze zum besseren verständnis ins deutsche): Nanitanaaupo kocht mir jetzt seit einigen tagen die mahlzeiten. Nanitanaaupo, die ich kurz Nani nenne, ist eine junge frau, die zu mir beim ersten anblick zutrauen gefaßt hat — und ich zu ihr. Ich fühle bei ihrer kost förmlich wie sich meine verlorengeglaubten lebensgeister zu regen beginnen. Zweimal in der woche bereitet sie mir potato tulasi zu, das inzwischen mein leibgericht geworden ist. Eine art scharfer soße aus zwiebeln, zu scheiben geschnittenen bataten, rotem pfeffer, pfeilwurzmehl und meerwasser. Ein wahres aphrodisiacum!
Ich muß gestehen, mir war beim lesen dieser zusammensetzung eines tahitianischen erdäpfelgulsches nicht sehr wohl zu mute, trotz meiner großen wertschätzung für Gauguin, trotz aller freundlichen gefühle für ein sonniges naturkind der südsee und dessen außerordentliche qualitäten in puncto küche und lager.
Ich möchte bei dieser gelegenheit am rande erwähnen, daß ich mich vor einigen tagen mit einem ungarischen freund über die orthodoxe zubereitung von erdäpfelgulasch unterhielt, über papriás krumpli, wie er es bezeichnete (was für mich schon eine nicht geringe zumutung war). Und obschon er im prinzip mit mir übereinstimmte, so hatte er dennoch die eher abwegige ansicht, etwas gemahlenen kümmel oder und pfeffer als unerläßlich zu finden, ja, er mißbilligte sogar das bestäuben der gewürfelten erdäpfel mit mehl! Das gulasch müßte, so sagte er, klar und durchsichtig wie consommé sein! Nein, nein, und abermals nein! Vielleicht fand sein vernacularer geschmack das reizvoll, allein mit feiner cuisine hat das nichts mehr zu tun.
Völlig abzulehnen sind allerdings ungewürfelte, wenn auch kleinste erdäpfel, wie Señor Sartén, der koch Alphon XIII. in seinem ansonst hochinteressanten memoirenwerk Cuarenta años despues beschreibt. Dieser nicht unbegabte mann berichtet doch tatsächlich über die von ihm ersonnenen patatas revolucionarias o golaches, ich zitiere: Peladas bastante cantidad de patatas lo más pequeñas posible, se lavan y escurren bien, se guisan como las demás en un frito de cebolla, ajo y tomate (sic!). Knoblauch und paradeiser und ungewürfelte erdäpfel! Kein wunder, daß bei dieser revolutionären küche die spanische monarchie zugrunde gehen mußte.
Ich könnte gewiß noch dutzende solcher appetitschmälernder rezepte anführen, doch was solls? Das einzig original spezial-erdäpfelgulasch besteht indessen aus drei grundelementen, zwei gewürzen und reinem wasser. Ich berechne die nötigen mengen für zwei mittlere esser:
1 kg speckige erdäpfel
30 dkg zwiebeln
10 dkg würfelig geschnittenen bauchfilz
1 gehäuften eßlöffel paprika (edelsüß und scharf zu gleichen teilen gemischt)
1 gehäuften teelöffel salz
heißes wasserMan stelle nun zu beginn keinerlei yogaübungen an, allerdings sei man tadellos rasiert, der schnurrbart sei dem anlaß entsprechend gepflegt, man gehe noch einige minuten in den garten, betrachte das rosenrondell, erbaue sich kurz an den narzissen und schwertlilien, mache eine besinnliche runde um den teich, entwerfe tief durchatmend ein kleines gedicht. Darauf begebe man sich heiter lächelnd in die tadellos aufgeräumte küche, binde eine saubere weiße schürze vor, reinige nochmals fingernägel und hände, trockne diese mit einem vorgewärmten frottétuch, zünde die gasflamme an (kein elektroherd!), setze eine gußeiserne casserolle auf das feuer, lasse in dieser den würfelig geschnittenen bauchfilz aus. Inzwischen hat man die zwiebeln feinnudelig geschnitten, füge sie bei und lasse sie im heißen fett schön goldbraun rösten. Ist man so weit, stelle man die casserolle vom feuer und bringe die mit glattem mehl leicht gestaubten erdäpfelwürfel (ca. einen zoll im quadrat) dazu, rühre alles einige male um, stelle die casserolle wieder auf das feuer und warte, nach gelegentlichem umrühren, bis die erdäpfel gut blanchiert sind. Sodann nehme man die casserolle abermals vom feuer und überstreue alles mit dem paprika, rühre wieder um und gieße schließlich heißes, aber nicht kochendes wasser gerade soviel auf, daß die erdäpfel leicht bedeckt sind. Nun salze man nach geschmack und lasse das ganze zugedeckt bei kleiner flamme köcheln. Sind die erdäpfel gar, ist das gulasch praktisch fertig und kann serviert werden (suppenteller!). Wohlhabenderen leuten ist es erlaubt, dem erdäpfelgulasch noch einen schuß madeirawein beizufügen, für damen empfiehlt sich ein eßlöffel süßsaurer rahm (süßrahm mit einem spritzer limonensaft), der bei tische mit einer gabel in der gereichten portion verrührt wird. Dazu ißt man, wenn vorrätig, einige schnitten frisches kümmelbrot.
Soundtrack: Wolfgang Ambros featuring André Heller: Für immer jung, TV-Mitschnitt 1983.
Grabstein
Jesse Woodson James: 5. September 1847 in Centerville, Missouri; † 3. April 1882 in Saint Joseph, Missouri.
Nicht
jeder Henker hat
eine hübsche Tochter
die kein Blut sehen
kannFranz Dobler: Grabstein
aus: Jesse James und andere Westerngedichte, Bommas Verlag Augsburg 1992
Bild: Annie, Bertha und Cynthia am C-Turm im E-Garten, Oktober 2002.
Das Hörbuch als Video: Kapitel 22: Frohe Weihnacht
Update zu Kapitel 21: Es geht an Bord:
Das 22. Kapitel (13:01 Minuten) ist fertig.
Videobild: Sharon Shea: Lightship Nantucket, Rowe’s Wharf, Boston Harbour:
Built in 1950, the Nantucket Lightship was the last Lightship station in use before being replaced by unmanned buoys. From 1975 to 1983, the Nantucket was stationed off Nantucket Island. Refurbished by her new owners in 2000, she is decorated for Christmas and spends the month of December moored in Boston Harbor.
Bild: Roaring Twenties;
Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007.
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
Buch mit 2 .mp3-CDs kaufen.
Nur noch bis Montag, 16. März (einmal werden wir noch wach!):
Märzgewinnspiel!
Season’s greetings.
Das Hörbuch als Video: Kapitel 21: Es geht an Bord
Update zu Kapitel 20: Alles rege:
Newsflash: Die anstehende Schließung der Upload-Funktion in Google Videos ist berechtigt: Vimeo ist um etliche Kategorien schöner, handlicher, familiärer und allgemein brauchbarer, sogar als Youtube. Warum sind da nicht längst alle?
Das 21. Kapitel (8:38 Minuten) ist fertig.
Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007.
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
Buch mit 2 .mp3-CDs kaufen.
Bild: Omi liest die Praline, hört Buddy Holly und träumt von Opi, Copyright unbekannt;
Videobild: Rockwell Kent: Chapter XXI: Going Aboard, Lakeside Press Edition.
Nur noch bis Montag, 16. März:
Märzgewinnspiel!
Das Hörbuch als Video: Kapitel 20: Alles rege
Update zu Kapitel 19: Der Prophet:
In der U-Bahn dem Sitznachbarn mit Knoblauchfahne und seiner lautstarken Diskussion über die aktuellen Charts entfliehen, in „Die Stadt der träumenden Bücher“ ziehen und hoffentlich nicht wieder die richtige Haltestelle verpassen. Während dem Spaziergang an der Isar Christian Brückner und seiner Interpretation von „Moby Dick“ lauschen oder mit Ingrid Noll untreue Ehemänner ermorden. Ich weine um Anne Frank, die mit ihrem Tagebuch mehr Geschichte vermittelt als stundenlanger Unterricht es je könnte und kämpfe dank Sergej Lukianenko gegen die unheimlichen Gestalten der Unterwelt.
Karla Paul: Buchkolumne, in: Und jetzt? Ein Plädoyer für die Literatur, 1. März 2009
Newsflash: Google Videos wird “demnächst” seine Upload-Funktion einstellen. Kapitel 20 wird deshalb das letzte Video auf dieser Plattform sein. Kann jemand eine andere (außer Youtube) empfehlen? Ich liebäugele mit Vimeo wegen seiner antiquierten Anmutung.
Das 20. Kapitel (7:10 Minuten) ist fertig.
Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007.
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
Buch mit 2 .mp3-CDs kaufen.
Bild: Loverly Ukraine Sympathizer: Sympathy Records;
Videobild: Aunt Charity Anderson, Mobile, Alabama, 16. April 1937.
Noch bis Montag, 16. März:
Märzgewinnspiel!
Belly of a Whale
Update for That same image selves see in all rivers, in oceans, in lakes and in Welles
and Walgesang in seiner Sprache:
Full texts of
- Book of Jonah, Modern Christian American King James Version,
most probably used by e.g. Herman Melville; - Father Mapple’s Sermon about the Book of Jonah, from Moby-Dick, Chapter 9: The Sermon;
- Father Mapple’s Sermon as held by Orson Welles as Father Mapple 1956,
as rendered by The Laughing Bone; - and Tom Waits: Starving in the Belly of a Whale, from: Blood Money, 2002,
being a highly recommended 2007 final project for Shenkar College of Engineering and Design, Israel, graphic design department. Be sure to use the full-screen function.
‘With this sin of disobedience in him, Jonah still further flouts at God, by seeking to flee from Him. He thinks that a ship made by men, will carry him into countries where God does not reign, but only the Captains of this earth. He skulks about the wharves of Joppa, and seeks a ship that’s bound for Tarshish. There lurks, perhaps, a hitherto unheeded meaning here. By all accounts Tarshish could have been no other city than the modern Cadiz. That’s the opinion of learned men. And where is Cadiz, shipmates? Cadiz is in Spain; as far by water, from Joppa, as Jonah could possibly have sailed in those ancient days, when the Atlantic was an almost unknown sea. Because Joppa, the modern Jaffa, shipmates, is on the most easterly coast of the Mediterranean, the Syrian; and Tarshish or Cadiz more than two thousand miles to the westward from that, just outside the Straits of Gibraltar. See ye not then, shipmates, that Jonah sought to flee world-wide from God? Miserable man! Oh! most contemptible and worthy of all scorn; with slouched hat and guilty eye, skulking from his God; prowling among the shipping like a vile burglar hastening to cross the seas. So disordered, self-condemning is his look, that had there been policemen in those days, Jonah, on the mere suspicion of something wrong, had been arrested ere he touched a deck. How plainly he’s a fugitive! no baggage, not a hat-box, valise, or carpet-bag, — no friends accompany him to the wharf with their adieux. At last, after much dodging search, he finds the Tarshish ship receiving the last items of her cargo; and as he steps on board to see its Captain in the cabin, all the sailors for the moment desist from hoisting in the goods, to mark the stranger’s evil eye. Jonah sees this; but in vain he tries to look all ease and confidence; in vain essays his wretched smile. Strong intuitions of the man assure the mariners he can be no innocent. In their gamesome but still serious way, one whispers to the other — “Jack, he’s robbed a widow;” or,”Joe, do you mark him; he’s a bigamist;” or,”Harry lad, I guess he’s the adulterer that broke jail in old Gomorrah, or belike, one of the missing murderers from Sodom.” Another runs to read the bill that’s stuck against the spile upon the wharf to which the ship is moored, offering five hundred gold coins for the apprehension of a parricide, and containing a description of his person. He reads, and looks from Jonah to the bill; while all his sympathetic shipmates now crowd round Jonah, prepared to lay their hands upon him. Frighted Jonah trembles, and summoning all his boldness to his face, only looks so much the more a coward. He will not confess himself suspected; but that itself is strong suspicion. So he makes the best of it; and when the sailors find him not to be the man that is advertised, they let him pass, and he descends into the cabin. ‘”Who’s there?” cries the Captain at his busy desk, hurriedly making out his papers for the Customs — “Who’s there?” Oh! how that harmless question mangles Jonah! For the instant he almost turns to flee again. But he rallies. “I seek a passage in this ship to Tarshish; how soon sail ye, sir?” Thus far the busy captain had not looked up to Jonah, though the man now stands before him; but no sooner does he hear that hollow voice, than he darts a scrutinizing glance. “We sail with the next coming tide,” at last he slowly answered, still intently eyeing him. “No sooner, sir?” — “Soon enough for any honest man that goes a passenger.” Ha! Jonah, that’s another stab. But he swiftly calls away the Captain from that scent. “I’ll sail with ye,” — he says, — “the passage money, how much is that, — I’ll pay now.” For it is particularly written, shipmates, as if it were a thing not to be overlooked in this history,”that he paid the fare thereof” ere the craft did sail. And taken with the context, this is full of meaning. ‘Now Jonah’s Captain, shipmates, was one whose discernment detects crime in any, but whose cupidity exposes it only in the penniless. In this world, shipmates, sin that pays its way can travel freely, and without a passport; whereas Virtue, if a pauper, is stopped at all frontiers. So Jonah’s Captain prepares to test the length of Jonah’s purse, ere he judge him openly. He charges him thrice the usual sum; and it’s assented to. Then the Captain knows that Jonah is a fugitive; but at the same time resolves to help a flight that paves its rear with gold. Yet when Jonah fairly takes out his purse, prudent suspicions still molest the Captain. He rings every coin to find a counterfeit. Not a forger, any way, he mutters; and Jonah is put down for his passage. “Point out my state-room, Sir,” says Jonah now. “I’m travel-weary; I need sleep.” “Thou look’st like it,” says the Captain, “there’s thy room.” Jonah enters, and would lock the door, but the lock contains no key. Hearing him foolishly fumbling there, the Captain laughs lowly to himself, and mutters something about the doors of convicts’ cells being never allowed to be locked within. All dressed and dusty as he is, Jonah throws himself into his berth, and finds the little state-room ceiling almost resting on his forehead. The air is close, and Jonah gasps. then, in that contracted hole, sunk, too, beneath the ship’s water-line, Jonah feels the heralding presentiment of that stifling hour, when the whale shall hold him in the smallest of his bowel’s wards. ‘Screwed at its axis against the side, a swinging lamp slightly oscillates in Jonah’s room; and the ship, heeling over towards the wharf with the weight of the last bales received, the lamp, flame and all, though in slight motion, still maintains a permanent obliquity with reference to the room; though, in truth, infallibly straight itself, it but made obvious the false, lying levels among which it hung. The lamp alarms and frightens Jonah; as lying in his berth his tormented eyes roll round the place, and this thus far successful fugitive finds no refuge for his restless glance. But that contradiction in the lamp more and more appals him. The floor, the ceiling, and the side, are all awry. “Oh! so my conscience hangs in me!” he groans, “straight upward, so it burns; but the chambers of my soul are all in crookedness!” ‘Like one who after a night of drunken revelry hies to his bed, still reeling, but with conscience yet pricking him, as the plungings of the Roman race- horse but so much the more strike his steel tags into him; as one who in that miserable plight still turns and turns in giddy anguish, praying God for annihilation until the fit be passed; and at last amid the whirl of woe he feels, a deep stupor steals over him, as over the man who bleeds to death, for conscience is the wound, and there’s naught to staunch it; so, after sore wrestlings in his berth, Jonah’s prodigy of ponderous misery drags him drowning down to sleep. ‘And now the time of tide has come; the ship casts off her cables; and from the deserted wharf the uncheered ship for Tarshish, all careening, glides to sea. That ship, my friends, was the first of recorded smugglers! the contraband was Jonah. but the sea rebels; he will not bear the wicked burden. A dreadful storm comes on, the ship is like to break. But now when the boatswain calls all hands to lighten her; when boxes, bales, and jars are clattering overboard; when the wind is shrieking, and the men are yelling, and every plank thunders with trampling feet right over Jonah’s head; in all this raging tumult, Jonah sleeps his hideous sleep. He sees no black sky and raging sea, feels not the reeling timbers, and little hears he or heeds he the far rush of the mighty whale, which even now with open mouth is cleaving the seas after him. Aye, shipmates, Jonah was gone down into the sides of the ship — a berth in the cabin as I have taken it, and was fast asleep. But the frightened master comes to him, and shrieks in his dead ear, “What meanest thou, O sleeper! arise!” Startled from his lethargy by that direful cry, Jonah staggers to his feet, and stumbling to the deck, grasps a shroud, to look out upon the sea. But at that moment he is sprung upon by a panther billow leaping over the bulwarks. Wave after wave thus leaps into the ship, and finding no speedy vent runs roaring fore and aft, till the mariners come nigh to drowning while yet afloat. And ever, as the white moon shows her affrighted face from the steep gullies in the blackness overhead, aghast Jonah sees the rearing bowsprit pointing high upward, but soon beat downward again towards the tormented deep. ‘Terrors upon terrors run shouting through his soul. In all his cringing attitudes, the God-fugitive is now too plainly known. The sailors mark him; more and more certain grow their suspicions of him, and at last, fully to test the truth, by referring the whole matter to high Heaven, they fall to casting lots, to see for whose cause this great tempest was upon them. The lot is Jonah’s; that discovered, then how furiously they mob him with their questions. “What is thine occupation? whence comest thou? thy country? what people?” but mark now, my shipmates, the behavior of poor Jonah. The eager mariners but ask him who he is, and where from; whereas, they not only receive an answer to those questions, but likewise another answer to a question not put by them, but the unsolicited answer is forced from Jonah by the hard hand of God that is upon him. ‘”I am a Hebrew,” he cries — and then — “I fear the Lord the God of Heaven who hath made the sea and the dry land!” Fear him, O Jonah? Aye, well mightest thou fear the Lord God then! Straightway, he now goes on to make a full confession; whereupon the mariners became more and more appalled, but still are pitiful. For when Jonah, not yet supplicating God for mercy, since he but too well knew the darkness of his deserts, — when wretched Jonah cries out to them to take him and cast him forth into the sea, for he knew that for his sake this great tempest was upon them; they mercifully turn from him, and seek by other means to save the ship. But all in vain; the indignant gale howls louder; then, with one hand raised invokingly to God, with the other they not unreluctantly lay hold of Jonah. ‘And now behold Jonah taken up as an anchor and dropped into the sea; when instantly an oily calmness floats out from the east, and the sea is still, as Jonah carries down the gale with him, leaving smooth water behind. He goes down in the whirling heart of such a masterless commotion that he scarce heeds the moment when he drops seething into the yawning jaws awaiting him; and the whale shoots-to all his ivory teeth, like the Lord out of the fish’s belly. But observe his prayer, and so many white bolts, upon his prison. Then Jonah prayed unto learn a weighty lesson. For sinful as he is, Jonah does not weep and wail for direct deliverance. He feels that his dreadful punishment is just. He leaves all his deliverance to God, contenting himself with this, that spite of all his pains and pangs, he will still look towards His holy temple. And here, shipmates, is true and faithful repentance; not clamorous for pardon, but grateful for punishment. And how pleasing to God was this conduct in Jonah, is shown in the eventual deliverance of him from the sea and the whale. Shipmates, I do not place Jonah before you to be copied for his sin but I do place him before you as a model for repentance. Sin not; but if you do, take heed to repent of it like Jonah.’ While he was speaking these words, the howling of the shrieking, slanting storm without seemed to add new power to the preacher, who, when describing Jonah’s sea-storm, seemed tossed by a storm himself. His deep chest heaved as with a ground-swell; his tossed arms seemed the warring elements at work; and the thunders that rolled away from off his swarthy brow, and the light leaping from his eye, made all his simple hearers look on him with a quick fear that was strange to them. There now came a lull in his look, as he silently turned over the leaves of the Book once more; and, at last, standing motionless, with closed eyes, for the moment, seemed communing with God and himself. But again he leaned over towards the people, and bowing his head lowly, with an aspect of the deepest yet manliest humility, he spake these words: ‘Shipmates, God has laid but one hand upon you; both his hands press upon me. I have read ye by what murky light may be mine the lesson that Jonah teaches to all sinners; and therefore to ye, and still more to me, for I am a greater sinner than ye. And now how gladly would I come down from this mast-head and sit on the hatches there where you sit, and listen as you listen, while some one of you reads me that other and more awful lesson which Jonah teaches to me as a pilot of the living God. How being an anointed pilot-prophet, or speaker of true things, and bidden by the Lord to sound those unwelcome truths in the ears of a wicked Nineveh, Jonah, appalled at the hostility he should raise, fled from his mission, and sought to escape his duty and his God by taking ship at Joppa. But God is everywhere; Tarshish he never reached. As we have seen, God came upon him in the whale, and swallowed him down to living gulfs of doom, and with swift slantings tore him along”into the midst of the seas,” where the eddying depths sucked him ten thousand fathoms down, and”the weeds were wrapped about his head,” and all the watery world of woe bowled over him. Yet even then beyond the reach of any plummet — “out of the belly of hell” — when the whale grounded upon the ocean’s utmost bones, even then, God heard the engulphed, repenting prophet when he cried. Then God spake unto the fish; and from the shuddering cold and blackness of the sea, the whale came breeching up towards the warm and pleasant sun, and all the delights of air and earth; and”vomited out Jonah upon the dry land;” when the word of the Lord came a second time; and Jonah, bruised and beaten — his ears, like two sea-shells, still multitudinously murmuring of the ocean — Jonah did the Almighty’s bidding. And what was that, shipmates? To preach the Truth to the face of Falsehood! That was it! ‘This, shipmates, this is that other lesson; and woe to that pilot of the living God who slights it. Woe to him whom this world charms from Gospel duty! Woe to him who seeks to pour oil upon the waters when God has brewed them into a gale! Woe to him who seeks to please rather than to appal! Woe to him whose good name is more to him than goodness! Woe to him who, in this world, courts not dishonor! Woe to him who would not be true, even though to be false were salvation! Yea, woe to him who, as the great Pilot Paul has it, while preaching to others is himself a castaway!’ He drooped and fell away from himself for a moment; then lifting his face to them again, showed a deep joy in his eyes, as he cried out with a heavenly enthusiasm, — ‘But oh! shipmates! on the starboard hand of every woe, there is a sure delight; and higher the top of that delight, than the bottom of the woe is deep. Is not the main-truck higher than the kelson is low? Delight is to him — a far, far upward, and inward delight — who against the proud gods and commodores of this earth, ever stands forth his own inexorable self. Delight is to him whose strong arms yet support him, when the ship of this base treacherous world has gone down beneath him. Delight is to him, who gives no quarter in the truth, and kills, burns, and destroys all sin though he pluck it out from under the robes of Senators and Judges. Delight, — top-gallant delight is to him, who acknowledges no law or lord, but the Lord his God, and is only a patriot to heaven. Delight is to him, whom all the waves of the billows of the seas of the boisterous mob can never shake from this sure Keel of the Ages. And eternal delight and deliciousness will be his, who coming to lay him down, can say with his final breath — O Father! — chiefly known to me by Thy rod — mortal or immortal, here I die. I have striven to be Thine, more than to be this world’s, or mine own. Yet this is nothing; I leave eternity to Thee; for what is man that he should live out the lifetime of his God?’ He prowls among the shipping like a vile burglar hastening to cross the seas. And as he comes aboard, the sailor’s mark him. The ship puts out. But soon the sea rebels. It will not bear the wicked burden. A dreadful storm comes up. The ship is like to break. The bosun calls all hands to lighten her: boxes, bails, and jars are clattering overboard. The wind is shrieking. The men are yelling. - I fear the Lord! cries Jonah. The God of Heaven who hath made the sea and the dry land! Again, the sailors mark him: Wretched Jonah cries out to Him! Cast him overboard. For he knew. For his sake, this great tempest was upon them. Now behold Jonah: taken up as an anchor and dropped into the sea, into the dreadful jaws awaiting him. And the Great Whale shuts to all his ivory teeth like so many white bolts upon his prison. And Jonah cries unto the Lord, out of the fish’s belly. But observe his prayer, Shipmates. He doesn’t weep or wail. He feels his punishment is just. He leaves deliverance to God. And even out of the belly of Hell, grounded upon the ocean’s utmost bones, God heard him when he cried. And God spake unto the Whale. And from the shuddering cold and blackness of the deep, the Whale breeched into the sun and vomited out Jonah on the dry land. And Jonah, bruised and beaten, his ears like two seashells, still multitudinously murmuring of the ocean, Jonah did the Almighty’s bidding. And what was that, Shipmates? TO PREACH THE TRUTH IN THE FACE OF FALSEHOOD. Now Shipmates, woe to him who seeks to pour oil on the troubled waters when God has brewed them into a gale. Yea, woe to him who, as the Pilot Paul has it, while preaching to others is himself a castaway. But delight is to him who against the proud gods and commodores of this earth stands forth his own inexorable self, who destroys all sin, though he pluck it out from the robes of senators and judges! And Eternal Delight shall be his, who coming to lay him down can say: - Oh Father, mortal or immortal, here I die. For what is man that he should live out the lifetime of his God?
* 1:1 Now the word of the LORD came to Jonah the son of Amittai, saying,
* 1:2 Arise, go to Nineveh, that great city, and cry against it; for their wickedness is come up before me.
* 1:3 But Jonah rose up to flee to Tarshish from the presence of the LORD, and went down to Joppa; and he found a ship going to Tarshish: so he paid the fare thereof, and went down into it, to go with them to Tarshish from the presence of the LORD.
* 1:4 But the LORD sent out a great wind into the sea, and there was a mighty tempest in the sea, so that the ship was like to be broken.
* 1:5 Then the mariners were afraid, and cried every man to his god, and cast forth the wares that were in the ship into the sea, to lighten it of them. But Jonah was gone down into the sides of the ship; and he lay, and was fast asleep.
* 1:6 So the shipmaster came to him, and said to him, What mean you, O sleeper? arise, call on your God, if so be that God will think on us, that we perish not.
* 1:7 And they said every one to his fellow, Come, and let us cast lots, that we may know for whose cause this evil is on us. So they cast lots, and the lot fell on Jonah.
* 1:8 Then said they to him, Tell us, we pray you, for whose cause this evil is on us; What is your occupation? and from where come you? what is your country? and of what people are you?
* 1:9 And he said to them, I am an Hebrew; and I fear the LORD, the God of heaven, which has made the sea and the dry land.
* 1:10 Then were the men exceedingly afraid, and said to him. Why have you done this? For the men knew that he fled from the presence of the LORD, because he had told them.
* 1:11 Then said they to him, What shall we do to you, that the sea may be calm to us? for the sea worked, and was tempestuous.
* 1:12 And he said to them, Take me up, and cast me forth into the sea; so shall the sea be calm to you: for I know that for my sake this great tempest is on you.
* 1:13 Nevertheless the men rowed hard to bring it to the land; but they could not: for the sea worked, and was tempestuous against them.
* 1:14 Why they cried to the LORD, and said, We beseech you, O LORD, we beseech you, let us not perish for this man’s life, and lay not on us innocent blood: for you, O LORD, have done as it pleased you.
* 1:15 So they look up Jonah, and cast him forth into the sea: and the sea ceased from her raging.
* 1:16 Then the men feared the LORD exceedingly, and offered a sacrifice to the LORD, and made vows.
* 1:17 Now the LORD had prepared a great fish to swallow up Jonah. And Jonah was in the belly of the fish three days and three nights.
* 2:1 Then Jonah prayed to the LORD his God out of the fish’s belly,
* 2:2 And said, I cried by reason of my affliction to the LORD, and he heard me; out of the belly of hell cried I, and you heard my voice.
* 2:3 For you had cast me into the deep, in the middle of the seas; and the floods compassed me about: all your billows and your waves passed over me.
* 2:4 Then I said, I am cast out of your sight; yet I will look again toward your holy temple.
* 2:5 The waters compassed me about, even to the soul: the depth closed me round about, the weeds were wrapped about my head.
* 2:6 I went down to the bottoms of the mountains; the earth with her bars was about me for ever: yet have you brought up my life from corruption, O LORD my God.
* 2:7 When my soul fainted within me I remembered the LORD: and my prayer came in to you, into your holy temple.
* 2:8 They that observe lying vanities forsake their own mercy.
* 2:9 But I will sacrifice to you with the voice of thanksgiving; I will pay that that I have vowed. Salvation is of the LORD.
* 2:10 And the LORD spoke to the fish, and it vomited out Jonah on the dry land.
* 3:1 And the word of the LORD came to Jonah the second time, saying,
* 3:2 Arise, go to Nineveh, that great city, and preach to it the preaching that I bid you.
* 3:3 So Jonah arose, and went to Nineveh, according to the word of the LORD. Now Nineveh was an exceeding great city of three days’ journey.
* 3:4 And Jonah began to enter into the city a day’s journey, and he cried, and said, Yet forty days, and Nineveh shall be overthrown.
* 3:5 So the people of Nineveh believed God, and proclaimed a fast, and put on sackcloth, from the greatest of them even to the least of them.
* 3:6 For word came to the king of Nineveh, and he arose from his throne, and he laid his robe from him, and covered him with sackcloth, and sat in ashes.
* 3:7 And he caused it to be proclaimed and published through Nineveh by the decree of the king and his nobles, saying, Let neither man nor beast, herd nor flock, taste any thing: let them not feed, nor drink water:
* 3:8 But let man and beast be covered with sackcloth, and cry mightily to God: yes, let them turn every one from his evil way, and from the violence that is in their hands.
* 3:9 Who can tell if God will turn and repent, and turn away from his fierce anger, that we perish not?
* 3:10 And God saw their works, that they turned from their evil way; and God repented of the evil, that he had said that he would do to them; and he did it not.
* 4:1 But it displeased Jonah exceedingly, and he was very angry.
* 4:2 And he prayed to the LORD, and said, I pray you, O LORD, was not this my saying, when I was yet in my country? Therefore I fled before to Tarshish: for I knew that you are a gracious God, and merciful, slow to anger, and of great kindness, and repent you of the evil.
* 4:3 Therefore now, O LORD, take, I beseech you, my life from me; for it is better for me to die than to live.
* 4:4 Then said the LORD, Do you well to be angry?
* 4:5 So Jonah went out of the city, and sat on the east side of the city, and there made him a booth, and sat under it in the shadow, till he might see what would become of the city.
* 4:6 And the LORD God prepared a gourd, and made it to come up over Jonah, that it might be a shadow over his head, to deliver him from his grief. So Jonah was exceeding glad of the gourd.
* 4:7 But God prepared a worm when the morning rose the next day, and it smote the gourd that it withered.
* 4:8 And it came to pass, when the sun did arise, that God prepared a vehement east wind; and the sun beat on the head of Jonah, that he fainted, and wished in himself to die, and said, It is better for me to die than to live.
* 4:9 And God said to Jonah, Do you well to be angry for the gourd? And he said, I do well to be angry, even to death.
* 4:10 Then said the LORD, You have had pity on the gourd, for the which you have not labored, neither made it grow; which came up in a night, and perished in a night:
* 4:11 And should not I spare Nineveh, that great city, wherein are more then six score thousand persons that cannot discern between their right hand and their left hand; and also much cattle?
‘Shipmates, this book, containing only four chapters — four yarns — is one of the smallest strands in the mighty cable of the Scriptures. Yet what depths of the soul does Jonah’s deep sealine sound! what a pregnant lesson to us is this prophet! What a noble thing is that canticle in the fish’s belly! How billow- like and boisterously grand! We feel the floods surging over us; we sound with him to the kelpy bottom of the waters; sea-weed and all the slime of the sea is about us! But what is this lesson that the book of Jonah teaches? Shipmates, it is a two- stranded lesson; a lesson to us all as sinful men, and a lesson to me as a pilot of the living God. As sinful men, it is a lesson to us all, because it is a story of the sin, hard-heartedness, suddenly awakened fears, the swift punishment, repentance, prayers, and finally the deliverance and joy of Jonah. As with all sinners among men, the sin of this son of Amittai was in his wilful disobedience of the command of God — never mind now what that command was, or how conveyed — which he found a hard command. But all the things that God would have us do are hard for us to do — remember that — and hence, he oftener commands us than endeavors to persuade. And if we obey God, we must disobey ourselves; and it is in this disobeying ourselves, wherein the hardness of obeying God consists.
Shipmates, the sin of Jonah was in his disobedience of the command of God. He found it a hard command. And it was, Shipmates. For all of the things that God would have us do are hard. If we would obey God, we must disobey ourselves. But Jonah still further flaunts at God by seeking to flee from Him. Jonah thinks that a ship, made by man, will carry him into countries where God does not reign.
I have driven to be thine,
more than to be this world’s or mine own,
yet this is nothing
I leave eternity to Thee.
The Roof Is On Fire (Burn Motherfucker)
Update zu Streng dein Hirnkastl an, Glory. Glory und Geopfert:
Herman Melville in Battle-Pieces and Aspects of the the War, 1866,
nach Douglas Robillard, Hg.: The Poems of Herman Melville:
The House-Top: A Night Piece
July, 1863 – The Draft Riots
No sleep. The sultriness pervades the air
And binds the brain—a dense oppression, such
As tawny tigers feel in matted shades,
Vexing their blood and making apt for ravage.
Beneath the stars the roofy desert spreads
Vacant as Libya. All is hushed near by.
Yet fitfully from far breaks a mixed surf
Of muffled sound, the Atheist roar of riot.
Yonder, where parching Sirius set in drought,
Balefully glares red Arson—there-and there.
The Town is taken by its rats—ship-rats.
And rats of the wharves. All civil charms
And priestly spells which late held hearts in awe—
Fear-bound, subjected to a better sway
Than sway of self; these like a dream dissolve,
And man rebounds whole æons back in nature.
Hail to the low dull rumble, dull and dead,
And ponderous drag that shakes the wall.
Wise Draco comes, deep in the midnight roll
Of black artillery; he comes, though late;
In code corroborating Calvin’s creed
And cynic tyrannies of honest kings;
He comes, nor parlies; and the Town redeemed,
Give thanks devout; nor, being thankful, heeds
The grimy slur on the Republic’s faith implied,
Which holds that Man is naturally good,
And—more—is Nature’s Roman, never to be scourged.
Übersetzung Prof. Dr. Helmbrecht Breinig, Erlangen, in: Poetischer New York-Führer, 2005:
Das Hausdach: Ein Nachtstück
Juli 1863 – die Einberufungs-Unruhen
Kein Schlaf. Die Schwüle bleiern in der Luft,
Sie lähmt den Geist – Bedrückung, wie sie spürt
Der Tiger, gelbbraun, im Schatten des Gestrüpps,
Als Fieber seines Bluts, zum Raubzug drängend.
Unter den Sternen dehnt die Dächerwüste
Sich leer wie Libyen. Alles ruhig hier.
Doch immer wieder brandet aus der Ferne,
Gedämpft, Aufruhrgebrüll der Renegaten.
Dort, wo des Sirius Sengen Dürre brachte,
Glüht rot der Dämon unheilvoller Brände.
Die Ratten dieser Stadt – von Schiff und Kai –
Nehmen sie mit Gewalt. All jener Zauber,
Zivil und priesterlich, der jüngst durch Furcht
Die Herzen bannte, bess’rer Herrschaft unterwarf
Als der des Selbst, vergeht wie Traum; der Mensch
Wird um Äonen zur Natur zurückgeworfen.
Gegrüßt sei drum das dumpfe Dröhnen, dumpf
Und tot, das schwere Schleifen, wanderschütternd.
Der weise Drakon kommt im nächt’gen Grollen
Schwarzer Artillerie; kommt, wenngleich spät;
Bekräftigt Calvins Credo durch Erlass,
Die zynische Tyrannei aufrechter Könige;
Er kommt, und er verhandelt nicht; die Stadt,
Erlöst, dankt ihm devot, und ignoriert
Den Schandfleck auf der Republik Doktrin,
Wonach der Mensch gut von Natur aus sei,
Mehr noch, als Römer der Natur, niemals zu geißeln.
The part for the preisbewusste Grundkurs Englisch: Herman Melvilles Auseinandersetzung mit den Draft Riots, das sind: den New Yorker Einziehungskrawallen vom 13. bis 16. Juli 1863, vermutlich zeitnah niedergeschrieben und damit früher als die meisten Gedichte für seinen Band Battle-Pieces and Aspects of the War 1866.
Ein ungenannt bleibender nächtlicher Beobachter kommentiert das Geschehen vermutlich von Melvilles Hausdach in der New Yorker 104 East 26th Street aus (Manhattan Midtown South Central).
Reimloser Blankvers, häufig stark alliterierend, aber als durchgehaltenen Stabreim kriegt ihr das nur verkauft, wenn ihr in der letzten Klausur mindestens 13 Punkte hattet, in einem Referat mal Powerpoint eingesetzt habt oder das Klassenbunny seid.
Zu Herman Melville in Downtown New York City siehe die Walking Tour; zu den Unruhen siehe In the Shadow of Slavery, im Civil War Home und Mr. Lincoln and New York.
Wenn ihr den Mehrzweckraum kriegt, leiht euch euer Englischlehrer bestimmt mal Gangs of New York von Scorsese 2002 dazu, der ist voll krass: ab 16, extrem blutig, zehn Oscar-Nominierungen, zwei Golden Globes, Daniel Day-Lewis als harter Knochen, Cameron Diaz für die Jungs und für die Mädels DiCaprio. 160 Minuten, da kriegt ihr glatt zwei Doppelstunden rum. Conclusion of the part for the preisbewusste Grundkurs Englisch.
Melville bezieht sich in seinen Battle-Pieces stärker als sein Altersgenosse, Nachbar und Kollege Walt Whitman in seinen Hymnen an Lincoln auf konkrete Schlachten des Amerikanischen Bürgerkriegs. Die Draft Riots gehören als die bis dahin blutigsten Unruhen in der Geschichte des städtischen Amerika — übertroffen von den Indianergemetzeln — auch dazu, außerdem wurden zur Wiederherstellung der Ordnung Regimenter aus der örtlich nächstgelegenen Schlacht, der von Gettysburg unter Major General Dix herbeibemüht.
In New York wüteten die sozial Schwachen gegen ein Schicksal, das die Zerschlagenden bereits ereilt hatte: die unversehens eingetretene Wehrpflicht für den Bürgerkrieg, der des Bürgers nicht mehr war, von der man sich freikaufen konnte, aber wer in Five Points wohnt, bringt der 300 Dollar auf? Da schoss der ehemalige irische Kartoffelbauer auf seinesgleichen, der Deutsche auf den Deutschen und der Sklave, der als Söldner nur noch sein Leben etwas schneller zu verlieren hatte als auf dem Baumwollfeld, auf alle zusammen, die seinen Job wollten, wenngleich gegen ehrliche Bezahlung. Es war sicher ein unerfreuliches Bild. Dabei klingen 120 Tote eigentlich nach wenig; nicht in Zahlen fassbar sind das abgefackelte Waisenhaus für schwarze Kinder, die elf gelynchten Neger, dazu Polizisten und Milizionäre, die Tausende von obdachlosen Familien und der Sachschaden, worunter es mir immer so um das American Museum des frühen Pendants zu Walt Disney P.T. Barnum Leid tut. Die ganzen Unruhen samt ihrer Niederschlagung sind nicht der letzte Grund dafür, dass der Bürgerkrieg Amerikas Nationaltrauma werden musste.
Melville, der noch 1851 im Moby-Dick den demokratischen Gott gefeiert hatte, zeigt sich 1863 angewidert von der entfesselten Herrschaft eines blutdürstigen Mobs; “in code corroborating Calvin’s creed” meint die calvinistische Lehre von der Verderbtheit der Menschen. “Sirius”, der Hundsstern, deutet vermutlich auf die Hitze der Hundstage, verschärft durch die tagelangen Stadtbrände. “Drakon” ist der unleidig strafende griechische Gesetzgeber, der allein Abhilfe schaffen kann, klar. Die auffallend gehäuften Tierbilder sagen uns, dass solche Barbarei eher in den Dschungel gehörte denn in den Inbegriff der zivilisierten Stadt.
Die Vorstellung von der grundsätzlichen Güte des Menschen, auf der die amerikanische Verfassung aufbaut, ist in Trümmer gehauen — entweder von Melville oder von den Aufrührern, die er so missbilligt: Plötzlich unterstützt die Stadt, dass ihre freien Bürger und die Leibeigenen — wie im alten Rom — gegeißelt werden. Es ist alles eine große Verzweiflung an der natürlicherweise selbstbestimmten Existenz und über die Unzulänglichkeit menschlicher Moralvorsätze. Nicht mehr sehr demokratisch, was Melville da herunterbetet — jedoch nicht weiter verwunderlich.
Melvilles eigene Fußnote zu seiner Beobachtung, dass man rebounds whole æons back in nature, von Breinig nicht mitübersetzt, lautet:
“I dare not write the horrible and inconceivable atrocities committed,” says Froissart, in alluding to the remarkable sedition in France during his time. The like may be hinted of some proceedings of the draft-rioters.
Die drei Tage in New York wie der Hundertjährige Krieg. Wenn das keine Übertreibung ist, dann eine ziemlich starke Parallele. Und Melville ist in diesen Tagen nicht als besonders emotionaler, sondern dauerhaft bedrückter Mensch vorzustellen; The House-Top ist sogar noch eins seiner klarsten, nachvollziehbarsten Gedichte, in denen er sich eben nicht in absichtlich verschleiernden Chiffren ergeht: Nächste Stunde kriegen wir zum Vergleich Magian Wine.
Es ergeht abermals explizite Empfehlung für Helmbrecht Breinigs Poetischen New York-Führer. Der Mann forscht und lehrt in Erlangen, sieht recht umgänglich aus, und heute bereu ich’s, dass ich nie eine Veranstaltung von ihm wahrgenommen hab.
Weiß gar nicht, wieso mir das jetzt einfällt, aber “Holocaust” bedeutet ja zuerst mal “Brandopfer”. Das verwendet ihr mir in eurem Grundkurs bitte nicht oder habt es wenigstens nicht von mir, ja?
Soundtrack: Bloodhound Gang: Fire Water Burn (Donkey Version), aus: One Fierce Beer Coaster, 1996.
Noch bis 1. März: Februargewinnspiel!
Sympathy for the Record Industry
Update for yesterday:
The Beards are:
- Kim Shattuck: lead guitar, vocals, songwriting;
- Lisa Marr: vocals, bass;
- Sherri Solinger: drums.
Their debut record is: Funtown, Sympathy Records 2002. Buy it in Germany and elsewhere.
- This Girl
- True Confessions
- My Pillow
- T.S. Eliot
- 1000 Years
- Make It In America; live performance at SCC
- Big Dumb World
- Sidewalks
- All About You
- Her Flowers
- Thalassocracy
Great thanks to The Beards, Sympathy Records, and Youtuber andi1964!
Das Hörbuch als Video: Kapitel 19: Der Prophet
Update zu Kapitel 18: Sein Zeichen:
Das 19. Kapitel (8:53 Minuten) ist fertig.
Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007.
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
Buch mit 2 .mp3-CDs kaufen.
Bild: Katharina Müller: Where the heart is. I, 16. November 2008.
Videobild: A fresco of Saint Ilia (Eliah) from the Rila Monastery, Bulgaria
Karl Valentin: Taucherlied
Wer am Ende ist, kann von vorn anfangen, denn das Ende ist der Anfang von der anderen Seite.
Gemeinhin werden die Couplets von Karl Valentin zu seinem Frühwerk gerechnet, die erste Niederschrift des Taucherliedes ist jedoch von 1941 datiert; nach einer Abbildung seines Auftritts scheint es allerdings “schon” 1939 in seiner eigenen Ritterspelunke einen Vortrag erlebt zu haben. Da war er 57 und weitgehend am Ende.
Couplets wurden von den ab Mitte des 19. Jahrhunderts besonders in München aktiven Volkssängern vorgetragen — meist in Arbeitergaststätten und Bierhallen ohne abgesetzte Bühne. Eine Identifikation des Vortragenden mit seinem Publikum wurde dadurch geradezu erzwungen, ihre Themen wählten sie daher gern so, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Zustimmung “kleiner Leute” stießen. Zu Karl Valentins Zeit war die große Zeit der Volkssänger vorbei, auch wenn heute eher die Vertreter des Genres aus dieser Endzeit bekannt sind (Georg Blädel, Kathi Prechtl, Bally Prell, Ida Schumacher, Weiß-Ferdl pp.), weil von ihnen Tonträger existieren. Valentin führte experimentelle und sozialkritische Elemente in seine Komödie ein. Damit konnte sein Wirtshauspublikum zuerst nichts anfangen, aber immerhin hat er es mit diesem tragikomischen, verkauzten und verdrehten, dem Dadaismus nahestehenden, höchst eigenständigen Humor zum Stilbegriff “valentinesk” gebracht. Sein Nachname, darauf hat er Wert gelegt, spricht sich “Falentin”, nicht “Walentin”.
Das Taucherlied parodiert den traditionellen Moritatengesang auf die Melodie des — wahrscheinlich — Südtiroler Volksliedes “Wer das Scheiden hat erfunden, hat ans Lieben nie gedacht“, die aus dem russischen Sten’ka Rasin stammt. Eins der drei erhaltenen Typoskripte trägt den Zusatz in der Hand von Liesl Karlstadt: “mit Drehorgel”. Ein anderes: “Text von Karl Valentin — Melodie: Wer das Scheiden hat erfunden (FDur mit Harmonium — Drehorgel Imitation evtl. mit Violine falsch geigen.”
Das Lied wurde nie aufgenommen. Dies ist die erste Veröffentlichung außerhalb einer Gesamtausgabe.
Taucherlied
Von Karl Valentin 1941.
Melodie: Wer das Scheiden hat erf.
1.
Ein Beruf hat Schattenseiten,
Geld verdienen ist sehr schwer,
Deshalb muss der Taucher runter
In das tiefe, tiefe Meer.2.
Ja, der Taucher, dieser arme,
Steiget in das Meer hinab,
Dass der Reiche sich kann schmücken,
Bricht er drunt Korallen ab.3.
Wenn der Reiche liegt im Bette,
Schafft der Taucher unterm Meer,
Wo hätt’ denn König und Kaiser
Seine Perlenkrone her?4.
Wenn ein Schiff im Meer versinket,
Untergeht mit Mann und Maus,
Zieht der Taucher anderntages
Alle tot vom Meer heraus.5.
Oefters ist’s schon vorgekommen,
Dass der brave Tauchersmann,
Weil er krank war, gar nicht tauchte,
Und dem sichern Tod entrann.6.
Horch, die Totenglocke läutet,
Wer wird heut gestorben sein?
’s ist der Tauchersmann, der gute,
Sein Grab soll im Meere sein.7.
Seine Frau und seine Kinder
Sind betrübt und weinen sehr,
Haben nun kein Brot zu essen,
Denn der Vater tauch nicht mehr.8.
Und sein Grab, das war’n die Wellen
In dem tiefen, weiten Meer,
Und die Witwe stand am Ufer,
Doch der Taucher kam nicht mehr.
Quelle: Karl Valentin: Sämtliche Werke in acht Bänden. Herausgegeben auf der Grundlage des Nachlaßbestände des Theatermuseums der Universität zu Köln, des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek München sowie des Nachlasses von Liesl Karlstadt von Helmut Bachmaier und Manfred Faust, Band 2: Couplets. München, Zürich: Piper Verlag 1994. Neu in 9 Bänden zu Karl Valentins 125. Geburtstag als Band 2: Mich geht’s ja nix an, 2007.
Bild: Karl Valentin als Moritatensänger: Masken und Posen, die einzige von der Familie Karl Valentins autorisierte Website.
Das Hörbuch als Video: Kapitel 18: Sein Zeichen
Update zu Kapitel 17: Der Ramadan:
Das 18. Kapitel (10:46 Minuten) ist fertig.
Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007.
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
Buch mit 2 .mp3-CDs kaufen.
Bild: Leonie (Name geändert) will noch nicht nach Hause, Rindermarkt München, 9. August 2008.
Kuttel Daddeldu und die Kinder
Update zu Denn das Herz ist durstiger als Kehle
und Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Daddeldu:
Wie Daddeldu so durch die Welten schifft,
Geschieht es wohl, daß er hie und da
Eins oder das andre von seinen Kindern trifft,
Die begrüßen dann ihren Europapa:
»Gud morning! – Sdrastwuide! – Bong Jur, Daddeldü!
Bon tscherno! Ok phosphor! Tsching–tschung! Bablabü!«
Und Daddeldu dankt erstaunt und gerührt
Und senkt die Hand in die Hosentasche
Und schenkt ihnen, was er so bei sich führt,
— — Whiskyflasche,
Zündhölzer, Opium, türkischen Knaster,
Revolverpatronen und Schweinsbeulenpflaster,
Gibt jedem zwei Dollar und lächelt: »Ei, ei!«
Und nochmals: »Ei, Ei!« — Und verschwindet dabei.Aber Kindern von deutschen und dänischen Witwen
Pflegt er sich intensiver zu widmen.
Die weiß er dann mit den seltensten Stücken
Aus allen Ländern der Welt zu beglücken.
Elefantenzähne — Kamerun,
Mit Kognak begoss’nes malaiisches Huhn,
Aus Friedrichroda ein Straußenei,
Aus Tibet einen Roman von Karl May,
Einen Eskimoschlips aus Giraffenhaar,
Auch ein Stückchen versteinertes Dromedar.Und dann spielt der poltrige Daddeldu
Verstecken, Stierkampf und Blindekuh,
Markiert einen leprakranken Schimpansen,
Lehrt seine Kinderchen Bauchtanz tanzen
Und Schiffchen schnitzen und Tabak kauen.
Und manchmal, in Abwesenheit älterer Frauen,
Tätowiert er den strampelnden Kleinchen
Anker und Kreuze auf Ärmchen und Beinchen.Später packt er sich sechs auf den Schoß
Und läßt sich nicht lange quälen,
Sondern legt los:
Grog saufen und dabei Märchen erzählen;
Von seinem Schiffbruch bei Helgoland,
Wo eine Woge ihn an den Strand
Auf eine Korallenspitze trieb,
Wo er dann händeringend hängenblieb.
Und hatte nichts zu fressen und saufen;
Nicht mal, wenn er gewollt hätte, einen Tropfen Trinkwasser, um seine Lippen zu benetzen,
Und kein Geld, keine Uhr zum Versetzen.
Außerdem war da gar nichts zu kaufen;
Denn dort gab’s nur Löwen mit Schlangenleiber,
Sonst weder keine Menschen als auch keine Weiber.
Und er hätte gerade so gern einmal wieder
Ein kerniges Hamburger Weibstück besucht.
Und da kniete Kuttel nach Osten zu nieder.
Und als er zum drittenmal rückwärts geflucht,
Da nahte sich plötzlich der Vogel Greif,
Und Daddeldu sagte: »Ei wont ä weif.«
Und der Vogel Greif trug ihn schnell
Bald in dies Bordell, bald in jenes Bordell
Und schenkte ihm Schlackwurst und Schnaps und so weiter. —
So erzählt Kuttel Daddeldu heiter, —
Märchen, die er ganz selber erfunden.
Und säuft. — Es verfließen die Stunden.
Die Kinder weinen. Die Märchen lallen.
Die Mutter ist längst untern Tisch gefallen,
Und Kuttel — bemüht, sie aufzuheben —
Hat sich schon zweimal dabei übergeben.
Und um die Ruhe nicht länger zu stören,
Verläßt er leise Mutter und Göhren.Denkt aber noch tagelang hinter Sizilien
An die traulichen Stunden in seinen Familien.Joachim Ringelnatz: Kuttel-Daddeldu, 1924.
Bild: Married to the Sea, Januar 2008.
Bleeding Life
Update for My Mouth Is Bleeding, or: Merry Christmas, Bedford Falls:
Film — fullscreenable (130 minutes) –: Liberty Films, RKO Radio Pictures, 1946.
Das Hörbuch als Video: Kapitel 17: Der Ramadan
Update zu Kapitel 15: Chowder; Kapitel 16: Das Schiff:
Das 17. Kapitel (17:09 Minuten) ist fertig.
Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007.
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
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Videobild: Queequeg von Oscar Lozoya, 1999;
Bild: A. Ayers, 2006.
Das Hörbuch als Video: Kapitel 15: Chowder; Kapitel 16: Das Schiff
Update zu Kapitel 14: Nantucket:
Das 15. (9:01 Minuten) und 16. Kapitel (43:22 Minuten) sind fertig.
Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007.
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
Buch mit 2 .mp3-CDs kaufen.
Bilder: Mono, modifiziert.
Das Hörbuch als Video: Kapitel 14: Nantucket
Update zu Kapitel 12: Biographisches; Kapitel 13: Schubkarren:
Das vierzehnte Kapitel (6:24 Minuten) ist fertig.
Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007.
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
Buch mit 2 .mp3-CDs kaufen.
Bild: Felicity Jones in Jane Austen’s Northanger Abbey, 2007.
Entschluss, Amerikas Goethe zu werden
Update zu Ein trostlos Land dies Yankeeland:
Amerika, du hast es besser Dich stört nicht im Innern, Benutzt die Gegenwart mit Glück! John Wolf “Wären wir zwanzig Jahre jünger, so segelten wir noch nach Nordamerika” Goethe, 1827
Als unser Kontinent, das alte,
Hast keine verfallene Schlösser
Und keine Basalte.
Zu lebendiger Zeit,
Unnützes Erinnern
Und vergeblicher Streit.
Und wenn nun eure Kinder dichten,
Bewahre sie ein gut Geschick
Vor Ritter-, Räuber- und Gespenstergeschichten.
Aus Wilhelm Hauff: Mittheilungen aus den Memoiren des Satan, 17. Kapitel: Satans Besuch bei Herrn von Goethe nebst einigen einleitenden Bemerkungen über das Diabolische in der deutschen Literatur, 1825f.:
Die Türe ging auf – er kam.
Dreimal bückten wir uns tief, und wagten es dann an ihm hinauf zu blinzeln. Ein schöner, stattlicher Greis! Augen so klar und helle, wie die eines Jünglings, die Stirne voll Hoheit, der Mund voll Würde und Anmut; er war angetan mit einem feinen schwarzen Kleid, und auf seiner Brust glänzte ein schöner Stern. – Doch er ließ uns nicht lange Zeit zu solchen Betrachtungen; mit der feinen Wendung eines Weltmannes, der täglich so viele Bewunderer bei sich sieht, lud er uns zum Sitzen ein.
Was war ich doch für ein Esel gewesen, in dieser so gewöhnlichen Maske zu ihm zu gehen. Doctores legentes mochte er schon viele Hunderte gesehen haben. Amerikaner, die, wie unser Wirt meinte, ihm zulieb auf die See gingen, gewiß wenige; daher kam es auch, daß er sich meist mit meinem Gefährten unterhielt. Hätte ich mich doch für einen gelehrten Irokesen oder einen schönen Geist vom Mississippi ausgegeben. Hätte ich ihm nicht Wunderdinge erzählen können, wie sein Ruhm bis jenseits des Ohio gedrungen, wie man in den Kapanen von Louisiana über ihn und seinen »Wilhelm Meister« sich unterhalte? – So wurden mir einige unbedeutende Floskeln zuteil, und mein glücklicherer Gefährte durfte den großen Mann unterhalten.
Wie falsch sind aber oft die Begriffe, die man sich von der Unterhaltung mit einem großen Manne macht! Ist er als witziger Kopf bekannt, so wähnt man, wenn man ihn zum erstenmal besucht, einer Art von Elektrisiermaschine zu nahen. Man schmeichelt ihm, man glaubt, er müsse dann Witzfunken von sich strahlen, wie die schwarzen Katzen, wenn man ihnen bei Nacht den Rücken streichelt; ist er ein Romandichter, so spitzt man sich auf eine interessante Novelle, die der Berühmte zur Unterhaltung nur geschwind aus dem Ärmel schütteln werde; ist er gar ein Dramatiker, so teilt er uns vielleicht freundschaftlich den Plan zu einem neuen Trauerspiel mit, den wir dann ganz warm unseren Bekannten wieder vorsetzen können. Ist er nun gar ein umfassender Kopf wie Goethe, einer der, sozusagen, in allen Sätteln gerecht ist – wie interessant, wie belehrend muß die Unterhaltung werden; wie sehr muß man sich aber auch zusammennehmen, um ihm zu genügen.
Der Amerikaner dachte auch so, ehe er neben Goethe saß; sein Ich fuhr, wie das des guten Walt, als er zum Flitte kam, ängstlich oben in allen vier Gehirnkammern, und darauf unten in beiden Herzkammern wie eine Maus umher, um darin ein schmackhaftes Ideenkörnchen aufzutreiben, das er ihm zutragen, und vorlegen könnte zum Imbiß. Er blickte angstvoll auf die Lippen des Dichters, damit ihm kein Wörtchen entfalle, wie der Kandidat auf den strengen Examinator, er knickte seinen Hut zusammen, und zerpflückte einen glacierten Handschuh in kleine Stücke. Aber welcher Zentnerstein mochte ihm vom Herz fallen, als der Dichter aus seinen Höhen zu ihm herabstieg, und mit ihm sprach, wie Hans und Kunz in der Kneipe. Er sprach nämlich mit ihm vom guten Wetter in Amerika, und indem er über das Verhältnis der Winde zu der Luft, der Dünste des wasserreichen Amerika zu denen in unserem alten Europa sich verbreitete, zeigte er uns, daß das All der Wissenschaft in ihm aufgegangen sei, denn er war nicht nur lyrischer und epischer Dichter, Romanist und Novellist, Lustspiel- und Trauerspieldichter, Biograph (sein eigener) und Übersetzer – nein, er war auch sogar Meteorolog!
Wer darf sich rühmen, so tief in das geheimnisvolle Reich des Wissens eingedrungen zu sein? Wer kann von sich sagen, daß er mit jedem seine Sprache, d. h. nicht seinen vaterländischen Dialekt, sondern das, was ihm gerade geläufig und wert sein möchte, sprechen könne. Ich glaube, wenn ich mich als reisender Koch bei ihm aufgeführt hätte, er hätte sich mit mir in gelehrte Diskussionen über die geheimnisvolle Komposition einer Gänseleberpastete eingelassen, oder nach einer Sekundenuhr berechnet, wie lange man ein Beefsteak auf jeder Seite schmoren müsse.
Also über das schöne Wetter in Amerika sprachen wir, und siehe – das Armesündergesicht des Amerikaners hellte sich auf, die Schleusen seiner Beredsamkeit öffneten sich – er beschrieb den feinen weichen Regen von Kanada, er ließ die Frühlingsstürme von New York brausen, und pries die Regenschirmfabrik in der Franklinstraße zu Philadelphia. Es war mir am Ende, als wäre ich gar nicht bei Goethe, sondern in einem Wirtshaus unter guten alten Gesellen, und es würde bei einer Flasche Bier über das Wetter gesprochen, so menschlich, so kordial war unser Diskurs; aber das ist ja gerade das große Geheimnis der Konversation, daß man sich angewöhnt – nicht gut zu sprechen, sondern gut zu hören. Wenn man dem weniger Gebildeten Zeit und Raum gibt zu sprechen, wenn man dabei ein Gesicht macht, als lausche man aufmerksam auf seine Honigworte, so wird er nachher mit Enthusiasmus verkünden, daß man sich bei dem und dem köstlich unterhalte.
Dies wußte der vielerfahrene Dichter, und statt uns von seinem Reichtum ein Scherflein abzugeben, zog er es vor, mit uns Witterungsbeobachtungen anzustellen.
Nachdem wir ihn hinlänglich ennuyiert haben mochten, gab er das Zeichen zum Aufstehen, die Stühle wurden gerückt, die Hüte genommen, und wir schickten uns an, unsere Abschiedskomplimente zu machen. Der gute Mann ahnete nicht, daß er den Teufel zitiere, als er großmütig wünschte, mich auch ferner bei sich zu sehen, ich sagte ihm zu, und werde es zu seiner Zeit schon noch halten, denn wahrhaftig, ich habe seinen Mephistophiles noch nicht hinuntergeschluckt. Noch einen – zwei Bücklinge, wir gingen. –
Stumm und noch ganz stupid vor Bewunderung folgte mir der Amerikaner nach dem Gasthof; die Röte des lebhaften Diskurses lag noch auf seiner Wange, zuweilen schlich ein beifälliges Lächeln um seinen Mund, er schien höchst zufrieden mit dem Besuch.
Auf unserem Zimmer angekommen warf er sich heroisch auf einen Stuhl, und ließ zwei Flaschen Champagner auftragen. Der Kork fuhr mit einem Freudenschuß an die Decke, der Amerikaner füllte zwei Gläser, bot mir das eine, und stieß an auf das Wohlsein jenes großen Dichters.
»Ist es nicht etwas Erfreuliches«, sagte er, »zu finden, so hoch erhabene Männer seien wie unsereiner? War mir doch angst und bange vor einem Genie, das dreißig Bände geschrieben; ich darf gestehen, bei dem Sturm, der uns auf offener See erfaßte, war mir nicht so bange, und wie herablassend war er, wie vernünftig hat er mit uns diskurriert, welche Freude hatte er an mir, wie ich aus dem neuen Lande kam!« Er schenkte sich dabei fleißig ein, und trank auf seine und des Dichters Gesundheit, und von der erlebten Gnade und vom Schaumwein benebelt, sank er endlich mit dem Entschluß, Amerikas Goethe zu werden, dem Schlaf in die Arme.
Ich aber setzte mich zu dem Rest der Bouteillen. Dieser Wein ist von allen Getränken der Erde der, welcher mir am meisten behagt, sein leichter flüchtiger Geist, der so wenig irdische Schwere mit sich führt, macht ihn würdig, von Geistern, wenn sie in menschlichen Körpern die Erde besuchen, gekostet zu werden.
Ich mußte lächeln, wenn ich auf den seligen Schläfer blickte; wie leicht ist es doch für einen großen Menschen, die andern Menschen glücklich zu machen; er darf sich nur stellen, als wären sie ihm so ziemlich gleich, und sie kommen beinahe vom Verstand.
Dies war mein Besuch bei Goethe, und wahrhaftig, ich bereute nicht, bei ihm gewesen zu sein, denn:
»Von Zeit zu Zeit seh ich den Alten gern,
Und hüte mich mit ihm zu brechen,
Es ist gar hübsch von einem großen Herrn,
So menschlich mit dem Teufel selbst zu sprechen.«
Bilder: Wilhelm Hauff: gemeinfrei;
Johann Heinrich Wilhelm Tischbein: Goethe am Fenster der römischen Wohnung am Corso, 1787. Aquarell, Kreide und Feder über Bleistift/Papier.
Geburtstagsständchen: France Gall: Ein bisschen Goethe, 8. Juli 1969.
The little mocking bird sang sweetly all the day
Update for Und tausend bunte Blumen blühn um den erstaunten Pinguin:
Pat Pflieger has explored since 1999 Nineteenth-Century Children & What They Read. We couldn’t be too grateful.
For instance: Mark Twain: The Adventures of Tom Sawyer, 1876; Louisa May Alcott: Little Women, 1868; Horatio Alger: Ragged Dick, Or, Street Life in New York with the Boot-Blacks, 1867. And some years before, Samuel Goodrich (1793–1860), preferably the extremely popular Peter Parley stories. Most of Goodrich’s books appealed to readers age 10 and up; Peter Parley’s Juvenile Tales 1836, revised 1855, with their large type font and brief stories, evidently were meant for younger readers. With their combination of morality and natural history, they are vintage Parley. The actually revised bits are not clear.
THE LITTLE SAILOR.
Well, here you see are some little folks playing by the side of a pond. There is one boy whose name is Thomas. Then there is his little sister by his side. Her name is Susan. There is another person with a stick in her hand. This is their older sister, Jane, who is so kind as to go with them, and amuse them.
Yes, see, they have got a little boat, with a paper sail, and a little wooden man for a sailor. Now, what do you think that boat is? It is a wooden shoe! In this country we wear leather shoes; but in some other countries they wear shoes of wood. It makes a smart boat, do n’t it?
The sailing of boats in ponds is a very amusing thing; but children should not try such kind of play, unless they have some one to take care of them, as this little boy and girl have.
I once heard of a boy; he was sailing a little boat, made of a chip, by the side of a pond. His foot slipped, and he fell into the water. He had a dog. The dog’s name was Trip. Trip caught hold of his little master, and pulled him out of the water. If Trip had not been there he would have been drowned.
But I have known some boys who have gone in large boats, called ships, such as they go to Europe in, and to Asia, and Africa. Some of these ships are very large; and one of them will hold two hundred men. You remember I have told you about a little soldier. I will now tell you about a little sailor. His name was Thomas; perhaps the same Thomas that you see represented in the picture. Little Thomas was a good boy. He loved his parents and friends, and was beloved by them. Now Thomas had an uncle who was a sailor. He commanded a ship, and had sailed a great many times upon the ocean. He told Thomas what he had seen upon the ocean, and Thomas wanted to go with him. So he asked his parents, and they said he might go. The vessel sailed for China. When you come to study geography, you will learn where China is situated. Now, Thomas saw a great many wonderful things while he was going to China. Perhaps you would like to have me tell you some things that Thomas saw. Well, I will tell you some.
On the ocean he saw a whale playing in the water. Though the whale was as large as a house, it moved very swiftly and very easily. It was strong enough to destroy the largest vessel. But it never did any harm, unless provoked or injured. By and by he saw the little whale-boat creeping towards the whale. It looked like a speck by the side of the monster. The whale did not notice the boat; if he had, he could very easily have rolled over and sunk the men and the boat in the ocean. One of the men in the boat had a long spear in his hand, called a harpoon. The harpoon had a rope tied to it. This sharp instrument he stuck into the whale. The whale tried very hard to get away, but the men held fast to the rope,a nd so the whale was taken and killed. People get oil from whales, such as we burn in our lamps. When you see this oil you will recollect about the whale. Here is a picture of a whale.
Thomas also saw some other curious things while he was going to China. He saw a great serpent, or snake, called the anaconda. This snake is not like one of our snakes; it is as long as a tree, and when it is quiet it looks very much like a large log. Above is a picture of an anaconda. When it is hungry it will sometimes eat large animals as big as deer. The people are very much afraid of the anacondas; but they sometimes are able to kill them. When you get old enough to study natural history, you will learn where these snakes and other curious animals are found.
Thomas at last came to China. I have not time to tell you all the things that he saw in China. But I will tell you one thing. He learned how they get tea. Tea is nothing but the leaf of a shrub; it grows like the leaf of a peach tree or pear tree. The people pick these leaves and dry them, and put them in boxes. These leaves are brought to his country in boxes, and we buy them. This is the way we get our tea. When you come to study botany you will learn all about these things. Thomas staid in China a long time, but at last he returned home to Boston. He had grown a great deal; so much that his father and mother did not know at first that it was Thomas. He told them that it was their son Thomas, and then he told them all that he had seen. They were very glad to find that he had improved so much. Thomas made a good match, and at last became Captain Thomas. But we have got to the end of our walk. So, good bye.
Images: Samuel G. Goodrich: Peter Parley’s Juvenile Tales, revised 1855 edition, via Pat Pflieger.
Das Hörbuch als Video: Kapitel 12: Biographisches; Kapitel 13: Schubkarren
Update zu Kapitel 11: Nachtrock:
Das zwölfte (7:26 Minuten) und dreizehnte (13:57 Minuten) Kapitel sind fertig.
Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007.
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
Buch mit 2 .mp3-CDs kaufen.
Bilder: MyFlyAway: Street, 22. Juli 2008, teilweise modifiziert.
Wenn Schnee bedeckt mein Haar einmal
Die U-Comix haben wir immer gekauft, weil ComicStrips für Erwachsene draufstand. Die freundliche Oma in dem Kiosk schaute nicht so drauf, oder sie dachte sich, sechs Mark von einem Zehnjährigen sind besser als gar keine sechs Mark, vor allem wenn man um einen bestehenden Yps- und Nucki-Nuss-Kunden und einen Hot Prospect für die Titanic fürchten muss.
Sehr viel später trat ich den Donaldisten bei, falls mich meine Enkel mal fragen: “Was hast du für die Rettung des Abendlandes unternommen, Opa? Wo warst du da?” und gewann bei meiner ersten Veranstaltung, dem Mairennen 1999 zu Speyer mit meinem Tandempiloten sofort den ersten Preis. Nachdem meine Berühmtheit dafür etwas verebbt ist, darf ich heute verraten, dass dies nur geschehen konnte, weil der Mann damals schon ein Mobiltelefon besaß, mit dem er von unterwegs aus seine Freundin mit Zugriff auf die Quellen anrufen konnte. Außerdem ist derlei Einsatz moderner Technik donaldisch, zack.
Der erste Preis bestand in irgendwas für ihn und etwa fünf Kilo alter U-Comix für seinen Schmiermaxe, also mich. Zu dieser Zeit hatte ich kein Mobiltelefon, wohl aber eine Website literarischer Ausrichtung, die ich von Anfang an nur widerwillig als Homepage verunglimpft wissen wollte; Homepages handelten von Hobbys, zeigten animierte .gif-Dateien von tanzenden Tomaten mit Sonnenbrillen und ermunterten fremde Menschen zu distanzlosem Tun.
Deshalb fing ich an, auf meiner Website Preisausschreiben auszurufen, bei denen es fünf Kilo U-Comix zu gewinnen gab. Daran hat sich leider nie ein alter Schwanz beteiligt, weshalb immer meine Co-Webmasterin und Strohfrau Christina Dichterliebchen gewann. Bis auf ein Mal, als jemand einen extemporierten Vierzeiler einreichte und ich ihm ein Schloß Gripsholm spendieren musste.
Noch später, als klar wurde, dass Homepages zu dem gut sein mochten, was heute Weblogs leisten, nicht aber, um Altpapier zu entsorgen, las ich meine Sammlung wieder. Ein paar Hefte waren dabei, die mir bei meinen kindlichen Eigenerwerbungen entgangen waren, Nummer 18 vom Februar 1982 zum Beispiel. Daraus eine Seite von einem ungenannten Collageur mit einem ebensolchen Mannequin für den National Lampoon. Ich bin immer noch jedes Mal hin und weg davon.
- Wenn Schnee bedeckt mein Haar einmal,
- Und mein Auge trüber blickt,
- Lehn’ ich den Kopf an eine Schulter, wandernd durch das Tal.
- Und dann musst du mir versprechen was mir ach so teuer ist:
- Dass du, wenn ich einst gealtert, immer treu noch bei mir bist.
- [...]
- Des Lebens Morgen wird vergehen — doch wenn die Abendglocke schallt wird das Herz mir gleich nicht schwer sein liebst du mich noch, bin ich auch alt.
Bild & Lyrik: U-Comix 18, Februar 1982, nach National Lampoon.
PS in eigener Sache: Hier herrscht immer noch
Sommergewinnspiel!
Das Hörbuch als Video: Kapitel 11: Nachtrock
Update zu Kapitel 10: Ein Busenfreund:
Das elfte Kapitel (5:42 Minuten) ist fertig.
Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007.
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
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Bild: Record Time, Crawford County, Illinois, May 1940. Daughter of Farm Security Administration rehabilitation borrower listening to phonograph. Medium format safety negative by John Vachon for the Farm Security Administration.
Und weil das ein so kurzes Kapitel war, kriegen Sie noch ein langes Lied von Sigur Rós dazu. Es handelt ebenfalls von Homophilie in vage maritimer Umgebung. Ruhig die ganzen 7:02 Minuten dabeibleiben, es hat einen Plot. Viorar Vel Til Loftarasa (Gutes Wetter für Luftangriffe) aus Ágætis Byrjun (Ganz guter Anfang), 1999.
Das Hörbuch als Video: Kapitel 10: Ein Busenfreund
Update zu Kapitel 9: Die Predigt:
Das zehnte Kapitel (12:53 Minuten) ist fertig.
Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007.
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
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Bild: Heike hört trotzig die .mp3s mit der Brückner-Lesung Moby-Dick auf ihrem iPod am Geschwister-Scholl-Platz, weil ihr Freund so ein Banause ist. Im Bett läuft es super, allein deswegen sägt sie ihn einstweilen noch nicht ab, 28. Juni 2008.
Hoffmann von Fallersleben: Ein trostlos Land dies Yankeeland
Update zu New Bedford bei Kaufbeuren:
Meinen Tabak bau ich mir,
der wächst auf meinem Land.
Steuern zahlen tut keiner hier,
rauch du doch Stuyvesant.Hoffmann von Fallersleben, 25. April 1846.
Melodie: Yankee Doodle, nach Grenzgänger, 2002
Hoffmann von Fallersleben schrieb besonders in dieser Zeit des deutsch-französischen Krieges und des allgemeinen nationalen Taumels ordentlichen Mist zusammen, aber er stand mit seiner Ansicht über die Amerikaner beileibe nicht alleine da.
Ein trostlos Land dies Yankeeland
Es ist ein trostlos Land dies Yankeeland:
Die Blumen blühen, aber duften nicht,
Die Vögel flattern, aber singen nicht,
Die heimischen Trauben haben keinen Saft,
Der Winter ist sehr lang und rauh und kalt,
Und statt des Frühlings gibt es Sommer nur
Trostloser aber ist dies Yankeevolk:
Selbstsüchtig immer auf Erwerb erpicht
Versteht zu rechnen und zu spekuliern.
Und wie sein Körper stets in Arbeit ist,
So ruht sein Geist auch nie und unternimmt
Was irgend Vortheil bringt und bringen kann.
Es gönnt sich keinen weiteren Genuß,
Die Freude an der Natur, an Poesie,
An heiterer Gesellschaft ist ihm fremd.
Es kann nicht singen, kann nicht musizieren
Doch Geld verdienen, Geld besitzen, ja,
Das ist die Kunst, die es vortrefflich kann.
Wenn im Geschäft nicht ausreicht Redlichkeit,
So weiß der Yankee sich zu helfen noch:
Der Humbug hilft, und der Betrogne wird Verlacht,
und der Betrüger wird gelobt
Und ist ein smart fellow, ein Ehrenmann.
Der Yankee fühlt sich politisch frei,
Und freier als ein andres Menschenkind,
Doch fühlt er nicht, wie er ein Sklav nur ist
Von seines Stammlands Überlieferung:
Er kann im Frack nur und im Hute gehn,
Und muß der Sonntagsfeier streng Gebot Verfolgen ganz genau,
und wenn er so Der Kirch’ und seinem Gott genug gethan,
Ist er ein guter Christ und Gentleman
Sonst kann er schlecht und niederträchtig sein,
Grob, eklig, eigennützig, mitleidslos.
O möchte doch das deutsche Element
Nicht untergehn in diesem Yankeepfuhl,
Und blühn wie eine Wasserlilie rein
Zu Gottes und des Vaterlandes Preis!
Hoffmann von Fallersleben (u.a. “Alle Vöglein sind schon da”,
“Der Kuckuck und der Esel”, “Ein Männlein steht im Walde”,
“Kuckuck, Kuckuck”, “Lied der Deutschen“,
“Morgen kommt der Weihnachtsmann”, “Summ, summ, summ”,
“Winter ade, scheiden tut weh”), 26. Januar 1871.
Bild: Hoffmann von Fallersleben: Das Lied der Deutschen,
Manuskript 26. August 1841, Helgoland.
Foreshadowed for 600 Pages
Update zu Was quält man sich eigentlich so?:
Constanze legt es einmal mehr drauf an, unsere beste Rechercheuse zu werden. Die erste sogleich wiedergegebene Kurzversion war schon im November 2006 fällig, die zweite hat sie aufgetrieben. Freibier und Ehrenpreis nach Schwabing.
Book-A-Minute Classics,
Ultra-Condensed by Samuel Stoddard:
Ishmael
Call me Ishmael.
Captain Ahab
Crew, we will seek the white whale and kill it, because I am insane.
Crew
Alas, your destructive obsession will be our undoing.
(They almost find the white whale. Then they almost find the white whale. Then they find it.)
Captain Ahab
I stab at thee. I stab at thee.
(Everybody dies except Ishmael, although this is no surprise, because it was foreshadowed CONTINUALLY from the BEGINNING.)
THE END
McSweeney’s Internet Tendency:
Lit 101 Class in Three Lines or Less,
mit toller T-Shirt-Abteilung:
Moby-Dick
ISHMAEL: I’m existential.
AHAB: Really? Try vengeance.
ISHMAEL: I dig this dynamic. Can we drag it out for 600 pages?
Bilder: Cohu; Michael Vannoy Adams.
Buch im Blut
Der Hund Marie ist ein zweibeiniger Rüde. Und dann noch nicht mal ein besonders rüder: Max Martin Schröder gibt die meiste Zeit den Mann in der zweiten Reihe, erst als Roadie, schließlich als überraschend begabter Schlagzeuger für gleich mehrere Haudegen der Hamburger Schule: Tomte, Hansen Band, Bandit Jazz, Walter Schreifels und als meist verschluckte Hälfte von Olli Schulz sowie Heike Makatsch. Angeblich ein auffallend stiller, freundlicher, umgänglicher, verträglicher Mensch. Sein erster Versuch, mal nicht als graue, wenig eminente Eminenz aufzutreten, ist 2006 besser ausgefallen als manche Routinearbeit der üblichen Alpharüden.
Der Hund Marie: moby dick aus: _hooligans & tiny hands, 2006.
Zweites Lied von oben auf Myspace.
Meine Knochen eingetauscht
für eine Reise von hier
Vor meinem Fenster sitzen RabenSchob das Bett von Wand zu Wand
und blieb dann letztendlich wach
Vermeide Schlaf an falschen Orten
Ist das wie man Leben macht
Ist das wie man Leben machtMoby Dick
schrieb mir ein Buch
in mein Blut
Moby Dick
schrieb mir ein Buch
in mein Blut
in mein Blut
in mein BlutIch aß mit Dämonen bei Nacht
hatte den Teufel zu Gast
und er langweilte mich tödlich
Er kann nur das was ich ihn lass
Er war nur das was ich ihm gab
Er war nur das was ich ihn lassMoby Dick
schrieb mir ein Buch
in mein Blut
Moby Dick
schrieb mir ein Buch
in mein BlutSolo
Moby Dick
schrieb mir ein Buch
Liedtext: moby dick aus: _hooligans & tiny hands, 2006;
Bild: das Cover davon via Hanseplatte.
… und Neurosen, Weibergeschichten und minderwertigen, legal erhältlichen Drogen
Update zu Life and Death and All That’s Bittersweet:
Die Moral? Daß wir Proust keinen größeren Tribut zollen könnten, als wenn wir zum guten Schluß dasselbe Urteil über ihn fällen, das er über Ruskin fällte, nämlich daß auch seine Werke dem, der sich zu lange mit ihnen beschäftigt, trotz ihrer unbestrittenen Qualitäten irgendwann dumm, eigenbrötlerisch, enervierend, falsch und lächerlich vorkommen müssen. „Es hieße dem, was nur ein Anreiz ist, eine zu große Bedeutung geben, wenn man daraus eine Disziplin machte. Das Lesen liegt an der Schwelle des geistigen Lebens; es kann uns darin einführen, aber es ist nicht dieses Leben.
Alain de Botton: Wie Proust Ihr Leben verändern kann.
Eine Anleitung, 1998, Schluss.
Bild: Schnutinger: Wie Proust Ihr Leben verändern kann, 5. Juni 2008. Überhaupt, insgesamt und allgemein ein empfohlenes Weblog.
Literatur: Céleste Albaret: Monsieur Proust. Die Erinnerungen seiner Haushälterin, deutsch erst seit 2004;
Alain de Botton: Wie Proust Ihr Leben verändern kann. Eine Anleitung, 1998;
Ulrike Sprenger: Proust-ABC, 1997;
Philippe Michel-Thiriet: Das Marcel Proust Lexikon, 1999.
Das Hörbuch als Video: Kapitel 9: Die Predigt
Update zu Straße, Kapelle, Kanzel:
Das neunte Kapitel (31:17 Minuten) ist fertig.
Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007.
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
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Bild: Chas Ray Krider: Motel Fetish, in: Max 2003.
Das Hörbuch als Video 6, 7, 8: Straße, Kapelle, Kanzel
Update zu Das Hörbuch als Video 3 (4 & 5):
Das sechste (6:57 Minuten),
siebente (8:27 Minuten)
und achte (7:48 Minuten) Kapitel sind fertig.
Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007.
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
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Bilder: Gisele Bundchen in a dress made only from water,
Never Sea Land, 17. Oktober 2007.
Das Hörbuch als Video 3 (4 & 5)
Update zu Das Hörbuch als Video 2:
Das vierte (12:31 Minuten) und fünfte (6:05 Minuten) Kapitel sind fertig.
Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007.
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
Copyright Bilder von Rockwell Kent: R.R. Donnelley and Sons, 1930.
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Bilder: MyFlyAway: Stereo, 18. April 2008 und Quebramos, 24. April 2008.
Das Hörbuch als Video 2 (und 3)
Update zu Das Hörbuch als Video:
There’s always a siren, singing you to shipwreck.
Radiohead: There, There, aus: Hail to the Thief, 2003
Das zweite (10:48 Minuten) und dritte (42:49 Minuten) Kapitel sind fertig.
Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007.
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
Copyright Bilder von Rockwell Kent: R.R. Donnelley and Sons, 1930.
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Bild: Little Su für Patrick von der Bruck, 30. März 2008.
Lied: Radiohead: There, There, aus: Hail to the Thief, 2003.
Das Hörbuch als Video
Das nullte (34:56 Minuten Präliminarien) und erste (18:00 Minuten) Kapitel sind fertig.
Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007.
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
Copyright Bilder von Rockwell Kent: R.R. Donnelley and Sons, 1930.
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Bild: Woman Listening to Old Recording Device, 1920s, Old Picture of the Day, 11. Mai 2007.
Und das können Sie gewinnen! Noch 7 (in Worten: sieben) Tage!
Ferdinand Hardekopf: Angebinde
Update zu 1 Tonne Nagetier,
Herba Santa
und Merry Springtime:
Ich stell sie dir hin, die blassen Herbstzeitlosen,
Den letzten Schierlingszweig trag ich herbei
Und will, Canaille, wieder mit dir kosen,
Wie im Zigeunerkraut am dritten Mai.
Den Taumel-Lolch, dies nette Giftgetreide,
Den zarten Schwindelhafer rupf ich aus
Und winde dir, infame Augenweide,
Aus Hundstod und aus Wolfsmilch einen Strauß.
Im Fingerhut das reichliche Volumen
Digitalin (mein Herz, du kennst es schon),
Das pflück ich dir und Belladonna-Blumen
Und Bittersüß und dunkelroten Mohn.
Kennst du des Bilsenkrautes böse Gnaden?
Der Beeren Scharlachglanz am Seidelbast?
Und die Betäubung, dreimal fluchbeladen,
Die stachlig die Stramin-Frucht in sich faßt?
So nimm sie hin, die blühenden Narkosen,
Aus Nacht und Haß ein Duft-Arrangement,
Und stell es zwischen deine Puderdosen
Und die Parfumflacons von Houbigant.
Ferdinand Hardekopf, 15. Dezember 1876—26. März 1954
Bild: Ferdinand Hardekopf beim Literaturatlas Niedersachsen.
To Be Wanted
Update for Pretty Good Kunitzburger Eierkuchen:
Image: Randall Munroe: xkcd;
Resources: Douglas R. Hofstadter: Gödel, Escher, Bach:
an Eternal Golden Braid, 1979 (deutsch).
h.c. artmann: die fahrt zur insel nantucket
Update zu Man stellt sich den Himalaya vor und denkt sich alles weg, was nicht wie der Yeti aussieht und Auf der Jagd nach Nantucket:
dein lot erreicht mich nimmermehr
die schwärme eilen meilen veer
der bandelsalgen vogelzug
rinnt über mir zu blasen…meerfrau arindaxo
H.C. Artmann, so das Diktum von Peter O. Chotjewitz, das er im Vorwort zu Artmanns gesammelten Theaterarbeiten namens die fahrt zur insel nantucket von 1969 schon wieder selbst beklagt, war “wahrscheinlich der einzige wesentliche dichter, den die deutsche literatur nach 1945 hervorgebracht hat”. Einig darf man sich darüber sein, dass er einer der letzten echten Dichter war, nicht nur der deutschen, dafür aus Österreich.
Das namensstiftende Theaterstück stammt von 1964, wurde vermutlich 1967 mit einer Komposition für Kammerorchester von Gerhard Lampersberg an der Akademie der Künste Berlin uraufgeführt und erst 1969 mit manch anderem Artmannartefakt in jenem Sammelband erstveröffentlicht.
Bei der ersten Aufführung eines eigenen Stücks wirkte Artmann selbst mit, die Inszenierung von aufbruch nach amsterdam vor der Breitenseer Kirche wurde 1955 allerdings von der Polizei nach kurzer Zeit abgebrochen.
Die Artmann-Spezialistin Sonja Kaar nähert sich erstmals ausführlich den »Skeletterln mit a bisserl Fleisch drauf«, wie der Büchner-Preisträger seine Stücke einmal bezeichnete. Sie liefert damit wertvolle Grundlagenforschung und wirft, indem sie Verschüttetes ans Tageslicht bringt, neue Schlaglichter auf das Artmannsche Oeuvre. Ausgehend von der Frage nach der Rezeption von Literatur und Theater in den 50er und 60er Jahren geht Kaar der Vielfalt und Besonderheit der dramatischen Texte, dem eigenwilligen und originären Umgang Artmanns mit der Theatertradition nach. Sie hält ein Pladoyer für die Aufführbarkeit der Stücke (Artmann: »Natürlich habe ich meine Stücke für die Bühne geschrieben«), diese seien keinesfalls, wie viele meinen, nur »Theater im Kopf«.
Sonja Kaar:
H. C. Artmann. Texte und Materialien zum dramatischen Werk,
2004 bei Sonderzahl
Nach anderer Lesart sind Artmanns Theaterstücke durchaus “Stücke fürs imaginäre Heimtheater [...], fürs Theater, das zu spielen beginnt, wenn man ein Stück liest und die Augen schließt” (Chotjewitz, a.a.O.). Das ist zu begründen, auch wenn es der Aussage Artmanns, der es schließlich wissen musste, widerspricht. So erschließt sich die Musikalität der fahrt zur insel nantucket nicht erst bei einer Aufführung, sondern schon beim vertieften Lesen (zum Beispiel, wenn man sie abtippen muss…). Artmanns Schreibweise und Layout deuten eben nicht auf Handlungsanweisungen für Schauspieler, sondern auf die Textgestaltung des Lyrikers, der Artmann noch stärker und öfter war.
Artmanns Werke sind immer genau das, was sie sind. Eine Realität außerhalb ihrer selbst existiert nicht, sie entziehen sich weitgehend der Interpretation. Auch das Nantucket aus dem Theaterstück hat keine Parallele zur traditionellen Walfängerinsel.
Bei Artmanns Lebens- und Arbeitsweise kommt jede Sammlung seiner Arbeiten einer Rettungsaktion gleich; selbst manches, das der Dichter selbst schätzte, existierte nur als Einzelblatt in den Privatbeständen seiner Freunde. Ich “rette” den Text fürs Internet deshalb nicht als Weblog-Eintrag, sondern penibel aus dem Sammelband abgetippt als .pdf-Datei.
Das Copyright dafür — ich möchte es betonen — ist und bleibt, wie immer und selbstverständlich, bei seinen Inhabern, in diesem Fall wahrscheinlich beim Thomas Sessler Verlag in Wien und/oder dem Luchterhand Literaturverlag in München.
Bilder: Hans Carl Artmann: med ana schwoazzn dintn;
Toni Frissell: Lady in the Water, Weeki Wachee Spring, Florida, 1947.
Und tausend bunte Blumen blühn um den erstaunten Pinguin.
Update zu Man stellt sich den Himalaya vor und denkt sich alles weg, was nicht wie der Yeti aussieht
und Der Pinguin als Speise. Und als Film:
Günter Strohbach:
Pinguinträume
Am Südpol auf dem blanken Eis
Spaziert ein Pinguin im Kreis.
Er legt mit träumerischen Blicken
Die Flossen langsam auf den Rücken
Und wandelt weiter, überlegend,
Warum es wohl in dieser Gegend
(Was ihn betrübt)
Nichts Grünes gibt.
Er wünscht sich saftig-grüne Wiesen,
Auf denen üppig Blumen sprießen.
Da plötzlich schmelzen Eis und Schnee,
Und Kräuter, Gras und grüner Klee
Und tausend bunte Blumen blühn
Um den erstaunten Pinguin,
Der sich verdutzt
Die Augen putzt.
Er ruft: Juhu und wirft sich auch
Ins grüne Polster auf den Bauch.
Ach, denkt er, was für schöne Dinge!
Jetzt fehlen nur noch Schmetterlinge!
Kaum, daß er diesen Wunsch getan,
Fängts ringsumher zu flattern an.
Schon sind — hurra —
Die Falter da!
Da hat er nun — lang hingestreckt —
Seltsame Wünsche ausgeheckt:
Er wünscht sich himmelblaue Rosen
Und gelbgestreifte Herbstzeitlosen.
Sogar Kakteen, stachlig-wild,
Und jeder Wunsch wird ihm erfüllt.
Da wird er kühn,
Der Pinguin!
Er wünscht sich apfelgroße Fliegen
Und sieben Meter lange Ziegen
Und Löwen, größer als ein Schrank,
Und Schlangen, kilometerlang.
Zum Schluß wünscht er sich einen Wal,
Entsetzlich groß und kolossal.
Doch da — o Schreck —
ist alles weg.
Die Wiese fressen ab die Fliegen,
Die Fliegen werden von den Ziegen
Gefressen, und den Ziegenhauf,
Den fressen alle Löwen auf.
Die Löwen sterben durch die Schlangen.
Jedoch die Schlangen, all die langen,
Die frißt der Wal
Mit einemmal.
Der Wal, der plumpst zurück ins Meer.
Und nun ist alles wie vorher.
Der Pinguin, halb schwarz, halb weiß,
Spaziert im Kreis wohl auf dem Eis
Und denkt sich so beim Kreis-Beschreiben:
Man muß sich halt die Zeit vertreiben,
Der eine so,
Der andre so!
Günter Strohbach, *13. August 1931 in Leipzig, Januar 1959 noch am Leben und wohnhaft in München, nachmalig aufgefallen durch zusammen mit Leo Lionni: Das kleine Blau und das kleine Gelb, 1962 und zusammen mit Herbert Lentz: Der Ziegenbock hat Hörner, 1963 (“Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch: Mira Lobe: Das kleine Ich bin ich“): Pinguinträume aus: James Krüss, Hrsg.: So viele Tage wie das Jahr hat. 365 Gedichte für Kinder und Kenner, 1959. Manuskript.
A Note on “Isle of the Cross”
So forget Isle of the Cross, the “lost” work that Melville wrote after Pierre (1852). Better yet, consider it found and read it in “Norfolk Isle and the Chola Widow“, the eighth sketch of The Encantadas. Melville’s tale of a grief-struck lady named Hunilla has “Island” and “Cross” stamped all over it.
Melvilliana: Dragooned!: Ten Traces of Herman Melville in
“Scenes Beyond the Western Border” (1851-1853)
The following text first appeared in — and is copyrighted by — the most inspiring Melvilliana site by Stephen Scott Norsworthy. With his explicit and friendly permission, we recover this utterly enlightening and entertaining piece of science from the Google cache. Emphases, spellings and (lacking) links appear as given in the primary text.
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A Note on “Isle of the Cross”
Following the publication of Pierre in August 1852, Herman Melville worked slavishly on one or more writing projects for the rest of 1852 and the early months of 1853. On 20 April 1853, Melville’s mother Maria alluded to a “new work, now nearly ready for the press” (Letter to Peter Gansevoort; quoted in Parker, V2.154). Other letters from family members and a late biographical note by his wife describe a period of intense activity ending nearly in mental breakdown. Elizabeth Melville never forgot that the whole family “felt anxious about the strain on his health in Spring of 1853” (quoted in Parker, V2.161).
Surviving letters from Melville to Hawthorne in 1852 document Melville’s interest in what has come to be known as the “story of Agatha.” The true tale of a woman deceived and abandoned by her unfaithful sailor-lover came to Melville’s attention in July 1852, while visiting Nantucket. In August 1852, Melville passed the account on to his friend and former neighbor, urging Nathaniel Hawthorne to make a fiction of the dramatic details. Hawthorne demurred, and after a visit to Concord, Melville decided in December 1852 to write the thing himself. The last surviving “Agatha” letter to Hawthorne, written from Boston between 3 and 13 December, identifies Melville’s working title for the project, “Isle of Shoals,” a title suggested by Hawthorne (Correspondence, 242).
Hershel Parker discovered references to “Isle of the Cross” in two 1853 letters from Melville’s cousin Priscilla to his sister Augusta. We do not have Augusta’s letters, but from the replies of Priscilla Melvill it is clear that Augusta informed their cousin of a forthcoming work by Herman called “Isle of the Cross.” On 22 May 1853, Priscilla wondered: “When will the ‘Isle of the Cross’ make its appearance? I am constantly looking in the journals & magazines that come in my way, for notices of it.” In reply, Augusta told Priscilla that Herman had finished “Isle of the Cross” and that Lizzie had given birth to the couple’s third child (first daughter) on 22 May 1853. Priscilla wrote back on 12 June: “the ‘Isle of the Cross’ is almost a twin sister of the little one & I think she should be nam’d for the heroine—if there is such a personage—the advent of the two are singularly near together” (Parker, V2.155).
Parker logically and persuasively connects the working title of the “Agatha” project in December 1852, “Isle of Shoals,” with the new title mentioned in Priscilla’s 1853 letters to Augusta, “Isle of the Cross.” Around the time of the birth of Elizabeth (Bessie) on 22 May 1853, Melville completed work on a tale almost certainly inspired by the account of Agatha Hatch that he first heard about in Nantucket the previous summer.
In the second volume of his masterful biography (and before that, in a 1990 article in American Literature), Parker unhesitatingly equates “Isle of the Cross” with the unnamed “work” that Melville brought to New York in June 1853 and was inexplicably “prevented from printing.” Other distinguished Melville scholars before Parker, notably Harrison Hayford, Merton Sealts, and Walter Bezanson, had likewise suspected that the work Melville tried and failed to publish in 1853 was probably a version of the Agatha story. Parker’s discovery of Priscilla’s references to a completed work entitled “Isle of the Cross” seemed to clinch the argument, which hangs nonetheless on a tempting yet unproved and rarely examined assumption.
The logical flaw behind any unqualified identification of “Isle of the Cross” with the book Melville “was prevented from printing” is the ancient one known as post hoc, ergo propter hoc (‘after this, therefore because of this’). Melville’s New York trip in June chronologically followed his completion of “Isle of the Cross” in May, but it does not follow necessarily that the publication he meant to “superintend” was “Isle of the Cross.”
The month of Melville’s trip to New York is confirmed by newspaper reports of 11 June 1853 (in the Springfield Daily Republican) and 14 June (Boston Daily Evening Transcript): “Herman Melville has gone to New York to superintend the issue of a new work.” The rejection of the work by a New York publisher—a provisional rejection, evidently—is known from Melville’s letter of 24 November 1853 to Harper & Brothers:
In addition to the work which I took to New York last Spring, but which I was prevented from printing at that time; I have now in hand, and pretty well on towards completion, another book—300 pages, say—partly of nautical adventure, and partly—or, rather, chiefly, of Tortoise Hunting Adventure.
(Correspondence 250)
The fact is, Melville does not say the name of the work declined by the Harpers. Nor does he explain why he “was prevented from printing” the unidentified book “at that time.” We can be reasonably certain that it was a book-length work, since Melville refers immediately to “another book” (emphasis mine), and since he would not have made the journey merely to, in the words of the contemporary newspaper reports, “superintend the issue” of a single magazine piece.
Basem L. Ra’ad has called attention to good textual evidence suggesting that Melville’s reworking of the Agatha story, in some version or other, may eventually have been published as the story of Hunilla in the eighth sketch of “The Encantadas.” If “Isle of the Cross” contains Melville’s artistic transformation of the “story of Agatha,” and the Agatha story became the Hunilla story, then “Isle of the Cross” is simply an earlier incarnation of the Hunilla story as we have it in “Norfolk Isle and the Chola Widow.” In the 1960’s, decades before the discovery of Priscilla’s correspondence in which Parker located two “Isle of the Cross” allusions, Reidar Eknar and Charles N. Watson, Jr. independently adduced textual links between the Hunilla and Agatha stories. Then in 1978, Robert Sattelmeyer and James Barbour identified a newspaper sketch about a “Female Robinson Crusoe” as another likely source for Melville’s tale of Hunilla. Sattelmeyer and Barbour found two printings of the sketch in November 1853, but it had been around for years. In March 1847, a Boston magazine that Melville knew, and apparently interested himself in during that very month and year (see Sealts 327 in Melville’s Reading), Littell’s Living Age (27 March 1847: 594-595), reprinted the story of “A Female Crusoe” from the Boston Atlas.
The impressive textual parallels between the Agatha and Hunilla stories, independently noticed by careful readers, along with the undeniable influence of the “Female Crusoe” article on “Norfolk Isle and the Chola Widow,” allow for a reasonable alternative to the over-easy equation of “Isle of the Cross” and the “work” that Melville “was prevented from printing” in June 1853. The alternative embraces all the evidence, textual as well as archival and biographical, and thus allows for the organic, artistic development of a basic premise or idea during the writing process.
The existence of an earlier printing of the “Female Crusoe” sketch in March 1847 means that the version of the Agatha story completed in May 1853 under the title “Isle of the Cross” may already have fused the story of Agatha and that of the female Robinson Crusoe in imaginative and unpredictable ways. Given the numerous and frequently observed parallels between the stories of Agatha and Hunilla, it is very possible that at some point, early or late, Melville dramatically set “Isle of the Cross” on one of the Galápagos islands, the setting of the Hunilla sketch. Hunilla goes to Norfolk Isle in the first place to hunt tortoises. Further possibilities, suggested by the idea of tortoise hunting on lonely, otherworldly islands, might then have prompted Melville either to make a book of his shorter fiction, or make a different book of the one he had. Melville’s November 1853 letter to the Harpers characterizes the “Tortoise Hunting Adventure” as “another book”; in other words, not the one he had unsuccessfully tried to publish in June. Perhaps “Isle of the Cross” did not get published in 1853 because Melville elected to revise and expand it into something like what we find in “The Encantadas,” serially published in Putnam’s Monthly Magazine in 1854. The simplest and most satisfying reading of all the available evidence is that “Isle of the Cross,” “Tortoise Hunting Adventure,” and “The Encantadas” are creative permutations of one and the same work.
Melville’s probable involvement in the writing or “ghostwriting” of Scenes and Adventures in the Army supplies a new candidate for the unnamed work that Melville unsuccessfully tried to publish in June 1853. The army memoir of Philip St. George Cooke comprises two different series, published a decade apart (1842-1843; and 1851-1853) in the Southern Literary Messenger. Although the last installment of the second series, “Scenes Beyond the Western Border” appeared in August 1853, the manuscript of that installment must have been finished by June, or early July at the latest. Everything but the last number was in print by May 1853. The cryptic phrases in Melville’s letter of 24 November 1853, “prevented from printing” and “at that time,” are more obviously applicable to the work that became Scenes and Adventures in the Army than to “Isle of the Cross.”
Possibly, then, Melville went to New York in June 1853 with the modest idea of “superintending” the re-publication of the two Southern Literary Messenger series in one volume. In those days a previously serialized rip-off of somebody else’s narrative might be counted a “new work,” as 1855 advertisements for Israel Potter as “Melville’s New Work” demonstrate. Nevertheless, publishers and their lawyers invariably want to settle questions of authorship and copyright. Such vexed questions as “Whose book is this, anyway?” might have been anticipated as a potential stumbling block, but Melville was not well and financially desperate, by all accounts. Suggestive evidence of a lesson learned the hard way appears in February 1854, when Herman’s brother Allan instructed Augusta (in connection with the planned serialization of “The Encantadas” in Putnam’s Monthly) to “Say to Herman that he ought to reserve to himself the right to publish his magazine matter in book form. It might be desirable & could probably be secured by agreement made at the beginning” (quoted in Parker, V2.211).
Perhaps John R. Thompson, editor of the Southern Literary Messenger, intervened to assert a claim of copyright, or perhaps Cooke himself claimed authorship and thereby “prevented” the Harpers from printing the volume as originally planned. Alternatively, the Harpers may simply have advised Melville in June 1853 not to proceed further without first obtaining written consent from Cooke and the Southern Literary Messenger, or other proofs of legal copyright. At any rate, five months later, Melville plainly believed his unnamed project was only delayed, temporarily (“at that time”), rather than crushed, forever.
In May 1854, Cooke or his silent partner finished a major effort of revision, incorporating changes to both the 1842-1843 and 1851-1853 series (Letter dated 11 February 1856 to John Esten Cooke in the Cooke papers, Duke University Rare Book, Manuscript, and Special Collections Library, Durham, North Carolina). In January 1855, Cooke himself was still trying (vainly) to interest New York publishers, including the Harpers, in the proposed volume, then called “Fragments of a Military Life” (Letter to John Pendleton Kennedy, 14 March 1855; Microfilm of the John Pendleton Kennedy Papers, ed. John B. Boles, Maryland Historical Society, 1972). In time, possibly with the aid of a literary nephew (the prolific Virginia novelist John Esten Cooke, a correspondent of Evert Duyckinck’s before and after the Civil War), the Melvillean memoir of Philip St. George Cooke finally was published by Lindsay & Blakiston as Scenes and Adventures in the Army: Or, Romance of Military Life (Philadelphia, 1857).
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Works Cited
Ekner, Reidar. “The Encantadas and Benito Cereno—On Sources and Imagination in Melville.” Moderna Språk 60 (1966): 258-273.
Hayford, Harrison. “The Significance of Melville’s ‘Agatha’ Letters.” ELH, A Journal of English Literary History 13 (December 1946): 299-310.
Melville, Herman. Correspondence. Ed. Lynn Horth. Evanston and Chicago: Northwestern University Press and The Newberry Library, 1993.
Parker, Hershel. Herman Melville’s The Isle of the Cross: A Survey and a Chronology. American Literature 62 (March 1990): 1-16.
__________. Herman Melville: A Biography. Volume 2, 1851-1891. Baltimore: Johns Hopkins University Press, 2002.
Ra’ad, Basem L. “‘The Encantadas’ and ‘The Isle of the Cross’: Melvillean Dubieties, 1853-54.” American Literature 63 (June 1991): 316-323.
Sattelmeyer, Robert, and James Barbour. “The Sources and Genesis of Melville’s ‘Norfolk Isle and the Chola Widow.’” American Literature 50 (November 1978): 398-417.
Sealts, Merton M., Jr. “The Chronology of Melville’s Short Fiction, 1853-1856.” Harvard Library Bulletin 28 (1980): 391-403. Rpt. Pursuing Melville 1940-1980. Madison: University of Wisconsin Press, 1982, pp. 221-31.
__________. Melville’s Reading. Columbia: University of South Carolina Press, 1988.
Watson, Charles N., Jr. “Melville’s Agatha and Hunilla: A Literary Reincarnation.” English Language Notes 6 (December 1968): 114-118.
Text: Stephen Scott Norsworthy;
Images: Neversealand Today’s Mermaid 28 September 2007 and 13 July 2007;
Varga Mermaid: Joaquin Alberto Vargas y Chávez;
Frederic Leighton: The Fisherman and the Syren, 1856–1858;
Lila DiPasqua.
Walgesang in seiner Sprache
Update zu Die Predigt:
Das Lachen unter Tränen
Das Triptyhon Jonas I/In deiner Sprache/Jonas II von Ludwig Hirsch war an dieser Stelle schon lange fällig; endlich hat sich ein Youtuber erbarmt. Optisch gibt es nicht viel her, das geht aber zugunsten des Sounds. Ich hab sogar noch die LP (In meiner Sprache, 1991): Man vermisst nichts.
Es dauert 10:15 Minuten. So viel Zeit muss sein.
Jonas I
Begonnen hat das alles auf meiner Reise nach Tarschisch.
Die Segel voll, die Mannschaft auch — wie immer auf an Schiff.
Plötzlich bricht die Hölle los mit Donner, Blitz und Sturm.
Masten splittern, Segelfetzen fliegen uns um die Ohren.
Da brüllt der Kapitän: “Wir müssen handeln, jetzt sofort!
Das Meer verlangt ein Opfer, einer muß von Bord!
Du bist es, Jonas!” und er zeigt auf mich.
Klar, wer sonst, der Jonas, der Jonas, also ich.
Dem Jonas lacht niemals die Sonne,
und wenn, dann lacht sie ihn aus.
Sein Schutzengerl zeigt ihm die Zunge,
und der Glücksstern, der überm Jonas seine Lichtkreise zieht,
is nur a Schnuppe, die kurz aufblitzt,
ins Meer stürzt und verglüht.
Und sie werfen mich vom Schiff, in das viel zu große Meer.
Ich denk mir, “Ach was, pfeif drauf, mein Leben ist eh so schwer.”
Und ich sink tiefer, immer tiefer, in die tiefste Finsternis.
Aber ich weiß, wenn ich da durch bin,
tauche ich wieder in ein Licht.
Und das wird das Licht im Himmel sein, ja,
und ich freu mich schon darauf!
Und mach mich extra schwer,
damit ich schnell ersauf!
Da taucht plötzlich dieser Wal auf,
groß wie ein Haus;
und er schluckt mich einfach runter —
und mit dem schönen Sterben is aus.
Dem Jonas lacht niemals die Sonne,
und wenn, dann lacht sie ihn aus.
Sein Schutzengerl zeigt ihm die Zunge,
und der Glücksstern, der überm Jonas seine Lichtkreise zieht,
is nur a Schnuppe, die kurz aufblitzt,
ins Meer stürzt und verglüht.
Jetzt sitz ich da im Walbauch,
und das schon seit drei Tagen.
Finster ist es, feucht und kalt,
es stinkt nach Lebertran.
Manchmal zieht draußen ein Schiff vorbei
und man hört Musik.
Dann musizieren die Piraten,
und mein Wal singt mit…
In deiner Sprache
In deiner Sprache, wie sagt man da “Leben”?
Sagt man da auch: “Er da oben hat’s gegeben”?
Der Jammer is nur, er nimmt’s wieder furt.
Das Schlitzohr, das alte, borgt es uns nur.
Das Leben is a Hund, es beißt und hat Flöh,
hat ganz kurze Dackelfüß’ und rennt viel zu schnell.
Das schöne Wort “Leben”, schön wie ein Stern —
in deiner Sprache möcht ich’s gern hörn;
Du mein riesiger Freund da drinnen im Meer.
Und in deiner Sprache, wie sagt man da “Tod”?
Reimt sich’s da auch auf “vom Aussterben bedroht”?
Und doch schön zu spüren, dass niemals was stirbt,
und das Wort “Tod” nie das letzte sein wird.
Der Tod is ein Seitensprung, mehr a scho ned.
Du schlafst ein und wachst auf, nur in an anderen Bett.
Das schöne Wort “Tod”, schön wie ein Stern —
in Deiner Sprache möcht ich’s gern hörn;
Du mein riesiger Freund da drinnen im Meer.
Jonas II
Eigentlich lebt sich’s angenehm, da im Walfischbauch.
Keiner klopft an die Tür, plaudern kann man auch.
Und ich schließe meine Augen, um ganz in mich zu gehen,
ja, und ich komm drauf glücklich zu sein —
das erste Mal im Leben.
Und grad, wie sie sich umarmen, mein Herz und mein Verstand,
da spuckt mich dieses Monster an den nächsten Strand!
Dem Jonas lacht niemals die Sonne,
und wenn, dann lacht sie ihn aus.
Sein Schutzengerl zeigt ihm die Zunge,
und der Glücksstern, der überm Jonas seine Lichtkreise zieht,
is nur a Schnuppe, die kurz aufblitzt,
ins Meer stürzt und verglüht.
Musik und Text: Ludwig Hirsch auf In meiner Sprache, 1991. Featuring a singing Buckelwal.
Reality continues to ruin my life
Vaguely an update to Amiot!:
What fun is being cool if you can’t wear a sombrero?
William B. Watterson II: Calvin and Hobbes, April 1987, via rologt500.
And:
the:
new:
Gewinnspiel:
Since meanwhile the Calvin & Hobbes series has ceased to exist for a longer time than it did exist (18 November 1985 to 31 December 1995), it is time to refresh your Calvinistic knowledge. So: What is the correct answer to Calvin’s statement:
My life needs a rewind/erase button.
which reads in German:
Mein Leben benötigt einen Rücklauf/Löschen-Schalter.
Consult Hobbes. He gave it.
First person to comment Hobbes’ reply wins… a little (beautiful) something.
English or German version accepted.
Man stellt sich den Himalaya vor und denkt sich alles weg, was nicht wie der Yeti aussieht
Update zu Auf der Jagd nach Nantucket:
Was einem während eines Schmausenbuckmatrosenlebens so zuläuft. Der Buchhändler hat es – ich glaube heute noch, nicht richtig gesehen zu haben – unter dem Ladentisch hervorgezogen, als ich ihm ein Zwei-Mark-Exemplar von H.C. Artmann: Gedichte über die Liebe und über die Lasterhaftigkeit abkaufte: “Wenn du auf Artmann stehst, interessiert dich sicher auch das.”
In meiner Hand loderte H.C. Artmann, Rainer Pichler, Hannes Schneider: Yeti oder John, ich reise…, illustriert von Karlheinz Pilcz aus dem Willing Verlag München:
Die Drucklegung in 12 Punkt Helvetica wurde im Juni 1970 in der verlagseigenen Werkstätte beendet. Die Ausgabe bleibt beschränkt auf 1525 numerierte Exemplare der einmaligen Auflage. Dieses Exemplar trägt die Nummer
Danach handschriftlich eingetragen: 787.
48 Seiten japanische Bindung (das ist die mit den doppelten, einseitig bedruckten Blättern), annähernd quadratisch 18,2 auf 19 Zentimeter, die artmanntypisch verschrobenen, altertümelnd gelahrten Gedichte, aus denen nicht hervorgeht, welche von Artmann, Pichler oder Schneider stammen. Die Illustrationen von Pilcz sind vier ganzseitige Frontispize wie aus einem naturgeschichtlichen Werk über ferne Länder, in denen kaum jemand gewesen ist, aus dem 17. Jahrhundert; mich erinnern sie an Lovecraft, dessen Cthulhu-Zyklus Artmann immerhin übersetzt hat.
Es war 1970 von vornherein darauf angelegt, bald vergriffen zu sein. Selbst der Verlag ist mittlerweile erloschen. Kein Gedicht aus dem Band wurde in Artmanns Sämtliche Gedichte aufgenommen. Als der Buchhändler es mir zeigte, 20 Mark.
Der Schluss kommt dem Moby-Dick-Leser bekannt vor:
Epilog:
Einer, Leser, ist entkommen.
Merktest Du’s? Es ist der Fünfte,
Der sich heimlich fortgestohlen,
Und erschöpft nach Tagesreisen
Kam zu einer Menschensiedlung
Wo er’s Rapi-Hasch erzählt hat.Dieser ließ bei einer Flasche
Reiswein sich genau berichten,
Was sich hatte zugetragen
In des Himalayas Schlünden.Was der Zeuge nicht vermeldet,
Leser, – dies mußt er erdichten.
Hinweis 3. September 2007: Der Basis in München hat gerade ein Exemplar!
Bilder: Karlheinz Pilcz in der H.C.-Artmann-Sammlung Knupfer der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln; H.C. Artmann by Sepp Dreissinger, Salzburg 1980.
Lizenz: Creative Commons.
Der Herr ist mein Hirte
Update zu Steffis Ramadan:
Wer da nicht anderthalb Minuten lang religiös wird, hat der ein Herz? – :
The Lord is my shepherd; I shall not want.
He maketh me lie down in green pastures;
He leadeth me beside still waters.
He restores my soul;
He leads me in paths of righteousness for His name’s sake.
Even when I walk in the valley of Darkness, I will fear no evil for You are with me; Your rod and Your staff – they comfort me.
You set a table before me in the presence of my adversaries; You anointed my head with oil; my cup overflows.
May only goodness and kindness pursue me all the days of my life, and I will dwell in the house of the Lord for length of days.
Arthur Schnitzler: Amerika
Abt.: Deutsche in Amerika (Österreicher eingeschlossen),
Update zu Only that day dawns to which we are awake:
Das Schiff landet; ich setze meinen Fuß auf den neuen Weltteil… [...]
Wie drollig war das damals! So toll und dumm! Ich sehe ihr Gesicht vor mir, wie es zu mir ausschaute mit den Schelmenaugen, und wie von ihren roten Lippen der Ruf erschallte: »Amerika!« Wie haben wir damals gelacht, und wie hat mich der Duft berauscht, der aus ihren Locken heraus über unser Amerika strömte…
Und bei dieser großartigen Benennung blieb es auch. Zuerst riefen wir es immer aus, wenn von den unzähligen Küssen einer sich hinters Ohr verirrte; dann flüsterten wir es – dann dachten wir es uns nur mehr; aber immer kam es zum Bewußtsein. [...]
Und nun stehe ich mitten in der großen, kalten Stadt. Ich bin in dem falschen Amerika und träume von meinem süßen, duftenden Amerika da drüben… Und wie lange das schon her ist! Viele, viele Jahre. Ein Schmerz, ein Wahnsinn kommt über mich, daß so etwas unwiederbringlich verloren ist. Daß ich nicht einmal weiß, wo eine Kunde von mir, wo ein Brief sie treffen könnte – daß ich nichts, gar nichts mehr von ihr weiß…
Weiter hinein in die Stadt führt mich mein Weg, und mein Gepäckträger folgt mir. Ich bleibe einen Augenblick stehen, schließe die Augen, und durch ein seltsames trügerisches Spiel der Sinne umfängt mich derselbe Duft, wie er an jenem Abend von Annas Locken über mich wehte, da wir Amerika entdeckten…
Arthur Schnitzler: Amerika, 1887. Erstdruck in: An der schönen blauen Donau, IV. Jahrgang, 9. Heft, 1889. Erste Buchausgabe in: Die kleine Komödie, S. Fischer Verlag Berlin, 1932.
Volltexte: Gutenberg und Versalia, derzeit käuflich bei Artemis & Winkler;
Bild: Focus, Public Domain.
Rettet die Moleskine
Update zu Die weiße Walin lebt:
Bild, Text, Konzept, Idee, Script, Lektorat, Grafik, Idee, Konzept, Recherche, Kreation, Programmierung, Webmaster, Ringmaster, Illustration, Layout, Design, Typografie, Marketing, Vertrieb, Human Resources, Seitenpflege, Markenpflege, Kundenpflege, Art Buying, Art Direction, Creative Direction, Kontakt, Public Relations, Übersetzung, Content Management, Moderation, Trost & Rat, Bühnenbild, Beleuchtung, Kulissenschieben, 1. + 2. Geige, Streicherensemble, Holz- + Blechbläser, Blechtrommel, Maultrommel, Klavier, Lead- + Rhythmusgitarre, Leading Vocals, Bass, Schlagzeug, Mundharmonika, Kamera, Soundtrack, Gaffer, Best Boy, Key Grip, Regie, Produktion, Casting, Catering, Peitsche, Zuckerbrot, Koch- und Backrezepte, Inbrunst, Hingabe, Zärtlichkeit, Freizeit, Blut, Schweiß, Tränen und Copyright: Ahoi Polloi, 8. August 2007; Lizenz: G. Klaut.
Geopfert
Update zu Eingesang:
John Bryant hat 2002 ein paar Gedichte von Herman Melville zugänglich gemacht, die nicht einmal in der Standardausgabe The Poems of Herman Melville von Douglas Robillard stehen – weil Melville sie nämlich in keinem seiner drei, vier Lyrikbände gesammelt hat.
Um eins davon ist es besonders schade. Immolated (was bedeutet: Geopfert) zählt, nach dem Zustand des Manuskripts zu schließen (was bedeutet: eine besondere blaue Tinte, die Melville zu dieser Zeit verwendete, auf gelbem Papier), zu Melvilles frühen Gedichten (was bedeutet: auch schon vom Mittdreißiger), wurde vor Bryant (Seite 330) nie veröffentlicht und steht heute genau dreimal online, jedes Mal in der späteren, leicht verbesserten Version.
Ungeklärt bleibt, ob Melville frei erfindet oder sich auf eine wirklich stattgehabte Opferung bezieht. Bei seinem Auszug aus Arrowhead könnte er als Kehraus etliche seiner Gedichte verbrannt haben. Das macht nichts leichter.
Es folgt als Welturaufführung die Erstfassung.
Immolated
Children of my Tempe prime,
When One yet lived with me, and threw
Her rainbow over life and time,
Even Hope, my bride, and dame to you!
O, nurtured in sweet pastoral air,
And fed on daisies, light, and dew
Of morning meadows – spare, Ah, spare
Reproach; spare, and upbraid me not
That, yielding scarce to reckless mood
Bet jealous of your probable lot,
I sealed you in a fate subdued.
Have I not saved you from the drear
Theft and ignoring which need be
The triumph of the insincere
Elect of Mediocrity?
Rest therefore, free from all despite,
Snugged in the arms of comfortable night.
Nachweise: Text Immolated: Herman Melville, nach John Bryant: Tales, Poems, and Other Writings. Bild: A Work in Progress; Lizenz: Creative Commons.
Das Land der Deutschen mit der Seele suchen
Held Dietrich schlug Herrn Ecken
Zu Tod, den kühnen Mann,
Nun lassen wir uns schmecken
Das Blut, das ihm entrann.
Es ist ja nicht nur so, dass der blindgeschlagene Deutsche an sich dauernd irgendwelchen kulturlosen Besatzern nacheifert. Beispiele wie der USA-Erklärer Scot W. Stevenson zeugen davon, dass es auch umgekehrt geht, und der Mann tut seinen Job ja hervorragend. Sein Hawaiianer Landsmann Eric T. Hansen hat ihn schon 2004 ergriffen (den Job, nicht den Stevenson).
Planet Germany. Eine Expedition in die Heimat des Hawaii-Toasts unter Mitarbeit von Astrid Ule, Fischer Taschenbuch Verlag 2006, geht über die üblichen Selbstkasteiungen, wie typisch deutsch der typische Deutsche doch sei, weit hinaus; wie in Stevensons Weblog rührt die Qualität nicht daher, dass überraschenderweise doch Amis klug und Deutsche doof sind, sondern die Distanz schaffende, jeoch teilnehmende Sicht von außen.
Herman Melville liest die Gespräche mit Goethe von Eckermann! Amerikanische Jungs wissen sich ihrer Vorliebe zu deutschen Mädchen nur zu erwehren, indem sie welche heiraten! Erwachsen geworden, schreiben sie Bücher mit einer Aufmerksamkeitsspanne von über 15 Sekunden! Hawaiianer wohnen freiwillig im verregneten Deutschland!
Ein Stück von geradenwegs zärtlicher Anteilnahme auf der Suche nach dem Inbegriff deutschen Wesens, die sich dem zumal deutschen Leser rückwirkend wiedermitteilt, schafft Hansen in Die deutschen machen aus ein paar toten Dichtern dermaßen Kult, dass man fast meint, sie würden sie auch lesen.
Ich zitiere den in sich abgeschlossenen Absatz am Schluss. Mit Copyright können wir erwachsene Leute ja umgehen, nicht wahr?
Am Ende einer steilen, von Bäumen gesäumten Straße hoch über dem Rhein steht ein zweistöckiges Haus, das im spätklassizistischen Stil auf dem Gewölbe einer uralten Kellerei der Minoritenmönche gebaut wurde. Die Villa heißt Haus Parzival. Hier hat der Germanist, Übersetzer, Dichter und Vollblutromantiker Karl Simrock seine Sommer verbracht.
Simrock hatte bei Schlegel und Arndt studiert, empfing ab und zu Besuch von den Grimms und Ludwig Uhland und verfasste schwärmerische Gedichte über die Schönheit des Rheins. Bekannt wurde er als Übersetzer zahlreicher Werke des Mittelalters und des germanischen Altertums, von der Edda über die Gedichte Walthers von der Vogelweide bis hin zu Wolframs Parzival. Sein größtes Verdienst war, das Nibelungenlied mit einer schwungvollen und lesbaren Übersetzung populär zu machen, ja es gar zu einer Art deutschem Ersatz-Gründungsmythos zu erheben. Er gehörte zum harten Kern der deutschen Identitätsbastler.
Sein Haus Parzival liegt ein paar Meter ab von der Straße hinter einem schwarzblauen, verschnörkelten Eisenzaun. Das Haus ist gelb, dieses typisch deutsche Buttergelb. Das sanft ansteigende Gelände ist voller Pflanzen – gepflegte Blumenbeete, Wildgräser, selbst das Unkraut ist malerisch. Dazwischen ein Teich, ein Vogelbad, ein hölzerner Tisch mit Stühlen. Ein Ahorn, eine Esche, eine Trauerweide machen den Garten schattig.
Ich stand eine Weile da und betrachtete den Garten. Er strömte Ruhe aus, und ich bildete mir ein, dass man von hier aus den Rhein riechen konnte. Alles war leicht. Hier war jeden Tag Sommer.
Ich stellte mir vor, wie Simrock im Garten spazieren geht. Zwischendurch greift er zum Gartenwerkzeug und kümmert sich um seine neuen Spargelbeete. Er hat ein Buch dabei, einen dieser alten Lederbände, die von außen kaum identifizierbar sind, weil der Umschlag keine bunte Abbildung enthält. Es ist sicher der Iwein. Nach einer Weile setzt er sich hin und liest. Wenn der Tag zur Neige geht, nimmt er ein Glas Wein dazu.
Es war das perfekte deutsche Leben. Das Leben, das die meisten Deutschen heimlich leben wollen – damals wie heute. Ein großes Haus – weder eine Mietwohnung noch eine protzige Villa, eher ein … Anwesen. Genug Geld, um finanziell unabhängig zu sein, aber nicht so viel, dass man als reich beschimpft wird. Im Haus hat man eine Küche mit offenem Kamin. Keine Mikrowelle, kein Plastik. Alles strahlt Ursprünglichkeit aus: Stahl, Stein, Holz. Im Salon ein altes Klavier, ein echter Perser, ein echtes Hausmädchen. Ein Arbeitszimmer – pardon, eine Privatbibliothek natürlich, mit bequemen Stühlen und einem breiten Schreibtisch, denn „arbeiten“ heißt, man befasst sich mit dem Griechischen und mit Latein. Der ideale Deutsche arbeitet mit den Dingen des Geistes. Nicht des Hirns, sondern des Geistes. Er hat Muße. Dass er kein Snob ist, zeigt, dass er nebenbei ein Handwerk ausübt. Er respektiert die Arbeit mit den Händen und verbringt deshalb viel Zeit im Garten, er kocht selbst in der Küche, wenn Gäste kommen, oder, wie Simrock es tat, er legt einen kleinen, edlen Weingarten an und nennt seinen Wein nach einer Figur aus den alten Schriften, mit denen er sich gerade beschäftigt: Eckenblut, nach dem Riesen in der Dietrichssage. Wenn Freunde vorbeikommen, geht man am Rhein spazieren und diskutiert die Arbeit am griechischen Text und die Entwicklungen in Frankreich oder den anderen wichtigen Regionen der Welt.
So will jeder Deutsche sein, dachte ich mir, als ich da stand. Was vor mir liegt, ist nichts weniger als die deutsche Seele selbst. Meine Chance war gekommen. Ich musste mich nur ein Stündchen an diesen Tisch in den Garten setzen, dann würde sie sich schon blicken lassen. Wenn ich die jetzigen Bewohner nett fragte, würden sie es sicher erlauben.
Ich klingelte. Aber es machte keiner auf. Niemand war zu Hause.
Bilder: Portrait Karl Joseph Simrock: Wikimedia Commons, Lizenz: Public Domain; Haus Parzival: Haus Parzival, Lizenz: Creative Commons; Weinetikett Menzenberger Eckenblut: Karl-Simrock-Forschung Bonn, Lizenz: Public Domain. Text Eric T. Hansen: Fischer Verlage 2006.
Eingesang
Update zu With Life to His Fingertips:
Im April 1864 besuchte Herman Melville mit seinem Bruder Allan aus einem patriotischen Bedürfnis heraus die Schlachtfelder des Bürgerkriegs in Virginia. Auch seinen Landsitz Arrowhead hatte er dem kleinen Bruder (*1823) weitergegeben. Kurz nachdem er wieder zu Hause in New York war, musste er aus der Zeitung erfahren, dass man seinen Freund Nathaniel Hawthorne am 19. Mai tot im Bett aufgefunden hatte, ebenfalls auf Reisen mit einem Freund.
Ungeklärt ist, ob sich Melvilles Totenklage in seinem einzigen Gedicht versteckt, das es zu einigem Ruhm und zum Schulstoff gebracht hat. Dagegen spricht, dass es keine Hinweise auf eine Entfremdung zwischen den beiden gibt, wie sie das Gedicht beklagt; der andere mögliche Adressat wäre Melvilles Erstgeborener Malcolm, der 1867 mit Kopfschuss in seinem Zimmer aufgefunden wurde. Da war er 18, und von wem sind 18-Jährige nicht entfremdet. Die Unglücksfälle verteilen sich, die Klage darüber ist nicht eindeutig zu datieren.
Gedruckt wurde Monody erst 1891 in Timoleon. Aber eine Abschrift von Melvilles Hand steht auf der Titelseite seiner Ausgabe von Hawthornes Englandbuch Our Old Home, und das ist von 1863.
Monody
To have known him, to have loved him
After loneness long;
And then to be estranged in life,
And neither in the wrong;
And now for death to set his seal–
Ease me, a little ease, my song!
By wintry hills his hermit-mound
The sheeted snow-drifts drape,
And houseless there the snow-bird flits
Beneath the fir-trees’ crape:
Glazed now with ice the cloistral vine
That hid the shyest grape.
Monodie
Ihn gekannt, geliebt zu haben
Nach langer Einsamkeit
Und dann einander fremd zu werden
Und keiner ging im Streit;
Und nun setzt noch der Tod das Siegel –
Erlöse, löse mich, mein Lied.
Das Grab bedeckt aus weichem Schnee
Ein sanftes Leichentuch,
Der Schneefink schwirrt nun heimatlos
Am Waldrand durch die Luft,
Und Eis bedeckt die keusche Rebe,
Die trug die scheuste Frucht.
Bild: Chara A. Williams, CD-Cover Dirge; Lizenz: Creative Commons.
Alle lieben Bartleby
Update zu Dös peitscht mi jetzt ned so sonderlich und
Der Fall Moby Dick:
The report was this: that Bartleby had been a subordinate clerk in the Dead Letter Office at Washington, from which he had been suddenly removed by a change in the administration. When I think over this rumor, I cannot adequately express the emotions which seize me. Dead letters! does it not sound like dead men?
Herman Melville: Bartleby, letzter Absatz, 1853
Bernd Pfarr wurde am 11. November 1958 geboren, erfand eine Vielzahl Comics, darunter keinen wirklich schlechten, vermied in seinen Bildern erst den rechten Winkel und im weiteren Verlauf etwelchen Realismus überhaupt, textete seine Cartoons derart wegweisend altertümelnd skurril, dass man ihn bei eigenen vergleichbaren Versuchen ständig beklaut, und starb am 6. Juli 2004 eines vollständig unnützen Todes.
Für den Comic-Sampler Alice im Comicland. Comiczeichner interpretieren Werke der Weltliteratur fasste er 1993 den Bartleby von Herman Melville in genau vier Bilder, auf denen die Titelfigur seinem selbst entworfenen Büro-Antihelden Sondermann auffallend nahe steht – am vergnüglichsten im rar gewordenen Band Alle lieben Sondermann – und verlängert die Handlung des Originals sogar noch um 25%.
Pfarrs Bartleby-Version ist eine der komischsten Seiten in dem Sammelband, die meisten anderen Beiträge halten eine düstere Atmosphäre ein. Das Bild unten ist die Online-Urveröffentlichung des Werks, die Rechte daran bleiben bei deren Inhabern.
Das Gespenstische daran: Bartleby stellt sich bei Melville am Ende als ehemaliger Mitarbeiter der Poststelle für Tote Briefe heraus; Bernd Pfarr kann man von seiner Website aus immer noch mailen.
Ahab, Touchant
Da sieht man wieder, wie lange solcher Altmännerkram aktuell bleibt. Erst am 16. Januar (und zwar 2007, nicht 1897 oder so) hat Tom Touché für die taz über die Trendsportart Nordic Walking gearbeitet:
Joachim Ringelnatz: Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Daddeldu
Mein Haus-, Hof-, Leib- und Magenheiliger Joachim Ringelnatz, der alte Seebär, tat ja immer sowas von unsentimental. Walter Giller, mit dem mich nicht viel mehr als die Initialen verbindet, hat diese Ballade, gegen die sich die gleichnamige Kategorie von Schiller wie eine Sammlung Büttenreden ausnimmt, mal im Fernsehen vorgetragen. Das war in den Siebzigern, als es noch große Fernsehmomente zu erleben gab. Man mag jene Zeiten bedauern oder belächeln, in denen unter Fernsehunterhaltung verstanden wurde, dass ein Anzugträger ein Gedicht aufsagt, aber Herrn Gillers leicht kratziger Bierbass war genau richtig. Hinterher war wieder Fernsehballett.
Das schenk ich allen Fans von Moby-Dick zu Weihnachten. So wesensfremd können Melville und Ringelnatz ja nicht gewesen sein. – Halleluja mitsammen.
Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Daddeldu
Die Springburn hatte festgemacht
Am Petersenkai.
Kuttel Daddeldu jumpte an Land,
Durch den Freihafen und die stille heilige Nacht
Und an dem Zollwächter vorbei.
Er schwenkte einen Bananensack in der Hand.
Damit wollte er dem Zollmann den Schädel spalten.
Wenn er es wagte, ihn anzuhalten.
Da flohen die zwei voreinander mit drohenden Reden.
Aber auf einmal trafen sich wieder beide im König von Schweden.
Daddeldus Braut liebte die Männer vom Meere,
Denn sie stammte aus Bayern.
Und jetzt war sie bei einer Abortfrau in der Lehre,
Und bei ihr wollte Kuttel Daddeldu Weihnachten feiern.
Im König von Schweden war Kuttel bekannt als Krakehler.
Deswegen begrüßte der Wirt ihn freundlich: »Hallo old sailer!«
Daddeldu liebte solch freie, herzhafte Reden,
Deswegen beschenkte er gleich den König von Schweden.
Er schenkte ihm Feigen und sechs Stück Kolibri
Und sagte: »Da nimm, du Affe!«
Daddeldu sagte nie »Sie«.
Er hatte auch Wanzen und eine Masse
Chinesischer Tassen für seine Braut mitgebracht.
Aber nun sangen die Gäste »Stille Nacht, Heilige Nacht«,
Und da schenkte er jedem Gast eine Tasse
Und behielt für die Braut nur noch drei.
Aber als er sich später mal darauf setzte,
Gingen auch diese versehentlich noch entzwei,
Ohne daß sich Daddeldu selber verletzte.
Und ein Mädchen nannte ihn Trunkenbold
Und schrie: er habe sie an die Beine geneckt.
Aber Daddeldu zahlte alles in englischen Pfund in Gold.
Und das Mädchen steckte ihm Christbaumkonfekt
Still in die Taschen und lächelte hold
Und goß noch Genever zu dem Gilka mit Rum in den Sekt.
Daddeldu dacht an die wartende Braut.
Aber es hatte nicht sein gesollt,
Denn nun sangen sie wieder so schön und so laut.
Und Daddeldu hatte die Wanzen noch nicht verzollt,
Deshalb zahlte er alles in englischen Pfund in Gold.
Und das war alles wie Traum.
Plötzlich brannte der Weihnachtsbaum.
Plötzlich brannte das Sofa und die Tapete,
Kam eine Marmorplatte geschwirrt,
Rannte der große Spiegel gegen den kleinen Wirt.
Und die See ging hoch und der Wind wehte.
Daddeldu wankte mit einer blutigen Nase
(Nicht mit seiner eigenen) hinaus auf die Straße.
Und eine höhnische Stimme hinter ihm schrie:
»Sie Daddel Sie!«
Und links und rechts schwirrten die Kolibri.
Die Weihnachtskerzen im Pavillon an der Mattentwiete erloschen.
Die alte Abortfrau begab sich zur Ruh.
Draußen stand Daddeldu
Und suchte für alle Fälle nach einem Groschen.
Da trat aus der Tür seine Braut
Und weinte laut:
Warum er so spät aus Honolulu käme?
Ob er sich gar nicht mehr schäme?
Und klappte die Tür wieder zu.
An der Tür stand: »Für Damen«.
Es dämmerte langsam. Die ersten Kunden kamen,
Und stolperten über den schlafenden Daddeldu.
Der Fall Moby Dick
Relaunch 15. Dezember 2006:
Im Hannoveraner Comic-Magazin Ilsemann, heute nur noch bekannt im Zusammenhang mit RRAAH!, erschien irgendwann in den 1990er Jahren eine zweiseitige Geschichte mit der Rottecker Katze von Karsten Weyershausen – das ist der mit dem Horst –, die mit Elementen aus Moby-Dick und Black Series spielt.
Zur Version, die ich unten ungekürzt präsentieren darf, sagt der Künstler:
Ich hab die Seiten damals mit einer Schmuckfarbe versehen, konnte die Dateien aber lange Zeit nicht finden – bis gestern. Diese Version bedeutet also quasi eine Erstveröffentlichung.
Premiere auf Moby-Dick 2.0 – wir machen uns. Der Fall Moby Dick ist somit an dieser Stelle die erste und bis auf weiteres einzige Veröffentlichung seiner selbst. Danke an den Vereinskollegen!
Kwal, der
Loomings cont.
Zum Werke, das wir ernst bereiten,
Geziemt sich wohl ein ernstes Wort;
Wenn gute Reden sie begleiten,
Dann fließt die Arbeit munter fort.
Aber das ist ja gar nicht von Ringelnatz. Das schon:
Hafenkneipe
In der Kneipe “Zum Südwester”
sitzt der Bruder mit der Schwester
Hand in Hand.
Zwar der Bruder ist kein Bruder,
doch die Schwester ist ein Luder
und das braune Mädchen stammt aus Feuerland.In der Kneipe “Zum Südwester”
ballt sich manchmal eine Hand,
knallt ein Möbel an die Wand.Doch in jener selben Schenke
schäumt um einfache Getränke
schwer erkämpftes Seemannsglück.
Die Matrosen kommen, gehen.
Alles lebt vom Wiedersehen.
Ein gegangener Gast sehnt sich zurück.Durch die Fensterscheibe aber träumt ein Schatten
derer, die dort einmal
oder keinmal
abenteuerliche Freude hatten.




































































