Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Archive for the ‘Meeresgrund’ Category

Mariä Weltumsegelung

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Anahita Zarineh Paul, 31. Juli 2011

Das Facebookianum: In Bayern ist heute Feiertag.

Anahita Zarineh Paul, 31. Juli 2011

Egal… Wenn du lange genug nach Osten fliegst, kommst du nach Westen.

Dagobert Duck zum fliegenden Teppich,
in: Onkel Dagobert und der fliegende Teppich,
i.e. Rug Riders in the Sky, 26. Dezember 1963,
Melzer-Übersetzung.

Anahita Zarineh Paul, 31. Juli 2011

Wir lagen noch immer im heimischen Bett
Mit ausgestreckten Knochen.
Wir rieben uns aus den Augen den Schlaf,
Und haben gähnend gesprochen:

»Die Welt ist rund. Was nützt es am End’,
Zu schaukeln auf müßiger Welle!
Der Weltumsegler kommt zuletzt
Zurück auf dieselbe Stelle.«

Heinrich Heine: Unsere Marine. Nautisches Gedicht, in: Zeitgedichte, Mai 1844.

Anahita Zarineh Paul, 31. Juli 2011

Weltumseglerinnenbilder: Anahita Zarineh Paul: 1; 2; 3; 4, 31. Juli 2011.

Written by Wolf

15. August 2012 at 3:51 pm

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The whiteness of the abundant marine resource

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Update zu Elkes Kapitel 41: Dreh es o Seele:

Es sind wohl die ersten Fotos und Videoaufnahmen eines solchen Meeressäugers überhaupt. Wissenschaftler und Artenschützer haben im Nordpazifik einen komplett weißen erwachsenen Schwertwal-Bullen aufgespürt. Vermutlich handele es sich um einen Albino, berichtete die österreichische Artenschutz-Agentur Shifting Values über die Entdeckung des Far East Russia Orca Projects (FEROP). Erwachsene Albinos seien unter den Walen selten, weil sie empfindlicher für Sonnenbrand seien und schlechter sehen könnten. Dadurch seien sie etwa auf der Jagd nach Beutetieren im Nachteil, was letztlich auch ihre Lebenserwartung schmälere.

Das Team der Universitäten Moskau und Sankt Petersburg hatte den weißen Orca schon vor einiger Zeit vor den russischen Kommandeurinseln gesichtet. Wegen seiner hoch aufragenden weißen Rückenflosse tauften die Experten ihn Iceberg (Eisberg). Der Schwertwal lebt in einer Schule mit zwölf weiteren Orcas. Icebergs Familie sei einer von 61 identifizierten Sozialverbänden in der Region, erläuterte die Agentur. Die meisten davon seien ortstreue Familien, die sich ausschließlich von Fisch ernährten.

“In vielerlei Hinsicht ist Iceberg ein Symbol für alles Unverfälschte, Wilde und Außergewöhnliche, was da draußen im Ozean noch darauf wartet, entdeckt zu werden”, sagte FEROP-Co-Direktor Erich Hoyt. “Die Herausforderung besteht darin, das Meer intakt zu halten, so dass solche Überraschungen immer wieder möglich sind.” Icebergs Heimat gehört zum größten russischen Meeresschutzgebiet. Artenschützer fordern eine Ausweitung der Schutzzone, um die dort lebenden Tiere vor der zunehmenden Öl- und Gasförderung in der Region zu schützen.

Bei Walen und Delfinen gebe es nur vereinzelte Sichtungen erwachsener Albinos, erläuterte Shifting-Values-Gründer Nicolas Entrup. Die fehlende Pigmentierung der Haut mache die Tiere unter anderem anfälliger für Hautkrebs. Mehr zu schaffen mache ihnen ihre verminderte Sehfähigkeit, die bei vielen Albinos das Leben deutlich verkürzen dürfte. Die Meeressäuger sind für die Jagd auf gute Augen angewiesen. Alternativ kann auch eine Genmutation namens Leuzismus zu fehlenden Pigmenten führen. Beim Leuzismus fehlen die pigmentbildenden Zellen komplett, während sie beim Albinismus nicht in der Lage sind, Pigmente zu bilden.

Schwertwale leben gewöhnlich in stabilen Familienverbänden. Dabei haben sich zwei Lebensweisen herausgebildet: Sesshafte Orca-Gruppen sind mit etwa acht Tieren größer und haben sich auf Fischschwärme als Nahrung spezialisiert, die sie bei der gemeinsamen Jagd einkreisen. Wandernde Schwertwal-Gruppen sind kleiner und jagen andere Meeressäuger. Sie bestehen typischerweise aus nur drei Tieren.

Diese beiden Orca-Typen seien so verschieden, dass sie kaum mehr als das äußere Erscheinungsbild verbinde, erläuterte Entrup. Das müsse bei den Schutzbemühungen berücksichtigt werden. Schwertwale nähmen als größte Vertreter der Delfinfamilie die wichtige Funktion der Großjäger im Nahrungsnetz des Meeres ein.

Ein Orca, so weiß wie ein Eisberg in: Die Zeit, April 2012.

Woraus wir lernen: Weiße Wale, zumindest die der Sorte Orca-Schwertwal, sind im Gegensatz zu Haien nicht nur anfällig für Krebs, sondern sogar für Sonnenbrand. Wer sich monate- und jahrelang damit beschäftigt, wie wehrhaft so ein blasses Ungeheuer sein kann, traut ihnen das gar nicht zu. Wer seinen Gelderwerb darin sieht, ein Land mit Walhappen zu versorgen, das seine eigenen Wale nur noch “zu wissenschaftlichen Zwecken” jagen darf (und Wale immer noch für Fische hält), offenbar auch nicht. Bitte unterzeichnen Sie gegen die letztere Frechheit:

Every year in Iceland, thousands and thousands of critically endangered fin whales are killed for their meat, by an Icelandic whaling company, called Hvalur. Kristjan Loftsson, the big boss of Hvalur exports this whale meat to Japan, where it is considered tastier than Minke whale meat.

However, there is a dying market for whale meat in Japan. If every single one of us can sign this petition, then we could help end this cruel slaughter forever.

The following statement was said by Kristjan Loftsson: Whales are just another fish for me, an abundant marine resource, nothing else.

So, if you would like to end the whale slaughter in Iceland, then please sign this petition.

Klaus Jost, Weißer Wal. Mauergraffiti

The whiteness of the abundant marine resource ist ein Gemeinschaftsartikel
aufmerksamer Moby-Dick™-Leser:
Der weiße Orca wurde gesichtet von Archegonus;
die Petition wird nachdrücklich empfohlen von der Wölfin;
das Bild stiftete Klaus Jost. Endlich passt es zum Thema.

Danke an alle!

Written by Wolf

1. May 2012 at 12:01 am

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München unterm Meer: Das nächste Mal musst du mitkommen

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Update zu Sunk by something big, mythological, and white:

Adolphe SaalfeldIn diesen Minuten vor einhundert Jahren müsste die RMS Titanic unter Wasser mitten auseinandergebröselt sein. An Bord außer 1500 Todesopfern: Adolphe Saalfeld, geboren 1865 in Deutschland, gestorben Samstag, 5. Juni 1926 in Kew Gardens, Surrey. Grab in Section B, Row 30, Position 30, Hoop Lane Cemetery, Golders Green, London.

Dear [Wifey?], Thanks for your letter. I just had an hours roaming abt. on this wonderful boat together with Paul. I like my cabin [C-106] very much. It is like a bed-sitting room & rather large. I am the first man to write a letter on board, they are still busy to finish the last touches onboard. Au revoir in Whitweek please God! Love to you all! And a Kiss for you!

Nach Spink Smythe.

Nach den seit 1985, als das Wrack überhaupt entdeckt wurde, geretteten Dokumenten war Adolphe Saalfeld der erste, der altmodischerweise einen Brief von Bord schrieb, alle anderen nutzten Telegraphie, wenn sie schon mal verfügbar war. Außerdem ist der Mann offenbar die einzige Gewähr dafür, dass auf der Titanic Münchner Spatenbräu nicht nur ausgeschenkt (bestehende Speisekarten verzeichnen “Iced draught Munich Lager Beer”), sondern sogar angenommen wurde: Er habe Suppe, Schollenfilet und Lammkotelett mit Blumenkohl “mit einem großen Spaten-Bier runtergespült”.

Nach allen online auffindbaren Quellen hat der deutschstämmige Herr Saalfeld an seine Frau Gertrude tatsächlich abwechselnd auf Deutsch und Englisch geschrieben. Nach Amerika war er unterwegs, um sein Parfümgeschäft chemists and distillers Sparks, White, and Co. Ltd. von England auszuweiten. Beim Zusammenstoß with dem meistverdammten Eisberg der Welt hielt er sich gerade im Rauchersalon auf. Bei seiner Evakuierung über Rettungsbbot Nr. 3 ließ er in der Kabine seine Parfümmuster zurück, steckte aber noch eine Speisekarte ein. Für den kurzen Rest seines Lebens wurde der bis dahin vermutlich recht gestandene Geschäftsmann (Auswanderung, globaler Handel) von der Katastrophe verfolgt: Er litt an Schlafstörungen und ließ sich nächtens von seinem Chauffeur umherfahren. Seine Dependance in Manchester gab er auf, 1954 erlosch sie ganz.

Saalfelds Frau Gertrude folgte ihm am 27. April 1929 ins Grab. 2000 wurde sein Parüm “Lily of the Valley” gehoben. Die Erlöse aus den Verkäufen des Nachbaus sollen seine kanadischen Nachfahren bei einer Biographie unterstützen.

Nichts davon sagt etwas über die Qualität von Spaten-Bier aus.

A. Saalfeld & Co., Manchester, Floral Otto Lily of the Valley

Siehe auch:

  • Contract Ticket List, White Star Line 1912 (National Archives, New York; NRAN-21-SDNYCIVCAS-55[279]);
  • Names and Descriptions of British Passengers Embarked at the Port of Southampton, 10 April 1912 (PRO London, BT 27/780B);
  • List or Manifest of Alien Passengers for the United States Immigration Officer At Port Of Arrival (Date: 18th-19th June 1912, Ship: Carpathia) – National Archives, NWCTB 85 T715 Vol 4183;
  • The Mail on Sunday (UK), 8 April 2001, Eau de Titanic;
  • RMS Titanic, Inc, Press Release, 21 June 2000, Carpathia – ‘The Most Famous Rescue Ship In the World';
  • David Pybus (2001) Adolphe Saalfeld & The History of Perfume.

Saalfeld-Portrait: Rebecca Camber: Titanic survivor’s lost scents are finally uncovered, Manchester Evening News, 10. April 2004;
Parfümprobe: Maiglöckchenduft, Spiegel 30. März 2012.

Written by Wolf

15. April 2012 at 12:01 am

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Wale machen Wind für saubere Energie

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Update zu Sushiideen und Designer retten schützen gewinnen:

Dass mir das wieder nicht eher aufgefallen ist. Volker Strübing slammt und verströmt grundsympathisches Air im Übermaß: am Sonntag, den 11. März 2012 im Substanz. Zum Anfixen verlautet ungekürzt sein:

Maßnahmen zur Weltrettung – Heute: Ressource Wal in: Schnipselfriedhof, 19. Februar 2012:

Hinsichtlich des kürzlich vor Belgien gestrandeten Pottwals Teofiel, der jetzt zu Biodiesel verarbeitet werden soll, stellt sich natürlich sofort die Frage, inwieweit Wale zukünftig einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten können. Allein der aus diesem Tier gewonnene Brennstoff liefert immerhin genug Strom, um 14 Haushalte ein Jahr damit zu versorgen. Beim Wal handelt es sich also um einen nachwachsenden Rohstoff von großem ökonomischen und ökologischen Potential.

Volker Strübing, Wale machen Wind für saubere EnergieInsbesondere sei hierbei darauf hingewiesen, dass die Gewinnung von Bio-Diesel aus Walfett gegenüber dem Anbau herkömmlicher Energiepflanzen wie Raps, Soja oder Ölpalmen den Vorteil hat, das weder Regenwälder gerodet, noch eigentlich für den Nahrungsmittelanbau nötige Ackerflächen umgewidmet werden müssen. Die beiden großen Probleme der Biobrennstofferzeugung wären elegant umgangen, kein Baum müsste für Waldiesel sterben, kein Teller bliebe leer – außer vielleicht in Japan, Island und Norwegen, aber der Verzehr von Walfleisch in diesen Ländern stellt ohnehin eine untolerierbare Barbarei dar. Die gutmütigen und intelligenten Riesen sind viel zu schade zum Essen.

Schon einmal zeigten sie, welches Potential in ihnen steckt. Im 19. Jahrhundert gab es in mehreren europäischen Großstädten eine öffentliche Straßenbeleuchtung mit Waltranlaternen. Aufgrund der Ruß- und Geruchsproblematik, der geringen Lichtausbeute und gewisser logistischer Schwierigkeiten, die allabendliche Betankung und Entzündung betreffend, sind diese natürlich keine ernstzunehmende Alternative zur elektrischen Straßenbeleuchtung mehr.

Die Umwandlung von Walen, diesen ebenso liebenswerten wie energiereichen Meeressäugern in Biodiesel hingegen stellt eine zeitgemäße Art dar, unseren flossenbewährten Freunden einen angemessenen Platz im nachhaltigen, umweltschonenden und ethisch korrekten Energiemix der Zukunft zuzuweisen. Denkbar ist zum Beispiel die Verwendung des Waldiesels zum Betrieb riesiger Ventilatoren, die direkt vor Windkraftanlagen aufgestellt werden, um drohende Spannungsabfälle an windarmen Tagen zu vermeiden, und so die Windenergie berechenbarer und handhabbarer zu machen.

Für die nötige Akzeptanz in der Bevölkerung würde eine Imagekampagne der Windparkbetreiber sorgen. Ich seh sie schon vor mir: Ein lächelnder Comicwal, der in eine Spielzeugwindmühle pustet und dazu der Spruch: Wale machen Wind – für saubere Energie.

Natürlich ist es dafür entscheidend, eine dauerhaft ausreichende Versorgung mit den gemütlichen, hübsche Lieder singenden Moppelchen der Meere sicherzustellen. Zu Zeiten der Waltranbeleuchtung ging man leider etwas achtlos mit der Ressource Wal um, weshalb die Waljagd heute nicht mehr ausreichen kann, die benötigten Walmengen bereitzustellen. Und auf gelegentliche verirrte Strandwale zu warten, kann auch nicht die Lösung des Problems sein. Die gute Nachricht ist, dass für ein Land wie Deutschland schon die vergleichsweise kleine Zahl von 1,2 Millionen Pott- oder sogar nur 0,7 Millionen Blauwalen ausreicht, um sage und schreibe 12,3 Prozent des Gesamtenergiebearfs zu decken.

Alternativ ließe sich dieselbe Menge auch durch Verdieselung des dicksten Viertels der US-amerikanischen Bevölkerung erzielen, allerdings gilt diese Bevölkerungsgruppe in Amerika als strategische Energiereserve für den Fall eines arabischen Ölembargos. Die Ausfuhr stark übergewichtiger Amerikaner, auch ins befreundete Ausland unterliegt daher strengen Beschränkungen.

Die Walversorgung muss daher mittels Walfarmen sichergestellt werden. Zum Glück sind Wale, diese tot auf dem Strand liegend so rührend hilflos wirkenden, im Wasser aber sehr agilen und eleganten Giganten, sehr gesellige Tiere, wie geschaffen für die massenhafte Haltung in relativ kleinen Unterwasserkäfigen in Nord- und Ostsee.

Darüber hinaus könnte die Walzucht auch dem Tourismus in der Region neue Impulse geben. Insbesondere Massenschlachtungen in kleinen Buchten wären ein Besuchermagnet, der viel geld in chronisch unterentwickelte Regionen bringen würde. Gegen eine entsprechende Gebühr etwa könnte der Tourist sich einen der lustigen Gesellen reservieren lassen und ihn mithilfe einer Art Speer vom Ruderboot aus höchstpersönlich seiner höheren Bestimmung im Rahmen der Energiewende zuführen. Denkbar sind ferner unvergesslich romantische Hochzeitsfeiern. Denken Sie nur an das Hochzeitsfoto: Der Ehemann im Smoking, bis an die Knie im Wasser stehend, dem tausend ausblutende Moby Dickerchens die Farbe der Liebe verliehen haben, auf den Händen die Braut im weißen Hochzeitskleid, Sonnenuntergang, das ganze Programm halt, wenn ich nochmal heirate, dann nur so.

Selbstverständlich sind vorher noch einige Vorbehalte seitens von falsch verstandener Tierliebe geleiteter sogenannter „Walschützer“ auszuräumen. Hierbei ist vor allem darauf hinzuweisen, dass Wale, wenn sie denn wirklich so intelligent sind, wie allenthalben behautet, die ersten wären, die meinem Vorschlag zustimmen würden.

Es ist doch so: Der Wal steht vor einer historischen Entscheidung. Will er wie bisher fröhlich und gedankenlos in den Tag hineinleben, seine ulkigen Lieder pfeifen und auf das Aussterben warten? Oder ist er endlich bereit, Verantwortung für sich und den ganzen Planeten zu übernehmen und sich Seite an Seite mit seinem besten Freund, dem Menschen, dem Klimawandel und der Abhängigkeit von arabischem Öl und russischem Gas entgegenzustellen? Der Wal kann hierbei nur gewinnen. Der Mensch versorgt ihn mit Nahrung und gewährleistet seine massenhafte Vermehrung. Und wie schon andere Tierarten vor ihm – genannt seien das Schwein, die Kuh oder der Hund – käme der Wal in den Genuss einer durch planvolle Züchtung beschleunigten Evolution und stetigen Verbesserung. Sicher sind damit gewisse Einbußen an Lebensqualität und Freiheit verbunden, und auch die Aussicht, bei Erreichen der Volljährigkeit zu Diesel verarbeitet zu werden, mag nicht allzu erfreulich erscheinen, doch die Einsicht in die Notwendigkeit, der Stolz auf die eigene Rolle bei der Rettung des Planeten und das Wissen um die zahlreichen Vorteile für die eigene Spezies, wird den klugen und emfindsamen Trantönnchen die Unannehmlichkeiten versüßen.

Ich sage: Eine bessere Welt ist möglich. Wir haben die Wal. Denn wir haben den Wal!

Tori Mercedes Walls, i am a pirate you are a princess, 1. Januar 2011

Text & Bild: Volker Strübings & Andreas Krenzkes Schnipselfriedhof, 19. Februar 2012;
anderes Bild (mit Wind drin!): Tori “Mercedes” Walls: i am a pirate you are a princess, 1. Januar 2011.

Written by Wolf

10. March 2012 at 12:01 am

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Sauerlanditis

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Update zu From hell’s heart I stab at thee und Capturing Lafontainitis:

Klaus Jost denkt mal wieder mit und schickt uns:

Oliver Schmeer: OB Sauerlands und Kapitän Ahabs Wa(h)lkampf. Kommentar in: Der Westen, 25. November 2011, 19:36 Uhr:

Duisburg. „Armer Kapitän Ahab“. So verglich FDP-Ratsherr Wilhelm Bies Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Einer von einigen Sätzen in der Ratssitzung zum Abwahlverfahren, die eine Betrachtung wert sind.

Armer Kapitän Ahab. So verglich FDP-Ratsherr Wilhelm Bies Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Foto dapd

Kapitän Ahab. Legendär mit Gregory Peck verfilmt, hat man Herman Melvilles Romanfigur des einbeinigen Walfängers vor Augen, der bis zu seinem Untergang Moby Dick, den weißen Wal jagt, der ihm einst ein Bein abriss. Sturheit bis zur Verblendung.

„Armer Kapitän Ahab“: Die tragische Romanfigur spiegelte FDP-Fraktionschef Wilhelm Bies in der Ratssondersitzung am Donnerstag auf Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Ein – wenn auch harter – rhetorischer Volltreffer, aber kein Schlag – wie andere – unter die Gürtellinie. Ein Bild zudem, das Sauerland mit seiner Stellungnahme nach der Ratssitzung allzu offenbar bestätigte: Sein Moby Dick ist der politische Gegner. Allein dieses Freund-Feind-Denken, das Abtun der Abwahl als Kampagne gegen den ungeliebten CDU-Mann scheint ihn den Druck aushalten zu lassen. Sauerlands Sicht und auch die der CDU: Die „Roten“ wollen den „Schwarzen“ aus ihrem roten Rathaus, aus dem Amt jagen. Für die CDU ist Sauerland der gejagte Wal.

Shiko Derbyblue, Olive Oil Sings the Blues, 24. Mai 2011Die „Pequod“, Ahabs Walfangschiff, geht in Melvilles Roman unter. Keine Sorge, keine Dramatisierung: Das Schiff Duisburg wird nicht sinken. Doch der drohende Lager-Abwahlkampf wird die Stadt in schwere See bringen.

Kein Wort von Sauerland in seiner Reaktion, um was es bei dem Abwahlverfahren gegen ihn eigentlich geht, was Zigtausende hat das Bürgerbegehren unterschreiben lassen. Es ist die Loveparade, die politisch-moralische Verantwortung, die er hätte übernehmen müssen. Auch daran erinnerte FDP-Mann Bies. Und es geht um das Desaster nach der Katastrophe. Muss man wirklich an Pressekonferenzen, fragwürdige Gutachten, Leugnungen und Verleugnungen, an verbale Fehltritte erinnern?

Stattdessen: Wagenburg, Legendenbildungen. Spaltung der Stadt. Lähmung. Die Loveparade-Katastrophe wird zur nicht heilenden Wunde Sauerland. Auch fraglos für den Betroffenen selbst – trotz aller Bekundungen der Gelassenheit. Natürlich ist der Abwahlkampf nunmehr auch zum Kampf um die Macht im Rathaus geworden. Das politische Leben schaukelt sich hoch. All das hätte nicht sein müssen.

Auch das: Linke lobt die Verdienste des OB

In der Ratssitzung fiel ein weiterer bemerkenswerter Satz: „Sauerlands Verdienste als Oberbürgermeister gerade in der Anfangszeit sind unbenommen.“ Das sagte ausgerechnet Linken-Fraktionschef Hermann Dierkes. In der Tat: Aufgebrochene Verkrustungen mit Sauerlands Amtsantritt nach jahrzehntelanger SPD-Herrschaft, frischer Wind im Rathaus, neue Gesichter an Schaltstellen, Aufbruch namentlich in der Innenstadt, neue Attraktivität für Investoren. Alles richtig und unbenommen. Nur darum geht es längst nicht mehr.

Ein dritter Satz aus der Ratssitzung: „Ich bitte Sie, keine Gräben aufzureißen, die wir nur schwer wieder zuschütten können“, appellierte Stadtdirektor Peter Greulich. Der Satz ging im Tumult unter. Man hört sich nicht mehr zu. So richtig die Mahnung ist, auch sie kommt zu spät. Zu groß das Misstrauen zwischen Politik und Verwaltung, zu heftig die gegenseitigen Schuldzuweisungen, Verdächtigungen, Mutmaßungen.

Ein letzter Satz aus dem Rat, der fatal klingt, zweifelsohne zwiespältig ist, aber dennoch brachte Linken-Chef Dierkes das Duisburger Dilemma auf den Punkt: „Für die Stadt wäre nichts gewonnen, wenn Sauerland das Abwahlverfahren gegen zigtausende Bürger überstehen würde.“

Danke an den Westen, das Portal der WAZ Mediengruppe für Text & Bild (dapd),
Shiko Derbyblue für das Techno-Girl Olive oil Sings the Blues, 24. Mai 2011
und an Klaus Jost für die Aufmerksamkeit!

Written by Wolf

28. November 2011 at 8:01 am

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Du singst, waaßt eh, dei Schmoizmelodie

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Update zu Walgesang in seiner Sprache:

Auf geht’s, mitten in’ Himmel eine,
In a neiche Zeit, in a neiche Welt. [...]
Nicht traurig sein, naa naa, is kaa Grund zum Traurigsein.
I wer’ singen, ich wer’ lachen, ich wer’ “des gibt’s net” schrei’n,
i wer’ endlich kapiern, ich wer’ glücklich sein.

Wer hätte das geglaubt, dass Ludwig Hirsch sterben kann? Der Mann war doch selber der Todesengel.

Man konnte viel gegen ihn einwenden. Das Sonderbare ist: Niemand hat es getan. Er passte nicht in die Zeit, in gar keine. Für einen Liedermacher zu schmalzig, für einen Schnulzensänger zu gemein. Sein Gesamtwerk besteht aus hinterkünftig hereinschleichenden Engelsmelodien mit Texten, aus denen nie alle lebendig rauskommen.

Seine erste Platte sollte aus elf Watschn bestehen, die er denen zurückgab, die es verdienten. Was folgte, war federbettweiche Gemeinheit, zugleich knüppelharter Trost. Jeder erinnert sich, wann und unter welchen Umständen er Ludwig Hirsch begegnet ist, diese Samtstimme war so eindeutig wie eindrucksvoll. Vielleicht ist ihm nicht jeder verfallen, aber keiner ist ihm ausgekommen.

Man lernte von ihm: Nein, du musst nicht cool bleiben, wenn dein Gefühl stärker wird als du; du musst nicht stark tun, wenn du etwas Größeres triffst. Du darfst dich einlullen lassen von einem, der das drauf hat, du darfst sogar zusammenzucken, wenn er dich hinterher zwickt. Dann schau genau nach, ob er das böse meint oder ob du ein Stück Weisheit davon mitnehmen kannst. Du darfst weinen. Du darfst lachen. Wenn dir danach ist, auch gleichzeitig. Aber wenn du kannst, sollst du deine Worte wählen. Wer eine Platte von Ludwig Hirsch besitzt, braucht keine andere mehr, die eine trägt bis zum Tod. Woanders endet sowieso keiner.

Hat schon mal jemand Ludwig Hirsch hergegeben, ohne ein Backup davon zu behalten? Man braucht sie alle, glaubt man alsbald. Ungestützt fällt mir genau ein Lied von ihm ein, in dem keiner der Handelnden gewaltsam zu Tode kommt, das ist sein Gel du mogst mi — sein breitenwirksamer Hit, ein Elvis-Cover, 1983 (na gut, in erkennbaren Watschnliedern wie I kann auf meiner Wampn Motorradl fohrn stirbt auch nicht direkt einer). Es war das zum Anfixen allzu lebenszugewandter Jünglinge und vor allem Madln, denen noch nicht klar ist, worauf das alles hinausläuft. Eins zum Tanzen, Anfassen und Flachlegen. Wer erst mal weiterhörte, begriff unmittelbar den Zusammenhang von Liebe und Tod, und dessen Schönheit gleich mit: Es tut nicht weh. Sowas können nur Österreicher.

Ja, das kann nerven, diese ewige Todessehnsucht im Wiener Lied, dieses ständige mondsüchtige Taumeln auf ein Seidenkissen zu, um nur ja nicht mehr mühsam aufstehen zu müssen. Junge Leute sollten mit ihrer besten Lebenszeit etwas anderes vorhaben als sie mit luxuriösem Totentanz und morbidem Getändel hinzubringen. Der Flirt mit der eigenen Gruft findet immer zur Unzeit statt, die wird einen schon auffinden — und wer schon mal jemanden erlebt hat, der sterben muss, obwohl er leben will, kann sich schwer etwas noch Frivoleres ausdenken, als den Tod mit seiner Poesie zu besingen. Sich mit der eigenen Endlichkeit abfinden, ist das nicht am Ende — und vor allem so lange davor — schon zynisch?

Kann sein; es gibt Argumente. Bei Ludwig Hirsch haben die Leute wenigstens ernsthafte Sorgen, gestorben muss werden. Meistens wissen sie es lange vorher und haben viel Zeit, es verdammt noch mal hinzunehmen, die unvermittelten verdienen es nicht anders. Ein Problem schien er immer mit Vätern zu haben — die den Kindern im Tode vorausgehen, für die hörbar eine große Liebe in ihm lebte (wofür es würdigere Belege gibt als Spuck den Schnuller aus). Wenn das Gras hoch steht, muss es geschnitten werden, damit das junge nachwächst. Daran ist nichts Befremdliches, es lässt sich in ein Schlaflied fassen, und es sitzt alles und stimmt und ist so wahr wie das Leben selber.

Einmal, ungefähr mit siebzehn, hab ich angefangen, einen Brief an ihn zu schreiben. Bei mir muss da schon was kommen, ich bin nicht so der Groupie-Typ, und jetzt wäre es Fanpost geworden; ich war besoffen. In meinem Jungszimmer saß ich bei einem Kasten Bier, Kulturgut draufschaffen, was Siebzehnjährige halt so mit ihren Samtagabenden machen. Da ging mir — ich glaube, es war unter dem Eindruck der Landluft und der Traurige Indianer — unfreundliche Kellner — die enorme, dabei lebensnützliche Schönheit dieses selbst im Österreichischen monolithisch dastehenden Schaffens auf sowie eine Ahnung, dass ich mir mit diesem Manne was zu sagen haben könnte. In dieser Nacht drehte sich mein Weltverständnis ein Stück weiter, dafür war die Sauferei in Wechselwirkung mit der psychogenen Musik gut. Im Morgenlicht fand ich auf meinem Schreibtisch ein schlimmes Gekrakel, das ich am allerwenigsten jemandem zumuten mochte, dem ich Respekt aussprechen wollte. Es wäre um die Bedeutung seiner Musik für die Welt und speziell für mich gegangen — nichts, was er von anderen noch nicht genügend und nüchterner erfahren hätte.

So ist es mal wieder der Todesfall eines mir persönlich unbekannten Menschen, der mir mehr ausmacht, als er müsste: Wenn dieser Mann sterben kann, dann meinen sie’s ernst. Er hat uns gewarnt, mit allen seinen fünfundzwanzig Platten, mit seinen Büchern und seinen Auftritten in seltenen Filmen, öfter am Theater, immer wie der Tod persönlich, leicht zerzaust, aber sobald er den Mund aufmachte, mit einer echten Botschaft, und bei dieser Stimme konnte man nun wirklich nicht mehr weghören. Bei ihm war Lage nie ernst, aber nicht hoffnungslos — bei ihm war die Lage immer hoffnungslos, aber hey, noch lange nicht ernst.

Das darf man jetzt nicht falsch auffassen, wenn wir es mal so formulieren, dass es eigentlich schon immer so war, als sei dieses Lebenssinn stiftende, quicklebendig anwesende Mannsbild schon immer tot gewesen. Dafür wird es immer so sein, als ob er noch lebt. Die Frage von oben bleibt: Hat schon mal jemand Ludwig Hirsch hergegeben, ohne ein Backup davon zu behalten? Es zählt zu den besten Sachen in dieser vom Stirb und Werde gezeichneten Welt, dass er da war.

Den Teufel werd ich tun und zum Nachrufen auf den Freund Hein unter den Musikpoeten Raffelvideos seiner eigenen Lieder herbeizerren, so passend viele — die meisten — auch wären: Wie viele Menschen haben aufgehört, den Tod, vor allem den eigenen, als fernes, ungreifbares Gespenst zu betrachten, sobald sie I lieg am Ruckn kannten? Wie viele Menschen haben über seine Sichtweise im skurrilsten aller Kurzwestern Billy, Bobby und Jack erst verstanden, was in jedem Western erzählt wird? Wie viele haben über sein Konzeptalbum Bis zum Himmel hoch erkannt, was die Mordgeschichten im Alten Testament mit dem verständigen Heranwachsen von Kindern zu tun haben — und zwar erst, dafür dann umso schlagender, wenn das letzte Lied ins Schloss schnappt? Wie selbstverständlich ist es nach der Kenntnis einer beliebigen ganzen Platte von ihm geworden, eigentlich nur noch unter Tränen zu lachen? Ist ein Glück ohne das heilige Flennen, das man von Komm, großer schwarzer Vogel kriegt, überhaupt denkbar? Wie viele Menschen haben sich genau damit schon über einen Todesfall getröstet? Wie viele davon erfolgreich?

Und wie nah hat er sich selber an dem interpretationsbedürftigen, nur mutmaßlich todessehnsüchtigen Anstaltsinsassen aus dem traurigsten und hoffnungsfrohesten Vogellied der Welt orientiert, und wie viel sagt uns das über den Ernst makabrer Späße und wie viel über die Nähe der Poesie zu tödlichen Vorgängen, als er sich gestern, mit 65, aus dem Krankenhausfenster gestürzt hat?

Man muss auch mal merken, wann es Zeit ist, die Klappe zu halten. Herrgott, Ludwig Hirsch ist tot. Kann danach noch jemand sterben?

~~~\~~~~~~~/~~~

A geh, weil’s eh scho wurscht is: Nochmal sein alttestamentarisches Waltriptychon Jonas I/In deiner Sprache/Jonas II, bis jetzt legal anklickbar in: In meiner Sprache, 1991.

Written by Wolf

25. November 2011 at 8:23 am

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Free Rupert!

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Update zu Sushiideen
und Designer retten schützen gewinnen:

Wenn etwas im Argen liegt, so gehen Franzosen zur Verantwortlichen und machen ihr Komplimente. Schweizer gehen zum Verantwortlichen und jammern ihm was vor. Deutsche gehen zu irgendwem und drohen mit der Gerichtsbarkeit.

Angi, Free RupertÖsterreicherinnen — und ich beziehe mich hier auf Angelika Huber — gehen in eine irische Kneipe — und ich beziehe mich hier auf das Jurys Inn zu Galway — und gründen eine Facebook-Gruppe: Free Rupert!

Rupert mag ja bloß ein oller Goldfisch sein. Fakt ist: Die Lebenserwartung oller Goldfische liegt zwischen 25 und 30 Jahren. Das allerdings nur bei artgerechter Haltung. Von einer solchen kann in Ruperts Fall nicht einmal ansatzweise die Rede sein. Die arme Kreatur fristet ihr Dasein in einem etwas zu groß geratenen Cognacschwenker. Und das in der Lobby des Jurys Inn in Galway, Irland — einer Hotelkette, die sich eine “Enviromental Policy” auf ihre Fahnen heftet. Mit der Umwelt verantwortungsvoll umzugehen heißt allerdings nicht nur, morgens die Lichter abzudrehen und Handtücher ein zweites Mal zu benutzen.

Die Haltung von Fischen in Goldfischgläsern ist in Deutschland und Österreich sowie auch in der Schweiz gesetzlich verboten. Das heißt, nach den Bestimmungen sind die Tiergehege so einzurichten, dass die Tiere, je nach ihren arteigenen Bedürfnissen, sich fortbewegen, fressen und trinken, sich verstecken und ruhen sowie ihr Komfortverhalten ausüben können. In Goldfischkugeln ist dies offensichtlich nicht möglich.

Bitte beitreten. Es winken — noch! — dreistellige Mitgliedsnummern, Basisdemokratie zum Anfassen, eine sehr freundliche Österreicherin — und für jeden, der mir nachweist, dass er sich aktiv für Rupert engagiert, ein angemessener Buch- oder Tonträgerpreis.

Written by Wolf

9. August 2011 at 7:04 am

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Cetologie in schwedischen Wäldern

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Update zu Tjolahopp tjolahej tjolahoppsan sa:

Der Wal heißt Wal, weil er im Wald wohnt.

Allerneueste biolinguistische Erkenntnis, Mitte Juni 2011 (unbewiesen).

Es ist nicht das Meer, es ist kein Pottwal, und es ist kein Walplakat.

Es ist im Wald, es ist ein Blauwal, und es ist eine Tetra-Packung Milch.

Und dennoch: Der Wald birgt Wale, der Blauwal ist weiß, und die Milch ist höchstwahrscheinlich Jogurt.

Genau muss es unser treuer Leser Klaus Jost wissen, der hat nämlich den Wal in einem schwedischen Walde beobachtet und uns mitgeteilt:

Der Text ist natürlich belehrend und zieht seinen “Thrill” aus der Bemaßung des Blauwals und aus der Menge der vom Jungtier zu sich genommenen Milch (Nicht verwunderlich bei einer Molkerei). [...] Schließlich sind die Schweden ja nicht so begeistert maritim, ich erinnere an den Stapellauf der “Vasa” seinerzeit.

Der Text, er lautet:

Havets mjölkälskare

Klaus Jost, Cetology in Swedish Forests close, Juni 2011Gillar du mjölk? Hur du än gör kan du aldrig få i dig lika mycket som en blåvalsunge. För då spricker du. Blåvalens ungar får nämligen i sig uppemot 500 liter mjölk om dagen. Mjölken från mamman är fet som grädde. En blåvalsunge väger ungefär 3000 kilo vid födseln och ökar i vikt med omkring 100 kilo varje dag.

En vuxen blåval kan bli över 30 meter lång och är det största djur som har funnits på vår planet. Bara tungan kan väga lika mycket som en elefant. Och valens hjärta väger lika mycket som en bil. Hjärtat behöver vara stort för att kunna pumpa ut blod i den enorma kroppen.

Gillar krill

Blåvalarna trivs bäst i vattnen kring Arktis och Antarktis och lever på krill, en sorts små räkor. I en enda mun kan blåvalen ta in tillräckligt med krill för att fylla en swimmingpool.

Und weil der Kollege Jost da oben weder zum Walfang noch zum Vorkauen dessen weilt, was der interessierte Freund schwedischer Molkereiprodukte sich ohne weiteres herbeigoogeln kann,

[könnte er] eine exakte Übersetzung [...] liefern, jedoch erscheint es mir nicht nötig, da Sie ja über ein gewisses sprachliches Rüstzeug verfügen. Vieles lässt sich ableiten, bekanntermaßen hat das Schwedische lediglich die 2. mittelhochdeutsche Lautverschiebung nicht mitgemacht (glaub ich).

Ja, stimmt. Das hat der Google-Übersetzer allerdings auch nicht:

Sea Milchliebhaber

Mögen Sie Milch? Wie Sie dabei vorgehen können Sie nie in dir so viel wie ein blåvalsunge bekommen. Denn dann knacken. Blauwal Welpen kann nämlich selbst bis zu 500 Liter Milch pro Tag. Milch von der Mutter ist Fett als Sahne. Ein blåvalsunge wiegt etwa 3000 kg bei der Geburt und erhöht in Gewicht um etwa 100 Kilogramm pro Tag.

Ein ausgewachsener Blauwal kann 30 Meter lang überschreiten und ist das größte Tier, das auf unserem Planeten existiert hat. Nur die Zunge kann so viel wiegen wie ein Elefant. Und der Wal das Herz wiegt soviel wie ein Auto. Das Herz muss groß sein, um Blut in den riesigen Körper zu pumpen.

Wie Krill

Blauwale gedeihen in den Gewässern rund um die Arktis und in der Antarktis leben und sich von Krill, eine Art kleine Garnelen. In einem Blauwal Mund kann in ausreichend Krill zu ergreifen, um ein Schwimmbad zu füllen.

Klaus Jost, Cetology in Swedish Forests full, Juni 2011

Danke für Bilder und Originaltext, Herr Nachbar!

Written by Wolf

21. June 2011 at 12:01 am

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All the sufferings of these miserable men of the Essex

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Update zu Sehnsucht der harten ZDF-Kunden:

Unser aufmerksamer frei flottierender Mitarbeiter Klaus Jost meint: “Ist mal wieder KEINE Literatur, aber vielleicht doch mal interessant zu sehen, wie das Thema ins Doku-Tainment (das sind die mit den dramatischen Stimmen) umgesetzt worden ist.”

Morgen, am Dienstag, den 7. Juni 2011, von 15.55 Uhr bis 16.40 Uhr auf ZDFneo: Sommer der Entdeckungen: Moby Dick, der Killerwal:

Nemo65, Girl With Kitten, june, 1908Terra X dokumentiert ein einmaliges Drama der Seefahrtgeschichte: den Angriff eines 80-Tonnen-Wals auf ein Schiff. Bisher hatte man Herman Melvilles Abenteuerroman vom Killerwal für reine Fiktion gehalten. Es war daher eine Sensation, als man 1999 die The Loss of the Ship Essex, Sunk by a WhaleQuellen seiner Inspiration entdeckte: Tagebücher, die die unglaubliche, aber wahre Geschichte von Moby Dick erzählen. 1819 startet das Walfangschiff Essex in Nantucket an der Ostküste Amerikas zu einer dreijährigen Jagd auf den Pottwal und seinem kostbaren Öl. Doch mitten in der Unendlichkeit des Pazifiks werden aus Jägern Gejagte. Ihr Schiff wird zweimal von einem Meeresungeheuer gerammt und versenkt. Anders als in Melvilles Wal-Saga, beginnt die wahre Horrorfahrt erst mit dem Untergang der Essex: der 93-tägige Überlebenskampf von 20 Schiffbrüchigen. Nur acht Männer überleben den Todeskampf, weil sie eine grauenvolle Entscheidung treffen, die über das menschlich Vorstellbare hinaus geht. Killerwal Moby Dick stellt mit Hilfe von historischen Inszenierungen, Computer-Animationen, dokumentarischen Aufnahmen und historischem Archivmaterial die Schreckensfahrt der Essex und ihrer Besatzung nach und untersucht die Frage, unter welchen Umständen Menschen zu Kannibalen werden können. Darüber hinaus wird die einstige Weltmetrople des Walfangs, Nantucket, vorgestellt und realistische Einblicke in die brutale Arbeitswelt der Walfänger und die grosse wirtschaftliche Bedeutung des Walöls im 19. Jahrhundert vermittelt.

Das ist eine Dokumentation aus Deutschland von 2003, also offenbar jugendfrei bis kindergerecht. Ham Sie noch’n Fernseh?

Bild: Nemo65: Girl With Kitten, C.R. Tucker, Juni 1908.

Written by Wolf

6. June 2011 at 3:55 pm

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Überleben ohne Moby-Dick: The Two Brothers Sunk by No Whale

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Update zu Moby-Dick – The True Story und Bounty Day, Wal in Lee, Fayaway (beide von Elke und mit den nötigen Links):

Spiegel online: Hawaii: Taucher entdecken Wrack vom Moby-Dick-Jäger, 12. Februar 2011:

Kerry Gleason Speiel, Reuter, NOAAKapitän George Pollard wurde nicht vom Glück verwöhnt. Ein Wal versenkte im Jahr 1820 sein Boot “Essex”. Pollard und seine Crew trieben monatelange auf Beibooten über den Pazifik. Ihr Hunger zwang die Männer schließlich zum Kannibalismus; Pollard aß seinen verstorbenen Cousin. Der Kapitän überlebte, doch auch sein nächstes Schiff, die “Two Brothers”, sank. Es wurde am 11. Februar 1823 vor Hawaii von Korallenriffen aufgeschlitzt. [...]

188 Jahre blieb auch die “Two Brothers” verschwunden. Seit 2008 waren die Archäologen der NOAA dem Wrack auf der Spur. Hinter der Sandbank Shark Island erspähten sie zunächst einen mächtigen Anker. Danach kamen auch Schiffsaufbauten, Harpunen und Eisengeschirr zum Vorschein. Schließlich entdeckten die Forscher einen Trankessel – einen Pott also, in den Waltran abgelassen wurde. Die Geräte ließen sich auf die zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts datieren.

Den Beweis, dass es sich bei den etwa 80 Gegenständen um Überreste der “Two Brothers” handelt, habe die Bibliothek-Recherche gebracht, berichtet die NOAA: Aufzeichnungen der Crew zeigten, dass der Walfänger von George Pollard an der betreffenden Stelle vor den French Frigate Shoals gesunken sei. [...]

Pollard überlebte; einen Tag nachdem die “Two Brothers” gesunken war, nahm ihn ein anderes Schiff auf. Pollard gab die Seefahrt auf, er zog sich nach Nantucket zurück, wo er Nachtwächter wurde. 1852 besuchte ihn ein junger Schriftsteller namens Herman Melville, der gerade “Moby Dick” veröffentlicht hatte.

Bild & Text: Spiegel, Reuters, NOAA.

Written by Wolf

12. February 2011 at 4:49 pm

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Meuterei auf der Gorch Fock

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And great care is to be taken, by timely management, to avert an incontestable act of mutiny, and so prevent men from being roused, by their own consciousness of transgression, into all the fury of an unbounded insurrection. Then for the time, both soldiers and sailors are irresistible; as even the valour of Caesar was made to know, and the prudence of Germanicus, when their legions rebelled.

Herman Melville: White-Jacket, Chapter 85: The Great Massacre of the Beards,
published January 23, 1850.

Das updaten die anderen: zu Elkes Zwei Windjammer für eine Wasserleiche:

Die neuen Hinweise gehen auf Ermittlungen zurück, die der Wehrbeauftragte nach dem Tod einer 25-jährigen Soldatin im November 2010 eingeleitet hatte. Vergangene Woche sprach einer seiner Mitarbeiter zwei Tage lang in der Marineschule Mürwik in Flensburg mit von der “Gorch Fock”-Ausbildung zurückgekehrten Soldaten. Nun informierte Königshaus den Verteidigungsminister und die Fachpolitiker in einem dreiseitigen Brief über die beunruhigenden Erkenntnisse. Das Schreiben liegt SPIEGEL ONLINE vor.

Die Darstellungen der Soldaten zeichnen ein düsteres Bild der Zustände an Bord, nachdem die Soldatin Sarah S. im brasilianischen Hafen von Salvador de Bahia während der Segelvorausbildung beim Herunterklettern aus einem Mast aufs Deck gestürzt und gestorben war. Die Marineführung entschied sich nach dem Unfall, die Ausbildung der Kadetten auszusetzen und die Offiziersanwärter nach Deutschland auszufliegen. Dies sorgte für Verwunderung, war doch in der 52-jährigen Geschichte der “Gorch Fock” noch nie eine Ausbildungsfahrt wegen eines Unfalls abgebrochen worden.

Matthias Gebauer und Hasnain Kazim: Meuterei auf der “Gorch Fock”.
Untersuchung von tödlichem Unfall, 19. Januar 2011.

Gangs of New York, Martin Scorsese, Miramax Films, Entertainment Film Distributors, 2002

Good Food, Good Pay, Good Friends: Gangs of New York, Martin Scorsese, Miramax Films, Entertainment Film Distributors, 2002.

Written by Wolf

20. January 2011 at 6:10 pm

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Possierliche Gesellen

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Update zu 1 Tonne Nagetier, Angebinde und
7 cervicals, 13 thoracics, 6 lumbars, 4 sacrals, and 21 caudals:

Populär-Wissenschaftler am Anfang des 20. Jahrhunderts, Ornithologe, Naturforscher und Vollbartträger, 1869–1934Noch unseren Vätern hat Dr. Kurt Floericke die Liebe zur Natur beigebogen, denn welchen der Herr lieb hat / den züchtiget er / Er steupt aber einen jglichen Son / den er auffnimpt (Hebräer 12,6) — eine theoretisch unpopulär gewordene Ansicht. Dennoch konnten nur aus einer solchen Grundhaltung derart eindeutige Ansichten über Floerickes Forschungsgegenstände erwachsen — ebenfalls eine unpopuläre Herangehensweise in einer Zeit, in der Wissenschaftler sich in ihren Forschungsgebieten mit betont berufsmäßiger Kühle bewegen.

Deshalb wurden Floerickes Standardwerke in der Kosmos alsbald von ihrem eigenen Vorläufer Brehms Thierleben abgelöst. Dabei wäre man mit Floericke viel schneller durch, worin sein unschätzbarer Vorteil liegt. Meist antiquarisch greifbar bleiben seine Werke wie:

    Dr. Kurt Floericke, Nagetiere. Bei uns und draußen, Der Großkonzern 2011
  • Aussterbende Tiere. Biber–Nerz–Luchs–Uhu, 1927;
  • Dr. Kurt Floerickes Vogelbuch. Gemeinverständliche Naturgeschichte der mitteleuropäischen Vogelwelt für Forst- und Landwirte, Jäger, Naturfreunde und Vogelliebhaber, Lehrer und die reifere Jugend und für alle Gebildeten des deutschen Volkes, 1922;
  • Einheimische Fische. Die Süßwasserfische unsrer Heimat, 1913;
  • Schnecken und Muscheln, 1920;
  • Tierische Gifte und giftige Tiere, 1932;
  • Wisent und Elch. Zwei urige Recken, 1930;
  • Wundertiere des Meeres, 1900

und eine schier unüberschaubare Menge verwandter Haus-und Nutzbücher; der Mann hat wirklich geackert um sein Auskommen. Von Jan Neersö neu aufgelegt und kommentiert und von Johannes Heldrich mit zeitgemäßen Bildtafeln versehen wird soeben sein Nagetiere. Bei uns und draußen von 1932. Behandelt werden: Blindmaus, Bobak, Burunduk, Eichhörnchen, Feldmaus, Flughörnchen, Hamster, Hase, Kaninchen, Lemming, Meerschweinchen, Mollmaus, Murmeltier, Pferdespringer, Präriehund, Schneehase, Springmaus, Stachelschwein, Wasserratte, Ziesel, Zwergmaus und Zwergspitzmaus. Ignoriert wird der Bilch. Dafür wird der Pottwal mit Nagezähnen dargestellt, sofern das nicht Jonas Badehose darstellen soll, denn nagetierverherrliche Veröffentlichungen dürfen nicht länger die Augen vor immerhin denkbaren Phänomenen unter den Cetaceen verschließen.

Dr. Kurt Floericke, Nagetiere. Bei uns und draußen, Der Großkonzern 2011Der Verlag Großkonzern über seine Neuauflage ab 20. Januar 2011:

Da hätten wir zum Beispiel die Zwergmaus, die dem Beobachter „ein Zwergenlustspiel, schöner und lustiger als Schneewittchen und die sieben Zwerge!” bietet und mit ihrem „unbeschreiblich anmutigen Wickelschwanz“ betört, wohingegen ihr Vetter, die gemeine Feldmaus, durch und durch Proletarier ist und allein durch Masse und Einfalt Eindruck hinterlässt. Ganz an der Spitze der Nagetiere, sozusagen der beste Nager weltweit, ist das Eichhörnchen. Es beeindruckt durch Lustigkeit, Vorliebe für Fliegenpilzspezialitäten, Verschmitztheit, Schläue, Gewandtheit, Turnerkunst, Geistesgegenwart, Reinlichkeitsliebe und ausgelassen gute Laune.

Illustriert von Heldrich Johannes, dem Hofmaler des GROSSKONZERNs, erscheint nun die Wiederveröffentlichung dieses zu Unrecht heute völlig unbekannten Werks vom Meisterwissenschaftler Dr. Kurt Floericke. Neu entdeckt wurde Floerickes Meisterwerk von Jan Neersö, einem Kulturwissenschaftler und Eichhörnchen-Liebhaber aus Leipzig, der in der Neuausgabe von „Nagetiere“ auch als Herausgeber, Vorwortschreiber und kritischer Kommentator auftritt, der manche Aussage Floerickes prüft, Verbesserungsvorschläge macht und neue Anregungen auf dem Gebiet des Hamsterhasses liefert.

Dr. Kurt Floericke, Nagetiere. Bei uns und draußen, 1932

Allein schon wegen des Ziesels.

Written by Wolf

18. January 2011 at 9:02 am

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Heavenly Peace

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Update for But someone stole my record player:

Tom Waits: Silent Night, from SOS United, 1989.
Images: Adoration of the Shepherds, by Correggio, 1530 (detail); Tintoretto, 1545 or 1578; Gerrit van Honthorst, 1622 or 1646.

The children’s choir remains unknown, but Tom Waits contributed for SOS-Kinderdörfer with his Silent Night (not available on any original record). So should you.

Moby-Dick™ supports (links to donation pages):

It’s deductible (absetzbar)!

Written by Wolf

19. December 2010 at 2:32 pm

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Sehnsucht der harten ZDF-Kunden

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Update zu Der Zweck von Metaphern:

Ich sag’s, wie’s ist: Ich schau das nicht an. Nicht wegen des Themas oder weil jeder Teil je 43 Minuten dauert, kann ja gar nicht lange genug dauern — sondern wegen der donnernden Aufreiße (“Aufmachung” wäre geschmeichelt). Schön vom Zweiten Deutschen Fernsehen, dass es dergleichen beauftragt, durchzieht und verbreitet — aber ich kann keine Dokumentationen mehr, deren Aufgeregtheit über Was bin ich? auf dem Stand von 1974 hinausgeht; mein Fehler. Aber Sie wollen sicher:

Windstärke 9. Höllenritt der Hochseefischer:

Inferno 55, Sailor BoyCeleste Tumulte, Sailor from H.M.S. HimalayaLoveday Lemon, Nice Family Group

Bilder: Inferno 55: Sailor Boy with his toy boat, c. 1885.Taken in, Mainz, Germany by Hugo Thiele. He was the court photographer for the Grand Duke of Hesse in Darmstadt. Heinrich Hoffmann famed Hitler photographer once worked under him;
Celester Tumulte: Sailor from H.M.S. Himalaya, Cdv. Photographer: J. Hooper, 3, Union Street, Stonehouse. There is a name written in very tiny letters on the back of the cdv. I read M. Gambrill;
Loveday Lemon: Nice Family Group.

Written by Wolf

20. November 2010 at 12:01 am

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With kings and counselors

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Update for 116²:

There has died and been buried in this city, during the current week, at an advanced age, a man who is so little known, even by name, to the generation now in the vigor of life that only one newspaper contained an obituary account of him, and this was but of three or four lines.

The New York Times about The New York Times, October 2, 1891
(with “Hiram Melville” corrected to “Herman Melville”),

Wade Shepard, The grave of Herman Melville in Woodlawn Cemetery, Bronx, NY, October 2008, Wikimedia Commons

Herman Melville (August 1, 1819 – September 28, 1891.

An offering of Baleine salt at Herman Melville's grave, Vagabond Journey

Herman Melville designed his own tombstone with the blank scroll. The box on the stone is an offering of Baleine Salt, Seasalt Coarse Crystals, made by Wade Shepard from Vagabond Journey, whose documentary photograph was relevant enough for Wikipedia.

Find a Grave

Woodlawn Cemetery, Herman Melville’s last repose in the Bronx, where he never lived, does not feature any memorial about him or his neighbours Duke Ellington and Miles Davis, save the foundation order for his gravelot.

In post-Claudius-Ptolemyan navigation, Herman Melville’s grave is on
40° 53′ 32.94” Northern Latitude,
73° 52′ 02.91” Western Longitude:

Herman Melville on Woodlawn Cemetery, Google Earth

Visit MuseumPlanet and Herman Melville’s obituary notices!

Images: MuseumPlanet: Woodlawn Cemetery Entrance;
Wade Shepard: The grave of Herman Melville in Woodlawn Cemetery, Bronx, NY, October 2008;
An offering of Baleine salt at Herman Melville’s grave: Vagabond Journey;
Foundation order for Lot of Herman Melville: Woodlawn Cemetery Lot Cards, 1910;
Rebecca for Find a Grave;
Google Earth.

Written by Wolf

28. September 2010 at 12:01 am

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Designer retten schützen gewinnen

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Designerdock vermittelt Werbefuzzis an Auftraggeber und umgekehrt und stiftet den Designerdock-Award: Sie denken sich eine Kampagne aus und kriegen vielleicht 2.000 Euro dafür. Der Unterschied zu den meisten anderen Werbeaufträgen ist: 1. der gute Zweck; 2. die Aussicht auf Bezahlung.

Shark fin in a Chinese restaurantAward-Thema in Zusammenarbeit mit Sharkproject International e.V.: wahlweise

Zur Erinnerung: Finning ist, wenn man den Haien die marktfähigen Flossen abschneidet und die Teile mit Low Performance unbürokratisch in ihren natürlichen Lebensraum reintegriert. Der Unterschied zu sonstigen Werbeaufträgen ist: 1. ein mangelndes soziales Netz für Haie; 2. die anziehenden Haifischflossensuppenpreise.

Anmeldung mit .pdf-Formular noch bis 13. August 2010! Die Arbeiten müssen bis 1. Oktober 2010 eingereicht werden.

Beide Themen haben gleiche Siegerchancen auf den DESIGNERDOCK-Award. Die ausgelobten Preisgelder i.H. von 2.000 Euro, sowie die Anzeigenschaltung beim exklusiven Medienpartner mare winken als Preis.

Sharkproject bietet dem Preisträger zusätzlich die Chance, die internationale Kampagne für 2011 gegen das Finning zu gestalten und sie gemeinsam mit der Organisation in alle Werbemittel umzusetzen. Auf der Messe Boot im nächsten Jahr werden die besten Arbeiten der Shortlist ausgestellt und Sharkproject wird vor Ort einen Publikumspreis verleihen. Diese Kampagne wird der Beginn einer Wanderausstellung sein, die in Costa Rica startet. Darüber hinaus wird Sharkproject die Finningkampagne für verschiedene Awards und Preise einreichen.

Aus der Ausschreibung bei Designerdock, 14. Juli 2010.

Zur Einstimmung 44 Minuten Film von Hannes Jaenicke beim ZDF: Im Einsatz für HAIE.

Bild: Sun Tung Lok.

(Das als Update zu Sushiideen zu verkaufen wäre an dieser Stelle zynisch.)

Written by Wolf

8. August 2010 at 5:25 pm

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Newsflash: Leviathan melvillei

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Update for That’s Chevrotainment and
7 cervicals, 13 thoracics, 6 lumbars, 4 sacrals, and 21 caudals:

Leviathan melvillei in German and English Wikipedia.

Artist’s impression: C. Letenneur, Muséum National d’Histoire Naturelle, Paris;
Dancing and singing images: Martin Freeth for Nature Video. Use fullscreen!

Written by Wolf

1. July 2010 at 2:08 pm

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Whalewatch: The whales will die off when we say they’ll die off

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Update for … doch das Meer braucht uns nicht:

Whaling still seems big business. There is more fuss about its legalization than smoking. The difference is: the aggrieved parties die real-time. Even some European countries will still have whaling quotae discussed. For Japan, it is a matter of national identity (but they buy schoolgirl underwear to sniff on), little islands in the status of a country with voting power get their votes paid with industrial facilities (whale porcessing?) — you heard enough Jewish jokes. International Whaling Commission’s 62nd Annual Meeting in Agadir, Morocco, 2010 is trying to legalize commercial whale hunting. Governments send retired secretaries, business people (guess what businesses) in holidays, and promising private citizens. The meeting is over, the petition still can be signed. You are readers of literature weblogs, gifted with thinking and feeling, so sign it and spread the word.

The links again:

  • International Whaling Commission: Details for The International Whaling Commission’s 62nd Annual Meeting in Agadir, Morocco, 2010, Press Release June 24/25, 2010: The Commission completed its discussions on the Future of the IWC without reaching a consensus resolution of its main differences. However, it noted that the intense work over the last two years had led to increased understanding of the different views held and an improved atmosphere of trust. It agreed to a pause in its work on this topic to allow time for reflection until the 2011 Annual Meeting;
  • Schlüsselrolle für die EU: Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) steht bevor, 14. Juni 2010: Vom 21. bis zum 25. Juni trifft sich die Internationale Walfangkommission (IWC) zu ihrer Jahrestagung in Agadir, Marokko. Im Zentrum des Interesses stehen zwei Themen, ein umfassendes und ein spezielles: Generell steht die Zukunft des Walfangmoratoriums von 1986 auf dem Spiel, das durch einen Kompromiss zwischen Walschutz- und Walfang-Bestrebungen ausgehebelt zu werden droht. Ein spezielles Thema ist der Antrag Dänemarks, die Jagd auf Buckelwale in Grönland zu erlauben. Sie soll im Rahmen des Eingeborenen-Subsistenzwalfangs stattfinden, der nicht dem Moratorium unterliegt.
  • Avaaz: WHALES: FINAL PUSH TO STOP THE HUNT, countdown running: Right now, the International Whaling Commission is meeting in Agadir, Morocco to vote on a proposal that would legalize commercial whale hunting for the first time since 1986. Sign petition.

~~~\~~~~~~~/~~~

And: The Onion: Suffering Blue Whales Plead With Environmentalists To Let Them Go Extinct Already,
June 19, 2010:

Written by Wolf

26. June 2010 at 9:26 am

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If Only

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Weißt’, was ich manchmal denke? Es müsste immer Musik da sein. Bei allem, was du machst. Und wenn’s so richtig scheiße is, dann is wenigstens noch die Musik da. Und an der Stelle, wo’s am allerschönsten is, müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.

Floyd, 1998.

Frank Giering ist gestorben. Der aus Absolute Giganten, mit 38.

Julia Hummer lebt noch:

Written by Wolf

25. June 2010 at 9:01 am

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Blubber, blubber (50 miles off the Louisiana coast, its themes of hubris, destructiveness and relentless pursuit are as telling as ever)

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Update for Jürgen’s Livestream vom Meeresgrund:

Bettmann/CorbisIt’s irresistible to make the analogy between the relentless hunt for whale oil in Melville’s day and for petroleum in ours. [Melville’s story] is certainly, among many other things, a cautionary tale about the terrible cost of exploiting nature for human wants. It’s a story about self-destruction visited upon the destroyer — and the apocalyptic vision at the end seems eerily pertinent to today.

Andrew Delbanco: Melville: His World and Work.

We want our comforts but we don’t want to know too much about where they come from or what makes them possible. The oil spill in the gulf is a horror, but how many Americans are ready to pay more for oil or for making the public investment required to develop alternative energy? I suspect it’s a question that Melville would be asking of us now.

Andrew Delbanco for Randy Kennedy:
The Ahab Parallax: Moby Dick and the Spill,
New York Times, June 11, 2010.

Mr. Delbanco cautions, however, against the tendency to read environmentalist moralizing into “Moby-Dick,” as often happens when it is applied to contemporary disasters. Melville did, memorably, wonder whether the whale “must not at last be exterminated from the waters, and the last whale, like the last man, smoke his last pipe.” But one gets the sense that he would have considered the loss a greater one to literature than to the ecosystem. “Even as he recoiled from their blindness and brutality,” Mr. Delbanco said, “Melville celebrated the heroism of the hunters who would stop at nothing to get what human civilization demanded.”

Randy Kennedy, l.c., page 2.

From The Whale via New York Times

Images: Randy Kennedy: The Ahab Parallax: Moby Dick and the Spill;
Nathaniel Philbrick: What Lies Beneath, New York Times, March 25, 2010.

Living and dying with Herman Melville.

Written by Wolf

14. June 2010 at 12:01 am

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Sushiideen

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Update zu Moby Dick on a Stick und … doch das Meer braucht uns nicht:

Walfang: Neue Forschungsergebnisse mit Spannung erwartet

Ungeachtet scharfer internationaler Proteste ist diese Woche wieder eine japanische Walfangflotte in die Antarktis ausgelaufen. Auf der Abschlußliste stehen 850 Zwergwale sowie zehn der besonders bedrohten Finnwale. Japan gibt an, die Tiere aus wissenschaftlichen Gründen zu jagen. So soll etwa erforscht werden, wie viele Zwergwale in ein Kühlregal passen, ob ihr Fleisch auch auf teflonbeschichteten Pfannen kleben bleibt und welcher Dip dazu am besten schmeckt.

Titanic, 10. Januar 2010.

~~~|~~~~~~~|~~~

Tvøst og spik, Wikimedia Commons

Bild: Tvøst og spik: “Das schwarze Grindwalfleisch und Speck (in der Schale) wird gerne zusammen mit Trockenfisch (links) und Salzkartoffeln gereicht. Dazu trinkt man traditionell Bier”, Wikimedia Commons.

Written by Wolf

12. January 2010 at 1:03 am

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Verpasste Gelegenheiten 2009:

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Update zu Bleeding Life:

  • 30 Jahre The Wall (30. November);
  • 60 Jahre Tom Waits (7. Dezember);
  • Klimakonferenz” (Dezember),
  • Google Video lässt sich nichts mehr hochladen (März);
  • und die Vollversion It’s A Wonderful Life ist raus aus Google Video (Dezember).

Die gute Nachricht: Essen ist fertig. Ergänzungen?

Verpasste Gelegenheiten via Kim Shattuck

Bild: via Kim Shattuck;
Film: Mickey’s Christmas Carol, 1983 (die zweite Wahl nach dem Capra).

Written by Wolf

24. December 2009 at 3:56 pm

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Frank der Schwarm

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Update zu Hau den Schätzing und Lass den Schätzing in Ruhe:

Das macht der nämlich alles schon selber. Wozu man’s mit 52 noch alles bringen kann, gell?

Frank Schätzing als Mey Bodywear Unterhosenmodel

Models können schreiben:

Frank “Schwarm am Limit” Schätzing: Mey Bodywear, Oktober 2009.

Written by Wolf

18. October 2009 at 12:38 am

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Fiep fiep

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Help save the most persecuted and misunderstood creature on this earth!

Sehr richtig. Most misunderstood nächst den Walen, die ja auch immer so unverständliches Zeug singen. Mir sagt besonders die Idee der Adoption zu.

Wenn Sie Ihr Geld einfach mir überweisen, machen Sie aber auch nix falsch: Einfach in PayPal meine E-Mailadresse und einen nicht zu zaghaft bemessenen Betrag eingeben — gerettete, glückliche, zutrauliche, flauschige Wölfe.

Bild: Save the Wolf mit Howling Acres Wolf Sanctuary.

Written by Wolf

8. July 2009 at 10:43 am

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De taal die zij begrijpen

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Ancilla Tilla, Jahrgang 1985, Fetischmodel, verdientes Playmate und angeblich Most Sexy Vegetarian 2008, strippt für Wakker Dier. Nur so viel: Auf Youtube muss man sich dafür anmelden, es muss Ihnen also nicht gefallen. Nix zu danken. Oder doch: An Frau Scratch!

Written by Wolf

1. July 2009 at 7:54 am

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Die Einsamkeit des Langstreckenläufers

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Douglas Adams hatte Recht: Der Mensch sollte, egal wo innerhalb des Universums er sich bewegt, ein Handtuch mit sich führen. Besonders, wenn er sich schnell zu bewegen gedenkt. Am Münchner Stadtlauf zum Beispiel.

Das glaubt mir jetzt wieder kein Mensch — weder dass ich da angetreten bin, noch dass ein Handtuch dabei hilfreich sein soll. Vor Jahrzehnten hab ich aber schon Maude zu Harold sagen hören, dass man im Leben ab und zu was mitmachen muss, damit man nach dem Spiel in der Umkleidekabine was zu erzählen hat, und nachdem mein Training für den Viertelmarathon, was einfach professioneller klingt als “zehn Kilometer”, darin bestand, in der Woche davor zwei Zigaretten pro Tag weniger zu rauchen, hab ich mir wenigstens für den Weg das Handtuch um den Hals gehängt. Sieht gut aus, wenn man an einer Kamera des Regionalfernsehens vorbeihetzt, muss gegen den Schweiß nicht unterm Laufen aus der Hosentasche (hat Ihre Laufhose Hosentaschen? Sehen Sie!) gezwurgelt werden, und beim Festhalten mit beiden Fäusten weiß man, wohin mit den Händen. Das dämpft den Luftwiderstand, weil es die Silhouette reduziert, und man steht nicht ständig unter Versuchung, seinen lahmen Vordermann in die Schulterblätter zu boxen.

Die Gefahr ist nämlich enorm. Wer sich für den Stadtlauf in München anmeldet, bekommt für seine 28 Euro ein etwas windiges T-Shirt gestellt, neonorange und voller Werbung. Hauptsächlich für Sport-Scheck, den offensichtlichen Hauptsponsor, dann für die Abend-Zeitung, BMW, DAK und noch einige, kurz: Man rennt buchstäblich herum wie ein Fußballprofi. Am Start stellt man sich in drei Blocks auf. Am Sonntag, den 28. Juni pünktlich um 11.00 Uhr sind Marienplatz, Rosenstraße, Rindermarkt und Petersplatz bis weit in die Sendlinger Straße hinein (wer’s kennt) neonorange vor Lauflustigen. Allein meine Neugier trieb mich nach vorne in Block 1. Block 1 bedeutet, dass ich mir zutraue, zehn Kilometer in weniger als 40 Minuten zu laufen.

Das ist eine Kategorie, in der ich normalerweise nie denke. Zehn Kilometer sind eine Strecke, für die man in München die U-Bahn nimmt. Und die braucht dafür 20 Minuten oder was weiß ich wie lange, jedenfalls hat die etliche PS mehr als ich. Will man tatsächlich so weit zu Fuß, ist das eine Beschäftigung für einen Nachmittag.

Block 2 ist für Leute, die zwischen 40 und 60 Minuten brauchen, Block 3 für die Loser, die über eine Stunde rumtrödeln wollen. 40 oder 60 Minuten, wo soll da der Unterschied sein? Block 1 also — das bedeutet vier Minuten für fucking eintausend Meter. Und zwar zehnmal hintereinander.

Das neonorange Menschenmeer, das Sie jetzt beim Weiterlesen immer vor Ihrem geistigen Auge behalten dürfen, zählt begeistert den Countdown mit, und plötzlich laufe ich von Tausenden Vorder- und Hintermännern und -frauen angeschubst unter lauter sportlich trainierten Menschen mit, die in 40 Minuten, lieber noch weniger, als die schnellsten Helden von München gefeiert werden wollen. Na bitte, was zick ich denn die ganze Woche rum, denke ich innerhalb des ersten Kilometers ums Alte Rathaus, über den Odeonsplatz und in den Hofgarten hinein, läuft sich doch ganz flüssig.

Block 1 ist gar nicht so unpraktisch, denke ich weiter, da hat man mehr Leute hinter sich, die einen erst noch überholen müssen, und fängt nicht schon als Gearschter an. Heißt das im Sport nicht “Pole Position”?

Macht sogar Spaß, mal mitten auf der Straße laufen zu dürfen, die man sonst nur von eiligen Autos missbraucht kennt. Zwischen Absperrungen und unter Polizeischutz! Hinter den Absperrungen: Angehörige, denen die 28 Euro für ein zu dünnes Werbehemdchen zu blöd waren. Sehr viele Angehörige, Schaulustige, und ein paar Verblüffte, die so wie ich vor vier Wochen noch wie was von einem Stadtlauf gehört und auch keinen vermisst haben.

Noch innerhalb Kilometer 1 und 2 hat auch der letzte Verblüffte kapiert, was hier abgeht, und sie feuern uns Läufer von hinter den Absperrgittern aus an. Am meisten nerven die mit Augustinerflaschen in der einen und Zigarette in der anderen Hand, die es trotz dieser Behinderung fertig bringen, in sie zu klatschen und “Hopp! Hopp! Hopp!” zu rufen. Die meinen es sicher nett, halte ich ihnen zugute und schalte bewusst den größten Teil meines Wahrnehmungsapparates aus.

Das ist der zweite Tipp nach dem mit dem Handtuch: Gar nicht hinhören. Nicht hinschauen. Nicht empfinden. Der Trick ist, einen Fuß vor den anderen zu setzen, das kann doch nicht so schwer sein.

Und man tut es ziemlich oft. Auf Kilometer 3, das ist im Englischen Garten irgendwo um den Monopteros, fällt mir das auf: Es ist verdammt oft. Schon drei Kilometer gerannt und verfluchte Scheiße, da bleiben ja noch sieben.

Ich lege innerlich Musik auf. Manche Mitläufer (wie selbstverständlich ich solche Wörter schon benutze, gell?) führen ihre iPods aus, nur ich hab schon 1980 bei den Walkmans Musikkonsum abgelehnt, für den man Kopfhörer braucht. Man kapselt sich zu sehr vom Leben ab, denke ich immer, das ist unnatürlich und asozial. Statt dessen hab ich mir die Woche über geistig ein paar Lieder zurechtgelegt, die man als beflügelnden Ohrwurm auflegen kann. Nicht zu hektisch, nicht zu einschläfernd, nichts im Dreiertakt. Die Pogues natürlich, ein bisschen Carter Family, der Radetzkymarsch wurde nur kurz erwogen und verworfen. Und plötzlich finde ich mich in einer Menschenmasse wieder und denke Gedanken, die garantiert kein anderer zwischen Marienplatz und Kleinhesseloher See denkt: “Bury me underneath the willow, under the weeping willow tree.” Ganz toll. Aber iPod ist asozial, häh?

Mich beruhigt nur, dass jeder meiner paar tausend Vorderleute auf dem Rücken “Mach deinen Lauf!” stehen hat. Das liest man andauernd. Gar nicht so blöd eigentlich. Stimmt ja: Ich mache einen Lauf, und ob das meiner ist, 28 Euro hab ich dafür gelöhnt, also verpisst euch, ihr Frühschoppengesichter am Rand. Im Ohr Carter Family, die Fäuste um meine Handtuchenden. Huch, schon vier Kilometer. 40 Prozent, das geht doch schon fast als Hälfte durch.

So viele wir auch sind, läuft jeder für sich allein, macht jeder seinen Lauf, der Claim gefällt mir bei jedem Lesen besser. Die Schlange von Menschen außer Atem hat keinen Anfang und kein Ende, kein sichtbares jedenfalls, keine Ahnung, wie weit ich schon hinten liege. Hinter mir sind noch genug, dass ich keine Angst bekomme, als Schlusslicht ins Ziel zu laufen wie in der Schule immer, wo die Ersten schon auf der Hochsprungmatte Kamerun geklopft haben, während ich mit hängender Lunge bei 700 von 1000 Metern rumgegurkt bin.

In der Schule hab ich aufgegeben und mir leichten Herzens einen Sechser eintragen lassen, war ja kein Versetzungsfach, das doofe Sport. Der Gedanke ans Aufgeben kommt mir auch jetzt wie das Teufelchen auf der linken Schulter, aber der Gedanke an meine 28 Euro wie das Engelchen auf der rechten, und mal ehrlich: Wo soll ich denn jetzt mitten im fünften Kilometer noch hin? Nach Hause muss ich so oder so irgendwann, da bin ich doch nicht bescheuert und kehr jetzt noch um. Liedwechsel nach Woody Guthrie: “At my window sad and lonely often do I think of thee, and I wonder, little darling, if you ever think of me”, Fäuste fester ums Handtuch.

Im Sekundentakt werde ich links und rechts überholt, das bleibt nicht aus. Was mich aufbaut: Gelegentlich überhole auch ich jemanden. Manche Gesichter sind schon richtig vertraut, manche Hinterköpfe erst recht. Ein blonder Pferdeschwanz vor mir baumelt Hunderte von Metern meditativ vor meiner Nase herum, was mich vor einer Gehpause bewahrt: Lass ich mich jetzt schon von sehnenbeinigen Blondis abhängen, die grade mal halb so alt wie ich sind oder was? Nach einer ausreichenden Phase der Meditation setze ich zum Überholen an. Leider muss ich dazu zwei Leuten in die Hacken steigen. Das macht mir nichts mehr aus, schließlich steht mir auch dauernd jemand in den Schuhen. Das ist unvermeidlich, es wird hingenommen.

Auf Kilometer 5 die Versorgungsstation. Viele halten an, halten sich die Seiten und schwingen die Arme, weil ihnen das mal irgendein Sportlehrer beigebracht hat, die Pappbecher mit Mineralwasser werden zahlreich von den auf etwa hundert Meter aufgebauten Tapeziertischen gerissen und in Gesichter und über T-Shirts gekippt. Keine Zeit zum Anhalten, ich hab keine Lust, mir den Rhythmus zu versauen, und reiße mir nur einen Becher Wasser aus der Hand eines Sanitäters hinterm Tapeziertisch, die Apfelschorle dümpelt am nächsten Tisch in Waschwannen, wie sie meine Oma benutzt hat. Trinken unterm Laufen ist schwierig, aber nicht sehr wichtig. In meinem Gesicht landet viel weniger Wasser als auf meinem Hemd, durchsichtig ist es sowieso schon lange vom Reinschwitzen. Noch ein Tisch mit angefaulten Bananenfragmenten, wo sollen sie auch am heiligen Sonntag frische Bananen her haben, ja, die Krise, die Krise, auch da gilt die Marktruhe, und auch für Kalzium, und ihr, ihr lasst mal stecken, selbst wenn eure Exbananen in den 28 Euro mit drin waren. Das war die Halbzeit.

Die Schaulustigen säumen die ganze Strecke. Je größer die Kamera, desto nerv, am sympathischsten sind die Rentnerpaare im Regenschutz, die nicht groß anfeuern und nur in stillvergnügter Beobachtung den endlosen Gaudiwurm vorbeiziehen lassen. Woraufhin mir das Wetter auffällt: So muss ideales Laufwetter aussehen: weder Bullenhitze noch Hagelschlag, ob mir die Brille ein bisschen von oben vollgenieselt wird oder ob ich sie selber von innen vollschwitze, ist auch schon wurscht.

Besorgniserregend finde ich mit der Häufung den Leistungsgedanken, der offenbar viele antreibt. Bei meinen Mitläufern fällt er nicht so auf, außer bei den zwei IT-Solutions-Consultants, die in der GQ gelesen haben, dass man sich beim Laufen noch unterhalten können muss. “Letztes Jahr”, keucht der eine, “waren welche dabei, die haben ‘ne Stunde achtzehn gebraucht!” Der andere weiß: “Ach, da warn auch welche mit eins vierundzwanzig dabei. Und das warn noch nicht mal die Letzten!” Und dann lachen sie sich kaputt. Vorsichtshalber überhole ich mit einem souveränen Sprung übers dackelhohe Geländer in die Grasnarbe. Ich bin so gut.

Wir tragen alle das gleiche inzwischen durchnässte Hemd. Das verbindet, wie von den Sponsoren beabsichtigt. Die am Rand haben sich tatsächlich die Arbeit gemacht und Transparente gebastelt: “Durchhalten, Klaus!” Es wird gehalten von einer Mittdreißigerin, die anscheinend ihrem Männe beistehen will. Erschreckend ist die fünfjährige Krabbe mit dem Holzschild: “Schneller, Papa!” Welche Erwartungshaltung an Autoritäten wird hier gezüchtet? Sind überhaupt die 40 Minuten schon um? Oder die ganze Stunde? Eigentlich interessiert es mich gar nicht so richtig, niemand bezahlt mich hier für eine einzige eingesparte Minute. Ich will einfach nur lebendig wieder hier weg.

Zwischen Kilometer 6 und 7 entwickle ich einen Widerwillen gegen Massenveranstaltungen. Anscheinend ist es das, was mir statt einem toten Punkt passiert; übertrieben lebhaft war ich mit meiner Raucherlunge ja schon zu Anfang nicht. Es wird einen Grund haben, warum ich solches sinnentleerte Herumgehammel in meinem Leben bis heute so sorgfältig gemieden habe. Warum muss ich für eine Leistung, die ich erbringe, auch noch bezahlen? Und mir dabei in die Hacken steigen und von kahlrasierten Sonnenbrillenmonstern ins Genick pusten lassen? Die betrachten mich doch nur als Hindernis. Natürlich bin ich eins, und sie sind auch eins. Sie sind viele. Ich versuche diesen existenzialistischen Ekel zu unterdrücken, ich mag mich nicht damit. Aber wenigstens für einen guten Zweck hätte man die Kohle von all den Rennverrückten stiften können, doch nicht für Sport-Scheck und Abend-Zeitung, dass ich nicht müde grinse. Lieber für den Schutz der Grauwale oder irgendwas. Oder Querschnittsgelähmte, hahaha.

Ist das der Kleinhesseloher See, um den wir da herumrennen? Dann muss die Strecke hier langsam die Haarnadel machen. Da ist wieder das sportlich-dynamische Ehepaar, das einen Rennkinderwagen vor sich her schubst, die kleine junge Türkin hab ich schon mindestens dreimal an den belebtesten Ecken fast über den Haufen gerannt, wo sie gerne steht und den Kopf zu den Knien hinunterkrümmt, Stretching oder Seitenstechen. Der Geruch nach gärenden Parisern im Gebüsch kündet vom Sommer, der nach Maronen und Rotkappen sogar schon vom Herbst.

Sie haben die Strecke so verschlungen angelegt, dass ich nicht mehr durchblicke, ob der Teil der Schlange hinter dem Grünstreifen vor oder hinter mir liegt. Immer öfter lockt eine Abkürzung über eine Wendefläche für landschaftsarchitektonische Nutzfahrzeuge. Solche Stellen werden von Sanitätern und Security umstellt, nicht dass ich mich hinreißen lasse. Keine Angst, Jungs, ihr helft mir nicht und ich bescheiß euch nicht. Muss ich alles wissen? Nein, ich muss meinen Lauf machen.

Der Weg führt über eine Brücke über die Stadtautobahn, vor zehn, zwölf Jahren, als ich mir München systematisch erschlossen hab, wusste ich mal ihren Namen. Dass sie elend steil ist, weiß ich noch. Egal, ich nehme extra Anlauf, damit ich schnell drüberkomme. Ich spinne wirklich.

Die Strecke verlässt den Englischen Garten und wird wieder städtisch, die Fernsehteams und Transparentehalter ballen sich wieder. Ein Pulk Teenager thront auf einem Absperrungsgitter, sie johlen, betrachten das Zuschauen als Event und schwenken Schilder mit “Schneller, ihr faulen Säcke!” und “Wir grüßen die schnellsten Männer von Schwabing!” Die Frauen grüßen sie nicht.

Wie jetzt, schon acht Kilometer? Das war doch gar nix, ich renn gleich nochmal, 28 Steinchen sind auch Geld. Nochmal Zeit für Musikwechsel, mir fallen keine Lieder mehr ein, ein Intermezzo mit Shane MacGowan hab ich schon auf Höhe Bogenhausen verfeuert: “Kahaya! You fuck! To hell or to high water! I may have fucked your missus, but I never fucked your daughter!” Hopphopp, noch eins von Carter Family: “My Dixie Darling”. Das ist so eins, das sie auf Youtube gesperrt haben, fällt mir dazu ein, das unschuldigste Kinderliedchen der Welt. Ich vermisse das Internet, da kennt man sich wenigstens aus.

Hier war ich schon mal, vor 40 oder 60 oder 120 Minuten in entgegengesetzter Richtung. Der Rest ist ein Klacks, die Fußgängerzone zwischen Hofgarten und Marienplatz rennt man jeden Monat ein paarmal auf und ab, wenngleich weniger verschwitzt, und man bläst sich nicht im eigenen Atemrhythmus einzelne Schweißtropfen von der Nase auf seine Nachbarn. Und es stehen weniger Krankenwagen im Weg rum, wo sich die ganzen Zusammenbrecher von durchtrainierten Sanitätern mit Massagen und Pfefferminztee päppeln lassen. Und verfickte Scheiße nochmal denkt man nicht die ganze Zeit in lauter Flüchen.

Ins Ziel einlaufen ist unspektakulär bis zur Enttäuschung. Wahrscheinlich wurden noch die ersten paar hundert unter Jubel von Regenschutzträgern und Medienlumpen empfangen, inzwischen ist der Marienplatz so voll von neonorangen T-Shirts wie vorher, das Interesse an den jetzt noch Einlaufenden hat sich nivelliert. Mit An- und Heimreise ergibt das einen Zeitaufwand von keinen drei Stunden, und dafür macht man sich wochenlang vorher ins Hemd, manche trainieren allen Ernstes. Vollmarathon ist im Oktober, stand auf einem Flyer in den Teilnahmeunterlagen, alles im Preis. Tod, wo ist dein Stachel?

Kurz vor dem Ziel treffe ich den vernünftigsten Menschen des Tages: Eine knuffige rothaarige Studentin in knielangem Faltenrock hat sich ihr sichtlich nicht unter zehn Jahre altes neonoranges Stadtlauf-T-Shirt übergezogen und nickt jedem einzelnen Läufer freundlich zu. Ohne aufreizende Bierflasche in der Hand, und ohne aufdringliche Durchhalteparolen zu skandieren. Hübsches Gesicht mit vereinzelten Sommersprossen. Ein Mädchen, das Glück bringt. Sie steht in der Theatinerstraße rum und beweist Selbstironie. Beweis, beweis, beweis. In ihr breites, sonniges Feixen steht geschrieben: “Na? Wollt ihr nächstes Jahr nochmal?” Wenn du da auch wieder kommst, schon, hätte ich fast zu ihr gesagt, da bin ich schon vorbei.

Die Absperrung, die ums Alte Rathaus herumführt, heißt im Fachjargon von uns Sportlern Auslauf, glaub ich. Das Ziel ist kein bestimmter Punkt, sondern eine ganze Zone. Na gut, irgendwo werden sie schon gestoppt haben. Ich knie mich hin und fiesle mir den Single Use Chip vom Schnürsenkel, der akribisch meine Pinkelpausen und Querfeldein-Abkürzungen festgehalten hätte, und nach dem der Sport-Scheck meine persönliche Urkunde zum Download bereitstellen wird.

War’s das? Glaub schon. Ich stelle mich mit hinter eine Absperrung und schaue zu, wie nach mir Eintreffende von ihren significant others immer noch empfangen werden, als hätten sie gerade ohne Sauerstoffgerät alle bekannten olympischen Rekorde gebrochen, widerlich, gerade dass sie sich nicht sofort gegenseitig hinterm Fischbrunnen flachlegen.

Viele ziehen sich auf dem offenen Platz um. Würde ich auch gern. Hängebusen in Sport-BHs, bierbäuchige Silberrücken. Das hier bleibt besser mein Privatvergnügen, beschließe ich, mein Vater wäre nicht stolz auf mich. Der würde fragen, was ich dabei verdient hab, die 28 Euro würde er mir nochmal extra um die Ohren hauen.

Menschen, die sichtbar niemals barfuß gehen, stehen wackelig barfuß auf nieselnassem Pflaster. Ich mag Füße, wirklich, ich sehe gern hin und betrachte sie mit Sachverstand, manche Füße charakterisieren einen Menschen so gut wie sein Gesicht. Nur was sich hier klamm, geschwollen und gerötet in frische Socken krampft, ist zum Abgewöhnen. Macht aber nichts, meine Modelzehen haben bestimmt auch gelitten, wenn ich meine Hände so anschaue, und es gibt hier keine Preise für Schönheit. Für was anderes auch nicht. Meine Schuhe sind wirklich gut, bemerke ich dankbar. Keine Schmerzen. Logisch, kaum gebraucht. Außerdem von Sport-Scheck, Ihrem offiziellen Sponsor des 31. Münchner Stadtlaufs zwotausendneun. Was haben die Treter eigentlich damals gekostet? Jedenfalls noch D-Mark. Ich habe keine Wäsche zum Wechseln dabei, nur mein Handtuch. Mir hätte auch keiner auf den Turnbeutel aufgepasst, solange ich meine 40 und mehr Minuten als Leistungsträger unterwegs bin.

Mit geübter Handbewegung stecke ich mir eine Zigarette zwischen die Lippen, nach dem Feuerzeug muss ich ungewohnt lange fummeln. Nicht zusammengeklappt, keine Minute Seitenstechen, und hinter mir laufen immer noch welche ein wie ein Kampfwespengeschwader — eigentlich okay für mein Trainingslevel, oder? Als ich aufgeraucht habe, bin ich wieder bei Atem.

Ich hab auch Lust auf Sex, fällt mir plötzlich auf, aber was für welche, aua, verflixt, das sind ja körperliche Schmerzen, dabei hätte ich gerechnet, dass mir die Schenkel von was ganz anderem weh tun. Muss an den geweiteten Blutgefäßen liegen. Das sind die Sachen, die einem im Schulsport keiner sagt. Machen wir uns nichts vor, morgen hab ich den Muskelkater meines Lebens, in die Badewanne muss ich also sowieso. Ich fasse mein Handtuch noch einmal fester um den Hals und walke zum Bus.

Fachliteratur: Alan Sillitoe: Die Einsamkeit des Langstreckenläufers, 1959.

Rennsemmellied: The Carter Family: Bury Me Under the Weeping Willow, Bristol/Tennessee 1927.

[Edit:] Ist eben doch für einen guten Zweck:

Für jeden gelaufenen Kilometer wurden fünf Cent an das soziale Projekt ”Sport im Hort” gespendet. Dieses unterstützt ein breiteres Bewegungsangebot an Kinder- und Jugendtagesstätten. Der Spendentopf in Höhe von 13.245 Euro wurde im Anschluss an die Veranstaltung den Horten an der Rotbuchenstraße, der Konrad-Celtis-Straße und der Kindertagesstätte Starnberg am Hirschanger zugelost.

Sagen München 24 und Ganz München. Danke an Lara für die Aufmerksamkeit![/Edit]

Written by Wolf

29. June 2009 at 6:12 am

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I don’t think you’re happy enough

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Written by Wolf

16. April 2009 at 4:10 am

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In dem aufgesperrten Rachen befindet sich Raum für zwölf erwachsene Personen

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Jürgen macht ein Update zu Leben und Sein in absteigender Größe:

Von Walen wusste ich damals noch nicht viel, kannte aus dem artenreichen Gewimmel eigentlich nur zwei Exemplare, deren Gegensätzlichkeit ein kleines Mädchen mehr verstörte als man denkt: das eine ein prall aufgeblasenes und verschmitzt grinsendes Spielzeugvieh, das andere riesengroß, tot und als präparierte Volksattraktion auf dem Marktplatz der heimatlichen Kleinstadt tief im Binnenland aufgebahrt – ein ebenso traumatisches wie tränenschwimmendes Erlebnis.

Elke, 11. Oktober 2008

Jürgen Jessebird SchmitteDaran anknüpfend habe ich das hier gefunden:

Röhl's Riesen-Walfisch-Ausstellung, 5. März 1887

Erschienen im Dürener Anzeiger vom 5. März 1887 — und dann mehrfach wieder. Text:

Auf dem Altenteich in Düren
Unwiderruflich Sonntag den 13. März Schluß
Röhl’s Riesen-Walfisch-Ausstellung
Größte Sehenswürdigkeit der Welt!
Riesen-Walfisch (Skelett) Länge 82 Fuß, Gewicht 10.642 Pfund, der Kopf allein 4000 Pfund. Ohne Concurrenz!
Dieser Fisch wurde von mir selbst am 16. Februar 1884, Morgens 7 Uhr, unweit Hammerfest im nördlichen Norwegen eingefangen.
NB. Dieses größte und gewaltigste Skelett der Welt wurde in den größten Städten Norwegens und Schwedens ausgestellt, als in Christiania, Gotenburg, Stockholm, und erfreute sich eines lebhaften Zuspruchs.
NB. Im Berliner “Aquarium” durch den Besuch Allerhöchster Herrschaften und in Dresden von Sr. Maj. König Albert von Sachsen und Ihrer Maj. Königin Karola nebst allerhöchstem Gefolge durch Besuch ausgezeichnet, worüber Diplome vorliegen.
In dem aufgesperrten Rachen befindet sich Raum für zwölf erwachsene Personen!
Entree 30 Pfg.
Ganze Schulklassen nach Übereinkunft
Von Morgens 9 Uhr bis Abends 9 Uhr geöffnet.
Hochachtungsvoll
Cpt. Gust. Röhl

Stadt- und Kreisarchiv Düren, veröffentlicht im Jahrbuch des Kreises Düren 2009

Wale als Volksattraktionen sind also nichts Neues…

Written by Wolf

28. March 2009 at 12:01 am

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Pee and the Sea

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Update zu Weiberfasching:

Schiffe ruhig weiter,
wenn der Mast auch bricht.

Christoph August Tiedge: Urania

Keith Thompson, LeviathanMan kann Wasser trinken. Man kann es auch lassen. Giraffen sind während des Saufens wehrlos. Schiffer während des Gegenteils:

„Wenn eine Wasserleiche angespült wird, schaut man oft erstmal, ob der Hosenschlitz auf ist“, sagt Jürgen Albers von der BSU in Hamburg. Die Zahl dieser Todesfälle sei aber zurückgegangen.

Lübecker Nachrichten: Offene Hose als Indiz. Segler starb beim Pinkeln, 17. März 2008

Where’s the interest? — UNESCO says:

This year on World Water Day, we call attention to the waters that cross borders and link us together.

Happy Weltwassertag!

Bild: Keith Thompson: Leviathan.

Written by Wolf

22. March 2009 at 12:01 am

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7 cervicals, 13 thoracics, 6 lumbars, 4 sacrals, and 21 caudals

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Update zu That’s Chevrotainment
und 1 Tonne Nagetier:

Newsflash: Kommt soeben rein: PLoS ONE hat eine Meldung vom 11. November 2008, die am 23. Dezember verifiziert wurde, freigegeben, und Bild der Wissenschaft schläft nicht.

Fossile Vorfahren der Wale brachten ihren Nachwuchs an Land zur Welt

Paläontologen haben in Pakistan die fossilen Überreste eines Vorfahren der Wale gefunden, der seine Jungen noch an Land zur Welt brachte. Das 47,5 Millionen Jahre alte Fossil besteht aus dem Skelett eines Muttertiers, das ein Ungeborenes in sich trug. Das Ungeborene lag in einer Position im Bauch der Mutter, so dass es mit dem Kopf voran zur Welt gekommen wäre – genau wie die Landsäugetiere heute ihren Nachwuchs zur Welt bringen. Bei heutigen Zahnwalen hingegen kommt der Nachwuchs mit dem Schwanz voran zur Welt.

Die Forscher hatten für ihre Studie Fossilien zweier Walvorfahren untersucht, die bei Ausgrabungen in Pakistan entdeckt worden waren. Es handelte sich dabei um die Reste eines männlichen und eines weiblichen Tieres. Die Tiere stammten aus einer ausgestorbenen, Archaeoceti genannten Unterordnung der Säuger. Die Vertreter dieser Unterordnung bewegten sich zunächst noch überwiegend an Land auf vier Beinen, verlegten jedoch ihre Lebensweise immer mehr ins Wasser. Neuere genetische Untersuchungen zeigten, dass sie wohl gemeinsame Vorfahren mit den heutigen Flusspferden hatten.

Unter den Fossilien fanden die Wissenschaftler um Gingerich auch winzige Zähne, die sie zunächst für die Reste eines kleinen Weibchens hielten. Doch dann erkannten die Wissenschaftler, dass es sich um ein Muttertier handelte, das einen Fötus in sich trug. Aus der Lage des Tieres schließen die Wissenschaftler, dass die Jungen bei diesen Walvorfahren noch wie heutige Landsäuger mit dem Kopf voran zur Welt kamen. Wegen der Gefahr des Ertrinkens werden junge Zahnwale wie der Pottwal oder der Delfin heute in der Regel mit dem Schwanz voran geboren. Im Lauf der Evolution muss sich die Geburtslage der Jungen also irgendwann umgedreht haben.

ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald

Skelett vom Wal MK1888

Bild der Wissenschaft: Ulrich Dewald: Landgeborene Meeressäuger, 4. Februar 2009;
Quelle: New Protocetid Whale from the Middle Eocene of Pakistan: Birth on Land, Precocial Development, and Sexual Dimorphism,
11. November 2008/23. Dezember 2008/4. Februar 2009.
Bild: Skelett vom Wal, 1888, Meyers Konversations-Lexikon von 1885–1890, 4. Auflage.

Written by Wolf

4. February 2009 at 5:24 am

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Gesponnen Garn

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Update zu Die Zukunft war noch nie, was sie mal werden sollte:

Der Präsenzbestand der Sammlung Prinzhorn innerhalb der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg enthält rund 5000 Arbeiten von etwa 450 Patienten psychiatrischer Anstalten von 1880 bis 1933, die meisten von 1919 bis 1922.

Die Künstlerpatienten entstammten allen Altersstufen, sozialen Schichten und Berufen, 80% waren männlich. Ihre Dauer der Internierung war unterschiedlich, oft bis zum Lebensende, und teilweise wegen fehlender Krankenakten nicht immer zu klären. Gesammelt wurden sie aus dem Geist der Moderne heraus, die nach authentischer Kunst suchte, worüber sie außer “primitiver” und Kunst von Kindern auch die der Geisteskranken entdeckte.

Die Datenbank der inventarisierten und katalogisierten Bestände ist noch im Aufbau. Eine nahezu vollständige Photothek kann auf Anfrage eingesehen werden. Etwa zwei Drittel der Krankenakten konnten ermittelt und in ihren wichtigsten Daten erfasst werden, für deren Zugang muss man wissenschaftliche Zwecke nachweisen.

Der Kaufmann Josef Heinrich Grebing wurde 27-jährig in die Heilanstalt Heidelberg-Wiesloch eingewiesen, da blieben ihm noch weitere 34 Jahre zum Malen.

Sammlung Prinzhorn Heidelberg, Josef Heinrich Grebing, Neu zu bauende Luft-Arche

Das Wesen der Kunst liegt nicht in der Bestätigung des schon Bekannten, sondern vielmehr in der Provokation und der Grenzerweiterung.

Dem, was unter dem Etikett “Kunst der Geisteskranken” verstanden wird, kommt daher eine besondere Bedeutung zu: Hier zeigen Menschen, deren Zentrum aus einem von der Mehrzahl der Menschen akzeptierten Konstrukt der “Wirklichkeit” ver-rückt ist, welche Bilder sie sich von der Welt machen. Andere Horizonte, andere Meere. Die Koordinaten einer vertrauten Welt sind für solche “Entdecker” unbekannt oder nicht maßgebend. So erkunden die einen unerschrocken, was ihnen an Visionen und Geschichten aufsteigt oder versuchen, wie Josef H. Grebing (*1879 — †1940) mit seinen faszinierenden Zahlenkolonnen, Systemen, Listen, Plänen und Kalendarien, die Welt mit neuem Sinn zu erschließen.

Sein früher geregeltes Kaufmannsleben ist durch seine psychische Erkrankung ins Unwegsame, Unbekannte entglitten und Rettung scheint ihm all jenes zu sein, welches geordnet, systematisiert, aufgelistet und kunstvoll verziert werden kann.

Das von mir hier ausgewählte Blatt, mit farbigen Tuschen in Miniaturschrift mit Zahlen und Buchstaben, in pedantischer Exaktheit beschrieben, muss für Grebing ein Debakel gewesen sein. In der unteren Zahlenreihe hat er sich aus Versehen verschrieben, eine Zahl musste übermalt und verbessert werden, die schöne Ordnung, der vermeintliche Rettungsring im tosenden Meer des Nichts, das rettende Koordinatensystem ist zunichte gemacht.

Wenn, um einen aktuellen Bezug zu schaffen, der moderne Künstler Roman Opalka eine fehlerhafte Zahl in seinem Lebens-Zeit-Kunst-Konzept “Opalka 1965–∞” als “Dokument der Irreversibilität von Zeit” betrachtet (Kunstforum Nr. 150, S. 171), so erachtete J. H. Grebing den seinen wahrscheinlich als katastrophales Missgeschick, als freien Fall ins Bodenlose seiner weggeschlossenen Existenz und ganz subjektiv eben auch als Unumkehrbarkeit seines seelischen Schiffbruchs.

Wir, die wir privilegiert sind einzutauchen in die so anderen Meere der Patienten, dürfen nie vergessen, dass die meisten langsam und ohnmächtig darin ertrunken sind.

Torsten Kappenberg, Museumsassistent & Fotothek

Josef Heinrich Grebing wurde 1940 im Rahmen des Euthanasieprogramms der Nazis in der Tötungsanstalt Schloss Grafeneck ermordet.

Weiterführende Lyrik: Ernst Herbeck: Im Herbst da reiht der Feenwind, Gesammelte Texte 1960–1991,
hg. Leo Navratil bei Residenz Salzburg 1992 — ein Jahrhundertbuch.

Josef Heinrich Grebing, Doppelseite Notizbuch

Bilder: Josef Heinrich Grebing: Neu zu bauende Luft-Arche; Inv. Nr. 624/12 recto;
Notizbuch 1912–1921: Haus des Eigensinns, Berlin.

Written by Wolf

13. January 2009 at 2:21 am

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What Would Jesus … erm … Think?

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What could be more extreme than crucifixion and resurrection? Well, maybe listening to the Van Warped Tour CD while eating EXTREME™ Fruit Snacks, grinding mean slopes on my snowboard with guitar in hand playing insane solos using only my teeth, with my EXTREME™ Teen Bible while fighting against the system and being a true revolutionary like Jesus, but resurrection comes close in extremeness. If it was anymore EXTREME™, we’d call it the Koran.

Man A in Amazon.com, September 10, 2005

What do we care reading fat books about fat fish (with nobody taking any pity on Chapter 34), when we can have the real McCoy in EXTREME™?

An extreme Bible for an extreme generation. For the less extreme kids out there: NKJV means New King James Version (1979 et seqq.). Remember Jesus’s birthday jamboree coming up! Be good!

Soundtrack: Violent Femmes: Jesus Walking on the Water, from: Hallowed Ground, 1990.

Written by Wolf

2. December 2008 at 2:28 am

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I thought that I was in heaven but I was sure surprised (Ist das so?)

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Update zu The Whiteness of the Bär:

Thomas Dörflein hätschelt Knut

Knut hat genervt. Das war der schon fast außernatürlich goldige Eisbär, der auf tragische Weise von wirklich allen Medien durchgenudelt wurde, wofür er ja nix konnte, aber trotzdem: Das Beste, was das verzogene nasse Pelzknäuel tun konnte, war endlich erwachsen werden und Ruhe geben, hierin ganz ein Berliner Kind.

Der Mann an seiner Seite, als sein “Ziehvater” im Berliner Zoo gehandelt, hieß Thomas Dörflein und strahlte eine unprätentiöse Sicherheit aus, in allem, was er tat. Sollte es noch Helden geben, war er einer. Ein Typ mit den besten Anteilen aus Vaterfigur, Abenteurer, Naturbursch, Freibeuter, Kumpel und der Zuverlässigkeit höchstselbst. Einer, der es, wenn’s denn so sein soll, hinnimmt, dauernd bei der Arbeit gefilmt zu werden, den man beobachten konnte, wie er mit seiner naturwüchsigen Holzfällerfigur ins kalte Eisbärenbecken kopfspringt, um seinem persönlichen Schützling, einem immerhin Eisbären, das Schwimmen beizubringen, der dafür angeblich waschkörbeweise Liebesbriefe, gar Heiratsanträge bekommt — wahrscheinlich von alleinerziehenden Müttern –, Berliner des Jahres und von der Leibovitz portraitiert wird und sich aufrichtig wundert, wenn er über sich lesen muss, das sich Wildheit und Zärtlichkeit in ihm paaren: “Ja, ist das so?“, was einem in einer wilden Ehe mit zwei erwachsenen und einem gerade mal schulpflichtigen Kind noch so widerfahren kann — so einen holt mit 44 Jahren der Herzkasper.

Thomas Dörflein hat mit 19 als Tierpfleger angefangen. Er konnte Nasenbären, Wölfe, Wind- und Hyänenhunde, Felsentiere, Menschenaffen und das Schlachthaus; den pflegerischen Erfolg mit Knut, dem er den Namen verpasste, weil er wie ein Knut aussah, betrachtete er als Höhepunkt seiner Laufbahn, auch wenn er unliebsame Ehrungen wie den “Bambi” für diese Leistung ausschlagen musste. Zum Einschlafen und zu ihrem einzigen gemeinsamen Weihnachten hat er Knut zur Gitarre am liebsten Devil in Disguise von Elvis vorgesungen.

Einer, der seinen Job tut und nicht weiter als Prominenz geführt werden will. Der Mann taugt zum Vorbild — gerade weil er gar keins sein wollte. Machen Sie’s gut, Herr Dörflein.

Bild: Eisbär Knut mit Pfleger Thomas Dörflein im Berliner Zoo am 31. Mai 2007: GNU;
Lied: Elvis Presley: Devil in Disguise, Aufnahme vom 26. Mai 1963. Alternate video take by Christina M., 6. Januar 2007.

Written by Wolf

24. September 2008 at 3:21 am

Galee’e vo’aus

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Update zu Benito Cereno:

Galeeren sind eine ziemlich fitte Art, was man daran erkennt, dass sie sich in der langen Spanne ihrer Existenz kaum verändert haben. Belegt sind Galeeren seit den Assyrern und Phöniziern, also gegen 850 vor Christus, und seit den ersten Beschreibungen bei Thukydides (um 460–396 v.C.) und Polybios (um 200–120 v.C.) bis zur letzten nennenswerten Schlacht, die mit Galeeren geführt wurde, der Türkenschlacht bei Lepanto zwischen Spanien im Verbunde mit Venedig gegen die Türken am 15. Oktober 1571, hatten diese Urtiere von Schiffstyp einfach eine ungeheure Länge, kaum Masten, schon gar keine Rahen, und wenn, dann windschnittig achterwärts geneigt, und ein auffallend hohes Heck. Sprichwörtlich wendig und deshalb für Kriegseinsätze prädestiniert waren sie durch ihren menschlichen Antrieb: Typischerweise saßen an jedem Riemen vier Mann, fünfzig Riemen hintereinander, so als Baubeispiel: zweihundert Rudersklaven pro Schiff.

Zweihundert Sklaven für dreißig Mann richtige Besatung. Gerade genug, um Segel für die hohe See zu setzen und im Einsatzfall Kanonen zu bedienen, und einen halbwegs taktfesten Vortrommler natürlich. Kein Wunder, dass man die Arbeiter in extrem prekärer Anstellung, Sträflinge allesamt, sorgfältig an ihre Ducht ketten musste. Wer auf eine Galeere verbannt kam, wurde ein für alle Male angeschmiedet und erst wieder losgeschroben, wenn man ihn tot über Bord schmeißen wollte. Das hilft Gefängnisse an Land entlasten.

Wer so schwer arbeitet, muss besonders gut essen. Wer so gut isst, muss auch das Gegenteil davon. Geputzt wurde nicht viel, zum Deckschrubben wie auf anständigen Schiffen müsste man seine Sklaven von der Kette lassen, wovon man vorsichtshalber Abstand nahm, und Offiziere putzen nur bei Lust, Gelegenheit und in echten Notfällen. Es führt keine Beschönigung daran vorbei: Galeeren stinken.

Aber gut schauten sie aus. Von weitem eine Galeere zu beobachten, malt ein Bild von schönem organischen Gleichmaß, das Wasser um die Ruder spritzt und blitzt bei jedem Eintauchen hell in der Sonne (Mittelmeer!). Die römische Poesie verstand unter den “weißen Schwingen” eines Schiffes dessen Riemen in kraftvoller Bewegung. Eine Möwe im Flug mit der selbstverständlichen Grazie eines Tausendfüßlers. Es führt keine Sozialkritik daran vorbei: Galeeren sind schön.

DSL-betrieben über Leute an Supermarktkassen mokieren, die sich nicht ganz so ansehnlich gewanden, wie man das als gutaussehender, moderner, kritischer Blogger, der sich doch so leicht fremdschämt — eine der würdelosesten Bloggersitten –, erwarten kann, und dabei heißen Kaffee saufen, den man nicht selbst gezüchtet hat: Schämen muss man sich, und zwar für sich alleine. Man kann überhaupt kein zu grelles und zu düsteres Bild davon malen, was die Menschen sich gegenseitig für eine Hölle schüren.

Fakten nach Cecil Scott Forester: Mr. Midshipman Hornblower, 1950; Wikipedia;
das Bild via Deutsches Asterix Archiv rechts zu zweitoberst aus Albert Uderzo, René Goscinny: Astérix en Corse, 1975, mit Link zu Wilhelm Raabe: Die schwarze Galeere, auf dem der schwarze Pirat im Ausguck “Galee’e vo’aus” ruft, wurde wegen sprichwörtlicher Nickeligkeit der Éditions Albert René vorauseilend verworfen, ich bitte also selbst dahin zu surfen;
Filme: Ben Hur, 1925; Ben Hur, 1959.

PS: Das Sommergewinnspiel geht noch bis 31. Juli!

Written by Wolf

26. July 2008 at 12:01 am

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… doch das Meer braucht uns nicht

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Update zu Und doch schön zu spüren, dass niemals was stirbt, und das Wort Tod nie das letzte sein wird:

Beteiligen Sie sich auch schön brav an den walschützenden Aktionen, wenn man es Ihnen sagt? Stephan, unser Mann bei Greenpeace (keep the good work up, brother!), wüsste da wieder eine:

Greenpeace hat japanische Walfänger in flagranti mit Walfleisch erwischt, das sie zum Eigennutzen abgezweigt hatten. So geht das natürlich nicht, geschätzte Nation der Fugusushi.

Mitmachen und weitersagen:

Japanischer Premierminister Yasuo FukudaWir haben gerade den größten Skandal in der Geschichte des japanischen Walfangs aufgedeckt. Mitglieder der japanischen Walfangflotte haben massiv Walfleisch unterschlagen und auf eigene Rechnung verkauft.

Japanischer Außenminister Masahiko KoumuraFordern Sie die japanische Regierung auf, den Walfang zu beenden und die steuerliche Finanzierung dafür endgültig einzustellen.

Bilder: Wikimedia Commons; Prime Minister of Japan and His Cabinet;
Lied: Reinhard Mey: Das Meer, aus: Balladen, 1988.

Written by Wolf

20. May 2008 at 12:01 am

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A Tail of a Whale

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Update zu Urlaub vom Walfang:

Vorschlag für die Blogroll der Fluke:

Da bläst er jetzt hoffentlich mal nicht:


Fluke Mellard San Francisco Bay, 15. September 2007

Bilder: Whale Tail;
Humpback whale tail by the Farallons in the San Francisco Bay Area, California by Mellard, 15. September 2007.

Whale Tail Header

Written by Wolf

3. May 2008 at 12:01 am

The Whiteness of the Bär

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Nehmt zum Beweise den weißen Eisbär der Pole und den weißen Hai der Tropen: Was, wenn nicht ihr glattes, flockiges Weiß, macht sie so maßlos grauenvoll?

Kapitel 42, Die Weiße des Wals, Übs. Jendis, Seite 312.

Berlin. Eisbär reißt Karpfen.

Nürnberg. “Der Schiss eines Eisbären hat mehr Wind in die Nachrichtenkanäle gebracht als so mancher Wirbelsturm.” Dag Encke, Tiergartendirektor.

Knut-Briefmarke

Die Nürnberger müssen etwas ahnen, da sie sich ihrem Eisbärjungen Flocke gegenüber recht reserviert geben; und eine Ahnung von dem Schrecken haben auch die Macher der Fernsehserie “Lost“. Sie steigern die Verrenkung der Gedanken noch, indem sie den Eisbären aus einem Comic auf ein tropisches Eiland versetzen. Himmlische Unschuld, Blutgier und 40 Grad im Schatten — das muss ein Kopf erst mal zusammenbringen. Nur in Berlin will man nicht verstehen und will nicht hinnehmen, dass Knut gegen geltendes Tierschutzgesetz und, schlimmer noch, gegen die Moralvorstellungen der BZ verstößt.

Christina Nord: Knut, der entsetzliche Eisbär. Die Briefmarke des Grauens, taz 11. April 2008, Verlinkungen von Moby-Dick™


Bild: taz/dpa, 11. April 2008.
Lied: Grauzone: Eisbär, Welt-Rekord 1981,
verunglimpft von Nouvelle Vague in: Bande à part, 2006.

Written by Wolf

12. April 2008 at 12:01 am

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Und doch schön zu spüren, dass niemals was stirbt, und das Wort Tod nie das letzte sein wird

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In deiner Sprache, wie sagt man da “Leben”?
Sagt man da auch: “Er da oben hat’s gegeben”?

Ludwig Hirsch: In deiner Sprache,
aus: In meiner Sprache, 1991.

Greenpeace fordert: Dänemark, her mit dem südatlantischen Walschutzgebiet! und Sie können helfen.

Troels Lund PoulsenDie diesjährigen Verhandlungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) beginnen Ende Mai. Mit dem Regierungswechsel 2001 wechselte Dänemark ins Lager der Walfang-Befürworter. Dies zeigte sich im Abstimmungsverhalten zur Ausweisung des südatlantischen Walschutzgebietes: Bei allen sechs Abstimmungen der vergangenen Jahre stimmte die dänische Delegation gegen die Ausweisung. Auf Antrag Brasiliens wird das Schutzgebiet nun erneut vorgeschlagen.

Leider liegt die Zuständigkeit für die IWC aber nicht im dänischen Umweltministerium, sondern im Außenministerium. Darum muss der dänische Umweltminister Troels Lund Poulsen seiner Verpflichtung für den Schutz der Wale nachkommen und seinen Außenminister umstimmen.

Greenpeace Dänemark hat den dänischen Umweltminister bereits in einem Brief aufgefordert, sich für den Schutz der Wale und die Ausweisung des südatlantischen Schutzgebietes einzusetzen. Bis jetzt hat der Umweltminister nicht auf diesen Brief reagiert. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, braucht Greenpeace jede Stimme.

Deshalb: Senden Sie jetzt eine E-Mail an den dänischen Umweltminister Poulsen und fordern Sie ihn auf, für den Schutz der Wale im Südatlantik aktiv zu werden.

Um Sie dazu emotional anzuregen, legt Ihnen Moby-Dick™ eine hübsche Bilderstrecke aus dem Spiegel ans Herz, damit Sie sehen, wie es bislang in diesem Südatlantik zugeht: Japan Walfang brutal: Australien veröffentlicht schockierende Walfang-Bilder.

Weitersagen!

Australischer Walfang

Danke an P.O.T.T.W.A.L. Stephan für Aufmerksamkeit und Engagement!

Text nach Thilo Maack, Meeresbiologe Greenpeace Hamburg:
Dänemark, her mit dem südatlantischen Walschutzgebiet!;
Bilder: Troels Lund Poulsen; Spiegel/Reuters, 7. Februar 2008.

Written by Wolf

9. April 2008 at 12:01 am

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Tucher Braü’s Note

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Update zu Mutter, lass mich dein Söhnchen sein
und Kapitel 9: Die Predigt:

Emily Brontë by Patrick Branwell BrontëEs kommt jetzt gleich etwas weniger zur Geltung als sonst, aber in Wahrheit bin ich ein ganz und gar hämefreier Mensch. Meine satirischen Äußerungen sind die wohlwollendsten seit Heinz Erhardt, meine Zurechtweisungen richten sich insgeheim mehr gegen mich als gegen Dritte. Ich verstehe jede Neurose, ich habe sie alle. Das Vorführen von Druckfehlern liegt mir aber schon gleich sowas von fern. Normalerweise. Es folgt deshalb weniger ein Boah Määääänsch, sind die blöööööt als vielmehr ein Hihi, das passiert anderen also auch.

Vor ungefähr hundert Jahren haben mich meine Herren Eltern gerne mal in den Landgasthof Löhner zum Sonntagsessen mitgenommen; das Kind, das ich mal gewesen sein muss, war wenig wehrhaft. Bei Löhners an die Wand genagelt, weiß ich noch, hing ein antiker abgesägter Bierfassboden der Brauerei Tucher, vulgo Tucher Bräu zu Nürnberg. Was mich daran so faszinierte, war die Inschrift:

TUCHER BRAÜ

Genau so.

Vielleicht bei unserem dritten Lokalbesuch fragte meine Mutter, was ich denn dauernd an die eine Wand da zu stieren hätte.

“Das Fass”, sagte ich und deutete, “da steht Tucher Braü drauf.”

“Freilich”, sagte mein Vater, “was soll sonst draufstehen, wird halt vom Tucher Bräu sein.”

“Aber…” Für eine genauere Ausführung, was mich so an der Antiquität fesselte, fehlte mir das sprachliche Rüstzeug. Zur Hoffnungslosigkeit der historischen Einordnung kann ich nur vorbringen: Offenbar konnte ich lesen, aber nicht reden, was sich bis heute nicht wesentlich geändert hat.

Viele Jahre später hatte ich die Ehre, für die Brauerei Tucher Werbetexte zu schreiben, wobei ich meinen Ehrgeiz darein setzte, ausschließlich korrekt buchstabierte Werbemittel freizugeben. Was irgendwie sinnvoll an Werbung oder gar am Korrekturlesen sein soll, konnte ich meinen Eltern bis heute nicht vermitteln.

Darum hat es für mich etwas geradezu Wehmütiges, wenn die Leute Charlotte Brontë “Brönte” schreiben. Wo auf der Tastatur das ë sein soll, kostet mich nämlich selber jedes Mal mehr Zeit, als einen Firmennamen in einen Eichenfassboden zu schnitzen.

Buch: Emily Brontë: Wuthering Heights, Page xxix:
Currer Bell, i.e. Charlotte Brontë: Biographical Notice of Ellis and Acton Bell. Penguin Classics, 1847/1850/1995;
Bilder: Patrick Branwell Brontë in der National Portrait Gallery London, 1833
via Kingwood College Library;
meins, 2. Februar 2008.

Written by Wolf

3. February 2008 at 12:01 am

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That’s Chevrotainment

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Update zu Who Killed Bambi?:

Indohyus
Erster!

Anfänge. Das Wissen über Wale fängt phänotypisch mit der Information an: Das ist überhaupt kein Fisch. — Wieso, heißt doch Walfisch? — Trotzdem, ist ein Säugetier. — Und Erdbeeren sind keine Früchte, sondern Nüsschen (nicht Nüsse!), und Gurken sind eigentlich Beeren. Zurück auf die Bäume, ihr Primaten populären Halbwissens und urbaner Legenden. Der erste Fehler in der Evolution war sowieso, überhaupt das Meer zu verlassen.

Welches Säugetier allerdings damit angefangen hat, den Rückschritt ins Wasser zu wagen, ist eine Information allerneuster Provenienz. Der Inbegriff der Glaubwürdigkeit, ein amerikanischer Wissenschaftler namens Hans Thewissen vom North Eastern Ohio Universities College of Medicine, hat im Indohyus den nächsten Verwandten vom Lande des Wals erkannt. Indohyus war vor etwa 48 Millionen ein Paarhufer aus Indien und damit dem heutigen Hirsch verwandt. Ins Wasser strebte er nicht wie bisher angenommen, um seine Ernährung um Fisch zu ergänzen, sondern eher zur Flucht.

Diese dauerhafte Angst, so anhaltend, dass der arme Hirsch seinen Lebensmittelpunkt in seinem Zufluchtsort einrichtete, erinnert an den neuseeländischen Kakapo: Seit dessen anrührender Beschreibung durch Douglas Adams in Last Chance to See soll sich der Bestand kurz vor der vollständigen Distinktion erhöht haben, normalerweise wäre dieser unnatürlich friedliche, possierliche Geselle vor lauter Aggressionsmangel ausgestorben.

Vor 48 Millionen Jahren war Douglas Adams nicht zugegen, so dass Indohyus freiwillig das Feld räumte und statt zu erlöschen in eine neue Lebensform überging. Auf ihre Weise eine durchaus beeindruckende Form des Überlebenswillens. Heute haben wir: Wale.

Aber wie lange noch? In unseren modernen Zeiten, die einer Endzeit ähnlicher sehen als einem Neuanfang, sind Leute wie Hans Thewissen und Douglas Adams wertvolle Sammler und Entdecker, die uns wenigstens noch einmal vorführen, was wir zu verlieren haben.

Das Hirschferkel oder Water Chevrotain aus Afrika wird heute noch bei solchem Fluchtverhalten beobachtet.

Allen Melvilleanern, Freunden und Verirrten ein glückliches Jahr des Übersehenen Knabenkrauts.

Bild: The Guardian; Film: National Geographic.

Und wieder mal danke an Constanze für den Hinweis.

Written by Wolf

1. January 2008 at 2:13 am

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Ich habe euch immer gesagt, dass wir die Menschen fröhlich machen müssen

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Elisabeth von Thüringen in WienDie Heilige Elisabeth wird von manchen Gruppierungen, die sich als christlich verstehen, auch nach 800 Jahren noch als höhere Heilige als etwa der Heilige Franziskus angesehen. Im Alter von 24 Jahren verhungerte sie als Mutter dreier Kinder, wahrscheinlich aufgrund selbstverletzenden Verhaltens.

Zum Elisabethtag im offiziellen Elisabethjahr empfiehlt Moby-Dick™, als Weblog über Jungssachen ein Freund und Unterstützer aller gesunden, fröhlichen Mädchen, das Onlinespiel Elisabeth von Thüringen — und will sich ab sofort sein Lebgottstag nie wieder vorwerfen lassen, zynische Inhalte zu verbreiten, amen.

No Anorexia, No-l-ita

Danke an Cohu!

Bilder: Webservice der Stadt Wien; fotografias.net.

Written by Wolf

17. November 2007 at 12:01 am

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Mobylat

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Update zu Moby-Dick als Comic:

Bild: selber gemacht. Die Salbe der Wal: Mobilat.

Written by Wolf

5. November 2007 at 12:20 pm

Walgesang in seiner Sprache

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Update zu Die Predigt:

Das Lachen unter Tränen

Das Triptyhon Jonas I/In deiner Sprache/Jonas II von Ludwig Hirsch war an dieser Stelle schon lange fällig; endlich hat sich ein Youtuber erbarmt. Optisch gibt es nicht viel her, das geht aber zugunsten des Sounds. Ich hab sogar noch die LP (In meiner Sprache, 1991): Man vermisst nichts.

Es dauert 10:15 Minuten. So viel Zeit muss sein.

Jonas I

Begonnen hat das alles auf meiner Reise nach Tarschisch.
Die Segel voll, die Mannschaft auch — wie immer auf an Schiff.
Plötzlich bricht die Hölle los mit Donner, Blitz und Sturm.
Masten splittern, Segelfetzen fliegen uns um die Ohren.
Da brüllt der Kapitän: “Wir müssen handeln, jetzt sofort!
Das Meer verlangt ein Opfer, einer muß von Bord!
Du bist es, Jonas!” und er zeigt auf mich.
Klar, wer sonst, der Jonas, der Jonas, also ich.

    Dem Jonas lacht niemals die Sonne,
    und wenn, dann lacht sie ihn aus.
    Sein Schutzengerl zeigt ihm die Zunge,
    und der Glücksstern, der überm Jonas seine Lichtkreise zieht,
    is nur a Schnuppe, die kurz aufblitzt,
    ins Meer stürzt und verglüht.

Und sie werfen mich vom Schiff, in das viel zu große Meer.
Ich denk mir, “Ach was, pfeif drauf, mein Leben ist eh so schwer.”
Und ich sink tiefer, immer tiefer, in die tiefste Finsternis.

Aber ich weiß, wenn ich da durch bin,
tauche ich wieder in ein Licht.
Und das wird das Licht im Himmel sein, ja,
und ich freu mich schon darauf!
Und mach mich extra schwer,
damit ich schnell ersauf!

Da taucht plötzlich dieser Wal auf,
groß wie ein Haus;
und er schluckt mich einfach runter —
und mit dem schönen Sterben is aus.

    Dem Jonas lacht niemals die Sonne,
    und wenn, dann lacht sie ihn aus.
    Sein Schutzengerl zeigt ihm die Zunge,
    und der Glücksstern, der überm Jonas seine Lichtkreise zieht,
    is nur a Schnuppe, die kurz aufblitzt,
    ins Meer stürzt und verglüht.

Jetzt sitz ich da im Walbauch,
und das schon seit drei Tagen.
Finster ist es, feucht und kalt,
es stinkt nach Lebertran.
Manchmal zieht draußen ein Schiff vorbei
und man hört Musik.
Dann musizieren die Piraten,
und mein Wal singt mit…

In deiner Sprache

In deiner Sprache, wie sagt man da “Leben”?
Sagt man da auch: “Er da oben hat’s gegeben”?
Der Jammer is nur, er nimmt’s wieder furt.
Das Schlitzohr, das alte, borgt es uns nur.
Das Leben is a Hund, es beißt und hat Flöh,
hat ganz kurze Dackelfüß’ und rennt viel zu schnell.
Das schöne Wort “Leben”, schön wie ein Stern —
in deiner Sprache möcht ich’s gern hörn;
Du mein riesiger Freund da drinnen im Meer.

Und in deiner Sprache, wie sagt man da “Tod”?
Reimt sich’s da auch auf “vom Aussterben bedroht”?
Und doch schön zu spüren, dass niemals was stirbt,
und das Wort “Tod” nie das letzte sein wird.
Der Tod is ein Seitensprung, mehr a scho ned.
Du schlafst ein und wachst auf, nur in an anderen Bett.
Das schöne Wort “Tod”, schön wie ein Stern —
in Deiner Sprache möcht ich’s gern hörn;
Du mein riesiger Freund da drinnen im Meer.

Jonas II

Eigentlich lebt sich’s angenehm, da im Walfischbauch.
Keiner klopft an die Tür, plaudern kann man auch.
Und ich schließe meine Augen, um ganz in mich zu gehen,
ja, und ich komm drauf glücklich zu sein —
das erste Mal im Leben.
Und grad, wie sie sich umarmen, mein Herz und mein Verstand,
da spuckt mich dieses Monster an den nächsten Strand!

    Dem Jonas lacht niemals die Sonne,
    und wenn, dann lacht sie ihn aus.
    Sein Schutzengerl zeigt ihm die Zunge,
    und der Glücksstern, der überm Jonas seine Lichtkreise zieht,
    is nur a Schnuppe, die kurz aufblitzt,
    ins Meer stürzt und verglüht.

Musik und Text: Ludwig Hirsch auf In meiner Sprache, 1991. Featuring a singing Buckelwal.

Written by Wolf

18. October 2007 at 2:45 am

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Und der Fisch spie ihnen Jona vor die Füße

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Update zu Die Predigt:

Aristoteles Onassis hatte auf seiner Yacht Christina Barhockersitzbezüge aus der Vorhaut von Walpimmeln.
Werden die 50er-Jahre-Schönheiten aber in ihren Persico hineingegiggelt haben, was der Tankerkönig ihnen da schon mal für einen Vorgeschmack… hihihihihi…

Papst Benedikt XVI. hat sich bei Ferragamo zu Mailand Stiefel aus Walhaut maßanfertigen lassen.
Prada trägt der Teufel.

Bruno Jonas wollte als Bub Papst werden.
Was man in Passau halt so werden will.

Gustave Doré, Jonah preaching to the Ninevites
“Denket nicht weiters nach, o meine Brüder; denn man muss sie lassen.”
Gustave Doré (unverbürgt)

Bild: Gustave Doré 1883: Jona predigt den Ninivitern;
Lizenz: Wikimedia Commons, Public Domain.

Written by Wolf

8. October 2007 at 4:38 pm

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116²

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Update, eigentlich Downgrade zu Happy birthday, Herman:

Herman Melville, zwölfjährig the hard way vom Vater verlassen, später im Leben von den guten Geistern seiner Leserschaft, starb schließlich selbst am 28. September 1891. Zu seinem 116. Todestag nähern wir uns respektvoll dem Kapitel 116 aus Moby-Dick: The Dying Whale.

Zur Hauptsache besteht das Kapitel aus einem besonders düsteren Monolog Captain Ahabs, der in seinem Boot sitzend einem Wal beim Sterben zuschaut, den er selbst erlegt hat.

Melville, Ahab, Ismael und letztendlich auch der sterbende Wal: allesamt von elterlicher Seite allein gelassen, daher foster-brothers (Milchbrüder, also von derselben Amme aufgezogen) der ozeanischen Wellen.

Ahab war wieder besänftigt, doch nur zu noch tieferer Schwermut. Er hatte vom Wale abgelegt, saß in seinem ruhig treibenden Boote und betrachtete gespannt, wie es mit ihm zu Ende ging. Jenes seltsame Schauspiel, das man bei allen sterbenden Pottwalen beobachten kann — wie sie ihr Haupt zur Sonne wenden und dann ihr Leben aushauchen —, erschien ihm an diesem milden Abend nämlich wundersamer als je zuvor.

“Da dreht und dreht und dreht er sich ihr zu — wie langsam, doch beharrlich er im Tod sein Hauptmit letzter Kraft zur Huldigung und Anbetung hinwendet! Auch er verehrt das Feuer — ein gläubiger, mächtiger, stolzer Vasall der Sonne! Ach, daß diesen allzu gewogenen Augen dieser allzu gewinnende Anblick vergönnt ist! Sieh nur! Hier, ringsum von Wasser umgeben, weit weg vom Getriebe, vom Wohl und Weh der Menschen, in diesen Meeren, die so offen und so unparteiisch, die ihre Überlieferung nicht auf Steintafeln bannen, wo seit chinesischen Äonen die Wellen wortlos weiterwogten und nie ein Wort vernahmen, den Sternen gleich, die hoch über des Nigers unerforschten Quellen funkeln — auch hier erstirbt das Leben sonnenwärts, in festem Glauben. Doch sieh! Kaum ist’s beendet, kommt der Tod und dreht den Leichnam um, bis er in eine andre Richtung weist.

Herman Melville: Moby-Dick,
Kapitel 116: Der sterbende Wal,
Übersetzung Matthias Jendis.

Oder:

Besänftigt wiederum, doch besänftigt nur zu noch tieferer Schwermut, saß Ahab, welcher achteraus vom Wale abgegangen, da und sah vom nun ruhigen Boot dessen Dahinscheiden zu. Denn jenes seltsame Schaupiel, an einem solch geruhsamen Abend betrachtet, vermittelte Ahab eine Wunderlichkeit, welche er zuvor nicht gekannt.

“Er wendet und wendet sich ihr zu, — wie langsam, wie standhaft aber, seine ehrerbietige und anrufende Stirne, mit seinen letzten sterbenden Regungen. Auch er betet Feuer an; höchst gläubiger, toleranter, freiherrlicher Vasall der Sonne! — Oh, daß diesen allzu anrührenden Augen diese allzu anrührenden Anblicke vergönnt sind. Sieh! hier, weit wasserumschlossen; jenseits allen Gesumms von menschlichem Wohl oder Wehe; in diesen höchst lauteren und unparteiischen Seen; wo den Überlieferungen kein Felsgestein Tafeln bietet; wo lange chinesische Zeitalter lang die Wogen sprachlos und unangesprochen immer weitergewälzt sind wie Sterne, welche auf des Nigers unbekannte Quellen scheinen; auch hier stirbt das Leben sonnenwärts erfüllt vom Glauben; doch schau! sobald er erst tot, rollt der Tod den Leichnam herum, und er richtet sein Haupt andernwegs. —

Herman Melville: Moby-Dick,
Kapitel 116: Der sterbende Wal,
Übersetzung Friedhelm Rathjen.

Und ist es denn ein Wunder? Schaut, wie Melville seinem Ahab beim Zuschauen zuschaut, und seid dankbar, dass ihr noch eine Zeit auf Erden habt, in der ihr selbst entscheiden könnt, ob ihr in die Sonne schaut.

Gratuliert man eigentlich zu Todestagen? Der Wal starb als erster, Datum unbekannt, dann Ahab. Erst Ismael hat überlebt. — Als ob Herman Melville tot wäre, nur weil er mal gestorben ist.

Der sterbende Wal

Bild: gemeinfrei.

Written by Wolf

28. September 2007 at 12:01 am

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Grausiger Fund

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Moby-Dick™ empfiehlt auf gar keinen Fall:

Max Reinowski: Wal, Wal! Käppen Bornholdts glücklichste Reise ins Eismeer. Mit Zeichnungen des Verfassers. Hörnemann Verlag, Bonn-Röttgen 1973.

(Im Original entgegen dem Amazon-Eintrag mit Ausrufezeichen in der Überschrift.)

Walfang im Grönlandeis, Niederlande 1690Glückstadt, zu Anfang des vorigen Jahrhunderts- Das kleine, malerische Städtchen in Schleswig-Holstein lebt vom Walfang und vom Handel. Handel treibt auch Hinnik Voß, in dessen Haus der junge Jens Pieter Aufnahme fand, seit sein Vater im Eismeer blieb. Doch nun hält es den jungen Mann nicht mehr an Land, er will auf eigenen Füßen stehen. Heimlich mustert er auf dem Walfänger “Hoffnung” an und läuft mit ihm aus zur gefährlichen Jagd.

Jahr für Jahr gehen einige der kleinen, hölzernen Segelschiffe in Eis und Sturm verloren, in manchen Jahren ganze Flotten. Trotzdem setzen immer wieder viele junge Menschen ihr Leben aufs Spiel: gute Fänge sind äußerst lohnend. Wie damals der Walfang betrieben wurde, was ein Seemann an Bord und in den Schaluppen zu tun hatte und erleben konnte, schildert Max Reinowski authentisch und äußerst spannend.

Klappentext

Gut, dass Sie das wahrscheinlich nicht mal auftrieben, wenn Sie wollten.

Mit der letzten Ebbe erreichte Jan Rüter die Bastion von Glückstadt. Er hatte Trantonnen aus Altona geholt, so viele, daß sie den Frachtraum hüfthoch überragten. Beim Wenden war der Großbaum nur mit Mühe über die Tonnen herüberzuschwenken, aber endlich fiel das Großsegel im harten Ost wieder voll. Die Lumme trieb an drei dänischen Kriegsschiffen vorüber, die Stadt und Elbe bewachten, und er hatte Zeit, auch das Focksegel in den Wind zu bringen. Der Hafenkommandant rief ihn an: “Hallo, Jan Rüter, schon zurück mit deinen Tonnen?” “Hallo Kommandant! Ja, 240 Stück aus Altona für Hinnik Voß. Willst du sie zählen?” Der winkte ab: “Laß nur. Ich kenne meine Schmuggler.”

“Schönen Dank! So kriege ich doch ‘ne halbe Stunde früher ein ordentliches Essen in den Bauch.”

Er segelte mit seinem Zweimaster hafenein, vorüber an zwanzig Walfangschiffen, die steuerbords am Kai vertäut lagen. Sie waren auf den Werften vom Kiel bis zum Top überholt worden wie nach jeder Reise ins Eismeer und warteten darauf, daß der Winter vorüberging.

Anfang, Seite 7 f.

Aus den 223 Seiten spült einem vor allem eins entgegen: die Jugend eines richtigen Jungen der 1970er Jahre, der dummerweise gern liest und dann, wenn schon, ein gutes Buch in die Hand bekommen soll, damit er wenigstens daraus was fürs Leben lernt. Den Betrug hat er erst nach der Jugendausgabe der Sagen des klassischen Altertums gemerkt, die er zur Kommunion gekriegt hat, nach denen aber wirklich keine Ausrede mehr half. Wahrscheinlich musste er auch die Stafette lesen.

Der Schiffer zog sich den Wollpudel über die Ohren und schlug den Jackenkragen hoch. Es war doch bannig kalt im Ostwind! Dann stapfte er davon, zu sehen, ob seine Minna ihm etwas Gutes vorzusetzen hatte.

Als er zurückkam, ein bißchen müde, jedoch rundum satt, gingen am Hafen zwei junge Mädchen vor ihm her. Ehe er sie erreicht hatte, wandten sie sich um.

“Jan, unsre Männer sind schon fertig, warst du in Kollmar?” fragte die größere.

“Hallo, Inge Maren aus dem Hause Voß und Bürgermeisters Dürte! Was streunt ihr in der Dämmerung im Hafen herum?”

“Wir waren musizieren, Jan. Hast du Tante Hanne in Kollmar besucht?”

“Ja, Mädchen. Sie hat mir einen feinen Teepunsch gemacht.”

Hast du sie mitgebracht?”

“Nee, Hanne Jensen ist in Kollmar geblieben. Was soll sie hier?”

Ach, du, ich meinte doch…” Sie stockte.

Jan merkte, daß sie vor Bürgermeisters Dürte nicht sprechen wollte. “Ich habe alles mitgebracht, auch einen schönen Gruß an dich und die Eltern, und noch einen an Jens Pieter.”

“Das ist gut, das ist fein! Tschüß, Jan, ich muß die Grüße ausrichten!” Und die Mädchen gingen davon.

Seite 9 f.

Die Dialogtechnik wird in den “Automatischen Kulturkritiken” der Riesenmaschine treffend mit “Da kommt Franz, der, wie du weißt, dein Vater ist” wiedergegeben; über das Frauenbild diskutieren die dort gar nicht erst.

Meine kleine Puppenwelt“Du hast mir grade noch gefehlt, Bornholdt! Warum muß er denn ausgerechnet Käppen werden?”

“Weil er das Zeug dazu hat. Mit dem Patent in der Tasche kann er sich dann immer noch überlegen, ob er lieber handelt oder fischt.” Er lachte: “Dann steht er wirklich auf eigenen Füßen, ob er nun im Kontor sitzt oder auf der Brücke steht. Er braucht sich von niemandem schief angucken zu lassen, weil jeder weiß: bist du nicht freunlich zu ihm, läßt er dich sitzen.”

“Ach, Mann, ich bin meintag nicht unfreundlich zu ihm gewesen, was Jens Pieter?”

“Nie, Ohm”, sagte sein Neffe.

“Na also, Hinnik. Dann fang auch nun nicht damit an.

“Tu ich ja nicht. Bleibst du hier, Jens Pieter?”

Der staunte seinen Ohm an. Wie war das möglich? “Ich möchte meinen Kapitän machen, Ohm!”

Da wurde Hinnik Voß böse: “Dann mach ihn doch in Dreideubelsnamen, aber die übrigen acht Monate hältst du das Haus Voß in Gang, für vierhundert Mark, klar?”

“Klar, Ohm”, antwortete Jens Pieter, vor Überraschung stotternd. Sein Ohm blickte argwöhnisch die Tochter an. Sie guckte, als sähe sie ihn zum ersten Mal: “Und du, Deern, was sagst du dazu? Wir haben uns doch nun so lange fein vertragen.

“Ich, Vater?” Sie strahlte ihn an, “ich finde, daß ihr großartige Kerle seid, alle drei!”

Schluss, Seite 210 f.

Der Fortschritt gegenüber lehrhafter deutscher Jugendlektüre der 1930er Jahre liegt darin, dass die großartigen Kerle nicht mehr als famose Kerle adressiert werden und vielleicht sogar darin, dass die Mädels überhaupt gefragt werden. Die Vorgangsbeschreibungen der eigentlichen Walfängerei, deren Hauptsache in dem achtseitigen Glossar nach der Handlung (bannig, hieven, Schiet) hinreichend ausgebreitet geblieben wäre, erspare ich uns allen.

Der Umschlag ist aber richtig gut: Sehr einfach in den drei Grundfarben koloriert, und zwar derart kräftig draufgebuttert, dass man schon nach Sekunden eine Art psychedelischen Flash kriegt, und mit einer hübschen lizenzfreien Illu aus der 1839er Natural History of the Sperm Whale oder etwas in der Art. Innen gibt es immerhin drei brauchbare Zeichnungen von Schiffen mit beschrifteter Takelung. “Wal, Wal!” war nämlich bestimmt viel billiger als das Nautische Lexikon in Bildern von Tre Tryckare 1963, wo sie das raus haben.

Written by Wolf

23. September 2007 at 12:01 am

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Urlaub vom Walfang

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I.

Update zu Das Wesen des Mannes auf seine Essenz verdichtet:

Der Pessimist klagt über den Wind,
der Optimist hofft, dass der Wind sich dreht
und der Realist hisst die Segel.

Sir Adolphus William Ward

Stephan meldet sich aus Starbucks Heimat:

Stephan De MariaNun, Cape Cod ist in der Tat ein Sammelpunkt der W.A.S.P., daneben aber noch groß genug für andere Menschen – wie so oft in den US.

So ist die wichtigste Stadt der Insel Provincetown eine Hochburg der Whale Watching Tours (zu empfehlen: die Sunset Tour) sowie ein Zentrum homosexueller Lebensart und -kultur. Mit der Folge, dass es dort lebendig und lebensfroh zugeht, entspannt und divers.

Aah, es ist heute so ein richtiger Spätsommer-Atlantikküstentag! Wind, fliegende Wolken vor stahlblauem Himmel, die Luft schmeckt nach Reinheit, nach Norden, nach Herbst. Jetzt die Füße auf Bootsplanken stellen und der Tag wäre der Perfektion nahe.

… wenn da nicht noch Post von Greenpeace gekommen wäre:

II.

Update zu Fast Fish:

Facsimile of a Woodcut in the Cosmographie Universelle of Thevet, Paris 1574Walfang lohnt sich nicht. Anscheinend hat das nun auch der isländische Fischereiminister Einar Guofinnsson eingesehen. Er kündigte an, ab jetzt keine Fangquoten für die kommerzielle Jagd mehr zu erlauben.

Hintergrund für den plötzlichen Sinneswandel des Ministers: Für Walfleisch existiert kein Markt mehr. Um es doch noch profitabel zu verkaufen, spekulierte Island auf den Export des Walfleisches nach Japan. Aber selbst dort will es niemand haben. Tausende Tonnen lagern in Japans Kühlhäusern, sodass das Fleisch sogar zu Hundefutter verarbeitet wird. Andererseits wird es aber in Gourmet-Restaurants zu irrwitzigen Preisen angeboten. Japan befürchtet außerdem, Walfleisch aus Island könne zu stark mit Umweltgiften belastet sein.

Island hat im letzten Jahr von den 30 genehmigten Minke- und 9 Finnwalen “nur” jeweils 7 getötet. Die Laborergebnisse von Tests auf Schadstoffbelastungen des Fleisches wurden nicht veröffentlicht – keine gute Voraussetzung, um Kapital aus dem Verkauf der toten Tieren zu schlagen.

Neben der kommerziellen Waljagd hatte sich die isländische Regierung außerdem eine Zweijahres-Quote für den so genannten wissenschaftlichen Walfang verordnet. Die wissenschaftliche Jagd auf Wale ist aufgrund einer Sonderklausel der Internationalen Walfangkommission (IWC) leider immer noch nicht verboten. Doch auch die wissenschaftliche Quote von 200 Walen für die Jahre 2003 bis 2005 wurde bis heute nicht ausgeschöpft.

Die Entscheidung des Fischereiministers, keine neuen kommerziellen Quoten zu erlassen, ist zwar ein Anfang, aber ein endgültiges Verbot des Walfangs muss her! Dass keine Notwendigkeit für wissenschaftlichen Walfang besteht, bestätigt auch das wissenschaftliche Komitee der IWC.

Allerdings boomt der Markt für Whale-Watching: Weltweit werden mit Wal-Safaris über 1 Milliarde Euro verdient. Alleine in Island könnte man damit über 100 Millionen Euro jährlich verdienen. Diese Summe käme zustande, wenn ca. 4,5 Prozent aller Greenpeace-Förderer weltweit Island bereisen würden. Voraussetzung dafür wäre natürlich die Einstellung der Waljagd.

Daher bitte ich Sie: Machen auch Sie mit und fordern das Ende der isländischen Walfangjagd.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Somerset House Inn, Provincetown

Bilder: History of Whaling, gemeinfrei; Somerset House Inn, Provincetown
via Acorn Internet Services Inc., Colorado Springs;
Lizenz: Creative Commons.

Written by Wolf

6. September 2007 at 12:01 am

Das sagen die anderen: Fast Fish

with 3 comments

Update zum Nachtrag zu Der letzte Wal
und mehr oder weniger zu Vorsichtig, Melville und thar she blows:

Kapitän Ahab hat nen Kebap-Stand auf Island:

Wal-Kebap

(Anzeige in einer Reykjaviker Zeitung)

Bild und Fund und auch sonst: antimateur.org (der ab sofort in der Linkrolle wohnt!), 3. Februar 2007.

Edit: Es besteht aller Grund zu der Befürchtung, dass der freundliche, nicht mehr ganz junge Mann in der Anzeige keine provokative Werbung für Tierschutz betreibt, sondern ganz traditionelle Produktwerbung für seine legal verkäuflichen Wal-Döner.

Das gibt’s im Restaurant Sægreifinn in Reykjavik, das wirklich ganz gut sein soll. Diese Flakhelfergeneration ist wirklich knochenhart.

Island hat im Oktober 2006 wieder mit dem kommerziellen Walfang angefangen und will vielleicht am 31. August schon wieder damit auhören.

World Not Amused

Bilder: Observe The Banana, 18. Januar 2007.

Written by Wolf

28. August 2007 at 12:10 am

Posted in Meeresgrund

Rettet die Moleskine

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Update zu Die weiße Walin lebt:

Ahoi Polloi, Rettet die Wale, 8. August 2007

Bild, Text, Konzept, Idee, Script, Lektorat, Grafik, Idee, Konzept, Recherche, Kreation, Programmierung, Webmaster, Ringmaster, Illustration, Layout, Design, Typografie, Marketing, Vertrieb, Human Resources, Seitenpflege, Markenpflege, Kundenpflege, Art Buying, Art Direction, Creative Direction, Kontakt, Public Relations, Übersetzung, Content Management, Moderation, Trost & Rat, Bühnenbild, Beleuchtung, Kulissenschieben, 1. + 2. Geige, Streicherensemble, Holz- + Blechbläser, Blechtrommel, Maultrommel, Klavier, Lead- + Rhythmusgitarre, Leading Vocals, Bass, Schlagzeug, Mundharmonika, Kamera, Soundtrack, Gaffer, Best Boy, Key Grip, Regie, Produktion, Casting, Catering, Peitsche, Zuckerbrot, Koch- und Backrezepte, Inbrunst, Hingabe, Zärtlichkeit, Freizeit, Blut, Schweiß, Tränen und Copyright: Ahoi Polloi, 8. August 2007; Lizenz: G. Klaut.

Written by Wolf

12. August 2007 at 12:01 am

thar she blows

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Das sagen die anderen, Part 1:
Martina “Wenn das so ist” Kink

Martina war im Urlaub und macht wie nebenher
ein Update zu Ende von Wal – 17-mal:

Martina Kink BloglesungIch habs genau gesehen, springe auf, renne barfuss zur Reling und verbrenne mir so fast die Fusssohlen auf dem heissen Boden, aber er ist schon wieder weg. Die Menschen auf dem Oberdeck der Fähre tun es mir gleich, starren aufs Meer, wo aber leider nichts mehr zu sehen ist, ich war schneller und ernte hochgezogene Augenbrauen und Kopfschütteln, beides mit einem unübersehbaren ‘hysterische Kuh’ verziert. Völlig zu Unrecht, möchte ich anmerken, denn erstens fühle ich mich sowieso schon wie immer verantwortlich und habe ein schlechtes Gewissen, weil er nicht nochmal auftaucht und zweitens beruhigt euch mal, nun rief ich ja nicht mit überschnappender Stimme ‘thar she blows!’ Ich habe lediglich ein bisschen gequietscht beim Aufspringen, was mir peinlich genug ist, und das leise aber aufgeregte ‘Flipper?!!’ kam nicht von mir, das war N. Als er später mit jeder Menge Kumpels zurückkam, um kapriolend das Boot zu begleiten, bekomme ich doch noch Lächeln und Kopfnicken geschenkt. Jaja, jaja, Delfine, quietsch ich doch.

Pallas Athena, Göttin der Weißheit

Bilder: Martina Kink, 22. November 2006 und 21. Mai 2007;
Lizenz: Creative Commons.

Written by Wolf

17. July 2007 at 12:29 am

Posted in Meeresgrund

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