Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Die Seeräuber-Jenny: Ein moderndes Frauenschicksal

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Halten wir zum wiederholten Male fest: Auf der Pequod finden keine Frauen statt, und das ist gut so. Frauen auf Schiffen bringen Unglück, und damit der Binsen noch mehr sind: Am besten machen sie sich, wenn sie von der Hafenmauer winken.

Zwei gab es, die haben es probiert: Anne “Providence” Bonny und Mary Read. Das ging böse aus.

Und eine gab es, die gab es gar nicht: Die Seeräuber-Jenny ist allenfalls eine Ballade von Polly Peachum, und die ist ein Konstrukt aus der Dreigroschenoper, und die ist ein Remake von der Beggar’s Opera. Die sich (wie Nada Njiente) für sie halten, machen (wie Rita Mae Brunette) ihre Arbeit nicht ordentlich, und die es (wie Lotte Lenya) fast geschafft hätten, sind tot. Und zuvor sind sie als rausgewachsenes Bond-Girl geendet.

Die es nach einer dermaßen traurigen Bilanz (wie Grace Margaret Mulligan) immer noch versuchen, dürfen sich nicht wundern, wenn sie gleichzeitig bedienen, studieren, rauben, morden und einen Windjammer befehligen müssen.

Aber ein Wort wie Getös ist es wert.

Seeräuber-Jenny in der nächsten Whiskybar

Written by Wolf

31. December 2006 at 3:13 am

Posted in Mundschenk Wolf

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