Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

With Life to His Fingertips

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Update zu Hatte Herman Melville Kinder?:

Sophia Amelia Peabody Hawthorne, 1809–1871Sophia Amelia Peabody Hawthorne, Frau von Nathaniel Hawthorne, Herman Melvilles Freund seit 5. August 1850, gab 1850 die genaueste erhaltene Beschreibung von Herman Melville (also des 31-Jährigen) für William Aspinwall Tappan, ihren Vermieter, der Melville wegen religiöser Differenzen nicht in sein Haus lassen wollte:

I have no doubt he will be repaid by finding Mr Melville a very different man from what he imagines – & very agreeable & entertaining – We find him so – a man with a true warm heart & a soul & an intellect – with life to his fingertips – earnest, sincere & reverent, very tender & modest – And I am not sure that he is not a very great man – but I have not quite decided upon my own opinion – I should say, I am not quite sure that I do not think him a very great man – for my opinion is of course as far as possible from settling the matter. He has very keen perceptive power, but what astonishes me is that his eyes are not large & deep – He seems to see every thing very accurately & how he can do so with his small eyes, I cannot tell. They are not keen eyes, either, but quite undistinguished in any way. His nose is straight & rather handsome, his mouth expressive of sensibility & emotion – He is tall & erect with an air free, brave & manly. When conversing, he is full of gesture & force, & loses himself in his subject – There is no grace nor polish – once in a while his animation gives place to a singularly quiet expression out of these eyes, to which I have objected – an indrawn, dim look, but which at the same time makes you feel – that he is at that instant taking deepest note of what is before him – It is a strange, lazy glance, but with a power in it quite unique – It does not seem to penetrate through you, but to take you into himself. I saw him look at Una so yesterday several times.

Cit. Hershel Parker: A Biography, Vol. 1, 1819–1851, p. 773.

Written by Wolf

28. February 2007 at 1:32 am

Posted in Moses Wolf

3 Responses

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  1. Ja, die Frauen in seiner Umgebung, die Sophia hießen – die des Freundes und >die des Bruders. Sie tragen eine natürliche und liebenswerte Weisheit schon in ihrem Namen – und auch von ihren Bildern strahlt sie.

    Ha! Ich wusste doch, dass mir die Hawthornesche schon mal übern Weg gelaufen ist. Und daher hab ich auch
    m e i n e Weisheit, dass sie als einzige Frau des Melvilleschen Bekanntenkreises das Buch “Moby-Dick” gelobt hat. Wofür er ihr in einem Brief 1852 die Ehre erwies und ihr bekannte, “dass er selbst den tieferen Sinn seines Romans”, die Tragweite seines allegorischen Wesens “erst im Nachhinein zu ahnen begann…” So zu erfahren im Nachwort von Jendis/Göske, Seite 886/887.

    Eine erfrischene Beschreibung des jungverheirateten Melville – eine von vielen (von denen man allerdings nicht weiß, ob sie lediglich dichterischer Phantasie entspringen) – findet sich auch bei Jean Giono in “Melville zum Gruß“. Dort heißt es in der Szene eines Spaziergangs des Ehepaares:

    “Er macht nie eine Sache halb. Sie ist sanft, hell, unverdorben und lächelt schüchtern. Beim Spaziergang geht sie mit kleinen eiligen Schritten an der Seite des weit und ruhig schreitenden Ausreißers… Er hat von dem meuternden Matrosen die etwas ungenierte und verführerische Eleganz zurückbehalten; ein wenig lässig, gerade so viel, wie nötig ist für einen Raufbold, den Hut in der Hand, barhäuptig, als habe er noch nicht Zeit gefunden, ihn nach Beendigung eines seiner ewigen Raufhändel aufzusetzen, ordentlich, sauber, das gekämmte Haar kaum verwirrt, den Hals frei, geht er erhobenen Hauptes… nur ein kaum merkliches und sehr gütiges Lächeln reicht mit ein wenig Spott vermischt bis in seinen Bart hinab…”
    (In der btb-Taschenbuchausgabe von 2002 auf S. 34/35.)

    Elke

    28. February 2007 at 10:03 pm

  2. Huch! Da hab ich ja aus Versehen ausm Off kommentiert. Sorry. :)

    hochhaushex

    28. February 2007 at 10:11 pm

  3. Den Jendis/Göske und den Giono kenn ich, die Hawthornesche wär mir allerdings im ersteren bis jetzt nicht aufgefallen. Danke für Aufmerksamkeit!

    Der letztere ist, was nachweisbare Fakten angeht, denkbar unzuverlässig. Der will ja auch atmosphärisch sein, kein Lexikon. Nenn es ruhig poetisch, dann musst du’s nicht hanebüchen nennen .ò) Melville als sublimierter Raufbold, das find ich nicht ganz haltlos erfunden; das Schlagende an der Beschreibung von Sophia Hawthorne ist aber:

    Sie hat einen persönlichen Grund, möglichst genau zu werden, weil sie jemanden überzeugen will. Gerade deswegen rechne ich ihr auch an, dass sie Melville nicht pauschal als Allround-Engel verkauft, sondern kleine Fehlerchen eingesteht. Da soll jemand wissen, auf wen er sich einlässt, bevor er ihn je getroffen hat. Free, brave & manly, selbst wenn er komische Ansichten über die Kirche verbreitet, der darf das, is ja Künstler.

    Dergleichen war nicht Frau Hawthornes Job. Sie war ja “nur” Dichterliebchen und muss, ihrer Mühe nach zu schließen, Melville ziemlich gemocht haben.

    Wolf

    28. February 2007 at 10:59 pm


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