Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Das unterdrückte und verschollene 18½. Kapitel aus Typee: Fayaway erwacht zur Frau

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Update zu Charles Warren Stoddard und Merry Springtime:

Stolze InsulanerinIhre Füße hätten unter den Damen der New Yorker Gesellschaft als wenig ansehnlich gegolten. Ihre Sohlen, die niemals Schuhe kannten, waren von der Widerstandsfähigkeit des Schildkrötenpanzers und nahmen keine Spuren der Erde an, auf der sie wandelten. Ihre Zehen bildeten mit der Sohle fast eine Fläche. Ihre beiden Fesseln wurden von zwei kleinen, leuchtend roten Blütenkränzen geziert.

Die Füße der New Yorker Schönheiten hatten mir nie solche Aufmerksamkeit abverlangt, die ihrigen aber begrüßten mich mit einem so lebhaften Ausdruck, wie ihn die Gesellschaftsdamen oft nicht einmal im Gesichte trugen. Sobald ich die Dschungellichtung betrat, hob sie ihre Schenkel wie zum Friedensgruße an, dass ihre Fußsohlen mit den Zehenbeeren darüber aus der olivfarbenen Haut aufblitzten wie ein erfreuter Blick. Wo ihre Schenkel zusammenliefen, erblühte – die Rose der Südsee.

Als wir einander beiwohnten, schluchzte sie leise. Sie weinte vor Freude. Etwas weiteres, das ich von der New Yorkerin nicht gekannt hatte.

„Seefahrer?“

„Meine Fayaway.“

„Kommt jetzt: kleine Seefahrer.“

„Nein, meine Fayaway. Wir leben im neunzehnten Jahrhundert. Der Zusammenhang von Sexualität mit der Entstehung von Kindern ist durch nichts bewiesen. Und du bist noch nicht mal katholisch.“

„Keine Seefahrer in Fayaway?“ Sie zog eine enttäuschte Schnute.

„Nur ein Seefahrer in Fayaway.“

„Kleine Stück Seefahrer.“ Sie barg kichernd ihr Angesicht.

„Na warte. Wenn du mal nach New York kommst, kannst du dich vor denen gar nicht retten.“

„Ich nix. Du bleiben. Bleiben Nukuheva, wohnen mit Fayaway.“

Da die Richtung, welche die Unterredung einschlug, mir nicht zusagte, fasste ich Fayaway bei der Hand, wirbelte sie über ihrem Kopf herum und passte das Mädchen in meine Vorderseite ein. Sie schnurrte zustimmend, langte hinter sich, bekam meine Hand zu fassen und bedeckte entschieden ihre Brust damit. Indem ihr großer Zeh meinen Knöchel kraulte, wartete ich darauf, dass ihr Atem gleichmäßig wurde.

„Seefahrer.“

Barefoot Sandal„Meine Fayaway.“

„In Nu-York. Schöne Frau in Nu-York? In Nu-York ich hübsches Mädchen?“

„Das schönste, meine Fayaway. Schade, dass du Schuhe tragen musst.“

„Schuu-e?“

„Kleider an den Füßen.“

„Sollst nicht“, sagte sie und ruckelte noch einmal meine Hand auf ihrer Brust zurecht.

„Soll ich was nicht, meine Fayaway?“

„Sollst nicht Fayaway reduzieren auf ihr Fuße.“

Über Gedanken, was Fayaway für Wörter kannte und was für welche nicht, und vor allem ob es wirklich schlau wäre, sie aus ihrem Tal zu verpflanzen, schliefen wir ein.

+++ Tickertickerticker +++ Demnächst in diesem Weblog +++ Flashing News +++ Das Update zu Melville total versaut: +++ WAR HERMAN MELVILLE SCHWUL? +++ Tickertickerticker +++

Marquesas Couple

Written by Wolf

12. May 2007 at 12:01 am

Posted in Wolfs Koje

3 Responses

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  1. […] for the lost Chapter 18½ and Anaxagoras’ Revenge. The song lyrics are free for composition and will bear any style of […]

  2. wohin kann /darf ich 1 wizzbild senden?moby d.,natürlich….

    peter loyd grosse

    22. January 2010 at 12:32 pm

  3. An meine E-Mail z.B.? Auf Speicherplatz bei Blog, Blogger, Blogspot, Flickr, Photocase, Tumblr, WordPress?

    Wolf

    22. January 2010 at 10:35 pm


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