Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Rockwell Kent Bach

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Update zu Vom Umgang mit Ungeheuern und Urtexten:

Was wir über die Moby-Dick-Illustrationen seitens Rockwell Kent wissen:

Moby-Dick, 3 Bände, Lakeside Press 1930Der Mann wurde am 21. Juni 1882 in Tarrytown Heights im Staat New York geboren und starb am 13. März 1971 in Plattsburgh, ebenfalls New York State. Dazwischen wurde er Autor, Maler und Grafiker.

Laut der deutschen Rathjen-Übersetzung bereitete Kent sich auf den Job, Moby-Dick zu illustrieren, vier Jahre lang vor – durch Museumsbesuche, einschlägige Studien, Gespräche mit Walforschern und die Fahrt auf einem Walfänger.

Das ist ein Arbeitsethos, der sichtbar dem Detailreichtum und der Ausdruckskraft dieser denkbar schlichten Technik zugute kam, und an dem sich heutige Illustratoren und deren Geldgeber gerne wieder orientieren dürfen.

Die fertigen Zeichnungen erschienen 1930 in einer auf 1000 Stück limitierten Ausgabe bei Lakeside Press, in drei Bänden wie die allererste, die Londoner, der beiden Erstausgaben 1851. Das war sechs Jahre nach Melvilles Wiederentdeckung als Schriftsteller mythologischen Ausmaßes, ja ein wesentlicher Teil seines Revivals ab 1924, und sichtlich ein Versuch, dieses Monument von Buch auf seine archaische Qualität zurückzuführen. Die Ausgabe an sich ist klassisch geworden, der Versuch also gelungen.

Seitdem wurden sie in ungezählten Ausgaben nachgedruckt und werden wie kein anderes Look & Feel mit dem Text von Melville identifiziert. Erstmals vollständig in einer deutschen Ausgabe erschienen sie erst Oktober 2004 im Rathjen, die englische Ausgabe der Wahl mit sämtlichen Rockwells ist die bei Modern Classics.

Kents Bildideen lassen immer ahnen, welche Wucht in Moby-Dick selbst steckt, und reihen sich so in die Schar der Kommentare, Bearbeitungen und Kompilationen ein, die die Unerschöpflichkeit von Melvilles Roman bezeugen. Nicht die Kanonisierung durch die Universitäten, sondern die von Kent illustrierte Ausgabe machte Moby-Dick in Amerika zu einer allgegenwärtigen Kulturikone.

Paul Ingendaay nach Friedhelm Rathjens Bildnachweis.

Was wir über Johann Sebastian Bach wissen:

Er liebte die Altstimmen nicht, Bachs Bibelvertonungen sind sowieso meistens Männergeschichten – eine der loseren Verbinden zwischen der Bibel und Moby-Dick. Bei Bach gibt’s, wenn schon Frauen, dann Sopräne. Am besten ist er instrumental und passt kurioserweise ganz gut zu Rockwell Kent (8:22 Minuten, Vollbildmodus einschalten lohnt sich).

Captain Ahab, Chapter XXX

Bilder: Lakeside-Press-Ausgabe via Larry Voyer; Captain Ahab mit der Pfeife aus Kapitel 30: Die Pfeife: Rockwell Kent Gallery, Plattsburgh State Art Museum;
Lizenz: Creative Commons.

Written by Wolf

14. August 2007 at 2:56 am

Posted in Reeperbahn

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