Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Die fröhliche Cetologie

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Update zu Gewiss kann es kein Olivenöl sein:

Kann ein allmächtiges Wesen einen so schweren Stein schaffen, dass es ihn selbst nicht heben kann?

Es ist möglich, die Frage auf die folgenden Arten zu betrachten:

  1. Das Wesen kann entweder einen Stein schaffen, welchen es selbst nicht heben kann, oder es kann keinen Stein schaffen, den es selbst nicht heben kann.
  2. Wenn das Wesen einen Stein erschaffen kann, welchen es nicht heben kann, so ist es nicht allmächtig.
  3. Wenn das Wesen keinen Stein schaffen kann, welchen es selbst nicht heben kann, so ist es nicht allmächtig.

Dies gleicht einem ähnlichen Paradoxon: “Was geschieht, wenn eine unaufhaltsame Kraft auf ein unbewegliches Objekt trifft?” Eine Antwort ist, dass es der Definition entsprechend kein wirklich unbewegliches Objekt geben kann, wenn es eine unaufhaltsame Kraft gibt; dementsprechend kann auch keine tatsächlich unaufhaltsame Kraft existieren, wenn es ein unbewegliches Objekt gibt. Bei der Übertragung des Paradoxons bleibt die Grundaussage erhalten, allerdings wird hierbei nicht die Definition von Allmacht berücksichtigt.

Es kann auch versucht werden, das Paradoxon durch das Postulat aufzuheben, dass ein allmächtiges Wesen nicht notwendigerweise alles zu jeder Zeit tun können muss. So könnte man argumentieren:

  1. Das Wesen kann einen Stein schaffen, welchen es in diesem Moment nicht heben kann.
  2. Gleichwohl kann es als allmächtiges Wesen jederzeit später das Gewicht des Steines so weit verringern, dass es ihn heben kann. Dadurch könne das Wesen dann noch als allmächtig angesehen werden.

Nach dieser Argumentation lässt sich das Paradoxon aber weiterstricken: Kann ein allmächtiges Wesen einen Stein schaffen, der so schwer ist, dass es ihn nicht heben kann und so unveränderbar, dass es dessen Gewicht nicht reduzieren kann? Zudem stellt diese Situation Anforderungen an das allmächtige Wesen, zum Beispiel, dass es das Gewicht des Steines reduziert, wodurch sich die Frage stellt, ob sein freier Wille dadurch nicht gewissermaßen eingeschränkt wird.

Teilweise gibt es naturwissenschaftliche Aussagen, die bekannten Beispielen für Paradoxa widersprechen, allerdings sprechen diese nicht gegen die Paradoxa an sich. Sie beeinflussen lediglich die Wahl der Beispiele, um jene zu verdeutlichen. Das klassische Beispiel — ein Stein, welcher so schwer ist, dass sein allmächtiger Schöpfer ihn nicht heben kann — beruht auf einem Aristotelischen Weltbild. Heutzutage stellen sich neue Fragen, beispielsweise ob ein Stein nur relativ zur Planetenoberfläche angehoben werden kann. Betrachtet man die Position des Steines relativ zur Sonne, könnte man von einem konstant gehobenen Stein sprechen. Kleinlich betrachtet ergibt sich aus Sicht der modernen Physik das Ergebnis, dass das Beispiel des zu hebenden Steines ein schlechtes ist. Dies spricht aber nicht gegen das grundsätzliche Konzept des Allmächtigkeitsparadoxons. Den Gedankengängen Stephen Hawkings über die Beziehung zwischen Gottheit und Naturgesetzen folgend, ließe sich die Frage wie folgt umformulieren:

  1. Ein allmächtiges Wesen schafft ein Universum, welches den aristotelischen Gesetzen der Physik folgt.
  2. Könnte ein allmächtiges Wesen in diesem Universum einen so schweren Stein schaffen, dass es ihn selbst nicht heben kann?

Allmächtigkeitsparadoxon, Philosophische Antworten

Vereinfachend hat ♥ Marilyn ♥ dazu noch einen:

A little girl was talking to her teacher about whales.

The teacher said it was physically impossible for a whale to swallow a human because even though it was a very large mammal its throat was very small.

The little girl stated that Jonah was swallowed by a whale.

Irritated, the teacher reiterated that a whale could not swallow a human; it was physically impossible.

The little girl said, “When I get to heaven I will ask Jonah”.

The teacher asked, “What if Jonah went to hell?”

The little girl replied, “Then you ask him”.

Linton Baldwin, Sinner's Game

Written by Wolf

12. December 2007 at 4:43 am

Posted in Mundschenk Wolf

One Response

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  1. […] bringende Schlange war sogar noch das Werkzeug dessen, der sie bekämpft. — Auch so ein altes Paradoxon: Wer hat den Antichristen in die Welt gesetzt, wenn nicht ausgerechnet Gott? (Und kann Gott so […]


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