Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

That’s Chevrotainment

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Update zu Who Killed Bambi?:

Indohyus
Erster!

Anfänge. Das Wissen über Wale fängt phänotypisch mit der Information an: Das ist überhaupt kein Fisch. — Wieso, heißt doch Walfisch? — Trotzdem, ist ein Säugetier. — Und Erdbeeren sind keine Früchte, sondern Nüsschen (nicht Nüsse!), und Gurken sind eigentlich Beeren. Zurück auf die Bäume, ihr Primaten populären Halbwissens und urbaner Legenden. Der erste Fehler in der Evolution war sowieso, überhaupt das Meer zu verlassen.

Welches Säugetier allerdings damit angefangen hat, den Rückschritt ins Wasser zu wagen, ist eine Information allerneuster Provenienz. Der Inbegriff der Glaubwürdigkeit, ein amerikanischer Wissenschaftler namens Hans Thewissen vom North Eastern Ohio Universities College of Medicine, hat im Indohyus den nächsten Verwandten vom Lande des Wals erkannt. Indohyus war vor etwa 48 Millionen ein Paarhufer aus Indien und damit dem heutigen Hirsch verwandt. Ins Wasser strebte er nicht wie bisher angenommen, um seine Ernährung um Fisch zu ergänzen, sondern eher zur Flucht.

Diese dauerhafte Angst, so anhaltend, dass der arme Hirsch seinen Lebensmittelpunkt in seinem Zufluchtsort einrichtete, erinnert an den neuseeländischen Kakapo: Seit dessen anrührender Beschreibung durch Douglas Adams in Last Chance to See soll sich der Bestand kurz vor der vollständigen Distinktion erhöht haben, normalerweise wäre dieser unnatürlich friedliche, possierliche Geselle vor lauter Aggressionsmangel ausgestorben.

Vor 48 Millionen Jahren war Douglas Adams nicht zugegen, so dass Indohyus freiwillig das Feld räumte und statt zu erlöschen in eine neue Lebensform überging. Auf ihre Weise eine durchaus beeindruckende Form des Überlebenswillens. Heute haben wir: Wale.

Aber wie lange noch? In unseren modernen Zeiten, die einer Endzeit ähnlicher sehen als einem Neuanfang, sind Leute wie Hans Thewissen und Douglas Adams wertvolle Sammler und Entdecker, die uns wenigstens noch einmal vorführen, was wir zu verlieren haben.

Das Hirschferkel oder Water Chevrotain aus Afrika wird heute noch bei solchem Fluchtverhalten beobachtet.

Allen Melvilleanern, Freunden und Verirrten ein glückliches Jahr des Übersehenen Knabenkrauts.

Bild: The Guardian; Film: National Geographic.

Und wieder mal danke an Constanze für den Hinweis.

Written by Wolf

1. January 2008 at 2:13 am

Posted in Meeresgrund

6 Responses

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  1. Viel Glück auf deinen Blogweltmeeren in 2008.
    Alles Gute und viel Erfolg, Gesundheit und ein Lachen im Herzen.

    wortteufel

    1. January 2008 at 3:03 pm

  2. alles, alles erträumbar gute für 2008 auch von mir! (spät aber hoffentlich nicht zu spät!) :-)

    stilke

    4. January 2008 at 6:34 pm

  3. Mei, seids ihr alle liab *snieff*

    Allesalles Beste, Jungs.

    Wolf

    4. January 2008 at 7:08 pm

  4. […] Pottwals. (Meine armen Kinder mussten sich einen kompletten Pottwal-Vortrag meinerseits anhören, Entstehung, Leben, Jagd, Verwendung des Spermaceti usw… – dabei wollten sie sich viel lieber die […]

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