Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Ich verbitte mir solche zoologischen Spitzfindigkeiten! (Eine regelrechte Walschule)

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Update zu Sondern müsstet alle tot sein:

Die überaus verdienten Donaldisten Oliver Martin, Dr. paTrick Martin, Peter Jacobsen und Klaus Harms, in einen Sack gesteckt ein wahrer Olymp an Trägern bombastischer Würden, darunter Zaster sparende Ehrenmitgliedschaften, toll tönende Titel von imposanter Amtswürde und vetterliche Vergünstigungen in der D.O.N.A.L.D. und der Professor-Püstele-Preis, haben im Jahr 2001 anlässlich des 24. D.O.N.A.L.D.-Kongresses zu Carlsruhe die Ausstellung Barks’ Thierleben. Biodiversität in Entenhausen gestaltet. Website und .pdf-Dokument waren als ausstellungsbegleitend geplant, wurden von der pflichtvergessenen Bande jedoch erst irgendwann 2005 fertig gestellt. Der Katalog ist schon wieder vergriffen und muss allenfalls mit sehr viel Glück über Bookcrossing gefunden werden.

Die Ausstellung selbst deckte anhand der aufs verdienstreichste hergestellten Präparate nahezu die gesamte Fauna auf stella anatium ab. Carlsruhe wurde als Veranstaltungsort gewählt, um dem zu erwartenden Ableben des Schöpfers Carl Barks eine etwas vorauseilende Ehre zu erweisen. Präsidente und zuständig für die anstehende Todesanzeige war damals die junge, dunkelschöne Österreicherin Nicola Waldbauer, der heute noch definitiv etwas von einem Todesengel anhaftet, was im Rahmen dieser Ausstellung, deren Thema von so geballter Lebendigkeit schwirrte, noch einmal so plastisch auffiel. Sie hat ihre Aufgabe würdig versehen, die Ausstellung hätte man nicht günstiger unterbringen können.

Wir erheben uns zur Hymne und vertiefen uns sodann in schweigender Demut in den Abschnitt über die Entenhausener Cetacea.

Ordung: Cetacea (Waltiere)

Familie: Delphinidae (Delphine)

Mediterraner Mörderwal

Odontocetus mediterraneus

Mediterraner Mörderwal
Der mediterrane Mörderwal ist eigentlich, wie sein Verwandter, der gewöhnliche Orca (auch: „Mörderwal“), eigentlich ein sehr großer Delphin (also ein luftatmendes Säugetier und kein Fisch). Er unterscheidet sich vom Orca durch seinen einfarbig-dunklen Körper und die wenig ausgeprägte Rückenflosse. Seine Körperlänge beträgt bis zu 10 m.

Die Lebensweise des mediterranen Mörderwales ist weitgehend unerforscht. Er ist grundsätzlich schlecht gelaunt (wahrscheinlich weil er im überfischten Mittelmeer Schwierigkeiten bei der Nahrungssuche hat). Versuche, ein Exemplar mit einem Nylonlasso einzufangen, quittierte dieses mit Tobsuchtsanfällen, welche das Meer aufwühlten (Augenzeugenbericht: „Das Meer schäumt wie das Bier beim Maibock“).

WDC 292; TGDD 64 „Die schwarze Suppe“, p. 4-5


Familie: Physeteridae (Pottwale)

Entenhausener Pottwal

Physeter Entenhausensis

Ich verbitte mir solche zoologischen Spitzfindigkeiten!Der Entenhausener Pottwal gleicht vom Körperbau her unserem Pottwal (Physeter catodon). Er ist (wie alle Wale) ein Säugetier. Dennoch wird in Entenhausen zum Einfangen eines solchen Tieres aus formaljuristischen Gründen ein Angelschein verlangt. Während der irdische Pottwal sich vorwiegend von Tintenfischen (Kopffüßern) ernährt, wird von den Entenhausener Tierschutzinstanzen als angemessene Nahrungsration für in Gefangenschaft gehaltene Pottwale eine Mischdiät von täglich „etwa einer Tonne pelagischer Kopffüßer, Wasserflöhe und so“ für ausreichend betrachtet. Es ist aber auch belegt, dass sich der Entenhausener Pottwal von Fischen ernährt. Hungrige Individuen geraten so in ihrem Bestreben einen Fisch zu verzehren manchmal auch ungewollt an Angelhaken, was für den Angler unerfreuliche Konsequenzen nach sich zieht. Der Entenhausener Pottwal ist ein Tier mit ausgeprägtem Territorialverhalten, er attackiert fremde Eindringlinge umgehend. Der Angriff eines Entenhausener Pottwales auf eine von Herrn Duck gefertigte, lebensgroße Walimitation von rosa Farbgebung („Was könnte einen schwarzen Walfisch wütender machen als ein rosa Wal ?“), könnte allerdings auch vermuten lassen, dass der Entenhausener Pottwal eventuell farbenblind ist.

Eine regelrechte Walschule!
Ein weiterer Unterschied zum Verhalten des uns bekannten Pottwales ist die Tatsache, dass der E. Pottwal in der Lage ist, ähnlich wie Delphine aus dem Wasser herauszuspringen.

Die gelegentlich drastische Reaktion des Entenhausener Pottwales auf Lockmittel (so lässt er sich z.B. durch extrem laute auf Lachse eingestellte Lockpfeifen anlocken), Amulette und dergleichen ist noch weitgehend unerforscht.

FC 256; TGDD 8 „Familie Duck auf Nordpolfahrt“

WDC 193; TGDD 19 „Der Walfisch“

U$ 25; TGDD 39 „Der Fliegende Holländer“; BL-OD 16/1

Text und Bilder:Oliver Martin, Dr. paTrick Martin, Peter Jacobsen, Klaus Harms, Walt Disney Inc. in: Barks’ Thierleben. Biodiversität in Entenhausen.

Written by Wolf

25. February 2008 at 12:01 am

Posted in Moses Wolf

12 Responses

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  1. Wie wird man eigentlich Donaldist? Kann ich da irgendwo ein Aufbaustudium machen???

    cohu

    25. February 2008 at 10:06 am

  2. Man bewirbt sich, besteht den Dulle-Test und berappt in der Folge nicht allzu saumselig seine Beiträge. Zack!

    Wolf

    25. February 2008 at 1:24 pm

  3. Ich bin beeindruckt von dieser Organisation und insbesondere von ihren wissenschaftlichen Meriten!
    Es fehlen aber nach meinem Geschmack noch weibliche Donaldisten und natürlich donaldistische Gender Studies. Aber gut, in Entenhausen hat es ja auch deutlichen Erpelüberschuss und somit reichlich Homoerotik (siehe “Die Ducks-Psychogramm einer Sippe”).

    cohu

    25. February 2008 at 2:41 pm

  4. Aus den Donaldistinnen, wenn sie sich denn schon mal manifestieren, wird dann aber auch regelmäßig was. Damen müssen ja praktisch nur beitreten, um auch schon Präsidente zu sein.

    Für Gender Studies würde ich mich an Viola Dioszeghy-Krauß, mehrfache Trägerin des Professor-Püstele-Preises und ein brillantes Hirn, eine Art Gundel Gaukeley in Freundlich, wenden.

    Für Homoerotik: Patrick Bahners, Marburg 2000. Das war einer der besten Beiträge in der donaldistischen Geschichte, meines Wissens bisher nicht im Druck erschienen, daher auch mit Namen unbekannt. Einer der gewohnt nachmittaglangen Vorträge, für den Bahners Direktvergleiche zwischen Entenhausener Berichten und Ralf König beigebracht hatte: Die Dargestellten gleichen sich darauf bis in Körperhaltung und Bildaufbau, dass es schon kein Zufall mehr sein kann. Der Unterschied lag in Ralf Königs drastischen Texten gegenüber Frau Fuchs’ alles verschleiernden Zeitlosigleiten. Durch diese Beobachtung wird Bahners überleben.

    Wolf

    25. February 2008 at 9:44 pm

  5. Wahnsinn.
    Ich muss mich jetzt erstmal wieder in die Primärquellen vertiefen – gibt es eine schöne, empfehlenswerte Standard-Ausgabe? Was ist von der “Barks Library” zu halten? Ich nehme an, die Fuchs-Übersetzungen sind besser als das Original (so habe ich es in Erinnerung)?

    cohu

    26. February 2008 at 9:14 am

  6. Die Barks Library find ich ganz wohlgeraten – für das, was sie bieten kann. Es fehlt nämlich immer noch schmerzlich eine Gesamtausgabe der Fuchs-Zweitfassung, in der sie erst die richtigen Klassikerhämmer untergebracht hat… Wird wohl das alte Lied mit dem Copyright sein (hallo, Ehapa?).

    Huch, das Erika-Fuchs-Buch steht gerade bei 79,95? Das hätte ich jetzt fürs schnelle Gescheitdaherreden empfohlen, hähä.

    Wolf

    26. February 2008 at 10:20 am

  7. Ich hab mir mal ein paar Bände aus der Barks Library bestellt.
    Noch eine Frage an Dich als Donaldisten – Gerne würde ich mal wieder die Geschichte “Das Goldene Vlies” (mit dem Pastinakenpudding!) lesen – wie finde ich jetzt diese Geschichte? (kann die BarksBase-Abkürzungen nicht entziffern…

    cohu

    27. February 2008 at 10:11 am

  8. Die BarksBase löst ihre Abk. recht brauchbar auf; die Schwierigkeit ist dann nur noch, die Hefte aufzutreiben…

    Die vom goldenen Vlies steht danach im 9. Band der Onkel-Dagobert-Reihe der Barks Library und irgendwo in der Carl Barks Collection, die momentan noch vor sich hin erscheint. Naa, mitbestellt? :o)

    Die interessanteste Fundstelle ist die “MB 25”, das ist nämlich Die tollkühnen Abenteuer der Ducks auf hoher See aus der marebibliothek, das gehört sowieso in jeden Haushalt.

    BarksBase sagt:

    In dieser Reihe veröffentlicht der marebuchverlag Literatur mit maritimem Bezug. Band 25 erschien im Februar 2006 unter dem Titel Die tollkühnen Abenteuer der Ducks auf hoher See und enthielt 25 Barks-Comics, ausgewählt und kommentiert von Frank Schätzing. Die Druckvorlagen wurden meist aus der Barks Library übernommen.

    Mjamm.

    Wolf

    27. February 2008 at 10:32 am

  9. Uäh, Schätzing, bleib mir bloß weg, da bin ich allergisch! Ansonsten wäre es natürlich eine schöne Sache…

    Danke, das hat es also mit “BL-OD 9” auf sich – hm, das ist mir zu teuer momentan, aber ich werd’s auf der Wunschliste vermerken…

    cohu

    27. February 2008 at 2:05 pm

  10. Mister Schwarm schwärmt auch in seinen Duck-Kommentaren sehr von sich selber, aber nur aller ix Seiten ein paarmal. Für das, was dazwischen steht, wäre es schade, sich ausgerechnet von dem in die Kultur dreinreden zu lassen. Hätte der auch keinen Bestseller über Bergbau schreiben können oder so…

    Wolf

    28. February 2008 at 10:30 am

  11. […] die Albatros/Die “Pequod” begegnet der “Albatros”, in enger Verupdatung zu Barks’ Thierleben und Überall ist […]

  12. […] zu Proposing a city in which I would not, in fact, be allowed to exist und Ich verbitte mir solche zoologischen Spitzfindigkeiten! (Eine regelrechte Walschule): Vielleicht gibt es ja sogar […]


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