Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Fundsachen der Woche

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Im Buchladen:

Es gibt (mindestens) zwei vollständige Einlesungen von Billy Budd auf Deutsch: Eine neue in der Übersetzung von Richard Moering mit Christian Brückner, den man als Stammsynchronsprecher für Robert De Niro, Harvey Keitel und sonstige ruppige Hollywoodknochen kennt und für seine Einlesung von Moby-Dick, beim marebuchverlag der Rathjen-Übersetzung beiliegend, mag — und eine ältere in der Übersetzung von Richard Mummendey mit Hans Paetsch. Die ist zwar genau wie die neue erst 2007 erschienen, von dem Märchenonkel der Nation mit der Stimme, die von Natur aus immer nach Opa klang, wie er in einen Blecheimer hustet, weiß man aber, dass er 2002 gestorben ist, die Aufnahme also bis vor kurzem in einem Archiv des NDR rumgefahren sein muss. Das kann man als Leichenfledderei und schamloses Recycling ansehen, man kann sich aber auch einfach so über den gehobenen Schatz freuen. Produktseite bei GEO mit Hörprobe!

Im Internet:

Power Moby-Dick, the Online Annotation: Interaktiv kommentiert, sogar mit Quellenangaben. Text mit Seitenzahlen nach der ersten amerikanischen Ausgabe von 1851, Anmerkungen von Margaret Guroff 2008, meist nach Wikipedia. Sehr gut benutzbare, wissenschaftlich glaubwürdige Referenz.

Das steht ab sofort auch in der Volltextesammlung Voll der Moby in diesen heil’gen Hallen.

Ach ja: Einen Flickr-Pool People Reading gibt’s auch. Er steckt randvoller putziger, liebevoll gemachter Bilder mit, Sie ahnen es, lesenden Leuten. Manche davon dezent voyeuristisch, aber nicht so wild, dass man sie in Deutschland nicht angucken dürfte. Das Wochenende ist gerettet.

Reading near the canal by @rgs, 8. August 2008

Bild: @rgs: Reading near the canal im Pool People Reading, 8. August 2008. Sieht aus wie die Hafenmauer aus der letzthin verwendeten Feenmusik von Tom Waits: Watch Her Disappear aus Alice, 2002, stimmt’s?

Written by Wolf

14. August 2008 at 12:02 am

Posted in Reeperbahn

2 Responses

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  1. Hallo,

    Brückner liest die Billy Bud – Übersetzung von Richard Möhring (Claassen Verlag und Reclam)…

    Grüße, Burkhard

    Burkhard

    6. June 2009 at 4:37 pm

  2. Tatsache liest der das alte Zeug, das Thomas Mann schon kannte… Wo hab ich dann Elisabeth Schnack gefunden? War’s über eine Einlesung Bartleby, die ich übergeneralisiert haben muss, Schande über mich? Über die mit Christian Brückner schreibt nämlich auch jeder so falsch vom andern ab, wie er’s braucht (Süddeutsche via Perlentaucher: Elisabeth Schnack, Amazon: John und Peter von Düffel). Wenn man nicht alle Fassungen selbst zusammenkauft…

    Danke für die Aufmerksamkeit! Ich sag’s immer wieder, wenn dergleichen auffällt: Solche Leser brauchen wir.

    Wolf

    6. June 2009 at 5:16 pm


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