Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Don’t Give Up Till It’s Over

with 3 comments

Update zu Songs the Whalemen Sang:

 Ronnie Drew Portrait ca. 1966, The Balladeers73 ist er geworden, steinalt mit blitzenden Lausejungenaugen war er irgendwie schon immer. Ronnie Drew, Gründungsmitglied, Mastermind und vor allem Stimme der Dubliners, wurde am 16. August vom Krebs dahingerafft.

Die besten irischen Kapellen, die auch nach Irland klingen, wie man sich’s vorstellt, waren immer die Dubliners und die Pogues, da diskutier ich schon lange allenfalls noch über die Reihenfolge — jede von ihnen auf ihre verdammt spezielle Weise: die Dubliners als Fackelträger der Tradition, die Pogues als ausgelassene Rabauken. Mich hat immer gefreut, wie sich diese Aushängeschilder der verschiedenen Generationen, denen sie angehörten, nicht trotzdem vertrugen, sondern deswegen.

Das fiel unter Kollegen so weit auf, dass die McCalmans mal in nicht ihrem schlechtesten Lied halb neidisch, halb frozzelig gefragt haben: “Who put the Pogues in the Irish Rover?” Die sind Schotten. Das ist nichts Schlechteres als Iren, und daher werden die sich wohl auch mit intertextuellen Bezügen auskennen. Das von den Greenland Whale Fisheries war Mr. Drew dafür unbestreitbar auf den Leib komponiert.

Der intertextuelle Bezug: Überleben wird Mr. Drew durch einen Fernsehauftritt mit den zwei besten irischen Bands, den Irish Rover so intonierend, wie es sich gehört. Die Großvaterfigur als tragende Stimme, umringt von einer ausgelassenen Meute junger Hunde; der besoffene Henkeltopf mit der eingeschlagenen Fresse, der sich bei seinem öffentlichen Auftritt nur nachlässig zu benehmen weiß, dafür seine Lieder zu Hause auf dem groben Niveau von Bob Dylan schreibt, ist Shane MacGowan und lebt noch.

And when you come
And all the flowers are dying,
If I am dead,
As dead I well may be,
You’ll come and find
The place where I am lying
So kneel and say
An Ave there for me.

Bild: Ronnie Drew ca. 1966: The Balladeers;
Film: The Dubliners & The Pogues: Irish Rover — ein steinalter Fernsehausschnitt mit blitzenden Lausejungenaugen. Schnief.

Danke an den Herrn Nachbarn Stadtneurotiker for the shout-out.

Written by Wolf

19. August 2008 at 1:54 am

Posted in Moses Wolf

3 Responses

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  1. Mitschnief.

    Möge die Erde ihm leicht sein. Er wird sowieso bei denen bleiben, in denen er youtube- und weltweit den Iren geweckt hat. Die in Verehrung einen Whiskey in sich und Dank aus sich fließen lassen „ for your voice, songs and those wonderful irish eyes“, Ronnie – and the rare old times.

    Hey, und wer konnte schon einer illustererer besetzten Ode an sich und die Nachwelt bereits als noch lebende Ikone lauschen!

    (Btw: Ein Disput drüber, ob The Dubliners oder The Pogues nun irischer und weiter oben seien, uferte bei deren vereintem und in dieser Kombination einzigem Lausejungentum vermutlich leicht ins Akademische aus, oder? ;o) )

    Fare well, Ronnie, you had it all.

    hochhaushex

    20. August 2008 at 6:09 pm

  2. Das wär doch endlich mal eine akademische Diskussion um lohnende Sachen…

    Wie fühlt sich eigentlich einer, zu dessen Nachruf sich zu seinen Lebzeiten halb Irland versammelt?

    Wolf

    20. August 2008 at 6:26 pm

  3. […] mourns the death of an icon (Herald) Dublin loses its voice (Irish Independent) Don’t give up till it’s over (Moby Dick) Thousands attend Greystones funeral of Ronnie Drew (Irish […]


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