Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Mauerfallschockfrosten

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Update zu Capturing Lafontainitis:

Schauschau, nach dem aufmerksamen mars bei Cohu am 3. Dezember ist noch jemand anderem aufgefallen, was Reinhard Mohr am 21. September 2008 so über Moby-Dick und sonstige Erzeugnisse der Populärkultur dahergeredet hat. Das muss schon Mitte November gewesen sein, weil es in der Dezember-Titanic stand. Wir sagen ja nicht, dass wir die Schnellsten sind, sondern nur die Besten.

Mal wieder zu Ihnen, Reinhard Mohr!

Sie sind im Kino gewesen, haben den »Baader Meinhof Komplex« geguckt und wie bestellt eine fabulöse Textidee gehabt: »Der-Oskar-Lafontaine-Komplex«: »Es ist ganz großes Theater, das den Deutschen nun schon seit Monaten geboten wird. Wie gebannt verfolgt die Republik die spannendste Inszenierung seit langem – den Oskar-Lafontaine-Komplex. Untertitel: Ein Mann sieht rot. Keine Bühne ist groß genug für ihn.« Ein Mann sieht rot? Oskar Lafontaine, der deutsche Michael Douglas der Selbstjustiz? »Wo immer er auftritt, redet er sich binnen Minuten in Rage wie einst Robin Hood, der Rächer der Enterbten.« Robin Hood ein Redner? An welche Verfilmung denken Sie da, an »Helden in Strumpfhosen«? »Das Virus ergreift selbst bislang politisch eher unauffällige Berufsgruppen.« Das Virus? Sind wir jetzt plötzlich in »Outbreak«, dem Film, dem vom deutschen Verleih der Untertitel »Lautlose Killer« verpaßt wurde? Und wie geht das mit dem in Rage geredeten Robin Hood zusammen?

»Aufwärmen, umrühren, fertig: Oskar Lafontaine und die vermeintlich neue, schicke Linke sind genau wie Nescafé. Sie wollen Ideen von gestern aufkochen, um Politik für morgen zu machen – und leiden doch nur daran, den Schock des Mauerfalls nie verwunden zu haben.« Seit wann aber nun ist Nescafé wiederaufgekochter Kaffee? Ist er nicht eher mauerfallschockgefrostet? »Aber so ist er, der Kapitalismus. Am Ende wird er auch noch den Oskar-Lafontaine-Komplex schlucken wie der weiße Wal den Käpt’n Ahab.«

Bon: Virus, Robin Hood, Moby Dick, aufgewärmt und umgerührt – vielleicht gehen Sie, Mohr, alter Schmock, demnächst lieber in weniger aufregende Filme; wie wär’s z.B. mit »Burn After Reading«?

In diesem Sinne:

Titanic [Briefe an die Leser, Dezember 2008]

kqedquest, Moby Dick whale meat, 1. März 2007

Bild: kqedquest: “Moby Dick” whale meat, 1. März 2007.

Written by Wolf

7. January 2009 at 12:41 am

Posted in Moses Wolf

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