Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Schnaps fürn Durscht

with 3 comments

Abt.: Leben mit Ringsgwandl.
Melodie: Good Riddance (Time of Your Life):
Original von Glen Campbell, sozialfähig durch Green Day.

1.: Der eine steckt gern Pfotzen ein, der ander haut zurück,
der dritte bleibt am Wochenend daheim.
Mein Vater frisst den Kuchen ganz, die Mutter bloß ein Stück,
und ich teil mich die Weihnachtsfeiertag zur Nachtschicht wieder ein.
          Der eine lebt bewusster, dem andern is des wurscht,
          der dritte sauft den Schnaps grad für den Durscht.

2.: Die eine mag den Sex recht gern, die andere halt net,
die dritte schaust du scharf an und sie legt sich.
Die vierte macht’s bei Finsternis nur samstags unterm Federbett,
die fünfte treibt am Stachus Neunundsechzig.
          Die sechste treibt’s am Männerklo, die siebte treibt’s im Wald,
          bloß mir is nackert schon im Bad zu kalt.

3.: Der eine lässt die Lätschen hängen, bis ihn einer fragt,
der ander grinst umso breiter, wenn ihm gar nicht danach is.
Der dritte hilft dann allen zwei, bevors ihm einer sagt,
und hat lieber kein Problem damit, nur ich merk den Beschiss.
          Der eine schubst den andern um, der dritte hält ihn fest.
          Des machen die so lang, wie man sie lässt.

4.: Der eine hat an Luxusdampfer am Starnberger See,
der ander hat kein Hemd und malt sich eins.
Der dritte hupft vom Hubschrauber in den jungfräulichen Schnee,
dafür hat er sein Hemd verkauft und braucht auch keins.
          Der eine lebt den Augenblick, der ander Ewigkeit,
          der dritte hat für sowas gar koa Zeit.

5.: Der eine laaft in Brooklyn rum, der ander stirbt im Bett,
und ich schau mir des noch a Zeitlang an.
Der eine raamt sich selber weg, der ander waaß noch net,
wann’s Zeit wird, weil man’s gar net wissen kann.
          Mir zeigt kein Mensch den Himmel, und drum zeig ich der Welt,
          wie man sich jeden Tag lebendig stellt.

Fade-out: Der eine lebt bewusster, dem andern is des wurscht,
der dritte säuft den Schnaps grad für den Durscht.
Der eine schubst den andern um, der dritte hält ihn fest.
Des machen die so lang, wie man sie lässt.
          ||: Der eine lebt den Augenblick, der ander Ewigkeit,
          der dritte hat für sowas gar koa Zeit. :||

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Das ist jetzt ein schönes Lied. Ohne ausuferndes Eigenlob — da richtet die Melodie viel aus, die leider nicht von mir stammt. Und Herrn Doktor Ringsgwandl werde ich alles andere denn parodieren, der Mann ist sakrosankt. Ich werde es lieb genug haben, um es singen zu wollen. In diesem Zusammenhang ergeht die weblogtypische Privatinformation: Gerade gestern hab ich meine Gitarre Susi in Reparatur gegeben, was seit Jahren fällig war: Ihr Hals war unter der etliche Zentner schweren Einwirkung zu strammer Saiten (Glockenmetall — danke an die Beratung beim Nürnberger Klier…) nach vorn verbogen, dass man sich schon überm Intro die Finger aufreißt, und mit diesem Schaden hing sie schon viel zu lange und zu selten abgestaubt an der Wand. Der freundliche, zutätowierte Led-Zeppelin-Roadie in der Reparaturannahme zeigte sich schon vom unteren Steg ganz entsetzt: “Do kriagst ja a bruutaale Saitnlog zam!” und soll ihn mal gleich mit a wengl runterschleifen. Susi müsste nächste Woche von ihrem Halsleiden geheilt sein. Bis dahin such ich mal die Griffe zu Time of Your Life raus.

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Edel by Marc Blackie, Disappointed Virginity

Studie zur Rezeption längerer zusammenhängender Texte:
Frau Edel wurde von Marc Blackie… naja… festgehalten.

Written by Wolf

1. October 2009 at 12:01 am

Posted in Vorderdeck

3 Responses

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  1. Schön! Wenn Du einen fähigen Gitarrenbauer brauchst, kann ich Dir meinen Bruder empfehlen :-) Ansonsten erstmal gute Besserung für Susi, meine (Namenlose Jahrgang 1976) wird auch grad neu besaitet und poliert…

    cohu

    1. October 2009 at 9:18 am

  2. Ich hab hier mal kommentarweise verbreitet, dass wenn ich Brüder hätte, die Buchhändler sein müssten. Gitarrenbauer wäre auch in der ziemlich engen Auswahl. Susi: Ibanez Jahrgang 1986, auch schon ein gestandenes Mädel, wird immer selbst poliert und zart besaitet. Irgendwann kann ich auch nochs Flageolettstimmen .ò)

    Wolf

    1. October 2009 at 4:41 pm

  3. […] a comment » Update zu Schnaps fürn Durscht: Mithin, sagte ich ein wenig zerstreut, müßten wir wieder von dem Baum der Erkenntnis essen, um […]


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