Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Maigewinnspiel: Alles muss raus!

with 11 comments

Christina Dichterliebchen

Comment what Christina Dichterliebchen is saying in the picture, and win one of the books listed below. Deadline: Sunday, May 16, 2010, midnight.

Mal wieder Zeit für ein richtiges Gewinnspiel, oder? Es gibt richtig klasse Preise, die meisten davon Abschreibungen der Münchner Stadtbücherei, Filiale Isarvorstadt. Die legen da so oft so tolles Zeug auf ihren Grabbeltisch, dass ich ab und zu entschlacken muss. Ihr Vorteil, liebe Moby-Dick™-Leser.

Erst die Preise oder erst die Aufgabe? — Gehen wir chronologisch vor: Ein Buch gewinnt, wer in den Kommentar schreibt, was Christina Dichterliebchen, wie wir sie oben auf dem Bilde schaun, sagt.

Möglicherweise ruft sie gerade nach “Moooooby!!”, singt “Guten Morgen, guten Morgen, guten Morgen, Sonnenschein” von Nana Mouskouri, beschwört mit uraltem Hexenkram die Elemente, zitiert Melville, Shakespeare oder Edmund Spenser, den Melville mochte und ich schon lange mal hier reinzerren will, oder freut sich: “Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen straps ich mir den Stümper, der mir dauernd solche Affenkrallen als Hände und Füße malt.” Überraschen Sie Christina Dichterliebchen und mich!

Bedenken Sie dabei, dass Sie jemandem etwas in den Mund texten wollen, der immerhin in der Lage ist, besoffen ganze Passagen Seume herzusagen und zielführend zu verwenden.

Wie Sie bemerken, ist in der Bildaufteilung so viel Platz für eine Sprechblase, dass sie die Kimmung nicht überschneidet. Neu scannen muss ich die sprechende, singende Version dann sowieso, da kann ich notfalls gleich noch irgendwas dazumalen. Wenn Sie für Ihre Lösung einen Leuchtturm, eine Walfontäne, ein Ruderboot, ihren Rucksack oder dergleichen benötigen — im Meer ist viel Platz. Eine zweite Person bitte nicht, sonst kritzel ich vorher aufgrund meines mangelhaften künstlerischen Geschicks wieder drei Blätter mit Anatomiestudien voll. Aus dem gleichen Grund bitte auch keinen Windjammer; einfache Dreimaster gehen.

Christina Dichterliebchen spricht Deutsch, Fränkisch, Bairisch, Österreichisch, Latein und Englisch. Alle anderen europäischen Dialekte eher gebrochen, aber wenn’s der Aussage dient, strengt sie sich an.

Als preiswürdig erweist sich, wer das Dichterliebchen und mich zum Grinsen bringt, und Sie wissen ja, durch wie simple Purzelbäumchen ich zu erheitern bin. Es ist genug für alle da, mindestens aber zehn Bücher:

  • Frédéric Beigbeder: 39,90 (der französische 2001er Knaller über die böse, böse Werbebranche noch als Hardcover!);
  • Rudolf Herfurtner: Rita Rita (Ravensburger Taschenbuch Jeans. “Am Flipperautomaten ist Rita unschlagbar. Da lernt sie Franz kennen, einen, der anders ist. Rita bleibt nicht länger die coole, überlegene Flipperqueen.” Das steht schon vorne drauf);
  • Bruno Jonas: Gebrauchsanweisung für Bayern (genau: der Kabarettist. Der typische Seppl-Humor, der Berlinern und Küstenbewohnern offenbar doch immer wieder zusagt, aber nicht ganz so würdelos gemacht);
  • Tone Kjaernli: Und wer küsst mich? (ach, kommen Sie, ist doch süß. Haben Sie keine Tochter oder waren wenigstens mal eine? Weder das Chicklit-Dings von Heide John noch das andere Chicklit-Dings von Claudia Sanders — das Kinderbuch. Die Zielgruppe hinterbringt mir, es sei sehr einfühlsam);
  • Längst fällig. 37 notwendige Verbote (Antje Kunstmann als Herausgeberin und Verlegerin. In der Beiträgerliste stehen Funny van Dannen, Robert Gernhardt, Wiglaf Droste, F.W. Bernstein und Harry Rowohlt. Deshalb ist das einer der Hauptpreise);
  • Fanny Morweiser: Ein Winter ohne Schnee (kleines schmuckes schwarz-gelbes Diogenes. Kurzgeschichtensammlung von der Dame mit meinem alten Liebling O Rosa, müsste also richtig gut sein);
  • Boris Pasternak: Doktor Shiwago (fettleibiges Taschenbuch, erinnert in Kaliber, Geschichte, Aufmachung und Anspruch an das Vom Winde verweht des Erbfeindes. Pageturner, Lesefutter, Herz, Schmerz, politische und historische Bildung, russische Säälä!);
  • Wilhelm Reich: Sexualität und Klassenkampf (einer der Grundpfeiler der deutschen Hippie-Theorie. Und so wie es aussieht, war es das Exemplar von Rainer Langhans);
  • Frank Schätzing: Der Schwarm (großmächtiges Hardcover, da werd ich mit dem Porto ganz schön draufzahlen, weil das nicht als Büchersendung, sondern als Paket durchgeht, aber das loszuwerden ist es mir wert);
  • Laurence Sterne: Tristram Shandy (der hochkomische Geheimtipp mit allen literarischen Mitteln, die eigentlich erst zwei Jahrhunderte später dran waren, als dickes Reclam. Übersetzung von Otto Weith, 1972. Das Buch ist aber erst so alt wie du, Stephi).

Wenn Sie Ihren Text vorschlagen, wünschen Sie sich auch gleich ein Buch dazu, sonst gewinnen Sie am Ende den Schätzing. Jeder hat so viele Versuche, wie er braucht. Sollten mehr Lösungen eingehen als Preise da sind, werden ein paar von den ersteren für doof erklärt, oder besser, ich schau nochmal zum Grabbeltisch.

Das ist eine lustige Aufgabe, die man lutschen muss, solange sie frisch ist. Einsendungen bitte bis Sonntag, den 16. Mai 2010, Mitternacht. “Rechtsweg” hab ich überhört.

Written by Wolf

1. May 2010 at 12:01 am

11 Responses

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  1. Hups und verflixt und wie jammerschad’: schon vorbei mit dem Tanz in den Mai. Denn wär’ heut noch Walpurgis, dann maulte sie bestimmt:

    „Eeehhh… Möönsch, du minimalistischer Kritzelfritze! Jetze denken alle, icke bin Bibi Blocksberg und jodele vom Brocken. Dabei wünscht’ ick, ick stünd’ auf Cape Cod und grölte die Country-Mermaid. -Aber hallo, wäre doch jelacht, wenn det Dichterliebchen nich bis Massachusetts käme.“

    Öhm… kann Christinchen eigentlich berlinern? ;o)

    Na gut, wo die Zeit so von hinnen schritt, vielleicht der ultimative Aussang zu was unvergänglich Melvilleanischem – als Gedenkstein und Mahnmal fürs Sexunddreißichste wie für noch ausstehende. Denn schließlich isse mobyfest, die Christina D., oder? ;o) :

    “Ayeee…thaaar she blooooows!!!
    Los, zeig dich, Einbeiniger, und her mit der verdammten Golddublone. Yippiiie… die gibt schicken neuen Zehennagellack.”

    Hmm… ist das nun zielführend genug? Dann her mit den versprochenen Accessoires, Herr Kritzelwolf, wenn ich bitten darf (Walfontäne, sinkender Dreimaster, ins Bild ragender Walbeinstumpf am Strand… und/oder so). ;o)

    Heeey… das macht Spaß. Wie viele Versuche hab ich noch?

    (Und wenn denn wirklich Wunschkonzert sein soll: Inner Bücherfavoritenliste stellen sich die 37 Verbote, der Laurence Sterne und die Fanny mit dem alten Liebling an. —Mummpf… ich weiß immer nicht, ob und wann Unternehmensmitschreiber vom Spiel ausgeschlossen werden) :o)
    Ahoi!

    hochhaushex

    5. May 2010 at 3:24 am

  2. Die Idee, Einbeinige mit der Vorstellung von goldenem Zehennagellack (na, auf die Suchbegriffe freu ich mich schon…) zu foppen, geht eindeutig in die Wertung ein. Als Accessoire lass ich mich zum Bug eines Dreimasters breitschlagen :o)

    Klasse Beitrag — danke, la Hex! Wer noch?

    Wolf

    5. May 2010 at 6:01 am

  3. “Wunderbar! Ein Tsunami! Hier gibts seit Wochen nur Rum und ich brauche eine Dusche. Verdammt, wo habe ich nur meinen Delphin abgelegt?”

    Hmmm, ob das so Sinn macht? Ich glaube nicht! :) Aber es ist schon schwer das freudige Grinsen richtig zu deuten, denn:
    “Oh ein Sonnenaufgang.” oder “Tolle Möven.” ist mir dann doch ein bisschen kurz.

    Wenn das hier für nen Gewinn reichen sollte nehme ich die 39,90. Da ich diese böse böse Geschichte noch nicht kenne.

    smashill

    10. May 2010 at 9:25 am

  4. Aye, mate — das reicht auf jeden Fall für die Wertung :o)

    Sollte Dichterliebchen eine zu einseitige Körpersprache vorweisen? Wenn ich mir plötzlich einen Text ausdenken sollte, den man in dieser Haltung sagen würde, hab ich mirs schon mal leichter vorgestellt.

    Nicht nachlassen! Ihr könnt es!

    Wolf

    10. May 2010 at 3:39 pm

  5. ‘Adrift! A little boat adrift!
    And night is coming down!
    Will no one guide a little boat
    Unto the nearest town?

    So Sailors say – on yesterday –
    Just as the dusk was brown
    One little boat give up it’s strife
    And gurgled down and down.

    So angels say – on yesterday –
    Just as the down was red
    One little boat – o’erspent with gales –
    Retrimmed it’s masts – redecked it’s sails –
    And shot – exultant on!’

    Wasn, wasn?… – nu maul hier mal bloooß nich rum, Alda! Wer musste denn unbedingt rumkrähen, dass ich reihenweise abseitige Literatürchen auswendig wüsste? Jetz sieh gefälligst zu, wie du das in ‘ne Sprechblase reinminiatürt krichst.
    Außerdem hab ich heut meinen Lürüschen. Und überhaupt könnwa ruhig mal’n bissel Einsatz zeigen für Emilys Unsterblichkeit heut an ihrem hundertviiierunzwanzichsten Todestach. Wo wir schon selber von Natur und aus Überzeugung ausgiebich auf störrischen Barfüßen rumstehen, wa.
    ;o))

    hochhaushex

    15. May 2010 at 5:49 pm

  6. Himmel, ist das eine Barfüßerei derzeit… Muss am “realen” Wetter liegen, dass man alles im Blog kompensiert.

    Was an Frau Dickinson so barfußdichterig sein soll, hab ich mich auch immer gefragt. Genau den Link zur “Zeit” hab ich schon für die zwei bestehenden Einträge zu der Guten gebraucht. Für ein Gedicht über einen Schiffbruch ist mir Dichterliebchens Körperhaltung wieder etwas zu freudig, aber um den aktuellen Bezug Dickinson–Todestag–Barfuß–Dichterliebchen zu toppen, muss bis Mitternacht noch ganz schön was kommen.

    So I pull my Stockings off
    Wading in the Water
    For the Disobedience’ Sake
    Boy that lived for “or’ter”

    Went to Heaven perhaps at Death
    And perhaps he didn’t
    Moses wasn’t fairly used —
    Ananias wasn’t —

    Wer versucht’s?

    Wolf

    16. May 2010 at 2:51 pm

  7. Stimmt, das ‘reale Wetter’ ist grad nicht so die Wucht. Hat aber mit den baren Füßen nun nicht sooo viel zu tun. Nix kompensieren, Barfüßerei ist eine Einstellung, ist Lebensart. Wer wenn nicht du wüsste sowas. So als Dichterliebchens geistiger und grafischer Vadder… dacht’ ich. :o)

    Zu freudig? Nu, vielleicht hat sie den Schiffbruch ja erst n a c h der ersten Zeile geschnallt (und im näxten Bild sträubten sich die Mundwinkel nach unten und der Rotschopf zu Berge)? ;o) Oder es ist die blanke Hysterie? Da kichern die auch manchmal wie die Idioten. Oder Fatalismus – amor fati=Liebe zum Schicksal (bei Nietzsche), und Hardcore-Fatalisten gucken bestimmt manchmal so. Wie dem auch nicht sei und Körpersprache hin oder her: sie hat nun mal Emilchen deklamiert und das da alles jesacht. Und gesagt is gesagt. Basta!

    Hmm… aber du hasts ja aktuell grad mit dem alten Seume, der nicht umsonst in seinen Apokrypten fabuliert haben wird: “Gewisse Dinge glaube ich sogleich, wenn ich sie höre, so sehr haben sie den Stempel der Wahrheit; gewisse Dinge, wenn ich sie sehe; gewisse Dinge muss ich sehen und hören, um sie zu glauben; und gewisse Dinge glaube ich nicht, wenn ich sie auch sehe und höre.”
    Tja, das hat man nun davon, wenn man andere Leut’ zum Sprechblasen ermuntert. ;o))

    hochhaushex

    17. May 2010 at 1:21 am

  8. Aber dolle Spaß hats gemacht, das vor allem. Und wenn Frollein Christina mal wieder die Worte fehlen: ich bin dabei! :o)

    hochhaushex

    17. May 2010 at 1:25 am

  9. Eine siebenköpfige Jury hat die dieselben zusammengesteckt. In der so entstandenen Beratung, die seit Mitternacht andauert, wurde beschlossen: smashill kriegt 39,90 (nämlich das Buch, nicht die Summe), hochhaushex den von ihr bestellten Rest.

    smashill — deine Adresse brauch ich. Magst du sie mailen? Versuch mal

    wolfgraebel
    ätt
    web.de

    in 1 Zeile und mit @ halt.

    Glückwunsch an euch und einen tief empfundenen Trost an alle, die diesmal nichts gewonnen haben. Allein dass ihr mitgemacht habt, macht euch zu Siegern .ò)

    Ich versuch mich dann mal in Mikrokalligraphie.

    Wolf

    17. May 2010 at 8:05 am

  10. […] a comment » Es mag in den Kommentaren untergangen sein, aber du hast im Mai-Gewinnspiel gespielt und gewonnen! Deine Adresse zum Gewinnverschicken wäre recht — siehe ebenfalls den […]

  11. […] a comment » Außer dass Elke als einzige Siegerin im Mai-Gewinnspiel schlau genug war, den ihr zustehenden Preis einzutreiben (smashill, auf deine Adresse warte ich […]


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