Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Be Several Mitreisende

with 5 comments

Update (kein Überschreiben mehr möglich)
und Auflösung zum Januargewinnspiel: Be a Mitreisender!:

I don’t know what you smoke
or countries you been to.
If you speak any other languages
other than your own,
I’d like to meet you.

Lisa Hannigan: I Don’t Know, 2008.

Elke, Pelzvogel auf KassenzettelNach Verlängerung und Elfmeter haben zwei unserer besten Kunden, zugleich Mannschaftsmitglieder der P.E.Q.U.O.D., noch etliche tolle Tore im Januargewinnspiel: Be a Mitreisender! erzielt: Elke mit Stranger, Mermaids, Musikanten und Hannah mit Nächster Halt: Kreuzende Wege. Die üblichen Verdächtigen waren die zuverlässigsten und werden dafür reich belohnt. Hättest du auch haben können, ganz simpel eigentlich. Nächstes Mal machst du mit, oder?

Elke hat von ihrer praktisch überhaupt nicht bemessenen Freizeit einen erheblichen Prozentsatz abgeknapst und richtig Hirnschmalz und Augenmaß investiert. In ihrem Weblog nimmt sie uns auf ihre Forschungszüge durch Berlin mit, ihre schönsten Funde dokumentiert sie in malerisch verwackelten Bildern voller lebensnaher Großstadtromantik. Das hätt ich so nicht hingekriegt, muss ich neidlos zugeben — schon allein weil ich nicht dazu neige, meine Wege quasi live mitzusprechen. Lehren meine Jobs mich doch öfter, möglichst wenige Absätze auf die blanke Information zu skelettieren. Da leidet die Lebensnähe. Elke dagegen führt uns an der Hand:

Elke, Bratwurstmann BojanAch ja, und dann ist da noch der langhaarige komische Vogel in schwarzem Echtpelzjäckchen mit dem silberfarbenen Köfferchen und dem Mädchentouch. Der ist auch nicht von dieser Welt. Die Lautstärke seines Ei-Potts lässt die Mitreisenden mühelos mithören. Was völlig überflüssig ist – denn er singt entrückt-verzückt und mit geschlossenen Augen lauthals mit. Hardrock, eigentlich ein Widerspruch zu seiner Erscheinung. Den hab ich skizziert (auf sowas Ähnlichem wie ‘nem alten Kassenzettel.)

Auf dem Rückweg zum Bahnhof gesellte sich zu meiner mageren Bilderausbeute endlich doch noch ein lebendig bewegtes Motiv – naja, also im Rahmen seines Bewegungsspielraums jedenfalls. Branko, der Bratwurstmann. Der hat sich seit seinem Umzug von der Adriaküste zum Alex die mobile Fastfoodtheke mit dem Schirm hinten dran vor den Bauch schnallen lassen, um selber gelegentlich auch mal was anderes als Bratwurst essen zu können. Er posierte gern für das Projekt und reist nicht nur mit, sondern ist sozusagen der Speisewagen für alle Mitreisenden.

Als Bonusbild und Fazit schlussendlich noch zwei Echte. So weit, wie die wollen, kommt sowieso keiner mit – Australien, Start von Gate 8 in Tegel. Aus der Reihe: Be two Mitreisende!

Elke, Be Two Mitreisende nach Australien

Und dann Hannah. Unsere immer noch ziemlich frisch dazugeheuerte dunkelsonnige Phrixuscoyotin mit einer einzelnen, höchst mitreißenden Mitreisenden in Marburg mit Hund, Laktoseintoleranz (nicht im Bild) und einem erklärtermaßen frei erfundenen Persönlichkeitsprofil, durch das die Botschaft nur wächst:

Hannah, Diana und ihr HundDas Modell: Diana (und ihr Hund): Diana ist ein junges Ding von 23 Lenzen und ist zum Studieren aus ihrem Heimatort Ursulapoppenricht nach Marburg gekommen. Sie studierte ein Semester Deutsch auf Lehramt, bevor sie merkte, dass ihre Leidenschaft nicht der Schulpädagogik gilt. So wechselte sie zum Studiengang Europäische Literaturen. Zu ihren Lieblingsautoren zählen Henry Miller und Orhan Pamuk, weil man die im Studium nicht ständig lesen muss und sie ein bisschen Abwechslung mag. In ihrer letzten Hausarbeit verglich sie zwei italienische Autoren des 19. Jahrhunderts.

Darüber, wie sie aufgewachsen ist, veliert sie nicht viele Worte, weil es ihr nicht allzu relevant erscheint. Ihre Kindheit war glücklich, deshalb kann sie die allgemeine Gier nach Schauergeschichten damit nicht bedienen. Sie war immer schon sehr selbstständig und setzt gern ihre eigenen Ideen durch. Deshalb, und weil sie dabei einen stabilen Lebenswandel pflegt, hat sie auch ihren Hund nach Marburg mitgenommen. Eine gelegentliche gewisse Rebellenlaune kann man ihr nicht absprechen. So hat sie sich auch den aparten kleinen Ring durch die Nase stechen lassen – nicht um zwanghaft anders zu sein oder zwanghaft irgendwo dazuzugehören, einfach nur aus einem Gefühl diebischer Freude heraus.

Was Diana mag: Musik von Radiohead, Muse und ein paar französischen Bands, die sonst keiner kennt, Erdbeerkuchen, morgens bei einer großen Tasse Tee an ihrem wackeligen, weiß lackierten Küchentisch zu sitzen und zu lesen, indisches Essen, Stachelschweine, das Geräusch von Sommerregen auf einem Wellblechdach. Sie sieht nicht viel fern, aber sie hat ein paar Lieblingsfilme, zum Beispiel “Das Lächeln der Mona Lisa”.

Was Diana nicht mag: Wellensittiche, die Allgegenwärtigkeit von künstlich aromatisiertem Rooibostee, die Kerne in Himbeermarmelade, Avantgarde-Jazz, den Geruch von warmem Sauerkraut, Kung-Fu-Filme und den ganzen Comedy-Kram im Fernsehen, den findet sie nämlich nicht wirklich lustig, Strom aus Atomenergie.

Dianas Lieblingszitat: “Indem der Mensch voller Hingabe schafft, macht er sich stets zum Sklaven der eigenen Schöpfung. Er selbst wird sich dessen selten bewußt, wohl aber die Generation, die ihm folgt.” (Leo Frobenius, 1873–1938, deutscher Ethnologe)

Dianas Lieblingslied:What A Difference A Day Makes” von Dinah Washington.

Danke an alle, die mitgemacht haben — an alle zwei. Elkes Tatsachen und Hannahs Erfindungen liest man mit Staunen, Vergnügen und Gewinn.

Und ich höre heraus, dass vor allem auch die Teilnehmenden mit Vergnügen und Gewinn dabei waren. Als Verlosender werde ich meine eigenen Unternehmungen in dieser Richtung — übrigens bei weitem nicht so schöne — falls überhaupt, erst bei Gelegenheit außer Konkurrenz veröffentlichen, kann das aber nur bestätigen — und es entspricht auch dem, was die Aktiven im Vorbildprojekt 100 Strangers berichten: Man kann süchtig danach werden, sagt dort mehr als einer. So weit muss es nicht gehen, aber wenn man sich erst mal traut, bereichert es spätestens nach drei Versuchen unfehlbar. Ob gerade zufällig ein Gewinnspiel bei uns läuft oder nicht, kann ich es nur empfehlen. Man verpasst was.

Die drei Bücherstapel, gleich Preise, hab ich in zwei umverteilt. Elke und Hannah kriegen ziemlich gewichtige Post, sobald ich zwei passende Kartons aufgetrieben hab.

Written by Wolf

8. February 2011 at 7:55 am

Posted in Kommandobrücke

5 Responses

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  1. Ich werde von nun an definitiv öfter einen solchen Schabernack treiben und mit der Kamera bewaffnet durch die Straßen ziehen. Alle Ergebnisse widme ich dir. :)

    phrixuscoyote

    10. February 2011 at 10:45 pm

  2. Dann hat’s was geholfen :)

    Wolf

    11. February 2011 at 4:11 pm

  3. Der Schabernack hat wirklich so ein bisschen was von “an der Realität zimmern”. Vom Anzünden kleiner Lebensblitzlichter, von natürlicher Alltagsromantik, ohne Schminke. Sogar da, wo mit Schminke. ;o) Und gut zum Trainieren der wachen Augen.

    Danke, guter grauer Sehwolf, bei mir wohnt jetzt auch ein neuer großer Bücherstapel. :o) Wie ich an den dran gekommen bin, ist schon fast wieder ‘ne eigene Abenteuergeschichte wert. Und beim Auspacken hab ich mich erstmal (wieder) im Verpackungsmaterial festgelesen. Spannende Sachen, von der Haltbarkeit des Inhalts der umhüllenden Eierkiste über KOmasutra bis zu filmischen Luftschiff-Löchern. Im eigentlichen Preisobjekt der Begierde: wie versprochen so Einiges zum Wundern, ein paar Stückerln zum richtig Freuen und vielleicht sogar was mit Mobybloggehalt im Hinterhalt.

    Hab ich schon danke gesagt? Dankewolf.*

    hochhaushex

    12. February 2011 at 11:12 pm

  4. Da war Moby-Content dabei? O je, Freudsche Verschicker .ò)

    Die viel beschumpfene Post leistet doch ab & zu was.

    Wolf

    14. February 2011 at 7:00 am

  5. […] Update zu Further Etching, Das Lied vom blauen Korsaren, Merry crisis and happy new fears und Be Several Mitreisende: […]


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