Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Überleben ohne Moby-Dick: The Two Brothers Sunk by No Whale

with 4 comments

Update zu Moby-Dick – The True Story und Bounty Day, Wal in Lee, Fayaway (beide von Elke und mit den nötigen Links):

Spiegel online: Hawaii: Taucher entdecken Wrack vom Moby-Dick-Jäger, 12. Februar 2011:

Kerry Gleason Speiel, Reuter, NOAAKapitän George Pollard wurde nicht vom Glück verwöhnt. Ein Wal versenkte im Jahr 1820 sein Boot “Essex”. Pollard und seine Crew trieben monatelange auf Beibooten über den Pazifik. Ihr Hunger zwang die Männer schließlich zum Kannibalismus; Pollard aß seinen verstorbenen Cousin. Der Kapitän überlebte, doch auch sein nächstes Schiff, die “Two Brothers”, sank. Es wurde am 11. Februar 1823 vor Hawaii von Korallenriffen aufgeschlitzt. […]

188 Jahre blieb auch die “Two Brothers” verschwunden. Seit 2008 waren die Archäologen der NOAA dem Wrack auf der Spur. Hinter der Sandbank Shark Island erspähten sie zunächst einen mächtigen Anker. Danach kamen auch Schiffsaufbauten, Harpunen und Eisengeschirr zum Vorschein. Schließlich entdeckten die Forscher einen Trankessel – einen Pott also, in den Waltran abgelassen wurde. Die Geräte ließen sich auf die zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts datieren.

Den Beweis, dass es sich bei den etwa 80 Gegenständen um Überreste der “Two Brothers” handelt, habe die Bibliothek-Recherche gebracht, berichtet die NOAA: Aufzeichnungen der Crew zeigten, dass der Walfänger von George Pollard an der betreffenden Stelle vor den French Frigate Shoals gesunken sei. […]

Pollard überlebte; einen Tag nachdem die “Two Brothers” gesunken war, nahm ihn ein anderes Schiff auf. Pollard gab die Seefahrt auf, er zog sich nach Nantucket zurück, wo er Nachtwächter wurde. 1852 besuchte ihn ein junger Schriftsteller namens Herman Melville, der gerade “Moby Dick” veröffentlicht hatte.

Bild & Text: Spiegel, Reuters, NOAA.

Written by Wolf

12. February 2011 at 4:49 pm

Posted in Meeresgrund

4 Responses

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  1. Huii… gucke mal an, beflügeln wir jetzt schon die Meeresarcheolögen?! ;o) Na, die werden noch staunen, was w i r noch alles wiederfinden.

    Zeitungswolfgrüße

    hochhaushex

    12. February 2011 at 11:19 pm

  2. Arch lügen konnten wir schon immer .ò)

    (Die Süddeutsche bringt’s heute auch, steht noch gar nicht online. Etwas ausformulierter, mit dem Nachtwächter-Ende als Gag.)

    Wolf

    14. February 2011 at 7:11 am

  3. Konnten wir? Hey, aber wenn schon lügen, dann nichts als die Wahrheit, nä. :o)

    Und: In Wirklichkeit ist es überhaupt keiner, der Nachtwächter-Gag. Sondern ein Stück melancholüscher RealPoesie, stimmts? ;o). Oder auch gern mal das Gegenteil, sobald uns’ Herman es zur Dichtung erhebt, respektive, jemand in der rumprobiert. Du hättest mal die Anlehnung an den im Theater-Clarel sehen sollen: seit dem schwant einem, dass Symbolismus aus einem alten Waljäger in der Wüste gemacht ist.

    Hmm… gibts eigentlich sowas wie ‘ne Parallelität der… öhm, Berufnisse von Kapitänsfiguren? ;o) (Ist mir noch nie aufgefallen.) Uiii, ein weites Feld, das.

    hochhaushex

    14. February 2011 at 9:23 pm

  4. Ein Tag später: Da is es ja. Die ganzen Schiffe samt Untergängen, Essexe und Mocha Dicks mit ihren Melville-Einflüssen würd ich gern mal in eine Reihe bringen. Wer will? :o)

    Wolf

    15. February 2011 at 6:00 pm


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