Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

BBBB in D

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Das Licht scheint durch das Dunkel, und das Dunkel wird begriffen und leidet. O Schönheit, o Anmut und Güte, ach, dass ich euch erblickte!

Benjamin Britten (Musik), Libretto von Edward Morgan Forster und Eric Crozier, 1951.

Billy Budd jacketIn diesen heil’gen Hallen kommt bis jetzt Billy Budd viel zu kurz. Die letzte Erzählung von Herman Melville ist gemeint (und wirklich wunderschön); die gleichnamige Oper von Benjamin Britten zu besuchen wäre jetzt gerade günstig: In Düsseldorf ist am 26. März eine neue Inszenierung von Immo Karaman angelaufen, über die flächendeckend Wunderdinge rezensiert werden (“dreieinhalb Stunden Musiktheater, spannend bis zum letzten Takt” ist da noch gelinde) — in vier statt zwei Akten, in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

Vereinfacht gesagt, ist sich Melville mit dem Billy Budd in den vierzig Jahren seit Moby-Dick treu geblieben: Wieder eine Seemannsgeschichte, wieder eine allgemeingültige Allegorie auf alles und jeden, nur auf nichts zu Kleines, wieder eine reine Männerveranstaltung, wieder voller latenter Homoerotik, wieder ein Stoff, der uns “die existenzielle Erfahrung, in dieser Welt gefangen zu sein und außer Stande, die Begrenztheit zu durchbrechen” (Christoph Schmitz: Meuterei unter Männern im Deutschlandfunk, 26. März 2011) lehrt.

Persönlich ist mir die Musik zu… nun ja, zu zeitgenössisch. Was Seemannsopern angeht, steh ich musikalisch noch bei Idomeneo und bleibe spätestens beim Fliegenden Holländer hängen, da bin ich von diesem ganzen Pathos, das mir jede der hundertfünfzig Bedeutungsebenen einzeln hinreiben will und dazu noch mit Atonalität kokettiert, heillos übefordert. Mein Fehler.

Billy Budd in Ten Minutes: Benjamin Britten: Billy Budd, Inszenierung in Frankfurt, 2007: Billy’s introduction; Goodbye to the Rights of Man; Billy sings with his shipmates; Death of Claggart; Court-martial scene; “Look, through the port comes the moonshine astray”. Billy Budd: Peter Mattei, Captain Vere: John Mark Ainsley.

Wieder mal danke an Klaus Jost!

Written by Wolf

29. March 2011 at 3:23 pm

Posted in Moses Wolf

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