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Leben mit Herman Melville

München unterm Meer: Das nächste Mal musst du mitkommen

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Update zu Sunk by something big, mythological, and white:

Adolphe SaalfeldIn diesen Minuten vor einhundert Jahren müsste die RMS Titanic unter Wasser mitten auseinandergebröselt sein. An Bord außer 1500 Todesopfern: Adolphe Saalfeld, geboren 1865 in Deutschland, gestorben Samstag, 5. Juni 1926 in Kew Gardens, Surrey. Grab in Section B, Row 30, Position 30, Hoop Lane Cemetery, Golders Green, London.

Dear [Wifey?], Thanks for your letter. I just had an hours roaming abt. on this wonderful boat together with Paul. I like my cabin [C-106] very much. It is like a bed-sitting room & rather large. I am the first man to write a letter on board, they are still busy to finish the last touches onboard. Au revoir in Whitweek please God! Love to you all! And a Kiss for you!

Nach Spink Smythe.

Nach den seit 1985, als das Wrack überhaupt entdeckt wurde, geretteten Dokumenten war Adolphe Saalfeld der erste, der altmodischerweise einen Brief von Bord schrieb, alle anderen nutzten Telegraphie, wenn sie schon mal verfügbar war. Außerdem ist der Mann offenbar die einzige Gewähr dafür, dass auf der Titanic Münchner Spatenbräu nicht nur ausgeschenkt (bestehende Speisekarten verzeichnen “Iced draught Munich Lager Beer”), sondern sogar angenommen wurde: Er habe Suppe, Schollenfilet und Lammkotelett mit Blumenkohl “mit einem großen Spaten-Bier runtergespült”.

Nach allen online auffindbaren Quellen hat der deutschstämmige Herr Saalfeld an seine Frau Gertrude tatsächlich abwechselnd auf Deutsch und Englisch geschrieben. Nach Amerika war er unterwegs, um sein Parfümgeschäft chemists and distillers Sparks, White, and Co. Ltd. von England auszuweiten. Beim Zusammenstoß with dem meistverdammten Eisberg der Welt hielt er sich gerade im Rauchersalon auf. Bei seiner Evakuierung über Rettungsbbot Nr. 3 ließ er in der Kabine seine Parfümmuster zurück, steckte aber noch eine Speisekarte ein. Für den kurzen Rest seines Lebens wurde der bis dahin vermutlich recht gestandene Geschäftsmann (Auswanderung, globaler Handel) von der Katastrophe verfolgt: Er litt an Schlafstörungen und ließ sich nächtens von seinem Chauffeur umherfahren. Seine Dependance in Manchester gab er auf, 1954 erlosch sie ganz.

Saalfelds Frau Gertrude folgte ihm am 27. April 1929 ins Grab. 2000 wurde sein Parüm “Lily of the Valley” gehoben. Die Erlöse aus den Verkäufen des Nachbaus sollen seine kanadischen Nachfahren bei einer Biographie unterstützen.

Nichts davon sagt etwas über die Qualität von Spaten-Bier aus.

A. Saalfeld & Co., Manchester, Floral Otto Lily of the Valley

Siehe auch:

  • Contract Ticket List, White Star Line 1912 (National Archives, New York; NRAN-21-SDNYCIVCAS-55[279]);
  • Names and Descriptions of British Passengers Embarked at the Port of Southampton, 10 April 1912 (PRO London, BT 27/780B);
  • List or Manifest of Alien Passengers for the United States Immigration Officer At Port Of Arrival (Date: 18th-19th June 1912, Ship: Carpathia) – National Archives, NWCTB 85 T715 Vol 4183;
  • The Mail on Sunday (UK), 8 April 2001, Eau de Titanic;
  • RMS Titanic, Inc, Press Release, 21 June 2000, Carpathia – ‘The Most Famous Rescue Ship In the World’;
  • David Pybus (2001) Adolphe Saalfeld & The History of Perfume.

Saalfeld-Portrait: Rebecca Camber: Titanic survivor’s lost scents are finally uncovered, Manchester Evening News, 10. April 2004;
Parfümprobe: Maiglöckchenduft, Spiegel 30. März 2012.

Written by Wolf

15. April 2012 at 12:01 am

Posted in Meeresgrund

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