Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

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Leonorenwatch

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Zu Poes Zweihunderterstem: Update zu Hurre hurre, hop hop hop:

Ad repetitionem:

Die Geschichte der Eleonoren als Inbegriff sehr schöner, junger und vor allem toter Mädchen als das Allertraurigste, was sich nur ausdenken lässt, verläuft:

  1. Viona IelegemsGräfin Eleonore von Schwarzenberg (“Vampirprinzessin“);
  2. Magdalena Eleonore Jachmann, Verlobte und Muse der Leonore-Gedichte von Johann Christian Günther;
  3. volkstümliche Ballade Leonore von Gottfried August Bürger;
  4. Sammlung Volksmärchen der Deutschen von Musäus;
  5. Erzählung The Legend of Sleepy Hollow von Washington Irving;
  6. Kurzgeschichte Eleonora von Edgar Allan Poe;
  7. Gedicht The Raven von Edgar Allan Poe;
  8. Film Sleepy Hollow (Sleepy Hollow – Köpfe werden rollen) von Tim Burton;
  9. Comic-Reihe Lenore, the Cute Little Dead Girl von Roman Dirge.

Außerhalb der Reihe liegen:

  1. Oper Fidelio von Ludwig van Beethoven, vormals Leonore;
  2. Schauspielerin Eleonora Duse;
  3. Menschenrechtsaktivistin, Diplomatin und Präsidentengattin Eleanor Roosevelt;
  4. das Lenor-Gewissen;
  5. Liedermacherin Lenore.

Fehlt eine? Jetzt Sie: Wem außer den aufgeführten noch eine Lenora, Leonora, Lenore, Leonore, Eleonore oder Eleonora im Kunstschaffen auffällt, die der Gothic-Kultur zuzuordnen ist, gewinnt

  • irgendeine alte Schwarte vom Büchereiramsch;
  • ein (auf die eine oder andere Weise) kostbares antiquarisches Buch;
  • irgendwelche Musik oder
  • eine ausgewählte, selbst gebrannte CD.

Alles muss raus!

Wer hingegen endlich den Einwand unseres Lesers Bubisch vom 2. März 2009 ausräumen kann, sprich: Wer eindeutig mit Argument und Quellenangabe nachweist, warum Musäus’ Sagen, vor allem die vom kopflosen Reiter, vom Rhein oder woanders her stammen, gewinnt etwas richtig Schönes. Versprochen.

Das nehmen wir gleich als Gewinnspiel den ganzen Februar durch, der ist eh so kurz. Wer mit dem Weichspüler kommt, schuldet mir eine CD.

Fachliteratur zu Totenromantik und Gothic-Ästhetik:

  • Elisabeth Bronfen: Die schöne Leiche: Weiblicher Tod als motivische Konstante von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis in die Moderne, 1987;
  • dieselbe: Over Her Dead Body. Death, Femininity and the Aesthetic, 1992, deutsch: Nur über ihre Leiche. Tod, Weiblichkeit und Ästhetik, Dissertation LMU München 1993, 1997, Neuauflage 2004.

Bild: Motophil: Viona Ielegems auf dem Leipziger Wave-Gotik-Treffen, 15. Mai 2005.

Written by Wolf

19. January 2010 at 4:07 am