Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Test Lesesucht

with 4 comments

Update zu Eigentlich sollten wir erwachsen werden:

Wer Bücher aus dem 19. Jahrhundert durchnudelt, kann ruhig auch mal ein Stöckchen schnitzen. Das folgende ist bei der Bibliomanie aufgelesen.

Faerie Girl, Death of a Librarian, 2. Juni 2010trifft nicht zu
trifft zu

  1. Du hast deinen eigenen Sachbearbeiter bei Amazon.
    [Da sei der Basis vor.]
  2. Deine Kreditkartenabrechnungen werden per Büchersendung verschickt.
    [Welche Kreditkarte, hähä?]
  3. Du kaufst Teil 3 einer Serie und noch bevor du angefangen hast zu lesen, freust du dich auf Teil 4.
    [“Eckermann, lesen Wir Serien…?”]
  4. Du teilst das Jahr nicht in Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter auf, sondern Neuerscheinungen Frühjahr und Neuerscheinungen Herbst.
    [Ja, definitiv: Das ist mir von einem Jahr Verlagsausbildung geblieben.]
  5. Die vielen Mails in deiner Mailbox sind keine Spams, sondern die Lieferauskünfte deines Online-Buchhändlers.
    [Nur bei Weihnachtsanfällen mit Gebrauchtbüchern, die von so vielen Klitschen wie Büchern versendet werden.]
  6. Deinen Buchhändler wählst du danach aus, wie weit es bis zum nächsten Parkhaus ist, damit du nicht so weit so schwer tragen musst.
    [Siehe Punkt 2: Kreditkarte.]
  7. Dein Stapel ungelesener Bücher ähnelt in Höhe und Ausrichtung dem Schiefen Turm von Pisa.
    [Mich erinnert er mehr an Troja.]
  8. Du ärgerst dich im Mai, wenn ein im Oktober erscheinendes Buch noch nicht in der Datenbank deines Online-Buchhändlers zum Vorbestellen aufgeführt ist.
    [Um Himmels willen, ich komm nicht mal mit dem ganzen alten Zeug hinterher.]
  9. Die Familienmitglieder deiner Serienhelden sind dir geläufiger als deine eigenen Cousins und Cousinen.
    [Eine Serie hab ich schon mal freiwillig gelesen.]
  10. Dein Postbote hasst dich.
    [Mein offizieller ist ganz okay. Die unterbezahlten und demotivierten Aushilfen vom Liefer-“Service” schneiden mich und tragen alles gleich in den Bierschuppen gegenüber. Was wiederum nicht schadet, weil die Wirtin ein Pfundshaus ist.]
  11. Deine Familie erkennt dich ohne Buch vor dem Gesicht nicht mehr.
    [Meine Frau erkennt mich am Mundgeruch.]
  12. Du freust dich über ein schlechtes TV-Programm, denn es verschafft dir mehr Zeit zum Lesen.
    [Ich eriwetere auf “DVD-Angebot”, dann stimmt’s.]
  13. Du überbietest dich im Eifer des Gefechts bei eBay selber.
    [Ich biete nicht mal, ich beobachte immer nur.]
  14. Die Leihbücherei deines Heimatortes kann nur aufgrund deiner Buchspenden existieren.
    [The perks of wohning in a Großstadt.]
  15. Du verbringst alle Wochenenden im Baumarkt, um dir neue Regalbretter zuschneiden zu lassen.
    [Das würde meine Frau unterstützen…]
  16. Wenn dein SUB auf unter 5 sinkt, steigt dein Puls auf 180.
    [Tut er nie. Der SUB.]
  17. Man nennt dich auch den Schrecken der Flohmärkte.
    [Nein – den Retter der Grabbelkisten.]
  18. Dein Vermieter kündigt dir, weil die Statik des Hauses nicht für deine Buchmengen ausgerichtet ist.
    [Eigengenutzte Immobilie!]
  19. An Sonn- und Feiertagen bestellst du entweder online oder gehst an den Hauptbahnhof, um dir Suchtstoff zu beschaffen.
    [Das fette ich mal, weil bislang zweimal unterlaufen: Das eine Mal hab ich auf dem Nachhauseweg vom Krankschreibenlassen im Supermarkt einen Wolfgang Hohlbein aufgelesen einzig zu dem Zweck, ihn an diesem Kranktag durchzulesen, das andere Mal hab ich mir an einem Samstag kurz vor Ladenschluss ums Verrecken eingebildet, ich bräuchte jetzt auch mal so einen Hochglanz-Edelschund, der bei Hugendubel unter “Erotik” gleich neben der Chick-Lit steht, mit “ästhetisch” ausgeleuchteten Brüsten drauf. Gekauft hab ich mir dann die dummy.]
  20. Wenn du in den Urlaub fährst, dann hast Du die Klamotten im Handgepäck und der Koffer ist voller Bücher.
    [Nein, der ist leer, damit ich vor Ort Bücher reinschlichten kann. Durch meine Ausbeute aus drei Tagen New York anno 1993 bin ich heute noch nicht durch.]
  21. Du versiehst Deine Bücher grundsätzlich mit Schutzfolien, damit sie beim (sowieso schon vorsichtigen) Lesen nicht leiden.
    [Macht das jemand, der nicht von der Schulordnung dazu gezwungen wird?]
  22. Du hast bereits Freundschaften gekündigt, weil Du ausgeliehene Bücher beschädigt zurückbekommen hast.
    [Hey, das war auch sonst ein Arschloch…]
  23. Du riechst heimlich in der Buchhandlung an den neuen Büchern und siehst Dich dabei verstohlen um.
    [Ich hatte mal eine Freundin, die Buchhändlerin war und Verlage am Geruch unterscheiden konnte.]
  24. Du hältst Menschen, die die letzte Seite eines Buches zuerst lesen, für nicht gesellschaftsfähig.
    [Wenn ich das fette, steigt mir meine Frau aufs Dach.]
  25. Du behältst jedes Buch, obwohl es Dir überhaupt nicht gefallen hat oder Du es nie lesen wirst.
    [Anybody in for Gartenratgeber aus den 80ern?]
  26. Du hast das Gefühl, einen guten Freund verloren zu haben, sobald Du ein gutes Buch beendet hast.
    [Ich hab’s ja nicht geschrieben.]
  27. Du verlässt niemals das Haus ohne Buch.
  28. Du ärgerst Dich über Bücher, die Dir nicht gefallen, liest sie aber trotzdem zu Ende.
    [Leider nicht. Ich bin kein Schnellleser und auf meine Lebenszeit angewiesen.]
  29. Du verwendest Grundsätzlich für jedes Buch ein neues Lesezeichen.
    [Vielmehr möbliere ich Bücher, die ich fortan lebenslang ständig brauchen will, mit solchen teuren Postkarten fürn Euro.]
  30. Du setzt dich anstatt vor das Aquarium vor Dein Bücherregal.
    [Kunststück.]
  31. Du hegst als ansonsten friedliebender Mensch Mordgedanken bei schlampigen Übersetzungen oder Grammatik- und Rechtschreibfehlern.
    [Aber hallo! Ich hab sogar den Stöckchentext korrigiert, umformuliert und eine Redundanz rausgeschmissen. Es ist stärker als ich.]
  32. Du liest beim Lesen von dicken Bücher immer zwischendurch mal wieder den Klappentext.
    [Ebenfalls Berufskrankheit: Klappentexte stimmen nie.]
  33. Du freust Dich über Dein neues Auto nur deshalb, weil Du nun auch die schweren Hardcover mit Dir herumschleppen kannst.
    [Ich mit einem Auto, gar noch mit einem neuen? Schwer bildlich vorzustellen.]
  34. Du kannst Dir nicht vorstellen, wie man in der Supermarktwarteschlange NICHT lesen kann.
    [So weit kommt’s noch.]
  35. Du wünschst Dir zu allen Feiertagen nur Bücher, obwohl Du mindestens zwei Leben bräuchtest, um Deinen derzeitigen SUB auch nur annähernd abbauen zu können.
    [Bücher wünscht man nicht noch künstlich nach, die laufen einem zu.]
  36. Du kaufst Dir ein ausgeliehenes Buch, das Dir gut gefallen hat, nach dem Lesen, obwohl Du noch nie ein Buch zweimal gelesen hast.
    [If you love something, set it free. Außerdem hab ich schon Bücher zweimal gelesen.]
  37. Du berechnest nach jedem Kapitel die durchschnittliche Seitenanzahl je Kapitel.
    [Und die verbleibende Lesezeit.]
  38. Du musst unter allen Umständen ein neues Buch beginnen, nachdem Du das letzte fertig gelesen hast, und nimmst dafür auch mitternächtliche Klettertouren im Nachthemd aufs Bücherregal auf Dich.
    [Wenn ich schon mal dabei bin…]
  39. Du denkst, dass Du krank bist, wenn Du in einer Buchhandlung mal nichts kaufst.
    [Nein, dann denk ich, dass ich gesund bin. Wozu gibt’s das Zeug für einen Bruchteil gebraucht online?]
  40. Deine Umgebung reagiert völlig schockiert darauf, Dich ohne Buch anzutreffen.
    [Kommt nicht vor.]
  41. Du nimmst das Buch auch aufs Klo mit und liest.
    [Ich bin nicht so der Fäkaltyp.]
  42. Du rufst andauernd: “Oh! Eine Buchhandlung!”
    [Vielmehr bleibe ich wortlos davor stehen. Nichts anderes wird erwartet, wenn schon mal jemand mitkommt.]
  43. Du sinnst ständig über kreative Möglichkeiten nach, Deine wachsenden Bücherstapel unterzubringen.
    [Und CDs!]
  44. Du legst diverse Listen an – incl. SUB – bzw. Dateien an und führst sie auch, um den Überblick über die Bücher zu behalten.
    [Wenn ich mir die nicht freihändig merken kann, hilft Buchhaltung auch nicht weiter.]

Mehr als 10 Treffer: akut lesesüchtig
Mehr als 20 Treffer: fortgeschrittenes Stadium
Mehr als 30 Treffer: nicht mehr therapierbar

Ich bitte um zahlreiche Weiterverwertung!

Sommersemester

Bilder: Faerie Girl: Death of a Librarian, 2. Juni 2010;
Sommersemester, Rinderbrunnen München, 21. Juni 2008, meins.

Written by Wolf

22. January 2010 at 5:04 am

Posted in Wolfs Koje

4 Responses

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  1. Nur 1 Treffer:

    Never leave without some reading material AND have books cut up into 4 or 5 segments = less weight and no bulk and easy to hold while waiting at the supermarket cash point or elsewhere.

    HOWEVER, the point is not to keep reading, but to make me indifferent to waiting.

    cantueso

    22. January 2010 at 12:01 pm

  2. […] for Test Lesesucht: I’m a lawyer in my past life, who got the kids through college and decided to try something […]

  3. brauche Hilfe-vom Tischler

    Peter Ottinger

    28. January 2012 at 10:43 am


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