Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Archive for May 2008

“Und hier Hervey Bay, wo man hinkommt, um die Wale anzugucken…”

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Die begehbare Weltkarte war im Sommer 2005 Teil einer temporären Freiluftausstellung am Ufer der Themse zwischen Tower Bridge und City Hall. Anlass war eine Buchvorstellung mit Landschaftsfotografie aus der Luft — wahrscheinlich Yann Arthus-Bertrand: Earth from Above.

Die Besucher wurden ermutigt, auf der ausgelegten Weltkarte spazieren zu gehen. Die eigentlich interessante Beobachtung an ihrem Verhalten war, wie sowohl Londoner Ansässige als auch die Touristen zielstrebig dahin wanderten, woher sie stammten.

Das große brünette Mädchen mit den meergrünen Augen war schon viel zu lange nur mit dem Finger auf der Landkarte zu Hause, wie wir’s auf dem Bilde schaun. Am anderen Ende der Welt erklärt sie ihrem Freund, den sie von ihrer Weltreise als Souvenir nach Hause bringen will, ihre Herkunft aus Hervey Bay, Queensland. Das liegt an der australischen Ostküste und wenn er dort ist, muss er die Vorkommen an Buckelwalen bewundern und Anfang August nimmt sie ihn zum Walfestival mit. Ist das nicht süß?

Ein Kunst-Werk zwischen Gemälde, Skulptur, Installation und Happening. Sowas find ich ja immer stark.

And this is Harvey Bay, where you go to see the whales... cityofsound, 11. September 2005

Und was macht er?

Girl points out to boyfriend where she’s from — Queensland, in this case. Boy merely grunts in acknowledgment, despite nice use of painted toe as pointer.

Bild: And this is Harvey Bay, where you go to see the whales… by cityofsound, 11. September 2005.

Written by Wolf

29. May 2008 at 12:01 am

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Hurre hurre, hop hop hop

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Update zu Schneller weiter klüger:

Sub conservatione formae specificae salva anima.

Raymond Lully, as used in Eleonora

The death, then, of a beautiful woman is, unquestionably, the most poetical topic in the world.

Edgar Allan Poe: The Philosophy of Composition, 1846.

Donna Ricci the Gothic Supermodel VintageLenor ist ein traditionsreicher Weichspüler, der Hausfrauen ein gutes Gewissen macht und damit abgehandelt sein soll, Lenore eine Ballade von Gottfried August Bürger.

Der Stoff stammt aus einer Volkssage über das Schicksal der Gräfin Eleonore von Schwarzenberg, die nach ihrem Ableben 1741 als Vampirprinzessin gespukt haben soll — also erst nach der Überlieferung durch das balladeske Gedicht An Leonoren von Johann Christian Günther 1720 –, erschienen 1774 im Göttinger Musenalmanach, überarbeitete Endversion 1789, Epoche Sturm und Drang, Grenzfall zwischen Sozial- und Naturballade, Anfang der deutschen Geisterballade, geradezu Inbegriff der Ballade überhaupt — so viel für die Stoffsammler für Gedichtinterpretationen unter uns.

Wer jemals selbst ein Gedicht wirkungsvoll gestalten wollte, merkt: Lenore rockt. Und zwar wegen der achtzeiligen Strophen in schmissigen Vagantenversen, davon die ersten vier in erzählenden Kreuzreimen, die folgenden vier in refrainartigen Paarreimen, das ergibt auch gesprochen einen Effekt wie “don’t bore us, get to the chorus”.

Obwohl Ballade von ballare kommt, was in mehreren romanischen Sprachen tanzen bedeutet, hatte Lenore weder als früher Balladenversuch von Günther noch als nachträgliche volksliedartige Vertonung viel Glück:

Der geneigte Leser wage es, auf Grund dieser Notation und die Bürgersche Dichtung in der Hand, diese musikalischen Spießruten zu laufen. Kommt er mit gesunden Sinnen davon, so mache er seinen Namen bekannt und die Nachwelt wird einen Heiligen mehr zu verehren haben.

sagt Franz Magnus Böhme 1895 in Volkstümliche Lieder der Deutschen. Vertonungen erlitt Lenore viele, berühmt geworden ist sie als Sprechtext in Rezitation und Druck, interpretiert wird sie als antiquierter Schulstoff, überleben wird sie als Kuriosität von großer, leider unfreiwilliger Komik: “Das Lied war zu vergleichen/Dem Unkenruf in Teichen.” (Bürger)

Und die Handlung erst! Achtung, Spoiler: “Lenore fuhr ums Morgenrot empor aus schweren Träumen”, trauert trochäisch-pathetisch ihrem Verlobten Wilhelm nach, der nicht mit den anderen Kriegsheimkehrern aus der Prager Schlacht zu ihr kommt, hadert darob mit dem Schicksal und Gott höchstselbst, in der Folge davon wiederum mit ihrer gottesfürchtigen Mutter, wird dann doch noch spätnachts von Wilhelm zu Pferde abgeholt, zu einer versprochenen Hochzeitsnacht entführt, schmiegt sich in Wiedersehens- sowie Vorfreude an ihren Verlorengeglaubten:

Wie flogen rechts, wie flogen links
Gebirge, Bäum’ und Hecken!
Wie flogen links, und rechts, und links
Die Dörfer, Städt’ und Flecken! –
„Graut Liebchen auch? … Der Mond scheint hell!
Hurrah! die Todten reiten schnell!
Graut Liebchen auch vor Todten?“ –
„Ach! Laß sie ruhn, die Todten.“ –

Und als ob man’s nicht geahnt hätte, ist Wilhelm der Tod in Person und hat Lenoren ob ihrer Gotteslästerei geholt.

Wir treffen Lenore, gern auch als Leonore, wieder in Amerika, dem Japan des 19. Jahrhunderts, und hier bei Edgar Allan Poe, der die moderne Literatur aus dem Boden gestampft hat, aber deswegen nicht zwangsläufig auch noch die Erde fruchtbar machen musste. 1842 erschien seine Short Story Eleonora, ebenfalls die Geschichte von einer untoten Wiedergängerin aus Liebe.

Henry Sandham, Lenore, 1886Der Unterschied ist: Eleonora selbst, nicht ihr Geliebter, ist jetzt das Gespenst — was bei Poe oft vorkommt: sehr schöne, sehr junge, leider früh verstorbene Mädchen. Siehe Annabel Lee, Berenice, The Fall of the House of Usher, Ligeia, Morella, The Oval Portrait, Ulalume, selbst die Backstory in The Raven, alle von Poe — reicht das?

Exkurs: Tun Sie sich ruhig mal die überraschend aufschlussreiche Fachliteratur zu Totenromantik und Gothic-Ästhetik von Elisabeth Bronfen an: Die schöne Leiche: Weiblicher Tod als motivische Konstante von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis in die Moderne, 1987; Over Her Dead Body. Death, Femininity and the Aesthetic, 1992, deutsch: Nur über ihre Leiche. Tod, Weiblichkeit und Ästhetik, Dissertation LMU München 1993, 1997, Neuauflage 2004.

Nein, es reicht nicht: Ein Jahr nach der Kurzgeschichte schoss Poe das Gedicht Lenore nach. Eddie the Divine! Der Meister gibt sich nicht mal Mühe, seine Quellen zu verschleiern, und recycelt Dramatis personae!

Der Inhalt: Totenwache bei einem sehr schönen, sehr jungen, leider früh verstorbenen Mädchen — gipfelnd in der Empfehlung, nicht über die Toten zu trauern, sondern sich für sie zu freuen, dass sie schon mal vorausgegangen sind und im Paradies aufs Weiterlieben warten. Und das ist untypisch für Poe: Normalerweise enden seine Totengeschichten in Verzweiflung, falls sie dort nicht schon angefangen haben. Schon typischer für Poe: bei Deutschen abzuschreiben; welche Schauermärchen allein von E.T.A. Hoffmann wir bei Poe wiederfinden, kriegen wir später mal.

1845: Ein großes Jahr für die Poesie, denn Poe veröffentlicht The Raven, nach begründeten Meinungen das beste Gedicht überhaupt. Gang der Handlung: Ein Stubengelehrter brütet über seinen Büchern und lässt einen prophetischen Raben in sein Studierzimmer, um seine verstorbene Liebe zu vergessen: the rare and radiant maiden whom the angels name Lenore (!)/Nameless here for evermore.

Tim Burton, Sleepy Hollow. Heads Will Roll, 1999 Movie PosterTreten wir noch ein paar Jahre zurück, zu einem, der ebenfalls die Short Story erfunden haben könnte, ein paar Jahre vor Poe, aber in seiner neuenglischen Nachbarschaft: Washington Irving. Das 19., das Jahrhundert der bahnbrechenden Erfindungen und Entdeckungen, ohne die wir heute bei Ochsentalglicht mit dem Gänsekiel Sonette illuminieren statt bei den Segnungen der Pizzadienste zu bloggen könnten, war andererseits ein dunkel schimmernder Hintergrund für Schauergeschichten, Gothic Novels, Ruinenromantik, mittelalterlich inspirierte Todesbilder und sonstigen Spuk- und Gruselkram.

Washington Irving kennt und schätzt man heute vor allem für seine Legend of Sleepy Hollow, das war 1820. Darin kommt ausnahmsweise keine Lenore vor, aber genügend Motive aus Bürgers Ballade, vor allem die Liebe über den Tod hinaus und der untote Wiedergänger.

Und Irvings Kopfloser Reiter von Sleepy Hollow stammt aus dem rheinischen Sagenschatz über die Volksmährchen der Deutschen von Musäus, 1782–1786. Phantasievolle Gesellen, die todessehnsüchtigen Romantiker und Viktorianer.

Wenn man diese ganze Abschreiberei vor Einführung des Urheberschutzes nicht als ein Unwesen von entfesselten Plagiatoren betrachtet, sondern als Entstehung eines neuen Bestands an künstlerischen Motiven, wenn nicht einer ganzen Mythologie, sollte man ihnen dankbar sein, dass sie jeder für sich die Themen durchgesponnen haben. Liest man in die erst kürzlich wieder erreichbar gewordenen Radiofeatures von Arno Schmidt hinein — und wer wollte dem misstrauen –, hat Adalbert Stifter bis in den Wortlaut hinein bei James Fenimore Cooper abgeschrieben, und schon sind die Nationalliteraturen wieder quitt. Kinowirksam ist diese Gedankenwelt allemal; allein von Irvings schmaler Geschichte sind zwölf Verfilmungen gelistet — erklärtermaßen unvollständig.

Oder will jemand behaupten, Tim Burton hätte seinen heimelig blutspritzenden Film Sleepy Hollow – Köpfe werden rollen 1999 von Washington Irving gestohlen? Na also — eine legitime Adaption eines mythisch frisch verankerten Stoffes, in der die Quelle als klassisch geehrt wird.

Lenore the Cute Little Dead Girl, Cooties Collecting Issues 9-12 CoverEs geht noch weiter: Aus Bürgers Lenore, Poes Eleonora samt Lenore und Irvings Legende von Sleepy Hollow hat sich Roman Dirge bedient und den Comic Lenore, the Cute Little Dead Girl draus gemacht. Ganz frisch, seit 2007, er entsteht noch, bislang gibt es 26 Flash-Filme. Auch wenn sie sich auf etwas pubertäre Weise morbid gebärden, sind sie richtig gut gemacht, Abendfüllendes ist für 2009 angekündigt. Bürger hätte gestaunt. Freudig.

Der wäre doch der erste gewesen, der seine Ballade verflasht hätte. Überliefert ist, dass er bei seinem Vortrag der Lenore an der Stelle

Und außen, horch! ging’s trap trap trap

gern mit den Knöcheln seines Fingers unauffällig auf das Holz seines Rednerpults klopfte, woraufhin die Damen im Publikum vor Entsetzen über den schaurigen Effekt in Ohnmacht sanken. So ein Publikum wünscht man sich, gerade in Zeiten, wo schon die Poetry Slams längst belächelt werden. Die Mädels faden heute ja nicht mal mehr auf Rockkonzerten out, und wofern doch, sind sie nicht mehr stolz auf ihr Sentiment.

Die Reihe geht also: Gräfin Eleonore von SchwarzenbergJohann Christian GüntherGottfried August BürgerMusäusWashington IrvingPoe — nochmal Poe — abermals PoeTim BurtonRoman Dirge. Weniger da hinein gehört Beethovens einzige Oper Fidelio, die in den ersten zwei Fassungen mit drei Ouvertüren ab 1805 noch Leonore hieß, aber eine recht diesseitige Handlung fern aller Phantastik verfolgt. Auch die kanadische Musikerin Lenore lebt noch, Mazeltov.

Ist The Raven eigentlich außer in der berüchtigten 1976er Schnarchnummer von Alan Parsons Project je anständig vertont?

Bilder: Donna Ricci the Gothic Supermodel auf Myspace;
Henry Sandham: Lenore, 1886;
Paramount Pictures, 1999;
Cover Browser.

Written by Wolf

26. May 2008 at 1:24 am

Irgendwann kauf ich mir eine kleine Farm im Süden

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Update zu That same image selves see in all rivers, in oceans, in lakes and in Welles:

Die Leute klingen ja heute alle wie schlecht aus dem Englischen übersetzt.

Harry Rowohlt

Was jeder hört und keiner sagt. Eine Frühform dieser Liste hab ich vor Jahren schon mal veröffentlicht — nicht hier –, damals mit 30 Einträgen, und glaubte, das wären viele. Heute kann man seine Schlüsse ziehen, was ich seitdem für Filme angeschaut hab. Further contributions welcome!

  1. Ab auf dein Zimmer!
  2. Am Ende ist es das, was wirklich wichtig ist.
  3. Beweg deinen Arsch hier raus.
  4. Bin wieder zu Hause!
  5. Bring uns zu deinem Anführer!
  6. Dafür werde ich bezahlt.
  7. Danke, das genügt.
  8. Daraus wird nichts.
  9. Darf ich Sie mal zum Essen einladen?
  10. Das ist alles, was ein Mann tun kann.
  11. Das ist alles, was wir haben.
  12. Das ist eine verdammte Lüge!
  13. Das ist es, was zählt.
  14. Das ist ganz sicher keine gute Idee.
  15. Das ist nicht dein Tag heute.
  16. Das ist nicht, wonach es aussieht.
  17. Das ist unsere einzige Chance.
  18. Das kann niemand beweisen.
  19. Das Mindeste, was ich tun konnte.
  20. Das muss ich mir in meinem Haus nicht sagen lassen.
  21. Das Risiko geh ich ein.
  22. Das Spiel ist aus!
  23. Das war ich dir schuldig.
  24. Davon bin ich überzeugt.
  25. Die Fragen hier stelle ich.
  26. Die Tiere sind unruhig.
  27. Drehen Sie sich ganz langsam um.
  28. Du bist auf dein Zimmer entschuldigt.
  29. Du bist betrunken.
  30. Du bist es wirklich!
  31. Du hast keine Chance.
  32. Du hast mir das Leben gerettet.
  33. Du hättest dasselbe für mich getan.
  34. Du hättest nicht kommen sollen.
  35. Du weißt, dass du auf mich zählen kannst.
  36. Ein guter Job, wenn man ihn kriegen kann.
  37. Ergreift sie!
  38. Er hat ein Messer!
  39. Er hätte es so gewollt.
  40. Er ist doch noch ein Kind!
  41. Es geht schon wieder.
  42. Es gibt einen Anderen.
  43. Es ist besser, wenn Sie jetzt gehen.
  44. Es ist nicht so, wie du denkst!
  45. Es ist so lange her.
  46. Es lohnt sich nicht!
  47. Es war ein Unfall.
  48. Fahr zur Hölle.
  49. Finden Sie ihn.
  50. Findest du, das steht mir?
  51. Folgen Sie dem Wagen!
  52. Für mich nur einen Salat.
  53. Glaubst du, ich hab nicht gesehen, wie du sie angestarrt hast?
  54. Gute Arbeit, Officer.
  55. Haben Sie einen Durchsuchungsbefehl?
  56. Haben wir uns nicht schon mal gesehen?
  57. Halt dich an mir fest.
  58. Hat Ihnen schon mal jemand gesagt, dass Sie wunderschöne Augen haben?
  59. Hier bleiben wir über Nacht!
  60. Ich bin Arzt.
  61. Ich bin zu alt für diese Dinge!
  62. Ich brauche Ergebnisse!
  63. Ich finde Sie sehr attraktiv.
  64. Ich gehöre nicht zu dieser Sorte Mädchen!
  65. Ich hab das noch nie gemacht.
  66. Ich kann alles erklären!
  67. Ich kenne meine Rechte.
  68. Ich liebe dich.
  69. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich Sie verstehe.
  70. Ich ruf Sie an.
  71. Ich weiß nicht, wovon Sie reden.
  72. Ich werde darüber nachdenken.
  73. Ich werde dir jetzt etwas sagen, was mein Vater mir gesagt hat, das er von seinem Vater hatte.
  74. Ich zähle bis drei.
  75. Ihr Jungs geht auf die andere Seite!
  76. In die Wanten, ihr Landratten!
  77. In diesem Haus gebrauchen wir solche Worte nicht.
  78. In zehn Sekunden will ich Ihren Arsch in meinem Büro sehen.
  79. Jeder andere an meiner Stelle hätte das gleiche getan.
  80. Je eher Sie mir sagen, was ich hören will, desto schneller sind wir hier fertig.
  81. Jemand zu Hause?
  82. Klar wie Kloßbrühe.
  83. Kommen Sie mit erhobenen Händen da raus!
  84. Lass mich einen Augenblick allein.
  85. Lass mich los, du tust mir weh.
  86. Lass mich stolz auf dich sein!
  87. Lassen Sie Ihre Hände da, wo ich sie sehen kann.
  88. Lasst mich einfach hier liegen, ohne mich seid ihr schneller.
  89. Lauf, so schnell du kannst!
  90. Macht der Rock mich fett?
  91. Meine Füße bringen mich um.
  92. Mein Name tut nichts zur Sache.
  93. Nehmen wir an, Sie hätten Recht.
  94. Nein, aber jemand könnte es denken.
  95. Nicht in meinem Haus!
  96. Nimm gleich die nächste Maschine.
  97. Oh mein Gott!
  98. Pass auf dich auf.
  99. Rufen Sie mich an, wenn Ihnen doch noch was einfällt.
  100. Rufen Sie uns nicht an!
  101. Rühren Sie sich nicht vom Fleck!
  102. Schließlich bin ich ein Mann und Sie sind eine Frau.
  103. Sie haben achtundvierzig Stunden.
  104. Sie haben das Recht, die Aussage zu verweigern. Alles, was Sie sagen, kann gegen Sie verwendet werden. Sie haben das Recht auf einen Telefonanruf.
  105. Sie haben uns reingelegt!
  106. Sie haben uns umzingelt!
  107. Sie kommen direkt auf uns zu!
  108. Sie sind da lang geritten.
  109. Sie spielen unser Lied!
  110. Sie wissen doch, was man über Frauen sagt?
  111. Sie wissen verdammt gut, wovon ich rede!
  112. Sind Sie O.K.?
  113. So redet niemand mit mir!
  114. Taxi, hierher!
  115. Und nicht weglaufen!
  116. Und wenn ich Ihnen nicht die absolut reine Wahrheit gesagt habe, soll mich auf der Stelle, wie ich hier stehe, der Schlag treffen und der verdammte Teufel holen.
  117. Und wenn ihr da rausgeht, will ich, dass ihr alles gebt!
  118. Uns bleibt nicht mehr viel Zeit.
  119. Warte, es ist zu gefährlich!
  120. Was denken Sie eigentlich, wen Sie vor sich haben?
  121. Was glauben Sie, was Sie hier machen?
  122. Was halten Sie davon?
  123. Was hat das zu bedeuten?
  124. Was in aller Welt hast du dir nur dabei gedacht?
  125. Was ist dein Problem?
  126. Was soll das heißen?
  127. Was springt dabei für mich raus?
  128. Was wollen Sie dagegen unternehmen?
  129. Was wollen Sie damit sagen?
  130. Was wollen Sie von mir?
  131. Was zum?
  132. Was zum Teufel geht hier vor?
  133. Wenn du es jetzt nicht tust, wirst du es niemals tun.
  134. … wenn Sie wissen, was ich meine.
  135. Wer will das wissen?
  136. Werft die Waffen weg!
  137. Wer sind Sie?
  138. Wie weit ist es noch nach Mexiko?
  139. Wir haben alle Zeit der Welt.
  140. Wir haben es geschafft.
  141. Wir haben keine andere Wahl.
  142. Wir melden uns dann bei Ihnen.
  143. Wir müssen erst die Tiere tränken!
  144. Wir sprechen uns noch.
  145. Wir werden uns rächen.
  146. Wo bist du jetzt?
  147. Wo ist das Geld?
  148. Wollen Sie mir drohen?
  149. Wonach sieht es denn aus?
  150. Worauf warten wir?

Excitement from adventure’s most colorful chapters:
John Huston, Ray Bradbury et al., 1956;
Bild: ebd.

Written by Wolf

24. May 2008 at 12:01 am

Posted in Moses Wolf

… doch das Meer braucht uns nicht

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Update zu Und doch schön zu spüren, dass niemals was stirbt, und das Wort Tod nie das letzte sein wird:

Beteiligen Sie sich auch schön brav an den walschützenden Aktionen, wenn man es Ihnen sagt? Stephan, unser Mann bei Greenpeace (keep the good work up, brother!), wüsste da wieder eine:

Greenpeace hat japanische Walfänger in flagranti mit Walfleisch erwischt, das sie zum Eigennutzen abgezweigt hatten. So geht das natürlich nicht, geschätzte Nation der Fugusushi.

Mitmachen und weitersagen:

Japanischer Premierminister Yasuo FukudaWir haben gerade den größten Skandal in der Geschichte des japanischen Walfangs aufgedeckt. Mitglieder der japanischen Walfangflotte haben massiv Walfleisch unterschlagen und auf eigene Rechnung verkauft.

Japanischer Außenminister Masahiko KoumuraFordern Sie die japanische Regierung auf, den Walfang zu beenden und die steuerliche Finanzierung dafür endgültig einzustellen.

Bilder: Wikimedia Commons; Prime Minister of Japan and His Cabinet;
Lied: Reinhard Mey: Das Meer, aus: Balladen, 1988.

Written by Wolf

20. May 2008 at 12:01 am

Posted in Meeresgrund

Das Hörbuch als Video 6, 7, 8: Straße, Kapelle, Kanzel

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Update zu Das Hörbuch als Video 3 (4 & 5):

Das sechste (6:57 Minuten),
siebente (8:27 Minuten)
und achte (7:48 Minuten) Kapitel sind fertig.

Never Sea Land, Gisele Bündchen in a dress made only from water 1, 17. Oktober 2007Never Sea Land, Gisele Bündchen in a dress made only from water 2, 17. Oktober 2007Never Sea Land, Gisele Bündchen in a dress made only from water 3, 17. Oktober 2007

Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007.
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
Buch mit 2 .mp3-CDs kaufen.

Bilder: Gisele Bundchen in a dress made only from water,
Never Sea Land, 17. Oktober 2007.

Written by Wolf

19. May 2008 at 1:05 am

Posted in Siedekessel

Enter Stubb; To himself, Stubb: Du sollst nicht denken

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Elke hat Kapitel 29: Auftritt Ahab; zu ihm, Stubb gelesen:

Elke HegewaldIch konnte mich ja eines Schmunzelns nicht erwehren beim Lesen der Szene mit den zwei kläffenden, zänkischen Kerls. Für mich hatte sie durchaus was Kurioses.

Zu Ahabs Ehrenrettung muss zunächst mal angemerkt werden, dass er ja mitnichten ohne Rücksicht auf Verluste und Mannschaftsschlaf allnächtlich mit seinem Knüppelfuß übers Deck poltert. Er achtet im Gegenteil sehr wohl auf die verdiente Ruhe seiner Crew. Sogar

some considering touch of humanity was in him; for at times like these, he usually abstained from patrolling the quarter-deck; because to his wearied mates, seeking repose within six inches of his ivory heel, such would have been the reverberating crack and din of that bony step, that their dreams would have been on the crunching teeth of sharks.

Verjendist siehe Seite 217.

Aber ahnen wir doch längst, was ihn umtreibt und dass es manchmal mit ihm durchgeht. Der Typ kreist doch um sich selbst – na, und diesen ominösen Wal. Und dann kommt dieser Trottel Stubb angebolzt und beschwert sich, dass er mal nicht schlafen kann.

So gesehen und in Anbetracht von dessen “scherzhafter Unterwürfigkeit” beginnt von Ahabs Seite das Geplänkel ja noch geradezu leutselig und beschwichtigend – ein Zug, den man in ihm, mit Verlaub, gar nicht vermutet hätte, oder? Nur im Nachsatz muss er dann doch noch den Boss raushängen lassen und ihn einen Hund heißen – oder hatte es gar auch der Versuch eines Scherzes werden sollen? (Melville wäre das zuzutrauen, aber das ist nun wieder der Nachteil vom Lesen, man hört ja den Tonfall nicht so recht…). Sollte es denn so gewesen sein, ging das jedenfalls kräftig daneben, um nicht zu sagen, nach hinten los. Denn so kann man selbst einem Stubb nicht kommen, schließlich hat ein ehrbarer Waljäger auch seinen Stolz.

Stubb Moby Dick! The Musical, PresentingWas das Erstaunliche daran ist: Es kommt einem beinahe so vor, als wären beider Rollen vertauscht, freilich nur für einen kleinen Moment. Denn der finstere Ahab scheint zuerst ungewohnt menschlich und milde und wird erst unversehens wieder dämonisch und aufbrausend, als ihm Widerworte entgegen wehen. So weit kommt das noch, dass der Untergebene, dieser kleine Knappe sich gegen ihn auflehnt – wer ist denn hier der Kapitän!

Stubb hingegen, dessen heiteres und gemütliches Wesen uns Kapitel 27 bekanntlich in einigermaßen epischer Breite erhellte, das ist doch der, den so schnell nix aus der Ruhe bringt – “so cheerily trudging off with the burden of life in a world full of grave pedlars, all bowed to the ground with their packs” (Kapitel 27, bei Jendis Seite 205). Der mit dieser sympathischen Fischkopp-Mentalität des küstengeborenen Inselmenschen, wie sie in derartigen Landstrichen offenbar weltweit zu Hause ist. Und der versteht den etwas verunglückt geratenen Humor seines Obersten plötzlich miss und muckt auf. Statt einfach den ollen Walbeinernen zu nehmen wie er ist und ihm dieses eine Mal nachzusehen, dass er seinen Moralischen hat und infolge seiner Behinderung in naturgemäßem Stakkato über ihren Köpfen herumtrampelt. Und den gebieterisch rauen Ton eines Käptns auf seinem Schiffe, der halt nicht mit Engelszungen daherkommt, sollten solche harten Kerls nicht gewohnt sein…? Hm, wenn diese skurrile Konstellation ihren Zündstoff, an dem sie explodiert, nicht selber ausgebrütet hat, dann weiß ich auch nicht.

Und hinterher brabbelt er ratlos wirres Zeug in sich hinein und versteht die Welt nicht mehr oder was ihn eigentlich geritten hat, sich mit dem da anzulegen. Diesem Murmelmonolog wohnt wirklich nichts weniger inne als der durchgeistigte und psychologelnde Bewusstseinsstrom späterer Autoren, da hat der Wolf schon Recht – und Melville sowieso. Denn nennen wir es doch beim Namen: Unser guter Stubb ist ein einfaches Gemüt, das eben auch mal langsamer denkt, als es spricht, und sich nicht gern den Kopf zerbricht. Nicht umsonst besinnt sich so einer zu guter Letzt gegen das Chaos in seinem Hirn auf sein höchstpersönliches elftes Gebot: Du sollst nicht denken! Und sein zwölftes: Du sollst schlafen – wenn du kannst. Schau an, nicht supergescheit aber lebenstüchtig, der Mann. Rettung durch Verdrängen – kennt doch jeder. Oder etwa nicht?

P.S. Ach ja, eine freundliche Begegnung hatte ich auch noch, beim Kramen nach der passenden Illustration. Wollt ihr hörn? Es gibt tatsächlich eine Insel, die Stubbs Island heißt. Ein winziges Stück Land im Meer an der Nordspitze des riesigen kanadischen Vancouver Island, beide voller Natur pur, ersteres besonders hübsch bei Sonnenuntergang. Und wenn ich mir einerseits auch schwer vorstellen kann, dass dieses Inselchen ausgerechnet nach Ahabs Zweitem benannt ist, spricht doch andererseits etwas Gewichtiges beinahe dafür: Es bietet nämlich eine Touristenattraktion an, wie sie einschlägiger kaum sein kann – Stubbs Island Whale Watching! So viel Zufall kanns doch gar nicht geben, oder?

Bilder: Moby Dick! The Musical; Norman Bolwell: Stubb’s Whaleboat.

Written by Wolf

16. May 2008 at 12:20 am

Posted in Steuerfrau Elke

We Shall Gather Here Forever

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Update zu Lesen und schreiben mit Mellvil (sic):

Das Ende muss hoffnungsvoll sein. Was könnte tröstlicher sein als eine gefakete Mormonenhymne aus dem Munde des großen Gary Floyd (Ex-Punk, Blues-&Country-Sänger und seit langem bekennender Buddhist). Leben den Lebenden!

Kommentar aus Fritz Ostermayer:
Dead & Gone 2: Totenlieder — Songs of Death,
Trikont 1997.

Und mit Kindern haben sie’s ja, die Mormonen. Das Lied ist eins von denen, die bei Erstkontakt eine Offenbarung bedeuten können. Mein erstes selbstgemixtes Youtube-Video versucht deshalb mit dem geringsten technischen Aufwand spannend genug zu bleiben, dass Sie die 4:26 Minuten bis zu Ende mithören; es haben sich inzwischen genug kinderaffine Wal- und Wasserbilder angesammelt, die ich nicht mehr beitragsweise einzeln verbraten kann, da schien ein dokumentarisches Video noch die mitreißendste Lösung. Das letzte vergurgelnde Kinderstimmchen macht’s schließlich erst.

Lied: From the Darkness to the Light,
aus: Gary Floyd: Backdoor Preacher Man, Glitterhouse Records 1999;
Bilder: Ist sich verschieden. Die meisten von Shorpy,
Old Picture of the Day
und Duryea PA.

Written by Wolf

15. May 2008 at 12:01 am

Posted in Moses Wolf