Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Archive for April 2007

Moby-Dick goes zweiter erster Kontakt

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Update zu Moby-Dick goes Ceti Alpha V:

Als Patrick Stewart für Star Trek die Rolle von Captain Picard übernahm (wahrscheinlich weil die Rolle Captain Kirk dem Darsteller William Shatner zu sehr auf die Bauchmuskulatur ging), muss er sich von seiner Untergebenen Lily wegen fortgesetzter Rachsucht ebenfalls mit Captain Ahab vergleichen lassen.

Das geschieht in Der erste Kontakt von 1996 – ebenfalls einem zweiten Film der Star-Trek-Reihe: nämlich dem zweiten, der auf dem Relaunch Das nächste Jahrhundert basiert.

Durch diese Szene wurde Patrick Stewart nach eigenem Bekunden angeregt, wirklich mal den Captain Ahab zu geben. 1998 durfte er das in der Fernsehversion von Moby-Dick, die manche Fans der klassischen Version von 1956 vorziehen. Die sollen da auch ihre Schlüsse draus ziehen; Trekkies haben’s sowieso eher mit Verschwörungstheorien.

Written by Wolf

30. April 2007 at 12:40 pm

Posted in Rabe Wolf

Moby-Dick goes Ceti Alpha V

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I’ll chase him round the moons of Nibia and round the Antares Maelstrom and round perdition’s flames before I give him up!

Khan Noonien Singh

I’ll chase him round Good Hope, and round the Horn, and round the Norway Maelstrom, and round perdition’s flames before I give him up!

Captain Ahab

Das Thema der besessenen Rache wird wiederholt sowohl in der Star Trek-Fernsehserie als auch in den Kinofilmen aufgegriffen. Der Bezug auf Captain Ahab ist im zweiten Kinofilm Star Trek II: The Wrath of Khan von 1982, noch in der historischen Besetzung mit William Shatner und Leonard Nimoy, am offensten: Während der rachsüchtige Khan die Enterprise durchs All verfolgt, zitiert er ganze Passagen aus Moby-Dick. Am Anfang des Films sieht man das Buch in seinem Regal stehen.

Laut Star Trek Wiki sind der “böse” Khan Noonien Singh und sein “guter” Widersacher Captain Kirk als Ahab bzw. Ismael zu begreifen, auch wenn The Wrath of Khan deren Kampf nicht zur Allegorie erhebt.

Regisseur Nicholas Meyer wollte seinem Khan für die Zeit des Exils auf Ceti Alpha V, in der er auf seine Rache wartet, als Zeitvertreib Bücher mitgeben, die im Zusammenhang mit Luzifer in dessen Eigenschaft als gefallener Engel stehen: King Lear, Paradise Lost und eben Moby-Dick. Am Ende identifizierte er sich mit dem Monomanen Ahab.

Written by Wolf

29. April 2007 at 12:46 pm

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Neues vom DJ

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Update zu Rock Revolution:

E-Mail von Geoff Trowbridge aus Anaheim, 27. April 2007:

Hello Wolf,

Lame Ducks AnaheimUnfortunately, I know only the ancestry of Moby‘s mother, not his father. All I know is that at his paternal grandparents were John M Hall and Alice B Aldridge.

I’m pretty sure that one of those two people is the source of the connection to the Melville family, but I don’t even know when or where either of them were born, and none of the online databases I’ve checked appear to have the information. Based upon what I’ve read in interviews with Moby, I don’t think that even he is aware of the actual connection.

Sorry I can’t help any further. Good luck!

Geoff

Und die Leute glauben, in Musik- und Literaturgeschichte wäre nichts mehr zu holen…

Written by Wolf

28. April 2007 at 5:50 pm

Posted in Rabe Wolf

Rock Revolution

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Update zu Mobylied:

Das mit dem “Ururgroßonkel” von Herrn Richard Melville Hall aka Moby hat mich nun doch nicht in Ruhe gelassen; es wird mir ja wohl keiner weismachen wollen, dass das eine Bezeichnung für einen Verwandtschaftsgrad sein soll.

Und siehe: Die große dicke Melville-Biographie mit dem beeindruckenden Stammbaum hinten drin kennt ihn nicht. Eine Doppelseite für Herman Melvilles Vorfahren seit 1751 (man leistete sich damals viele Gewschwister), eine Doppelseite für seine Nachfahren bis Geburtsjahr 2001. Und auch im Index: kein Richard Melville Hall.

Also weiter ins Internet. Hier ist Herr Hall auch immerhin ein paarmal außerhalb von Musikinterviews bekannt, am besten in The Extended Family of Geoffrey and Heidi (Messick) Trowbridge.

Von hier aus kann man seinen Stammbaum, am übersichtlichsten im Pedigree, in jede beliebige Richtung verfolgen, es kommt kein Herman Melville dabei raus.

Moby-Fans und solche, die sich als deren Gegenteil verstehen, müssen jetzt sehr stark sein:

Moby ist kein Nachfahre von Herman Melville.

Auch wenn diese Behauptung ziemlich viele Google-Ergebnisse (und Imagepunkte bei Techno-Fans mit Abitur) einbringt.

Wenn’s mir nicht zuviel Arbeit wäre, das täglich dreimal wieder zurückverbessern zu müssen, würd ich’s ja wenigstens in die Wiki schreiben. Ich zähl auf die Querulanten.

Written by Wolf

26. April 2007 at 9:10 pm

Posted in Moses Wolf

Mobylied

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Der moderne Musiker Moby, bürgerlich: Richard Melville Hall, ist einer der sehr wenigen überlebenden Nachfahren seines literarisch notorischen Ururgroßonkels Herman. Why Does My Heart Feel So Bad? ist musikalisch höchst gelungen, und sollte man anderer Meinung sein, kann man sich immer noch anhand des Videos in das Lied verlieben. Gerade für einen leicht überalterten Techno-DJ, dessen Bewusstseinstragweite man in Klischees befangen leicht unterschätzen könnte, schafft Moby hier ein Storytelling, das ganz des Onkels würdig ist (sogar ein gesunkenes Schiff komt vor). – Don’t bore us, get to the chorus, one, two:

Cover

Written by Wolf

25. April 2007 at 3:09 am

Posted in Mundschenk Wolf

Kapitän Ahab will sich an einem Fisch rächen, benimmt sich wie der Teufel aus dem Verlorenen Paradies und geht aber unter.

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Aus Sicht der USA muss Neuseeland sowas ähnliches sein wie die Schweiz für Deutschland: ein ins Groteske verzerrtes Österreich respektive Australien, wo es genau drei bekannte Tierarten gibt: giftige, komische und Schafe.

Meine immanente Weigerung, Moby-Dick als Kinderbuch zu behandeln, erfährt auf dem New Zealand Post Children’s Book Festival endlich seine Rechtfertigung: Es kann halt einfach nicht jeder. Melville konnte Seefahrergeschichten, bei denen man gefälligst nicht kalauernd grinst, wenn man ihnen Tiefgang zuschreibt, die Kindergeschichten lassen wir mal lieber bei Lewis Carroll. Oder wenn’s denn schon was Aktuelles sein soll: bei Janice Marriott, Preisträgerin 2007 in Neuseeland, zuständig für Seefahrer und Kinder.

Der wurmstichige Kulturbeutel aber, der Moby-Dick weiland als erster als Kinderbuch verunglimpft hat, gehört heute noch giftigen komischen Schafen vorgeworfen.

Written by Wolf

24. April 2007 at 12:48 am

Posted in Moses Wolf

Kritzeln gegen Krebs

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Cock-A-DoodleZuerst hab ich mir’s schlimmer vorgestellt, mit welchen verwegenen Suchanfragen ein Weblog gefunden wird, der das englische Wort für Penis im Namen führt. Die Toilettenwände des Internets erfahren sogar einen ganz neuen Sinn, wenn das einhändige Surfen gegen Prostata- und Hodenkrebs hilft.

Cock-A-Doodle-Doo: 1853er Story von Herman Melville; Cock-a-Doodle: Zipfelziehen gegen Männerleiden. Ob das Internet, wie wir ihm verfallen und misstrauen, doch unterschätzt ist?

Written by Wolf

23. April 2007 at 3:46 am

Posted in Wolfs Koje