Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Archive for the ‘Kommandobrücke’ Category

Geduld und guten Mut erzechend

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Folge aus unserer halbjährlich fortgesetzten Chronik des Verfalls:

— welche außerdem ab sofort in Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt fortgesetzt wird:

——— Mephistopheles, Part 1:

Das ist noch lange nicht vorüber,
Ich kenn’ es wohl, so klingt das ganze Buch;
Ich habe manche Zeit damit verloren,
Denn ein vollkommner Widerspruch
Bleibt gleich geheimnißvoll für Kluge wie für Thoren.
Mein Freund, die Kunst ist alt und neu.
Es war die Art zu allen Zeiten,
Durch Drey und Eins, und Eins und Drey
Irrtum statt Wahrheit zu verbreiten.
So schwätzt und lehrt man ungestört;
Wer will sich mit den Narrn befassen?
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört,
Es müsse sich dabey doch auch was denken lassen.

Self mit Rabenfeder, 3. November 2012

——— Goethe: Seefahrt:

Claudia Roeder by Walter M. Delgado, Pretty Woman, 18. Juli 2010Lange Tag’ und Nächte stand mein Schiff befrachtet;
Günst’ger Winde harrend, saß mit treuen Freunden,
Mir Geduld und guten Mut erzechend,
Ich im Hafen.

Bilder: Meins: Rabenfeder, 3. November 2012;
Walter M. Delgado: Claudia Roeder als Pretty Woman:
Die Interpretin der Seefahrt 2004 am 18. Juli 2010.

Written by Wolf

6. November 2012 at 12:01 am

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A port coton qu’on se revoit

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Das waren am 18. August sechs Jahre Moby-Dick™. Kein Geheimnis, dass hier nicht gerade die sieben Sirenen von Sansibar im Kettenbikini steppen.

Mein Angebot bleibt bestehen: Wer immer ein Kapitel aus Moby-Dick bespricht, kann das bei uns veröffentlichen und bekommt reichen Büchersegen zur Belohnung. Also: Ans Werk, bitte.

Ich bin dann mal bei

D. Fausti Weheklag und Höllenfahrt. Das Habe-nun-Ach für Angewandte Poesie.

Soundtrack: Zaz: Port Coton, aus: Zaz, 2010.

Written by Wolf

28. August 2012 at 2:31 pm

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Die Linkrolle

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Update zu Besser als Sex:

Die Linkrolle in der Seitenleiste ist aufs Wesentliche reduziert: die Melvilleana & Mobyana. Weitere empfohlene Links werden an dieser Stelle nach Bedarf aktualisiert, weil man einige doch sehr vermissen würde.

Wenn Ihnen gebrochene oder unnötige Links auffallen, machen Sie uns jederzeit darauf aufmerksam.

Die Wale in den Meeren
Auf Gottes Stimme hören:

Nordamerikana:

Bilder, Bücher, Bilderbücher:

Bücher, Menschen, Büchermenschen:

Fähige Skipper:

Written by Wolf

1. August 2012 at 12:01 am

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Nu in da houze:

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Update zu Nu in da houze und Nu in da houze:

One of the “masters of the great Art of Telling the Truth” (Hawthorne and His Mosses, 1850):

So, of his gentleness,
Knowing I loved my books, he furnish’d me
From mine own library with volumes that
I prize above my dukedom.

Prospero, The Tempest I,2,271 ff.

The Norton Shakespeare

Written by Wolf

27. July 2012 at 5:52 pm

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Dringendes Juli-Gewinnspiel (geschlossen)

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I turned back to the start: “Call me Ishmael.” I was in love! You fall in love with poetry. You fall in love with Shakespeare. I’d been in love with Shakespeare since I was fourteen. I was able to do the job not because I was in love with Melville, but because I was in love with Shakespeare. Shakespeare wrote Moby-Dick, using Melville as a Ouija board.

Ray Bradbury: The Art of Ficition No. 23.

Es eilt: Ich will endlich den Norton Shakespeare, und den gibt’s grade für 30 Euro. Das heißt, dass mein bestehender einbändiger Shakespeare raus muss — und zwar bevor jemand anderes drauf kommt, dass ein Norton Shakespeare für 30 Isarkieselchen eine Anschaffung fürs Leben ist.

Wer begründen kann:

Warum ich?

kriegt The Complete Works of Shakespeare, The Alexander Text, adopted by the BBC for their complete cycle of plays. A new edition, edited with an introduction and glossary by Peter Alexander [nicht verwandt], late professor emeritus of Engliush Language and Literature, University of Glasgow. Collins o.J., ca. 1992. Leicht gegilbt, Lagerspuren, keine Anstreichungen oder Eintragungen — hat einige Semester Anglistik durchgehalten und genutzt. Handlicher Band, angenehmes Druckbild, zweispaltig.

Das Buch mit dem Alexander geht sofort raus, sobald ich weiß, an wen und warum. Der Norton wartet nicht ewig auf mich. Sie helfen mir also, wenn Sie das gute Stück abnehmen.

Jodie Andrews, Escape, 14. März 2010

Kontemplative Eile: Jodie Andrews: Escape, 14. März 2010.

Written by Wolf

19. July 2012 at 1:53 pm

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The Wolf and His Mosses

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Aus unserer halbjährlich fortgesetzten Chronik des Verfalls: Dieser Mann des Mooses
(1 Woche zu spät, ich weiß):

Was hält uns im Geleise
Was rettet uns vom Eise?
Vor drohender Versteppung
Und Länderstaubverschleppung?
Was wächst und bringt den Regen?
Was fesselt seinen Segen?
Was spart und nähret Flüsse?
Was sichert uns Genüsse?
Die Kleinsten und der Große,
Der Golfstrom und die Moose.

Karl Friedrich Schimper aus:
Auszug aus dem noch ungedruckten Mooslob oder Die schoensten Geschichten der Moose, alte und neue, in Versen fuer eine junge Dame zu einer eleganten Moossammlung, 1857;
vermutlich143 Strophen. Teilweise Abschrift, zur Verfügung gestellt von Prof. Dr. K. Mägdefrau.
Original in der Bibliothek des Botanischen Instituts der Universität München.

The Wolf and His Mosses, 11. Mai 2012, Egoshooting

Wenn, trifft es, Moos und Flechten
Scharf miteinander fechten,
Stets wird die Flechte siegen,
Das Möslein unterliegen.

Ibd.

Tatsächlich scheint es, als fände dieser Mann des Mooses, so wie viele andere Genies, großen Spaß daran, die Welt hinters Licht zu führen — zumindest hinsichtlich seiner eigenen Person. Ich zweifle nicht daran, daß er es eher bevorzugen würde, für einen mittelmäßigen Autor gehalten zu werden, der bereit ist, die gründliche und genaue Würdigung seiner selbst dem zu überlassen, der für die Beurteilung am besten geeignet ist — das heißt: ihm selbst. Zudem halten Männer wie Hawthorne am Grunde ihrer Seele den Beifall der Öffentlichkeit für solch ein starkes Indiz für die Mittelmäßigkeit in ihrer Sache, daß es sie bis zu einem gewissen Grad an den eigenen Fähigkeiten zweifeln ließe, wenn sie in öffentlichen Gefilden zu viel und zu lautstarkes Geblöke zu ihrer person vernehmen würden.

Herman Melville: Hawthorne und sein Moos, 1850,
übs. Alexander Pechmann in:
H.M.: Die große Kunst, die Wahrheit zu sagen: Von Walen, Dichtern und anderen Herrlichkeiten,
Jung und Jung 2005.

Nicht im Bild: Zaz: Port Coton aus: Zaz, 2010.

Written by Wolf

13. May 2012 at 12:01 am

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Dauergewinnspiel in Moby-Dick™: Schreib mit!

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Auch schon wieder Februar, gell? Kinder, Kinder.

Unserer verdienstvollen Crew einschließlich mir selbst hab ich zuletzt den Termin gesetzt, wir wollten alle bis spätestens 31. Oktober unsere Besprechung des Kapitel 42: Die Weiße des Wals abgeliefert haben. Zwei volle Monate hab ich uns damit Zeit gelassen. Gemeint war der 31. Oktober 2011.

Nicht zwei, sondern fünf Monate überlegen wir jetzt — eine Steigerung um 150 Prozent and still counting. Es verlautet deshalb von meiner hochherrschaftlichen Kommandobrücke herab der Beschluss:

Catherine Parkinson, 15. Juni 2009Ab sofort darf jeder, der will und vor allem kann, eine Besprechung zum anstehenden Kapitel, einem Herman Melville nahestehenden Thema oder zu einem relevanten Gedenktag abliefern. Irrelevantes Zeug kann ich nämlich viel zu gut selber. Bitte Texte an mich, Veröffentlichung innerhalb unseres im Lauf der Jahre doch recht lieb gewordenen Weblogs vorbehalten. Den Versuch ist es wert, weil ich mir sag: Wen es überhaupt zu solchen Besprechungen treibt, der wird schon keinen ausgemachten Dünnsinn abliefern. Jedenfalls nicht absichtlich.

Zugelassen sind deutsche und englische Sprache, andere versteh ich nicht, über russische Beiträge müsste höchstens Elke drüberschauen, die kann das. Es sollte jedenfalls ein Text sein, den du eigens für Moby-Dick™ geschrieben hast.

Und weil ich nicht das Ausbleiben von Beiträgen bestrafen, sondern vielmehr ihr Ersinnen belohnen will, gibt’s für jede Veröffentlichung ein Buch oder eine CD. Was für welche? — Überraschung! Was ich gerade vorrätig hab; die Ramschkisten meiner zwei zuständigen Filialen der Stadtbücherei sind nimmer versiegende Quellen der Serendipität, und ich sortiere ständig meinen eigenen Bestand um. Wer behumst, kriegt Frank Schätzing.

Wer liefert, kriegt geliefert. Das ist nicht kommerziell, das ist unsere private Gaudi, also nix da von wegen Rechtsansprüche, aber in meiner Freude über zahlreiche Beteiligung werd ich schon nicht so rumknausern. Du darfst deinen Beitrag mit Bildern und Videos aus in WordPress verwertbaren Videos garnieren, was immerhin die Portale YouTube, Vimeo und Dailymotion einschließt, und deinen Namen in Verbindung mit deiner Autorenleistung promoten (und du musst mir deine Postadresse preisgeben, damit ich dir was schicken kann, soviel muss okay sein). Die Rechte bleiben bei dir; ich schreibe selber um Brotgewinste und hänge nicht an anderleuts Schreibarbeit. Außerdem will ich noch in diesem Leben hier fertig werden.

Hauptschreiber bleiben selbstverständlich die derzeitigen: Elke und Hannah, deren Zeug unbesehen hier stehen darf. Die kriegen auch Bücher für ihre Leistung. Naja, und ich eben. Es hat sich tatsächlich schon mal jemand danach gedrängelt, als Lohn um seiner selbst willen einen Eintrag beizusteuern: Das war der Kollege Sascha Zivkovic, und er hat seine Sache sehr ordentlich gemacht, dass sich niemand genieren musste. Hätte er noch die paar Jahre gewartet, hätte er sogar noch was rausgekriegt.

Ausdrücklich zu weiterer Mitarbeit aufrufen möchte ich Mitsegelnde auf der P.E.Q.U.O.D., die stillschweigend abgeheuert haben. Hier ist niemand irgendwem böse, nur weil er freiwillig etwas angefangen und hinterher wieder damit aufgehört hat. Im Gegenteil, ich bin immer noch allen dankbar fürs Mitmachen, solange sie Zeit und Mühe für uns erübrigt haben, und werde mich freuen, sie wieder zu treffen. Ab jetzt enfällt der dauernde Zugzwang, bis in alle Ewigkeit — 135 Kapitel sind nahe dran — wunder wie brillieren zu müssen.

Da darfst du gern Crowdsourcing dazu sagen, aber wir sind hier ja nicht die Nürnberger Nachrichten in Panik um ihre Printausgabe. Von mir aus ist dann halt Februar 2012 unsere Hinwendung zum Crowdsourcing, aber ich bin trotzdem schon ganz neugierig, was ab jetzt so reinkommt. Mir war auch ohne doofe Begründung schon immer klar, dass unsere zwei-, dreihundert Besucher am Tag die klügsten, besten und schönsten Leser der Welt sind.

Auf den Punkt hat es vor kurzem Hannah in ihrer Eigenschaft als Phrixuscoyotin gebracht:

Ich möchte mich kurz von der Obsession verabschieden, hier nur unheimlich intelligente Texte mit relevantem Inhalt zu veröffentlichen. Deshalb erzähle ich folgendes […]

Oder anders: Man macht sich immer vorher einen viel zu dicken Kopf. Nicht denken — hinschreiben.

Kapitel 42 also! Na, wer will?

Casey David, As the Waves Roll In, 21. Juli 2011

Bilder: Catherine Parkinson, 15. Juni 2009;
Casey David: As the Waves Roll In, 21. Juli 2011.

Video: Mrs. Eaves von For the Love of Type (insgesamt immer noch warm empfohlener Weblog!):
Write Here, Right Now (Part 2), 12. Juni 2008.

Written by Wolf

1. February 2012 at 8:29 am

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