Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Archive for July 2008

Vom Schwimmen durch Bibliotheken

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Jürgen hat Kapitel 32: Cetologie gelesen:

Jürgen Jessebird SchmitteMan will ja nicht meckern, (für mich — wie für viele andere — machen solche Kapitel einen nicht unerheblichen Teil des Reizes von Moby-Dick aus), aber der unvoreingenommene Leser hat schon bei der seltsamen Traumgeschichte in Kapitel 31 die Stirn gerunzelt, doch die war kurz und am Ende gab’s den Lichtblick: Der Weiße Wal kommt ins Spiel! “Hurra!”, denkt der Leser und seine Stirn glättet sich wohlwollend, “erst 31 Kapitel gelesen und schon wird zum ersten Mal der Wal erwähnt, um den es gehen soll…”

Und dann Cetology.

Ein schier unendliches Kapitel, in dem nichts passiert. Gar nichts. NADA! Die Stirnfalten werden tief wie der Marianengraben. Was soll denn das? Gute Frage — laut Anmerkungen in der Jendis-Übersetzung ein Stilmittel, mit dem Melville “literarisches Neuland” betritt. Na, das kann man wohl sagen!

CetaceaWer einen Abenteuerroman wie Typee erwartet, der wird allerspätestens an dieser Stelle bemerken, dass er das falsche Buch gekauft hat. Melville zerschlägt mutwillig den (ohnehin schwächelnden) Spannungsbogen, den er eben so mühsam aufgebaut hat (zur Erinnerung: Ahab tritt auf — Konfrontation Ahab/Stubb — der Weiße Wal wird erwähnt). Statt dessen liefert er nicht enden wollendes Geschwafel über den Wal an sich und verschiedene Walarten (von denen die meisten in Moby-Dick nie wieder erwähnt werden).

Melville wollte “a mighty book” über “a mighty theme” schreiben. Den Wal in all seinen Facetten beleuchten. Und so muss er seinem Leser erst einmal das Subjekt vorstellen. In den 1850ern waren Wale bekannt, doch den meisten Lesern wohl eher schemenhaft. Also stellt Melville klar, wovon im folgenden die Rede sein wird. Er hätte sich da bestimmt kürzer fassen können, aber das ist nicht unbedingt seine stärkste Seite. Wie eine Buchhändler-Kollegin an dieser Stelle sagen würde: “Er konnte die Tinte nicht halten.”

Pazifischer Nordkaper, Eubalaena japonicaDas Ziel ist klar: Dem Leser soll deutlich werden, mit welch gewaltiger Kreatur sich Ahab anlegt. Der Pottwal: “the great sperm whale now reigneth!” Dabei wird z.B. der deutlich größere Blauwal (“Sulphur Bottom”) zwar erwähnt, aber nur am Rande. Um ihn wird es nicht gehen… Doch neben der offensichtlichen Absicht — deutlich zu machen, dass Moby-Dick eben mehr ist als eine Abenteuergeschichte — ist da vielleicht ein wenig Frustration im Spiel?

Immerhin ist Melville eine Koryphäe auf dem Gebiet der “Cetologie” zu seiner Zeit, von all seinen Quellen haben nur zwei (Bennett und Beale) den Pottwal lebend gesehen. Und die beiden waren Schiffsärzte auf Walfangschiffen, also keine “richtigen” Waljäger.

Melville aber hat tatsächlich Wale gejagt, “I have had to do with whales with these visible hands”, sagt er, seine Beschreibungen des Pottwals sind (für uns heute leicht nachprüfbar) erstaunlich genau, zu seiner Zeit sensationell genau. Wer wäre also besser geeignet, eine Systematik der Wale zu erstellen? Er ist “durch Bibliotheken geschwommen und über Weltmeere gesegelt.” Melville hat wirklich Ahnung vom Thema. Dieses Wissen aber dürfte ihm in wissenschaftlichen “Fachkreisen” wenig genutzt haben. War ihm das bewusst? Wusste er, dass all sein erlebtes und erlesenes Wissen wenig Eindruck auf einen Universitätsprofessor gemacht hätte? Dass man ihn vielleicht ausgelacht hätte? Und “versteckt” er deshalb diese durchaus sinnvolle und brauchbare (wenn auch spaßig formulierte) Systematik in einem Roman? Um der Nachwelt zu zeigen: “Schaut, das habe ich alles gewusst!”?

Dazu interessant dieses:

Eine der frühesten Rezeptionen des 1851 in London und New York ersterschienenen Romans findet sich 1860 in einer anonymen Miszelle der “Gartenlaube”, wo auf S. 655–656 Melvilles systematische Einteilung der Wale in Folio-, Oktav- und Duodez-Wale ohne Nennung des Werkes — nur des Autors, „sehr gelehrt in Sachen der Walfische“ — anzitiert wird.

Aus einer Besprechung der Rathjen-Übersetzung auf Cetacea.de

Zwergpottwal, Kogia brevicepsUnd was seine Definition des Wals als “a spouting fish with a horizontal tail” angeht: Das stößt dem Melville-Fan natürlich sauer auf, dass sich der Meister so geirrt haben soll. Schließlich lernt doch heute jedes Kind, dass Wale eben keine Fische, sondern Säugetiere sind. Aber das ist eben nur eine Frage der Definition, der Systematik. Bezeichnet man alle Tiere, die im Wasser leben als Fisch, dann ist auch der Wal ein solcher. Linné hat sich durchgesetzt, nicht Melville, davon aber abgesehen, ist die Melvillesche Definition ziemlich brauchbar. Zumal wenn man übers Meer segelt und wenig Gelegenheit hat, Fortpflanzungs- und Aufzuchtverhalten der Wale zu beobachten.

Und noch eine Anmerkung zu den Übersetzungen ins Deutsche. Sowohl Jendis als auch Rathjen übersetzen den schönen Satz “… I have swam through libraries and sailed through oceans” mit “[…] ich […] bin durch Bibliotheken geschwommen und über Weltmeere gesegelt”, das ergibt ja auch Sinn, Melville wird das Bild vom “Schwimmen” durch Bibliotheken bewusst gewählt haben. Dennoch übersetzen sowohl Herr Mummendey wie auch Herr Güttinger mit “ich durchpflügte Bibliotheken”! Was haben die sich dabei gedacht? So eine bodenständige, erdverbundene Metapher in ein Buch hinein zu übersetzen, das ganz offensichtlich ein Buch über das Meer ist? Es zeigt auf jeden Fall, dass eine Neu-Übersetzung sinnvoll war!

Bilder: Cetacea mit deutschen, englischen, norwegischen und noch irgendwas Walnamen, Pazifischer Nordkaper (Eubalaena japonica) und Zwergpottwal (Kogia breviceps), alle gemeinfrei;
Film: Willy Astor: Welthits im Original:
Wortwitz und Fabulierlust und ein Wal kommt sogar auch drin vor.

Written by Wolf

31. July 2008 at 12:01 am

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Weibergeburtstag

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Update zu (All together now:) Heathcliff!!:

Dramatis personae:
Emily Jane Brontë (* 30. Juli 1818; † 19. Dezember 1848);
Catherine “Kate” Bush (* 30. Juli 1958).

Ein Landhaus in Haworth, West Yorkshire, Nordengland. Trübes Juliwetter. Kate Bush nähert sich bergauf von der einzigen Bushaltestelle weit und breit.

Kate Bush (klingelt)

Emily Brontë (von innen): Sekündchen, meine Liebe!

Kate Bush: Lass dir ruhig Zeit, ich bin ja noch jung.

Emily Brontë (öffnet die Tür): Das war nicht sehr einfühlsam. Aber du bist ganz die Alte. Tritt ein.

Kate Bush: Alles Gute zum Einhundertneunzigsten, Emily.

Emily Brontë Alles erdenklich Gute zum fünfzigsten Geburtstag auch dir, Catherine. (Die Damen umarmen einander lange und herzlich.)

Kate Bush: Bah, was habt ihr bloß für ein Scheißwetter hier oben.

Emily Brontë Catherine. Immerhin achten wir auf unsere Ausdrucksweise. — Aber genug davon. Du möchtest sicher eine Erfrischung zu dir nehmen. (Sie führt Kate durch einige Zimmer in einen schlichten Salon.) Wie ist das Leben bei euch in der Hauptstadt?

Kate Bush: Du kommst immer noch nicht viel raus, stimmt’s?

Emily Brontë: Oh, du weißt… Das Klima, das euch anderen stets so zuwider war, ist das einzige mir zuträgliche. Wie steht die Welt zu dir und deinem mir so teuren Schaffen?

Kate Bush: Ach, alles halb so wild. Man lebt. Meine Fans treff ich eigentlich nur noch auf Myspace. Dich kennen die Leute fast noch besser, ab und zu wirst du mal verfilmt…

Emily Brontë: … was mir, wie du weißt, eine mitunter dem Wandel unterworfene Ehre war…

Kate Bush: Dann warte mal heute in zehn Jahren ab, wenn du zweihundert wirst.

Emily Brontë: Wir werden es erleben, meine Teure. Wir werden es erleben. — Tee?

Kate Bush: Hast du ein Likörchen?

Emily Brontë: Wie ich sagte, ganz die Alte. Pfefferminzlikör? Selbst angesetzt?

Kate Bush: Himmel, ihr Südschotten. Gut, dass ich an die Versorgung in eurem strukturschwachen Landstrich gedacht hab. (Sie wühlt in ihrem Rucksack und fördert eine Flasche amerikanischen Whisky zutage.)

Emily Brontë (untersucht das Etikett): Ein Tröpfchen aus den Kolonien? Wenn das der Papa, der Herr Landpfarrer, noch erleben müsste…

Kate Bush: Emily, der Herr ist vor 147 Jahren gestorben. Werd erwachsen.

Emily Brontë: Du magst Recht haben. Es mag daher rühren, dass er uns Geschwister alle um so viele Jahre überlebt hat.

Kate Bush (hat sich einiger Schnapsgläser aus der Vitrine bemächtigt und gießt zwei vierstöckige Whisky ein): Schon klar, Emily. Ihr habt’s nicht leicht gehabt und dann hast du mit 30 den Griffel hingelegt. Was auch niemand mehr als ich bedauert, ich hätte so gern noch mehr von dir gelesen. Da, prost. (Beide nippen an ihrem Whisky.)

Emily Brontë: Ein feines Stöffchen, Catherine.

Kate Bush: Nicht wahr?

Emily Brontë: Nun, die üblichen Vorurteile außen vor gelassen… ist auch dieser Branntwein eine von Gottes Gaben.

Kate Bush: (füllt beider Gläser in ihren Händen auf): Sag ich doch dauernd. Prost, Emily.

Emily Brontë: Zur Gesundheit und Gottes Segen, meine Liebe.

Kate Bush: (kippt den Whisky): Nicht zu fassen, dass wir zwei Hübschen das gleiche Sternzeichen haben, gell?

Emily Brontë: Oh, Tierkreiszeichen. Ich hätte es niemals bemerkt, hättest du mich nicht darauf gestoßen. Wir hängen hier keinen heidnischen Bräuchen an.

Kate Bush: “Heidnische Bräuche”! Siehst du, genau das mein ich.

Emily Brontë: Obschon ich dich heute noch nicht genug für deine Vertonung meines bescheidenen Romans…

Kate Bush: “Bescheiden”! Emily, jetzt reicht’s. Dein Wuthering Heights ist ein verdammtes Weltwunder, und du weißt es!

Emily Brontë: Ich danke dir, Catherine. Ich weiß, dass sich hinter deiner Gossensprache die aufrichtigste Anerkennung verbirgt.

Kate Bush: Worauf du aber einen lassen kannst. Deswegen bist du auch die einzige, die Catherine zu mir sagen darf.

Emily Brontë: Ist das nicht dein Taufname?

Kate Bush: Sicher ist er das. Und jetzt ruf mal Tori Amos bei ihrem Taufnamen Myra Ellen — aber bitte nur, wenn ich nicht dabei bin. Die kann sehr unwirsch werden.

Emily Brontë (nippt von ihrem Whisky und verzieht säuerlich die Miene): Tori Amos, Tori Amos… Das ist doch…

Kate Bush: Die Nordkarolinerin, die mich dauernd nachmacht. Aber sehr begabt, die junge Frau.

Emily Brontë: Ein aufstrebendes Talent? Wie jung mag sie sein?

Kate Bush: Wird im August 45, am Zweiundzwanzigsten. Aufstrebend ist gut. Hat’s schnell zur Legende gebracht. Bis zu ihrer vierten Platte mindestens hör ich andauernd mich selbst raus, aber sie hat was.

Emily Brontë: Doch nicht etwa diese… Madonna?

Kate Bush: Um Himmels willen, kein Vergleich. Die wird jetzt auch gleich 50, am Sechzehnten. Weiß noch nicht, ob ich die auch besuche.

Emily Brontë: Ich höre mit Wohlwollen, wie wählerisch du in deinem Umgang bist, Catherine.

Kate Bush: Lass die Bescheidenheit. So jung kommen wir nicht mehr zusammen. Prost Hundertneunzig! (Sie füllt erneut die Whiskygläser nach, sie stoßen klingend an und kippen beherzt.)

Emily Brontë: Man kann sich an dein geistiges Getränk gewöhnen, du Gute. Woraus ist es gebrannt?

Kate Bush: Das ist Bourbon, der ist aus Mais. Wie Popcorn. Nicht wie unserer aus Korn, wie das Brot.

Emily Brontë: Catherine, es freut mein Herz, wie du das deinige an die ewigen Werte hängst.

Kate Bush: War daran ein Zweifel?

Emily Brontë: Kein wirklicher, liebste Freundin. Auch ich habe stets geeifert, an den wahren Dingen dieser und jener anderen Welt festzuhalten, als ich auf dem Kontinent zu Brüssel weilen… musste.

Kate Bush: Jener anderen Welt? Du meinst jetzt aber nicht deine Fantasywelten, wie haben sie geheißen… Angria und Gondal und die anderen?

Emily Brontë: Nicht doch. Das waren Geistesübungen für die Poesie, die vornehmlich unsere Schwester Charlotte vorantrieb.

Kate Bush: Naja, was ich so von deinen Gedichten her kenne, hat dich das noch ziemlich lange nicht losgelassen.

Emily Brontë: Du hast sie gelesen? Die Menschen lesen sie noch? Meine Gedichte sind noch in der Welt?

Kate Bush: Darf ich dich daran erinnern, Emily, dass du mit der Komponistin deines Romans redest?

Emily Brontë: Bei all meinem höchsten Respekt vor dieser deiner Arbeit, Catherine, bin ich doch genügend informiert, um zu wissen, dass du deine Ballade nicht nach meinem Roman gedichtet hast.

Kate Bush: Aber die 1970er Verfilmung war schon okay. Vor allem der Showdown.

Emily Brontë: Vor Zeiten wurde mir wohl einmal das Privileg zuteil, ihn zu betrachten. Man vergisst so leicht. Komm du einst in mein Alter und du wirst verstehen.

Kate Bush: Emily, für mich und die anderen paar Millionen wirst du immer 30 bleiben. Euch viktorianische Leichen versteh ich sowieso besser, als du glaubst. Wahrscheinlich bin ich sogar eine von euch.

Emily Brontë: (nippt erneut an ihrem Whisky; kichernd): Und das ist es wahrscheinlich, was dich halbwegs erträglich macht.

Kate Bush: Hey, das wäre mein Spruch gewesen!

Emily Brontë: Siehst du?

Sie stoßen an und beginnen sich zu verplaudern. Die besondere Schwierigkeit bei der Darstellung in diesem Stück besteht in dieser nicht unter anderthalbstündigen Kadenz, in der die Schauspielerinnen sich in ihre Rollen gefunden haben müssen, um unter fortgesetztem Einfluss von Jack Daniel’s möglichst brillante Improvisationen auszubreiten. ———

Viel später:

Kate Bush (mit unsicherer Zunge): Emmyschwester, du nimmst es mir nicht übel, aber ich muss weiter.

Emily Brontë: Wo wir uns gerade inmitten des gedeihlichsten Austauschs befinden? Wohin, meine liebste Freundin Catherine?

Kate Bush: Arnold Schwarzenegger wird 61.

Emily Brontë (mit überraschend sicherer Zunge): Dann musst du ihm allenfalls in neun Jahren deine Aufwartung erneuern, wenn sein Lebensalter sich zum nächsten Male ründet.

Kate Bush: Du hast Recht, Emily. Verdammich, wie Recht du hast. Du hast sooooo Recht. Du hast immer Recht gehabt.

Emily Brontë: Ich weiß, Cathy. Ich weiß. — Zur Gesundheit.

Sie haben eine neue Flasche. Emily schenkt nach. Sie stoßen an und kippen synchron. Der Wind der rauen Hochheidelandschaft pfeift über den Friedhof um das Landpfarrhaus. In einem herrischen Aufheulen zwingt er einen Trupp Brontë-Touristen in Anoraks, sich zu der gottverlassenen Bushaltestelle zurückzuwenden, von der sie gekommen sind. Vorhang.

Lied: The Ukulele Orchestra of Great Britain:
Wuthering Heights aus: Top Notch, 2006.

Nutz- und Feierlink: Happy 190th, Emily!
im immer und rundum empfohlenen BrontëBlog, 30. Juli 2008.

Written by Wolf

30. July 2008 at 12:01 am

Posted in Mundschenk Wolf

Ende von Sommergewinnspiel

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Update (kein Überschreiben mehr möglich)
zum Sommergewinnspiel auf Moby-Dick™:

Sascha Zivkovic aus Frankfurt hat korrekt gelöst — womit sich alle folgenden Versuche von selbst erledigen.

Das erste Buch, das so schwer erreichbar ist, dass man sich im Antiquariat mit einem Hechtsprung darüberwerfen soll, um es unter verhalten irrem Kichern unauffällig zur Kasse zu schleppen, ist Redburn: His First Voyage, being the Sailor-Boy Confessions and Reminiscences of a Son-of-a-Gentleman, in the Merchant Service — Herman Melvilles vierter Roman, 1849. Auf Englisch in mehreren Ausgaben erhältlich, auf Deutsch ein einziges Mal von Richard Mummendey übersetzt und im vergriffenen Sammelband Redburn/Israel Potter/Sämtliche Erzählungen abgedruckt und dann nie wieder; das langweilige ist An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations von Adam Smith 1776. Das finden Sie in den Buchläden, wenn Sie es suchen, aber das wollen Sie nicht wirklich.

Wie Sascha das wohl herausgefunden hat? Und welchen der drei Preise er nun zu gewinnen begehrt? Glückwunsch, sag ich! Es gibt noch Leser.

Musik: Sir Edward Elgar: March of Pomp and Circumstances No. 1, op. 39, 1901,
dirigiert von ihm selbst.

Written by Wolf

29. July 2008 at 12:16 am

Posted in Kommandobrücke

T-Shirts sind auch für Sissies!

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Hauptsache, sie machen Sie schön und mich reich.

Wolfsleibchen Poetry is not for sissies T-Shirt

Schöne, nützliche, moderne Kleidung mit melvilleanischem, maritimem und literarischem Bezug ist in Arbeit, denn Wolfsleibchen können Ihr Sozialprestige und Ihr Selbstwertgefühl steigern.

Written by Wolf

28. July 2008 at 4:16 am

Posted in Kommandobrücke

Freud um Nietzsche, Ahab um Stubb

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Elke hat Kapitel 31: Mab, die Feenkönigin gelesen:

Elke HegewaldAls hier das große Wundern und Grübeln über die Titelung der Kapitelung und den Inhalt dahinter ausbrach, war ich spontan geneigt und bereit einzustimmen – aus vielfältigsten Beweggründen (zu denen auch die Überraschung gehört, wie Dr. Jürgen Freud in seinem großartigen traumdeutenden Beitrag bei wenigstens einer Version seine Zweifel hinsichtlich der Wahrung des Zeitbezugs kühn und vorübergehend über Bord zu werfen gewagt hat). Bis auf einmal alles (s)einen tiefen Melvilleischen Eigensinn bekam und sich irgendwie allegorisch rund legte. Meine beiden (oder anderthalben) Deutungsvorschläge:

Der erste lehnt sich so ein bisschen an meine eigenen Erfahrungen aus dem täglichen Broterwerb an und die dabei sattsam gewonnenen psychologischen Einblicke. Bei denen (auch wenn ich nicht Frau Dr. Freud bin) womöglich gleich wieder Jürgens Besorgnisse hinsichtlich Melvillebezugs und dortigen menschlichen Anders-Denkens aufhorchen werden. Aber man glaubt es kaum, was der liebe Mitmensch, das unbekannte Wesen, alles in sich selber anstellt, um ein Stückerl von seinem malträtierten Rückgrat zu behalten. Dass zu diesem Zwecke auch Träume in einem rumrumoren, weiß ja die Welt schließlich auch nicht erst seit dem Erfinder der Psychoanalyse. Die aufgesammelten und nicht mal seltenen seelischen Selbsttherapien kommen schon Wolfs Einsortierung des guten, narrischen Stubb ziemlich nahe. Der sich nämlich einen geträumten Tritt in den Hintern oder weißichwohin schönredet (also der Stubb jetzt), um sich solcherart mit Ach und Krach sein Selbstwertgefühl zu bewahren, seine menschliche Würde zu retten. Der Anschnauzer seines vorgesetzten Kapitäns macht ihm – Frohnatur und anpassungsfähiges Gemüt hin oder her – mehr als man denkt zu schaffen, wo er ihn bis in seinen wellengewiegten Schlummer verfolgt. Und was tut so einer, der wie unser Stubb nicht für das Auflehnen wider den Starken und Mächtigen geboren ist, nun dagegen? Na klar, er träumt sich’s klein. Versucht, das gesunde Empfinden einer handfesten Beleidigung herunterzuspielen, indem er in seinem tumben Stubble-Kopp den Wert Ahabs und dessen ja nur via künstliches Walbein und nicht als “a living thump” verabfolgten Tritt schmälert. Gegen den er sich anfangs sogar zu wehren sucht, “stubbing [his] silly toes against that cursed pyramid”. Na, und mit ein bissel Rückgratstärkung durch einen, wenn auch arg bucklig und marlspiekert geträumten Merman fühlt sich’s doch gleich noch ein bisschen besser an, nä.

Soweit die Alltags- und real(un)poetische Natur-des-Menschen-Version. Die mir übrigens geeignet scheint, nicht gar zu sehr (wenn überhaupt) in den Zwang einer Rechtfertigung vor Herrn Melville zu geraten: Erniedrigung bleibt Erniedrigung, Mensch angesichts einer solchen sooo Mensch – und fühlt auch so.

Sollte man gesunderweise meinen.

Wäre nicht… ja, wäre da nicht noch was in den nach Melvillescher Art eingeflochtenen Symbolismen und Anspielungen, von denen es nur so wimmelt im Kapitel. Etwas, das mir zwar dunkel, aber verdammt nochmal bekannt vorkömmt . Die müssen doch einen Sinn ergeben – hätte er ja auch einfacher haben können sonst, der Herman. Und auch ein paar heftige spöttische Grinsefältchen meint man in seinen Augenwinkeln wahrzunehmen. Was sollen also die ganzen Bilder, die Pyramide und das abbe Bein vom Stubb und das getackerte nackerte Hinterteil des Merman-Phantoms?

Max Klinger, Der Gang zur BergpredigtHa, und spätestens als der Bucklige blank zieht, fällt mir die Erleuchtung wie Schuppen aus den Haaren der feenhaften Frau Mab. Ahnt’ ichs doch! — Und nein, auch wenn es bitter und enttäuschend ist für alle einschlägigen Suchmaschinenquäler und auch wenn es Jürgens brillant freudischen Tiefenpsychologie-Exkurs nicht zu stützen scheint, kein Kindesmissbrauch des kleinen Herman, keine homoerotischen Fantasien alternder Schriftsteller und Matrosen, auch nicht Stubbs Potenz- mit Beinverlust fliegen mich an und geistern durch meinen Sinn. Sondern der alte Käpt’n Bildad ists – erinnert sich noch jemand an den? Was murmelte der nochmal andauernd durch einen guten Teil des 16. Kapitels? Jaaah, die biblische Bergpredigt wars, auf der er herumkaute! Die war’s!

Sind es nicht deren Weisheiten, die Melville da mit einem Augenzwinkern und dem uns hinlänglich bekannten freigeisternden Handhaben von Religionsfragen in den Traumbildern des braven Stubb herumstreut? Selig sind die Sanftmütigen!

Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Auge um Auge, Zahn um Zahn.« Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar.

predigt Jesus auf dem Berge (Matthäus 5,39f.). — Je nun, Bein um Bein beim Stubb und Ahab? Und reckt der alte Merman auf Stubbs angedrohte Schläge nicht gar gleich seine zwei Backen hin? Auch wenn der Gottessohn wohl eher die andern zwei meinte. Und auch die Märtyrerdornen – oder sind’s Marternägel? — gehören eigentlich woanders hin, oder?

Wohlgemerkt, die Predigt handelt in diesem Passus “vom Vergelten”. Und ei der Daus, wären dann die Stubbschen Dissonanzen mit Ahab für Melville nicht nur Mittel zum Zweck? Gingen seine Anspielungen dann nicht verflixt weit darüber hinaus? – Gesetzt den Fall, an meinen Herumdeutelungen wäre was dran: dann ginge es hier um nicht mehr und nicht weniger als um das Einläuten eines Hauptthemas des ganzen Moby-Dick, das den Handlungsfaden vorantreibt: des finstern Käpt’ns – nicht des kleinen Stubb — Drang nach Rache und Vergeltung nämlich. Großes Kino also. Ergibt somit im Zusammenhang des Romans das ganze Kapitel nicht sehr wohl einen tiefen Sinn? Und nicht von ungefähr, so deucht mich, findet gerade in diesem Moment der weiße Wal zum ersten Mal Erwähnung. Was meint ihr?

A23H, Der teufel ist tot, 29. Dzember 2005Und wenn das so ist, wird auch der Wolf – mitsamt unserm gotteslästerlichen Herman – Recht behalten. Wie sagte er so schön?: “Stubb wird der erste sein, der sich freudig von Ahab alles gefallen lässt, und es als Ruhm und Ehre betrachten.” — Worauf wir einen lassen… öhm, also wetten können, denn: “Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei.” (Matthäus 5,41)

Dass der Stubb sich den Ahab zu allem Überfluss auch noch zur Pyramide traumzaubert, die ja auch auch als Symbol des dreidimensionalen (heiligen) Kreuzes interpretiert wird – hm, soll man das nun als Zeichen schleichend wachsender Ahab-Einschwörung und Verblendung deuten? Doktor Freud, übernehmen Sie büdde wieder!

Dochdoch, Doktor, nu ziernse sich mal nicht so! Das wäre schon deshalb angebracht, weil Mr. Melville — okayokay, Jürgen — den Freud zwar nicht kennen kunnt, aber mir ihm in Sachen Religionskritik zet Be kaum nachzustehen scheint. Nicht dass ich jetzt behaupten wöllt’, er sei ein Verfechter des blinden Rachegedankens um jeden Preis. Doch schaut es mir so aus (denn den Spötter Melville dichte ich mir doch nicht nur hinein, oder?), als wäre auch er als ein, leicht konspirativer, Gegner der berggepredigten über-menschlichen Erwartungen und deren “Sklavenmoral” auszumachen. Wie der große Freudsche Zeitgenosse Friedrich Nietzsche es sieht, der deren entschiedenster einer war und dem der Doktor zudem selber bescheinigte, etliche Einsichten der Psychoanalyse intuitiv vorweggenommen zu haben. Nietzsches Also sprach Zarathustra wird als Gesamtwerk sogar als eine Art Anti-Bergpredigt gehandelt, wider die Demut und Unterwürfigkeit und für die Selbstbestimmtheit des Menschen. — Anmerkung: Jaha, ich bin mir bewusst, dass dies eine stark vereinfachte und unzulässige Verkürzung sowohl des Herrn Nietzsche als auch seines Zarathustra ist und ein eigenes Thema verdient hat.

Carl Bloch, Sermon on the Mount, 23. Mai 1834

Und um das Maß voll zu machen und eure Geduld bis an den Rand zu strapazieren, nehme ich mir auch schnell und – versprochen! — kurz Frau Königin Mab zur Brust. Ein ketzerischer Titel im gerade episch ausgebreiteten Zusammenhang, findet ihr nicht? Die heidnische keltische Fee, die in der Mythologie Schöpferin, aber auch Hexe ist. Die unsern eh schon verwirrten Stubb nun auch noch heimsucht. Tsss, Mister Melville, ein Schelm, wer Böses dabei denkt? Ich klau da nochmal kurz beim Shakespeare, den ja auch uns’ Herman beständig alles andre als verleugnet:

… and then anon
Drums in his ear, at which he starts and wakes,
And being thus frighted swears a prayer or two
And sleeps again. This is that very Mab
That plats the manes of horses in the night,
And bakes the elflocks in foul sluttish hairs,
Which once untangled, much misfortune bodes:
This is the hag…

Sorry, das musste noch, bei Hexen und Feen kann ich nicht anders. Wo ich doch selber eine bin.

Johann Heinrich Füssli, Prinz Arthur und die Feenkönigin, um 1788

Bilder: Max Klinger: Der Gang zur Bergpredigt, 1877;
A23H: Teufel ist tot, 29. Dezember 2005;
Carl Bloch: Die Bergpredigt, Kopenhagen 23. Mai 1834;
Johann Heinrich Füssli: Prinz Arthur und die Feenkönigin, um 1788.

Written by Wolf

27. July 2008 at 12:01 am

Posted in Steuerfrau Elke

Galee’e vo’aus

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Update zu Benito Cereno:

Galeeren sind eine ziemlich fitte Art, was man daran erkennt, dass sie sich in der langen Spanne ihrer Existenz kaum verändert haben. Belegt sind Galeeren seit den Assyrern und Phöniziern, also gegen 850 vor Christus, und seit den ersten Beschreibungen bei Thukydides (um 460–396 v.C.) und Polybios (um 200–120 v.C.) bis zur letzten nennenswerten Schlacht, die mit Galeeren geführt wurde, der Türkenschlacht bei Lepanto zwischen Spanien im Verbunde mit Venedig gegen die Türken am 15. Oktober 1571, hatten diese Urtiere von Schiffstyp einfach eine ungeheure Länge, kaum Masten, schon gar keine Rahen, und wenn, dann windschnittig achterwärts geneigt, und ein auffallend hohes Heck. Sprichwörtlich wendig und deshalb für Kriegseinsätze prädestiniert waren sie durch ihren menschlichen Antrieb: Typischerweise saßen an jedem Riemen vier Mann, fünfzig Riemen hintereinander, so als Baubeispiel: zweihundert Rudersklaven pro Schiff.

Zweihundert Sklaven für dreißig Mann richtige Besatung. Gerade genug, um Segel für die hohe See zu setzen und im Einsatzfall Kanonen zu bedienen, und einen halbwegs taktfesten Vortrommler natürlich. Kein Wunder, dass man die Arbeiter in extrem prekärer Anstellung, Sträflinge allesamt, sorgfältig an ihre Ducht ketten musste. Wer auf eine Galeere verbannt kam, wurde ein für alle Male angeschmiedet und erst wieder losgeschroben, wenn man ihn tot über Bord schmeißen wollte. Das hilft Gefängnisse an Land entlasten.

Wer so schwer arbeitet, muss besonders gut essen. Wer so gut isst, muss auch das Gegenteil davon. Geputzt wurde nicht viel, zum Deckschrubben wie auf anständigen Schiffen müsste man seine Sklaven von der Kette lassen, wovon man vorsichtshalber Abstand nahm, und Offiziere putzen nur bei Lust, Gelegenheit und in echten Notfällen. Es führt keine Beschönigung daran vorbei: Galeeren stinken.

Aber gut schauten sie aus. Von weitem eine Galeere zu beobachten, malt ein Bild von schönem organischen Gleichmaß, das Wasser um die Ruder spritzt und blitzt bei jedem Eintauchen hell in der Sonne (Mittelmeer!). Die römische Poesie verstand unter den “weißen Schwingen” eines Schiffes dessen Riemen in kraftvoller Bewegung. Eine Möwe im Flug mit der selbstverständlichen Grazie eines Tausendfüßlers. Es führt keine Sozialkritik daran vorbei: Galeeren sind schön.

DSL-betrieben über Leute an Supermarktkassen mokieren, die sich nicht ganz so ansehnlich gewanden, wie man das als gutaussehender, moderner, kritischer Blogger, der sich doch so leicht fremdschämt — eine der würdelosesten Bloggersitten –, erwarten kann, und dabei heißen Kaffee saufen, den man nicht selbst gezüchtet hat: Schämen muss man sich, und zwar für sich alleine. Man kann überhaupt kein zu grelles und zu düsteres Bild davon malen, was die Menschen sich gegenseitig für eine Hölle schüren.

Fakten nach Cecil Scott Forester: Mr. Midshipman Hornblower, 1950; Wikipedia;
das Bild via Deutsches Asterix Archiv rechts zu zweitoberst aus Albert Uderzo, René Goscinny: Astérix en Corse, 1975, mit Link zu Wilhelm Raabe: Die schwarze Galeere, auf dem der schwarze Pirat im Ausguck “Galee’e vo’aus” ruft, wurde wegen sprichwörtlicher Nickeligkeit der Éditions Albert René vorauseilend verworfen, ich bitte also selbst dahin zu surfen;
Filme: Ben Hur, 1925; Ben Hur, 1959.

PS: Das Sommergewinnspiel geht noch bis 31. Juli!

Written by Wolf

26. July 2008 at 12:01 am

Posted in Meeresgrund

Thought is a powerful formidable essence

with one comment

Update zu To Sail You Home:

The media likes to put labels on people. Polly the Sex Goddess, Bjork the Pixie, Tori the Fairy Princess. If you call me a new-age, airy-fairy, hippie-dippy airhead I will shove my crystals up your ass.

Tori Amos (unsourced)

Tori Amos, Tattoo

Traut jemand Künstlern, die ihr Medium wechseln? Singenden Schauspielern und “Promis”, die Sätze krachen lassen wie: “Nur weil ich ein paar Schauen gelaufen bin, bin ich doch nicht gleich ein Model”?

Tori Amos ist eine Fee, die dürfen das. Das Bösartigste, was sich über ihren neuen Umtrieb sagen lässt: Inker sind ja nur die, die in den Comics die Striche nachmalen.

Inker sind die, die den Comics ihre Handschrift verleihen. Über 80 Comicmacher haben ihren Liedern zugehört und 50 Comics auf 480 Seiten daraus gemacht. Pia Guerra, Leah Moore, John Reppion David Mack, Hope Larson, Ryan Kelly, Jonathan Hickman, Colleen Doran, Eric Canete, Ted McKeever, Jock, Anthony Johnston, Dame Darcy, Carla Speed McNeil, Kelly Sue DeConnick, Mark Buckingham, Ivan Brandon, C. B. Cebulski. Von denen kenne ich noch keinen einzigen, aber so weit reicht mein Vertrauen. Vor allem auch, weil Frau Amos mit den richtigen Argumenten begründet, warum die Comics in Comic Book Tattoo Tales Inspired by Tori Amos gut geworden sind:

I have been surprised, excited and pleasantly shocked by these comics that are extensions of the songs that I have loved and therefore welcome these amazing stories of pictures and words because they are uncompromisingly inspiring. It shows you thought is a powerful formidable essence and can have a breathtaking domino effect.

Tori Amos im Official Press Release: Comic Book Tattoo,
9. April 2008

Soso, zeichnen kann sie jetzt auch? Klar kann sie. Feen dürfen nicht nur, die können auch alles.

Neil Gaiman geistert immer wieder mal als Anspielung durch ihre Lieder. 1997 hat sie ihm das Vorwort zu Death: The Time of Your Life geschrieben, jetzt hat er sich dem Vorwort zu Tattoo revanchiert. Alles was Gaiman schreibt, spare ich mir immer ängstlich auf, weil es zu schnell alle sein könnte — normalerweise dürfte ich noch nicht mal mit der Sandman-Kernserie durch sein — hören wir also noch kurz den Verleger Rantz Hoseley:

While the connections between comics and music have been long established by generations of creators, Comic Book Tattoo is the pure distillation of how these two art forms inspire and feed off of each other across all the classifications, genres and styles of comic storytelling. Like Tori’s music, these stories run the gamut of human experience, emotion and imagination brought to life by some of the most compelling and innovative creators in the field of comics.

Editor Rantz Hoseley nach Undented, 10. April 2008.

Das Buch erscheint heute, am 23. Juli. Kaufempfehlung ergeht für die Vorzugsausgabe (104,99 Euro) und die Normalausgabe (20,99 Euro), vielleicht sogar über den Tori Store.

Tori Amos in the Little Earthquakes Era, 1992--1993

Bilder: Comic Book Tattoo Tales Inspired by Tori Amos, 2008 via Myspace;
Everything Tori, Little Earthquakes Era, 1992–1993.

Written by Wolf

23. July 2008 at 12:01 am

Posted in Moses Wolf