Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Archive for August 2010

München am Meer XVI: Idomeneo, Ré di Volksbad

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Update zu Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen:

Newsflash aus dem Müllerschen Volksbad:

Aufgrund von Proben für OPERA INCOGNITA ist die Damenhalle vom 23. bis 26. August 2010 ab 18.00 Uhr für die Öffentlichkeit gesperrt.

Im und auf dem Wasser der Damenschwimmhalle bringt OPERA INCOGNITA mit internationalem Ensemble Mozarts Oper “Idomeneo” zur Aufführung.

Termine: 28. und 31. August sowie 1., 8. und 11. September 2010. Beginn jeweils um 20.00 Uhr. Die Damenhalle ist deshalb an diesen Tagen bereits ab 18.00 Uhr für die Badegäste geschlossen.

Müller’sches Volksbad, Öffnungszeiten.

Misha Jackl, Elettra Bianca Koch, Idamante Reinhild Buchmayr, Abendzeitung 26. August 2010Die Opera seria Idomeneo, Ré di Creta, KV 366 des bekannten Tonsetzers Mozart, spielt zu großen Teilen im und am Wasser. Die Spielstätte im Hallenbad ist also keine Schrulle des Regisseurtheaters, sondern einzig sinnvoll. Das ist das Neue; das Traditionelle ist: Idomeneo wurde im Münchner Residenztheater uraufgeführt.

Idomeneo dauert in Vollversion etwa drei Stunden, in Version der Opera Incognita zweieinviertel Stunden. Es wurden also 20 % gekürzt, wofür vor allem die Darstellerinnen der Ilia und Elektra dankbar sein werden, weil das bacherlwarme Wasser in der kleinen Müllerschen Schwimmhalle so auf die Blase geht. Ferner wurde die Orchesterbesetzung verkleinert, weil es sonst zu sehr hallt, das Cembalo für die Rezitative nass wird und auf der Empore nur Platz für ein begrenztes Ensemble ist. Daher sind die Streicher nur einfach besetzt und die Bläser reduziert, was nach Kammerbesetzung riecht, das sind sowieso immer die schönsten. Vom Bademeister wird Schwimmergruppen ja normalerweise schon das Absingen von “Eisgekühlter Bommerlunder” a cappella verwiesen. Außerdem wirkt in der kleinen Halle zwangsläufig eine Art Neptunbrunnen am Längsende mit, der sicher nichts dagegen hat, wenn er sich für die Dauer der Aufführung immer mit dem Rollennamen Poseidon ansprechen lassen muss. Vom Regisseur Andreas Wiedermann wird ausdrücklich von einem Erscheinen in Smoking bzw. Abendkleid abgeraten, vielmehr Flip-Flops empfohlen. Der in der gesamten Jugendstilarchitektur verwendete Marmor ist ohnehin dermaßen barfußfreundlich, dass man gar nicht ins Wasser will.

Bild: Misha Jackl für die Abendzeitung: Elettra (Bianca Koch) und Idamante (Reinhild Buchmayer) turteln auf Kreta, Probenfoto;
Ouvertüre: The English Baroque Soloists unter John Eliot Gardner.

Written by Wolf

28. August 2010 at 4:05 pm

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Die Grande Dame der Bootsrestaurierung

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Update zu Er bläst wieder (und wieder):

Andrew Testa. Im Hafen von Newport steht die International Yacht Restoration SchoolElizabeth Meyer hatte in den siebziger Jahren 125.000 Dollar geerbt. Davon kaufte sie Bauland auf Martha’s Vineyard — vorausschauend, wie sich Jahre später zeigte. Da bekam sie für das Land auf der Nobelferieninsel vor Cape Cod zehn Millionen. Die hat sie in die „Endeavour” gesteckt, komplett. Verkauft hat sie das Schiff später für 15 Millionen. Sie leistete sich eine Farm in Massachusetts, 500.000 Dollar spendete sie für Denkmalschutzprojekte in Newport, mit dem Rest beglich sie Schulden. Es glaubt ihr keiner. Immer wieder kommen Leute auf sie zu: Wollen Sie einen Rembrandt kaufen? Für eine Million? „Ich hab kein Geld”, sagt sie dann. „Haha”, amüsieren sich die Gesprächspartner, ,ich wohne zur Miete’, haha.”

Anfang der achtziger Jahre begann sie zu recherchieren. Von den ursprünglich zehn Yachten hatten drei überlebt: „Shamrock V”, „Endeavour I” und „Velsheda”. Meyer arbeitete zu jener Zeit als Journalistin und überzeugte den Chefredakteur des „Nautical Quarterly”, sie nach Europa zu schicken; dort sollten die Boote sein. In Monaco fand sie „Shamrock V”, die britische Herausforderin des America’s Cup von 1930. Der einst ideal proportionierten Yacht waren alle möglichen Aufbauten zugefügt worden, und Meyer dachte nur: Gebt mir eine Kettensäge. Aber immerhin, sie war seetüchtig.

Andrew Testa. Das Rampenlicht schätzt sie nicht, elegante Boote um so mehr. Nicht nur die berühmte Endeavour gehörte Elizabeth Meyer. Über 80 Boote hat sie restauriert.Dann, an der britischen Küste, in einem ehemaligen Lager für Wasserflugzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg, das einst berühmteste Segelschiff der Welt: die 40 Meter lange „Endeavour”. „Ich stand vor ihr und sah aus wie eine Comicfigur”, sagt Meyer, „wie hypnotisiert.” Im Bauch der „Endeavour” sammelte sich Laub, sie war nicht einmal mit einer Plane bedeckt. Um sie herum gammelten noch ein paar andere Boote, sonst war hier nichts. Elizabeth Meyer lieferte ihrem Chefredakteur die versprochene Geschichte. Und kam Monate später wieder, mit einem Scheckbuch und einem Plan.

Wie viel sie bezahlt hat, verrät sie nicht, viel wird es nicht gewesen sein; die beiden Männer, denen die „Endeavour” vor ihr gehört hatte, hatten sie für je zehn Pfund gekauft.

Elizabeth Meyer lebt mit ihrem Mann und zwei Katzen in einem zweistöckigen Haus aus dem 18. Jahrhundert, unterhalb der Kirche in Newports Zentrum, umgeben von einem üppigen Garten, den sie täglich pflegt. Das Haus mit den knarzigen Stiegen und Bruce Chatwin im Regal ist von den Prachtbauten der Bellevue Avenue weit entfernt, auch von den Eitelkeiten und Gerüchten, die die Sommergäste aus Manhattan mitbringen.

Steffi Kammerer: Liebesdienste einer Lady, in: mare 75, August 2009.

Weiterlink: Elizabeth Meyers International Yacht Restoration School in Newport.

Bilder: Andrew Testa für mare: “Im Hafen von Newport steht die International Yacht Restoration School” und “Das Rampenlicht schätzt sie nicht, elegante Boote um so mehr. Nicht nur die berühmte Endeavour gehörte Elizabeth Meyer. Über 80 Boote hat sie restauriert.”

Written by Wolf

22. August 2010 at 12:17 pm

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Die Welt als Wille und Vorstellung

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Arthur Schopenhauer, * 22. Februar 1788—† 21. September 1860:
Bruder von Adele Schopenhauer, * 12. Juli 1797—† 25. August 1849.

Mit Christina Dichterliebchen kann man philosophieren

Auch der Mutter hatte Schopenhauer ein Exemplar der “Vierfachen Wurzel” überreicht. Scherzend meinte sie, das sei wohl etwas für Apotheker. “Man wird es noch lesen”, entgegnete der Sohn, “wann von deinen Schriften kaum mehr ein Exemplar in einer Rumpelkammer stecken wird.” Sie erwiderte neckisch: “Von den deinigen wird die ganze Auflage noch zu haben sein” (Gwinner², S. 117) — und sollte leider fürs erste mehr recht behalten, als sie selbst oder sonst irgend jemand nach einem so bedeutenden Anfang ahnen mochte.

Paul Deussen: Allgemeine Geschichte Der Philosophie:
Mit Besonderer Berücksichtigung der Religionen
, 1917.

Schopenhauers Nachwirkungen:

Bild: Mit Christina Dichterliebchen kann man philosophieren, 11. April 2010.

Written by Wolf

21. August 2010 at 12:01 am

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Frank de Canio: Revised Review

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Update for Magian Wine and Ich hab mich in dein rotes Haar verliebt:

Gee, my Flickrs are needed:

How strange that someone I ignore
because of her prosaic look
begins to read, the more I pore
inside her, like a darn good book.
Despite her page’s dowdy mien
that contravenes aesthetic norms,
she grows poetic in-between
the lines as irony informs
those sentences I read as prose.
But when her fancy fashions tropes
she dons a literary pose
that almost rivals Poe’s and Pope’s.
And mannerisms I deplore
develop like a metaphor.

Frank de Canio in: Stepping Stones Magazine, August 15, 2010.

Image: Red Bag featuring Katharina (forgot to ask about her book), Hofgarten München, August 1, 2010.

Written by Wolf

17. August 2010 at 6:27 am

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Rogue’s Gallery: The Art of the Siren, #41

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Song: Jarvis Cocker: A Drop of Nelson’s Blood (7:13 minutes)
from Rogue’s Gallery: Pirate Ballads, Sea Songs, and Chanteys, ANTI- 2006.

Artist’s website;
songs playlist.

Buy CD in Germany and elsewhere.

Images: Wang: the pretty creek killer, August 1, 2010.

Lyrics:

1.: A drop of Nelson’s blood wouldn’t do us any harm
A drop of Nelson’s blood wouldn’t do us any harm
A drop of Nelson’s blood wouldn’t do us any harm
And we’ll all hang on behind.

Chorus: And we’ll roll the old chariot along
Yeah, we’ll roll the golden chariots along
We’ll roll the old chariots along
And we’ll all hang on behind.

2.: A plate of Irish stew wouldn’t do us any harm
And we’ll all hang on behind.

3.: A night with some girls wouldn’t do us any harm
And we’ll all hang on behind.

Keep rolling (repeat until crescendo).

Explanatory liner notes by ANTI-:

Sometimes called Roll the Old Chariot, this chantey was originally based on a Salvation Army revival song. Nelson’s blood is British sailors’ slang for rum. Lord Nelson’s body was placed in a cask of rum (or brandy by some accounts) to preserve it for burial after he was killed at the Battle of Trafalgar. According to tradition, when the cask was opened, Nelson was there but the alcohol was gone.

Written by Wolf

16. August 2010 at 12:01 am

Posted in Siren Sounds

München am Meer XV: Fast jeder will kommen

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Update zu Sprache hat dich nur betrogen:

Kunstverein München, Hofgarten-Arkaden Galeriestraße. Almost Everyone Welcome

As good luck would have it, they had had a whale alongside a day or two previous, and the great tackles were still aloft, and the massive curved blubber-hook, now clean and dry, was still attached to the end. This was quickly lowered to Ahab, who at once comprehending it all, slid his solitary thigh into the curve of the hook (it was like sitting in the fluke of an anchor, or the crotch of an apple tree), and then giving the word, held himself fast, and at the same time also helped to hoist his own weight, by pulling hand-over-hand upon one of the running parts of the tackle. Soon he was carefully swung inside the high bulwarks, and gently landed upon the capstan head. With his ivory arm frankly thrust forth in welcome, the other captain advanced, and Ahab, putting out his ivory leg, and crossing the ivory arm (like two sword-fish blades) cried out in his walrus way, “Aye, aye, hearty! let us shake bones together!—an arm and a leg!—an arm that never can shrink, d’ye see; and a leg that never can run. Where did’st thou see the White Whale?—how long ago?”

Chapter 100: Leg and Arm.

Bild: Kunstverein München, Hintereingang in den Hofgarten-Arkaden, Galeriestraße; groß.

Written by Wolf

13. August 2010 at 12:01 am

Posted in Fiddler's Green

Designer retten schützen gewinnen

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Designerdock vermittelt Werbefuzzis an Auftraggeber und umgekehrt und stiftet den Designerdock-Award: Sie denken sich eine Kampagne aus und kriegen vielleicht 2.000 Euro dafür. Der Unterschied zu den meisten anderen Werbeaufträgen ist: 1. der gute Zweck; 2. die Aussicht auf Bezahlung.

Shark fin in a Chinese restaurantAward-Thema in Zusammenarbeit mit Sharkproject International e.V.: wahlweise

Zur Erinnerung: Finning ist, wenn man den Haien die marktfähigen Flossen abschneidet und die Teile mit Low Performance unbürokratisch in ihren natürlichen Lebensraum reintegriert. Der Unterschied zu sonstigen Werbeaufträgen ist: 1. ein mangelndes soziales Netz für Haie; 2. die anziehenden Haifischflossensuppenpreise.

Anmeldung mit .pdf-Formular noch bis 13. August 2010! Die Arbeiten müssen bis 1. Oktober 2010 eingereicht werden.

Beide Themen haben gleiche Siegerchancen auf den DESIGNERDOCK-Award. Die ausgelobten Preisgelder i.H. von 2.000 Euro, sowie die Anzeigenschaltung beim exklusiven Medienpartner mare winken als Preis.

Sharkproject bietet dem Preisträger zusätzlich die Chance, die internationale Kampagne für 2011 gegen das Finning zu gestalten und sie gemeinsam mit der Organisation in alle Werbemittel umzusetzen. Auf der Messe Boot im nächsten Jahr werden die besten Arbeiten der Shortlist ausgestellt und Sharkproject wird vor Ort einen Publikumspreis verleihen. Diese Kampagne wird der Beginn einer Wanderausstellung sein, die in Costa Rica startet. Darüber hinaus wird Sharkproject die Finningkampagne für verschiedene Awards und Preise einreichen.

Aus der Ausschreibung bei Designerdock, 14. Juli 2010.

Zur Einstimmung 44 Minuten Film von Hannes Jaenicke beim ZDF: Im Einsatz für HAIE.

Bild: Sun Tung Lok.

(Das als Update zu Sushiideen zu verkaufen wäre an dieser Stelle zynisch.)

Written by Wolf

8. August 2010 at 5:25 pm

Posted in Meeresgrund