Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Archive for the ‘Fiddler's Green’ Category

München am Meer XXIII: Photographing the Herman Melville Section

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Update for Der größte Buchladen Deutschlands (für Amanda):

o new zealand, new zealand, wonderful country of magic-green-rain-rolling-hills….today i woke up and walked randomly through the city of auckland…we play the powerstation tonight. after browsing in a fantastic bookstore called Unity (i always take a secret perverse pleasure in photographing the neil gaiman section and emailing it to neil. i’m like a international publishing spy) i passed a little juice bar, thought twice, backtracked, and walked in.

Amanda Palmer, the Neil Gaiman section in Unity Bookstore, Auckland, New Zealand

Amanda Palmer: tit-free newspapers, masturbating in hotels,
meeting richard o’brien + gifting paul kelly
, January 26, 2012.

The Herman Melville section in Hugendubel Marienplatz, München,
as stocked on Saturday, June 9, 2012:

Hugendubel Marienplatz, München, Abteilung Klassiker, Herman-Melville-Ecke

Full panorama view (the Herman Melville section is on the left side, in the height of young, lovely, and bespectacled Miss Amanda’s skirt):

Hugendubel Marienplatz, München, Abteilung Klassiker Hugendubel Marienplatz, München, Abteilung Klassiker

Written by Wolf

13. June 2012 at 12:01 am

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München am Meer XXII: Clamabunt ad me, et ego exaudiam

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Update zu Die schönste Kirche der Welt,
New Bedford bei Kaufbeuren,
Belly of a Whale und
Jesaja 9,1—6 (Von Jesse kam die Art):

I have read ye by what murky light may be mine the lesson that Jonah teaches to all sinners; and therefore to ye, and still more to me, for I am a greater sinner than ye. And now how gladly would I come down from this mast-head and sit on the hatches there where you sit, and listen as you listen, while some one of you reads me that other and more awful lesson which Jonah teaches to me as a pilot of the living God.

Chapter IX: The Sermon.

Giovanna Del Bufalo, sirenetta contemporanea, 11. August 2007

Et Propheta: Si laeseritis, inquit, pupillos et viduas, clamabunt ad me, et ego exaudiam, et indignabitur furor meus, percutietque vos gladio, et erunt vxores vestrae viduae, et filij vestri orphani.

Conrad Heresbach: De Educandis Erudiendisque Principum Liberis, De Tutelis. Caput XIIII.,
Frankfurt am Main, 1592, via Camena Projekt.

Conrad Heresbach, De Educandis Erudiendisque Principum Liberis, De Tutelis. Caput XIIII., Frankfurt am Main, 1592

Imagines: Clamant ad illam et ea exaudiat: Giovanna Del Bufalo: sirenetta contemporanea, 11. August 2007;
Conrad Heresbach: De Educandis Erudiendisque Principum Liberis in Camena Projekt.

Auf ein Spruchband in Münchens hinreißendstem Schmuckschatüllchen, der Asamkirche in der Sendlinger Straße.

Written by Wolf

26. May 2012 at 12:01 am

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München am Meer XXI: Meistens ist das Zeug nach ein paar Stunden wieder weg

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Update zu Cats in the Cradle and the Silver Spoon, Little Boy Blue and the Aufmerksamkeitsspanne:

Die Rausfrauen -- normalerweise nachts unterwegs, um München mit buntem Strickwerk auszustatten -- weihen noch unentdeckte Wollfetischisten in die Kunst des Häkelns ein. Für Männer (und Frauen) jeden Alters und Aussehens. Bitte ohne Vorkenntnisse. Wolle und Nadeln bringen wir, Hände bringt ihr. Keine Anmeldung. Freiwillige Spenden.Sissi und Hermine, beide Mitte 20 und studierend, die gar nicht so heißen und auch sonst unerkannt bleiben wollen, machen Kunst in ihrer reinsten Form: Sie haben perfektioniert, was jungen Frauen am tunlichsten zukömmt, und stricken und häkeln, zeigen es vor und erwarten nicht Dank noch Bezahlung. Zusammen heißen sie sich in urbaner Hipster-Ironie die Rausfrauen. Die einen nennen es Vandalismus, die anderen Urban Art, die dritten eine Form von Street Art, wieder welche Guerilla Knitting. Egal, so sind sie beschäftigt.

Man kann es auch so sehen, dass zwei emanzipierte Frauen, was immer das heutigentags bedeuten darf, sich den männlich definierten öffentlichen Raum mit weiblichen Mitteln erobern. Weil sich die zwei Mädels auch nicht zerreißen können, beschränkt sich ihr Wirken auf wenige, wenngleich prominente öffentliche Plätze im Münchner Stadtgebiet, in Postleitzahalen mit 80- und touristisch gut erschlossen. Wenn man mal in einer U-Bahn mitfährt, die an einem Vierer ein Paar luftig gehäkelte Gardinchen hängen hat, darf man sich schon glücklich preisen. Emanzipiert, feministisch, elfenhaft — nach ein paar Stunden ist das Zeug ohnehin von selber verschwunden.

Das ist so mittellegal, wahrscheinlich kämen sie mit einer Verwarnung wegen Ordnungswidrigkeit davon, also ungefähr sowas wie Falschparken ohne Behinderung oder sein Kaugummipapierchen nicht mehr aufheben. Existiert eigentlich ein Straftatbestand der Anstiftung zu Ordnungswidrigkeiten minderen Ausmaßes?

Ja? Echt? So ein Quatsch, aber wenn’s schön macht: Dann kriegen wir “Sissi” und “Hermine” jetzt dran: MIttwoch, 21. März 2012, im Neuen Kubitschek, Gollierstraße 14 ab 20 Uhr!

Die Rausfrauen, Nixe am OberangerAm Münchner Oberanger, Ecke Singlspielerstraße, waren sie im Sommer 2011: Da ist ein Brunnen, der gern als Nixe apostrohiert wird, auch wenn er bei München und seine Springbrunnen (warm empfohlener Link!) sowie im München-Wiki nur als “Mädchen auf einer Schildkröte” durchgeht. Mein Poseidon, wie feenfeindlich muss man denn werden? Also jedenfalls haben sie dem Bronzemädchen da einen Bikini gehäkelt, fotografiert, und später war er wieder weg. Mehr ist da nicht:

Das figurschmeichelnde Modell aus luftigen Maschen ist in einem satten Pink gehalten, der den Bronzeteint besonders gut zur Geltung kommen lässt. Ein Muss für den Sommer in der Stadt!

Und unten noch ein aktuelles Foto, um die offizielle Street Art der Münchener Stadtverwaltung zu dokumentieren, die das Mädchen, sei es eine Nixe oder irgendein Fratz, das eine Schildkröte belästigt, sehr viel besser bedeckt als der Häkelbikini der Rausfrauen.

Wir sehen uns am Mittwoch? Bikinis häkeln geht leicht, weil man da nur vier Dreiecke zusammenknoten muss, so viel weiß ich noch:

Die Rausfrauen — normalerweise nachts unterwegs, um München mit buntem Strickwerk auszustatten — weihen noch unentdeckte Wollfetischisten in die Kunst des Häkelns ein. Für Männer (und Frauen) jeden Alters und Aussehens. Bitte ohne Vorkenntnisse. Wolle und Nadeln bringen wir, Hände bringt ihr. Keine Anmeldung. Freiwillige Spenden.

Mädchen mit der Schildkröte, März 2012

Bilder: Die Rausfrauen, 22. Juni 2011; meins, 17. März 2012.

Written by Wolf

20. March 2012 at 12:01 am

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München am Meer XX: Zehntausend Walspeckjäger, € 24,–

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Update zu Call me Ödipus (Vorübergehender Wahnsinn in ungewöhnlich jammervoller Stunde)
und Die sichtbare Welt, Das ist Aller vornemsten Welt-Dinge und Lebens-Verrichtungen Vorbildung und Benahmung:

Version Lord Byron: Childe Harold’s Pilgrimage, 1812–1818, Canto the Fourth, stanza CLXXIX.:

     Roll on, thou deep and dark blue Ocean — roll!
     Ten thousand fleets sweep over thee in vain;
     Man marks the earth with ruin — his control
     Stops with the shore; upon the watery plain
     The wrecks are all thy deed, nor doth remain
      A shadow of man’s ravage, save his own,
     When, for a moment, like a drop of rain,
     He sinks into thy depths with bubbling groan,
Without a grave, unknell’d, uncoffin’d, and unknown.

Version Adolf Böttger, Leipzig 1854:

     Roll’ an tiefblauer Ocean, roll’ an!
     Es fegen spurlos dich zehntausend Flotten,
     Der Mensch zerstört das Land, soweit er kann,
     Doch auf der Flut ist dein Werk: auszurotten!
     Und vor dem Greul der Menschen, dieser Motten,
     Bleibt keine Spur, — ihr Schatten höchstens blos
     Wenn stöhnend er zu deinen tiefen Grotten,
     Ein Regentropfen, sinkt in deinen Schoos,
Vergessen — ohne Klang — sarglos und grabeslos.

Version Herman Melville: Moby-Dick Chapter 35: The Mast-Head:

Roll on, thou deep and dark blue ocean, roll!
Ten thousand blubber-hunters sweep over thee in vain.

Version Friedhelm Rathjen: Moby-Dick Kapitel XXXV: Der Masttopp:

Roll zu, tief dunkelblauer Ozean, zu!
Zehntausend Walspeckjäger streifen hier umsonst.

Version Deutsches Museum Shop, München 2009 ff., Vitrine hinten rechts:

Deutsches Museum Shop

Written by Wolf

22. January 2012 at 12:01 am

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München am Meer XIX: Plenty of Fischsemmeln

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Update zu Von Lindau bis zum Fehmarnsund kennt man mich als Schäferhund:

Es ergeht eine vorläufige Entwarnung: Seit Dienstag ist München wieder betretbar, das Oktoberfest rum. Die schlimmsten Glasscherbennester, Kotz- und Blutlachen sind bereinigt, die ersten Prozesse wegen Drogenmissbräuchen und eines bunten Straußes von Gewalt- und Eigentumsdelikten laufen. Die Stadt München erhält eine Schonfrist bis 25. November, da geht dann der Christkindlmarkt los.

Fischsemmeln

Blow, boys, blow, for Californi-o.
There’s plenty of grass to wipe your ass
on the banks of the Sacramento.

Hanseaten-Imbiss

Mich erheitert ja immer die vernakuläre Version des Hamborger Veermaster, die als Grund zum Auswandern angibt, in diesem Kalifornien, da gebe es endlich mal genug Gras, um sich den Hintern zu wischen.

Jaja, ich kann auch ohne fünfzehn überdimensionierte Bierzelte albern sein.

Hörbeispiel: Dr. Hulton “Ranzo” Clint: vergleichende Versionen Sacramento;
die richtige Version: Salty Dick.

Written by Wolf

7. October 2011 at 12:01 am

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München am Buchstabenmeer XVIII: This mere painstaking burrower and grubworm of a poor devil of a Sub-Sub

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Update zu Orson Whales:

Moby-Dick Volltext auf 1 Seite

Weißt du, was das ist? Das ist der Moby-Dick, auf einer Seite. Volltext. Leicht geschummelt, weil der ganze Front Matter mit Etymology und Extracts fehlt, aber ab “Call me Ishmael” vollständig. Die Bleiwüste ist ein Buchstabenmeer.

Der Text eines Buches mit sechs- oder achthundert Seiten passt auf eine einzige Seite, und zwar, o der Platzverschwendung, in einer Schrift mit Serifen. 100 Zentimeter hoch, 140 Zentimeter breit, in zwölf Spalten: Abzüglich der aus dem Text ausgesparten Fluke unten im Bild ist Moby-Dick ein rund 23 Meter langes Buch.

Und wir auf der P.E.Q.U.O.D. haben unser letztes Kapitel vor etwa dreizehn Monaten abgeschlossen und seitdem zwei, wenn nicht drei Leute verloren. Einen “Mann”, auf dessen erste Herzensergießungen ich mich seit vor Weihnachten freue, haben wir dazugewonnen. Die Wölfin hat mich entsetzt gefragt, was wir denn die letzten fünf Jahre getrieben haben, ohne auch nur ein lausiges Drittel zu bewältigen. Das Bild, das mich über solche Rechnungen hinwegtrösten soll, indem es sie anschaulich und greifbar macht, hat mich allerhand gekostet. Der Ausdruck war noch umsonst zu Weihnachten geschenkt; die Geschichte, wie ich das Ding endlich an die Wand gekriegt hab, glaubt mir kein Mensch. Sagen wir einfach: Es sind darüber drei Monate, der größte Teil eines Monatsgehalts und ein Monat Gesundheit draufgegangen, und wenn die Farce, die ich mühevoll aus meiner Ehe gemacht hab, noch nicht vor der Hochzeit in Scherben gegangen wäre, dann wäre sie es jetzt. Das Bild ist aber wirklich klasse. Und das heißt: Wer das blendfrei entspiegelte Glas antatschen, ja auch nur respektlos an persönlich nicht näher bekannte Wechselrahmen denken will, ohne sich vorher die Finger zu waschen, kann sich ab sofort aber sowas von mit mir anlegen.

Zur Orientierung: Das Post-it auf dem Bild klebt am Anfang von Kapitel 41, wo es in sehr kurzer Zeit weitergehen soll; das liegt einen guten Dreiviertelmeter vor dem ersten Drittel.

Solche Vermessungen des Walgerippes werden uns jetzt öfter beschäftigen. Immerhin hab ich jetzt einen Grund, freundliche Frauen in meine Wohnung zu lotsen: unter dem fadenscheinigen Vorwand, sie müssten sich mal kurz dabei photographieren lassen, wie sie mit dem Finger auf eine Stelle in einem Buch deuten (Erdgeschosswohnung).

Dann noch der Filmteil:

Moby-Dick in Schnelldurchläufen: Snowbunny; SockPuppetTroll; Alex Itin.

~~~\~~~~~~~/~~~

Soundtrack: Blitzen Trapper: Furr, aus: Furr, 2008. Vollbild und laut — auch wegen Jade Harris:

This fall I made a music video for the Portland, OR band Blitzen Trapper. The video consists of a little over 3000 photos and took about two months to create. No animation programs were used. The entire video is made out of compiled paper.

Written by Wolf

22. March 2011 at 12:01 am

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München am Meer XVII: See what a real corner of the world it occupies; how it stands there, away off shore, more lonely than the Eddystone Lighthouse.

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Update zu What I Heard about the Apple Barrel und Childhood Winter’s End:

Eddystone Lighthouse in Kapitel XIV: Nantucket.

Hinterhof Glockenbachviertel, Januar 2010.

Written by Wolf

1. February 2011 at 12:01 am

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