Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Archive for June 2010

Der nie auf Dichterliebchen hört

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Update zu Christina Dichterliebchen wird erfunden:

Ich bin der Dichter, der euch anfleht und beschwört.
Ihr seid das Volk, das nie auf seine Dichter hört.

Erich Kästner, 30. Juni 1945.

Dass Christina Dichterliebchen immer alles zweimal sagen muss.

Dobrofreies Bild: Druckbleistift 0,5 HB, Rötel.

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Ach ja: Skurrile Tageswidmungen: Der letzte Mittwoch im Juni ist traditionell Tag des Fußes. Ohne Schmarrn.

Written by Wolf

30. June 2010 at 7:03 am

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Rogue’s Gallery: The Art of the Siren, #39

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Song: Sting: Shallow Brown (2:31 minutes)
from Rogue’s Gallery: Pirate Ballads, Sea Songs, and Chanteys, ANTI- 2006.

Artist’s website;
songs playlist.

Buy CD in Germany and elsewhere.

Image: Erin Audry: Somewhere, March 24, 2010.

Lyrics:

1.: Fare thee well, me Juliana,
(Shallow, oh Shallow Brown).
Fare thee well, me Juliana,
(Shallow, oh Shallow Brown).

2.: And it’s shallow in the morning,
just as the day was dawning.

3.: Yes our packet leaves tomorrow,
and it fills my heart with sorrow.

4.: Oh me wife and baby grieve me,
it just breaks me heart to leave ye.

5. = 1.

The song in Wikipedia.

Explanatory liner notes by ANTI-:

The word shallow here is probably derived from challo, a West Indian word meaning half-caste. This beautiful sentimental song was first used for the pumps and later as a halyard chantey.

Written by Wolf

28. June 2010 at 12:01 am

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Whalewatch: The whales will die off when we say they’ll die off

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Update for … doch das Meer braucht uns nicht:

Whaling still seems big business. There is more fuss about its legalization than smoking. The difference is: the aggrieved parties die real-time. Even some European countries will still have whaling quotae discussed. For Japan, it is a matter of national identity (but they buy schoolgirl underwear to sniff on), little islands in the status of a country with voting power get their votes paid with industrial facilities (whale porcessing?) — you heard enough Jewish jokes. International Whaling Commission’s 62nd Annual Meeting in Agadir, Morocco, 2010 is trying to legalize commercial whale hunting. Governments send retired secretaries, business people (guess what businesses) in holidays, and promising private citizens. The meeting is over, the petition still can be signed. You are readers of literature weblogs, gifted with thinking and feeling, so sign it and spread the word.

The links again:

  • International Whaling Commission: Details for The International Whaling Commission’s 62nd Annual Meeting in Agadir, Morocco, 2010, Press Release June 24/25, 2010: The Commission completed its discussions on the Future of the IWC without reaching a consensus resolution of its main differences. However, it noted that the intense work over the last two years had led to increased understanding of the different views held and an improved atmosphere of trust. It agreed to a pause in its work on this topic to allow time for reflection until the 2011 Annual Meeting;
  • Schlüsselrolle für die EU: Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) steht bevor, 14. Juni 2010: Vom 21. bis zum 25. Juni trifft sich die Internationale Walfangkommission (IWC) zu ihrer Jahrestagung in Agadir, Marokko. Im Zentrum des Interesses stehen zwei Themen, ein umfassendes und ein spezielles: Generell steht die Zukunft des Walfangmoratoriums von 1986 auf dem Spiel, das durch einen Kompromiss zwischen Walschutz- und Walfang-Bestrebungen ausgehebelt zu werden droht. Ein spezielles Thema ist der Antrag Dänemarks, die Jagd auf Buckelwale in Grönland zu erlauben. Sie soll im Rahmen des Eingeborenen-Subsistenzwalfangs stattfinden, der nicht dem Moratorium unterliegt.
  • Avaaz: WHALES: FINAL PUSH TO STOP THE HUNT, countdown running: Right now, the International Whaling Commission is meeting in Agadir, Morocco to vote on a proposal that would legalize commercial whale hunting for the first time since 1986. Sign petition.

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And: The Onion: Suffering Blue Whales Plead With Environmentalists To Let Them Go Extinct Already,
June 19, 2010:

Written by Wolf

26. June 2010 at 9:26 am

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If Only

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Weißt’, was ich manchmal denke? Es müsste immer Musik da sein. Bei allem, was du machst. Und wenn’s so richtig scheiße is, dann is wenigstens noch die Musik da. Und an der Stelle, wo’s am allerschönsten is, müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.

Floyd, 1998.

Frank Giering ist gestorben. Der aus Absolute Giganten, mit 38.

Julia Hummer lebt noch:

Written by Wolf

25. June 2010 at 9:01 am

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Es lebt der Mensch ein Streben lang

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Update — kein Überschreiben mehr möglich — zum Junigewinnspiel:

Das war ein hartes Rennen! Zu vervollständigen war der Satz

Es strebt der Mensch ein Leben lang

Aufs Finale zu zeichnete sich ab, dass der Atem der Athleten immer länger, jedoch nie langatmig wird. Die Vorlage, die sich aus dem Stand spülend in die dunstigsten Sphären der Küchenphilosophie erhob, lieferte der Dichtungsring:

Es strebt der Mensch ein Leben lang
und im nächsten fängt er von vorne an.

Noch kürzer glaubte sich Gingi mit einer Lösung fassen zu können, deren besondere Grandezza in ihrer spartanischen Sportlichkeit liegt. Genau 1 (Betrag in Worten wiederholen: einen) Buchstaben fügte Gingi hinzu, mit dem er dem Satz neuen Sinn verlieh. Selbst mit zwei leichten Korrekturen in der Orthographie bleibt da kein Zeichen zuviel und keins zuwenig — was der Definiton von wahrer und großer Kunst sehr nahe kommt:

Es strebt der Mensch, ein Leben langt.

Keine leichten Gegner! Der Lokalmatador smashill, kaum dass er das Ziel erkannte, feuerte umgehend aus allen Rohren:

Es strebt der Mensch ein Leben lang, deshalb gibt’s heut zu wenig Wein, Weib und Gesang.

Es strebt der Mensch ein Leben lang, in der Schule haben Streber noch aufs Maul gekriegt, heute schauen Sie auf die Harz-IV-Empfänger runter und haben immer noch Angst, alleine durch dunkle Straßen zu gehen.

Es strebt der Mensch ein Leben lang, drum wär ich gern ein Delphin oder Wal, würde das Meer nicht so versaut sein.

Es strebt der Mensch ein Leben lang, morgens mit seiner Hose aus dem Haus zu gehen.

Wie nie anders zu erwarten, stürmte Elke aus dem Hinterhalt, um keinen Stein auf dem anderen zu lassen. Vor ihrer Ergänzung eines Satzes schweigt jeder Kommentar. Wer das zu Ende gelesen hat, sollte gar nicht erst dem Impuls zu widerstehen suchen, still sein Kreuzlein zu schlagen.

Ewiglange (Un)Ode an das ewige Streben und so

Elke HegewaldEs strebt der Mensch ein Leben lang
im Tun und auch im Meiden
Nach Hab und Gut, Wein, Weib, Gesang,
nach Freuden – oder Leiden,

nach Sinn, nach Ehre, Lohn und Brot,
nach Gipfelsturm, nach Ruhe.
Und kriegt er keine Flügel nicht,
will er bequeme Schuhe.

Der strebt nach Macht, nach Volk und Raum,
will siegen oder erben,
der nach Willkomm, nach Abschied kaum —
in dem wohnt stets ein Sterben.

Strebt auf, strebt ab, nach Höh’rem gar,
verbissen und versponnen,
und sieht sich oft doch wieder da,
wo alles hat begonnen,

strebt von der Wiege bis zum Tod
geklagt sei’s und gepfiffen –,
in seinem Lebenssegelboot
die Klippen zu umschiffen,

auf die es ihn tagein, tagaus
in Sturm und auch bei Flaute,
bei Wellengang und stiller See
hintrieb: wo Finstres graute,

wo Morgenrot ihn mal ergriff,
als neue Ufer harrten;
wo ‘s Steuer brach, das ganze Schiff,
als ihn Sirenen narrten

vielleicht auch der Klabautermann —
mit Sang und mit Verlocken.
Mal kam er, mal kam er nicht an,
tat Lieb’ und Seel’ verzocken.

Sieht Inseln blühen oder Wahn,
Weiß nie, was kommt am Ende.
Er strebt und rackert, dass sein Kahn
auch mal ‘nen Hafen fände.

Der hier will alles, der da grient,
nimmt’s leicht, was kommt, mit Spaß.
Kriegt einer je, was er verdient? –
Der sag’: wie geht denn das?

Der alte Mann am Fische zieht
im Meer, das ihm verwandt.
Der Dichter träumt, dass einst ein Lied
man singt – von seiner Hand.

Ich streb und taste mit dem Zeh,
Dem großen und dem kleinen,
dass ich nicht fall und aufrecht geh
auf Wiesen, Strand und Steinen,

aus Strandgut Hühnergötter klaub
oder ‘nen Engel fänge…
was Glück bringt, wenn ich nur dran glaub,
in angemessner Menge.

Es irrt der Mensch, solang er strebt –
und andersrum stimmt’s auch,
wer ohne Fehl ist, werf’ den Stein —
die Sehnsucht wohnt im Bauch.

Du liebst, strebst, träumst, traumtanzt – und fällst.
Ja mei, auch das kommt vor.
Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt,
der ist ein armer Tor.

So geht’s uns allen, gell, mein Freund?
Da hilft auch kein Gezeter.
Der Trick ist: wieder aufzustehn —
lang hinschla’n, das kann jeder.

***

Was sind wir doch ein seltsam Tier,
das großtut: “Streber samma!” —
Zuviel gestrebt, das wissen wir,
bringt Stress und Katzenjammer.

Mensch, alter Streber, halt mal ein!
Musst du denn stets durchs Leben rasen?
Sooo schlimm kann es doch wohl nicht sein:
sich einfach auch mal treiben lassen…
die Beine baumeln… Wolken zählen…
die Sommersprossen auf der Nasen…
die Lieblingshandynummer wählen…
auf der Mundharmonika blasen,
Zu zweit allein das eine tun;
in Platten stöbern – oder Truhn.
Zu Haus in sich sein dann und wann,
bevor der Tanz hebt wieder an:

Es strebt der Mensch sein Leben lang,
ob er gesund ist oder krank.
So soll’s wohl sein. Die Zeit verrinnt,
drum, Steuermann: Bleib hart am Wind!
Zurück ans Ruder in dein Boot –
weil wenn du aufhörst, bist du tot.

Die Adresse von Elke ist bekannt, die von smashill war es kurzzeitig, stand aber auf einem inzwischen ausgemisteten Zettel, was niemand persönlich nehmen muss. Schreibst du sie mir bitte nochmal? Dichtungsring und Gingi sind neu im Olymp und müssen ihre Adressen erst verraten. Gewonnen haben alle, jeder kriegt was Feines, das Porto Büchersendung geht aufs Haus.

Soll ich noch meine Lieblingslösung aus meiner Schulzeit sagen? Geliefert hat sie mein nachmaliger Deutsch-LK-Lehrer, dem wir wünschen wollen, dass er hinter seinem einsteinesken Schnauzbart eine angemessene Pension verknuspert:

Es strebt der Mensch einen Leben lang
nach Bockwurst, Bier und Zitherklang.

Hach… gerade weil er sich den dritten Schritt zur deutschlehrerhaften Alliteration und vor allem “Klampfenklang” verkniffen hat…

Herr OStR C. Ruppert (nein, nicht der H. “Musik”-Ruppert. Und sind Sie jetzt eigentlich noch StD geworden?) kriegt leider nix, obwohl er jede gut eingelesene Schwarte verdient hat — aber wenn er mir auf ein paar Tage die 1988er Abizeitung zum Abkopieren leihen könnte (das war die mit meinem “Werther’s Echte”-Comic drin, die ich zu vage erinnerten sieben Achteln im Alleingang mit der Nadja gemacht hab, oder ham die andern dreieinhalb was anderes gemacht als zwei Druckereien angefragt? Und nein, das Sekretariat hat sie nicht mehr), wär ich ihm auch nicht bös.

Danke an alle!

Written by Wolf

21. June 2010 at 9:56 pm

Posted in Kommandobrücke

Blubber, blubber (50 miles off the Louisiana coast, its themes of hubris, destructiveness and relentless pursuit are as telling as ever)

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Update for Jürgen’s Livestream vom Meeresgrund:

Bettmann/CorbisIt’s irresistible to make the analogy between the relentless hunt for whale oil in Melville’s day and for petroleum in ours. [Melville’s story] is certainly, among many other things, a cautionary tale about the terrible cost of exploiting nature for human wants. It’s a story about self-destruction visited upon the destroyer — and the apocalyptic vision at the end seems eerily pertinent to today.

Andrew Delbanco: Melville: His World and Work.

We want our comforts but we don’t want to know too much about where they come from or what makes them possible. The oil spill in the gulf is a horror, but how many Americans are ready to pay more for oil or for making the public investment required to develop alternative energy? I suspect it’s a question that Melville would be asking of us now.

Andrew Delbanco for Randy Kennedy:
The Ahab Parallax: Moby Dick and the Spill,
New York Times, June 11, 2010.

Mr. Delbanco cautions, however, against the tendency to read environmentalist moralizing into “Moby-Dick,” as often happens when it is applied to contemporary disasters. Melville did, memorably, wonder whether the whale “must not at last be exterminated from the waters, and the last whale, like the last man, smoke his last pipe.” But one gets the sense that he would have considered the loss a greater one to literature than to the ecosystem. “Even as he recoiled from their blindness and brutality,” Mr. Delbanco said, “Melville celebrated the heroism of the hunters who would stop at nothing to get what human civilization demanded.”

Randy Kennedy, l.c., page 2.

From The Whale via New York Times

Images: Randy Kennedy: The Ahab Parallax: Moby Dick and the Spill;
Nathaniel Philbrick: What Lies Beneath, New York Times, March 25, 2010.

Living and dying with Herman Melville.

Written by Wolf

14. June 2010 at 12:01 am

Posted in Meeresgrund

Einige schlechte Eigenschaften Christina Dichterliebchens:

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Update zu Gone Stag und Nichtschwimmerlied:

Christina Dichterliebchen verträgt vier Bier (und die Wirkungstrinker haben’s allgemein nicht so mit Zahlen).

Christina Dichterliebchen verträgt vier Bier

Christina Dichterliebchen raucht! Im Bett!

Christina Dichterliebchen raucht im Bett und liegt gern oben

Christina Dichterliebchen ist eifersüchtig.

Christina Dichterliebchen ist eifersüchtig. -- Hast wieder mit deiner Frau geschlafen?

Aber alles was recht ist: Sie nimmt am Juni-Gewinnspiel teil!

Groß auf Flickr: Bild 1; 2; 3.

Soundtrack: Tom Waits: Lucinda from Orphans: Brawlers, Bawlers & Bastards, 2006
on Felix The Cat and The Goose That Laid The Golden Eggs, 1936.

Written by Wolf

13. June 2010 at 12:01 am

Posted in Galionsfigur