Moby-Dick™

Leben mit Herman Melville

Archive for April 2008

Perissodactyla

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Update zu I’m fucking Ibiza:

Verpasste Gedenktage: Am 27. April war Welt-Tapir-Tag (wieder mal danke an Cohu für Aufmerksamkeit)!

Als Ersatzgewinnspiel, weil letzthin niemand gewonnen hat, werfe ich deshalb die Frage in die mehrhundertfache Runde meiner Leser: Welche Insel ist das, als deren Freundin und Unterstützerin sich die freundliche junge Dame auf dem Bild da unten darstellt? Denn so wie mir sticht Ihnen natürlich ebenfalls als erstes die historische Landkarte ins Auge, die sie an ihre stilvolle Wohnzimmerwand genagelt hat. Nantucket, so viel darf ich verraten, ist es jedenfalls nicht, sieht nur ein bisschen so aus.

Wer weiß, was es doch ist, und es mir glaubhaft klar machen kann, gewinnt ein schickes Okapiposter.

Suicide Girls

Edit: Cohu hat mit der ihr eigenen Kompetenz und Geschwindigkeit herausgefunden, dass die vielleicht doch etwas ranzig dreinschauende junge Dame vor (und vielleicht auch auf) Bermuda steht. Das Okapiposter kann auf Youtube abgeholt werden. Glückwunsch!

Bild: Suicide Girls, eine der wenigen relevanten Erotikseiten in dieser weltumspannenden Jugendorganisation, die wir Internet nennen.
Lied: Funny van Dannen: Okapiposter, aus: Authentic Trip, 2005, live in der Münchner Registratur, 15. September 2005.

Written by Wolf

29. April 2008 at 4:16 am

Posted in Wolfs Koje

Wie schmerzlich Buchhändler ächzen und Leser heulen können, wie gewalttätig der Vertrieb durch die Übersetzungen fegen und wie beängstigend schwarz die Kinder umnächtigt werden können

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Update zu Dass man immer so deutlich werden muss:

Die Welt sagt:

Große Literatur nicht nur für Flauten

Wale, Wellen, Weltliteratur

Wortgewaltig ist Herman Melvilles Klassiker “Moby Dick”. Der einsame Kampf des Kapitän Ahab gegen das Böse in Gestalt des weißen Wals auf dem Walfänger “Pequod” ist Urstoff der Weltliteratur und Sinnbild für den Kampf des Menschen gegen sich selbst. Erst auf See findet man die Zeit, sich an Melvilles eigentümlichen Stil zu gewöhnen. Und taucht auch kein Wal auf, so wird bei der Lektüre trotzdem deutlich, wie schmerzlich Planken ächzen und Winde heulen können, wie gewalttätig Wellen übers Deck waschen und wie beängstigend schwarz eine Nacht unter Segeln auf See sein kann.

“Moby Dick”, Hermann Melville, 282 Seiten, 7,50 Euro,
Dressler Verlag, ISBN 978-3791535883

Sandra Valeska-Bruhns in: Die Welt, 13. April 2008.

Jürgen sagt:

Jürgen Jessebird SchmitteEs ist löblich, den “Moby-Dick” zu empfehlen, es ist ein großartiges Buch. Wenn man aber als Literaturempfehlung eine Kinderbuchausgabe angibt, ist das alles andere als löblich. Die Dressler-Ausgabe ist gut und schön, aber massiv gekürzt, und vermittelt nichts mehr von “Melvilles eigentümlichem Stil”. Wenn’s klein sein soll, dann vielleicht die Übersetzung von Matthias Jendis (als Taschenbuch bei BTB), sonst am besten die von Friedhelm Rathjen (gebunden bei Mare). Mehr unter: https://ismaels.wordpress.com/bucherliste.

Leserbrief von Jürgen “Jessebird” Schmitte an Obige, 27. April 2008.

Und da hat er doch auch Recht.

Written by Wolf

28. April 2008 at 12:01 am

Huhu, Don Alphonso!

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Update zu Besser als Sex:

Das wäre doch was für unsereinen, gell? Der originale Laptop, in den Herman Melville seine frühen Sottisen gegen die Literaturverächter des viktorianischen Zeitalters (verschollen) gehämmert hat, und um den sich im Pfarrhaus zu Haworth die Brontë-Schwestern gebalgt haben (Charlotte war die Große, darum war Jane Eyre ein paar Wochen früher fertig als Emilys Wuthering Heights und Annes Agnes Grey).

Der Manufaktor heißt Richard Nagy, die Marotte heißt Steampunk, und der Laptop muss wie eine Spieluhr aufgezogen werden und hat wie eine Geige F-Löcher als Lautsprecher. Jedes Stück ein Unikat.

Mein Geburtstag ist bekannt?

Datamancer's Steampunk Victorian Laptop, Open

Bild: Datamancer’s Steampunk Victorian Laptop, Prestidigital Datamancery & Paraphernalic Technofetishism — now with 20% more superfluous pleonasm!


Film: Wall Street Journal Online.

Mit nostalgischen Empfehlungen an den ganz und gar nicht stillen Don.

Das Hörbuch als Video 3 (4 & 5)

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Update zu Das Hörbuch als Video 2:

Das vierte (12:31 Minuten) und fünfte (6:05 Minuten) Kapitel sind fertig.

Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007.
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
Copyright Bilder von Rockwell Kent: R.R. Donnelley and Sons, 1930.
Buch mit 2 .mp3-CDs kaufen.

Bilder: MyFlyAway: Stereo, 18. April 2008 und Quebramos, 24. April 2008.

Written by Wolf

24. April 2008 at 3:39 am

Posted in Siedekessel

Hallo Shakespeare, adiós Cervantes

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Update zu Shorebound breezes shove the weary ship along!:

Iago. She that was ever fair and never proud,
Had tongue at will and yet was never loud,
Never lack’d gold and yet went never gay,
Fled from her wish and yet said ‘Now I may,’
She that being anger’d, her revenge being nigh,
Bade her wrong stay and her displeasure fly,
She that in wisdom never was so frail
To change the cod’s head for the salmon’s tail;
She that could think and ne’er disclose her mind,
See suitors following and not look behind,
She was a wight, if ever such wight were,—

Desdemona. To do what?

Iago. To suckle fools and chronicle small beer.

William Shakespeare: Othello II,1

Es ist der Tag des Buches (daher heute ohne Musik), des Urheberrechts (daher heute ohne Bilder), in Katalonien sogar der Verliebten (daher heute ohne Zeit), in Gesamtspanien Todestag von Cervantes (daher heute ohne… öh, Windmühlen), in England Geburtstag von Shakespeare (daher heute ohne nackte Weiber) und in Deutschland Tag des deutschen Bieres (daher heute ohne Sinn).

Danke an Wortfeilchen!

Written by Wolf

23. April 2008 at 6:30 pm

Posted in Mundschenk Wolf

Signed: Adolf Wolf, Colossal Stinker

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Update zu Vorabendvorstellung:

taz: Können Sie uns einen schönen Islamwitz erzählen?

Harald Schmidt: Nein. Davon lasse ich die Finger. Das ist mir zu heikel.

taz: Auch wenn Sie selbst keine solchen Witze machen – würden Sie wenigstens sagen, dass man solche Witze machen dürfen muss?

Harald Schmidt: Aus dieser Diskussion halte ich mich vollkommen raus, weil ich mir nicht ein Problem auf den Tisch ziehen möchte, das ich zum Glück nicht habe.

taz: Als Rudi Carrell 1987 in seiner “Tagesshow” Chomeini in Dessous grabbeln ließ – Herr Schmidt, war das nicht ein großartiger Gag?

Harald Schmidt: Aber Carrell hat damals einen gefährlichen Ärger bekommen. Und mittlerweile ist das nicht mehr zu steuern. In einer kleinen dänischen Zeitung erscheint die Karikatur und in Indonesien wird die dänische Botschaft gestürmt. Bei Carrell war es noch Ajatollah gegen Carrell. Zwanzig Jahre später leben wir in einer anderen medialen Landschaft.

taz: Sie haben einen gefährlichen Beruf.

Harald Schmidt: Nein. Man muss nur ein bisschen wachsam sein. Sie brauchen die nötige Portion Feigheit. Machen Sie doch lieber Witze über Bush, das ist ungefährlich. Insofern hat die westliche Zivilisation doch einige ganz großartige Errungenschaften hervorgebracht.

taz: Kann man denn sagen, dass es diese Karikaturen geben dürfen muss – auch ohne sie abzudrucken?

Harald Schmidt: Das ist Filigran-Analyse. Die nutzt Ihnen nichts, wenn Sie Leute gegen sich aufgebracht haben, von denen Sie vorher noch gar nicht wussten, dass es die gibt. Sie diskutieren auf Salon-Niveau. Wir reden hier aber von der Möglichkeit: Kawumm neben der Küche. Deswegen sage ich auch: Vorsicht mit glorreichen Selbsteinschätzungen. Wie hätte ich mich im Dritten Reich verhalten? Ich bin nicht gestrickt wie die Geschwister Scholl.

taz: Im besten Fall unauffällig?

Harald Schmidt: Gelinde gesagt. Da kann keiner von sich Zeugnis ablegen, bevor er nicht in die Mündung geguckt hat. Es gibt vielleicht Leute, die sind zum Helden geboren. Ich bin es nicht. Ich habe mich auch noch nie geprügelt. Das System, in dem ich spiele, funktioniert nur, wenn alle die Spielregeln einhalten. Ich bewege mich in einer Demokratie, in der gewisse Grundrechte garantiert sind. Aber wenn Sie sagen, interessiert mich nicht, ich habe ne Knarre, dann funktioniert die ganze Sache nicht mehr.

taz: Da sind wir bei der Frage, die Ihnen wahrscheinlich gestellt wurde, bevor Sie Ihren Zivildienst antreten durften: Wenn nachts ein böser Mann kommt und Ihre Freundin vergewaltigen will, und die einzige Möglichkeit, das zu verhindern, wäre mit Gewalt …

Harald Schmidt: Die Frage wurde mir nicht gestellt. Sie müssen wissen: Mein Verhandlungsdatum war am 20. April 1978. Und ich komme rein und da sitzen vier Herrschaften und zwei davon haben ein Holzbein aus dem Krieg. Und die erste Frage an mich war: “Wissen Sie, was heute für ein Datum ist?”

taz: Darauf kann man nur falsch antworten.

Harald Schmidt: Wissen Sie, was ich geantwortet habe? “Jawoll, Führers Geburtstag.” Da muss der Rhythmus stimmen. Da können Sie nicht sagen: “Diese Bestie wurde da leider zur Welt gebracht.” Und dieser Begriff hat entspannt. Das war aber nichts anderes als eine historische Information. Wissen Abiturienten heute noch, was der 20. April ist?

Interview: Man braucht die nötige Portion Feigheit,
taz, 8. Februar 2006 (Ausschnitt)

Von Moby-Dick™ erfahren Sie’s jedenfalls nicht. Aber ich ergehe mich in Andeutungen.

Noch im Produktions- und vorvorvorletzten Kriegsjahr 1942 beschloss Disney, seinen Donald-Duck-Film Der Fuehrer’s Face (7:52 Minuten) nie wieder in der vorliegenden Form zu veröffentlichen. 2004 wurde das Versprechen aus dokumentarischen Gründen gebrochen. Wahrscheinlich die Anti-Nazi-Propaganda mit den meisten überlebenden Fans.

Dagegen weigern sich AOL-Time-Warner bis heute, ihren Bugs-Bunny-Film Tokio Jokio, 1943 (7:05 Minuten) zu zeigen. Der Humor darin ist sehr viel zorniger als im immer noch mitreißenden Der Fuehrer’s Face.

Spinach fer Britain, 1943 (6:14 Minuten) ist ideologisch einer der fragwürdigsten, technisch und sogar dramaturgisch einer der besten der ganzen Popeye-Serie.

Überhaupt hängte Amerika in die Anti-Nazi-Propaganda mittels Zeichentrickfilme erstaunlich viel Liebe. Für Blitz Wolf, 1942 (9:50 Minuten) war Tex Avery für den Oscar nominiert und verlor wogegen sonst als Der Fuehrer’s Face.

Am beklemmendsten von allen ist wohl doch der unbekannteste. Walt Disney: Hitler’s Children. Education For Death, 1943 (10:12 Minuten).

Sollte Sie das trösten, haben am 20. April auch Joan Miró, Ryan O’Neal und Blümchen Geburtstag.

Written by Wolf

20. April 2008 at 12:01 am

Posted in Rabe Wolf

Das Hörbuch als Video 2 (und 3)

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Update zu Das Hörbuch als Video:

There’s always a siren, singing you to shipwreck.

Radiohead: There, There, aus: Hail to the Thief, 2003

Das zweite (10:48 Minuten) und dritte (42:49 Minuten) Kapitel sind fertig.

little su für vd.Bruck. Patrick von der Bruck 30. März 2008

Copyright Lesung: marebuchverlag Hamburg, 2007.
Sprecher: Christian Brückner;
Copyright Übersetzung: Zweitausendeins Frankfurt/Main, 2006;
Copyright Bilder von Rockwell Kent: R.R. Donnelley and Sons, 1930.
Buch mit 2 .mp3-CDs kaufen.

Bild: Little Su für Patrick von der Bruck, 30. März 2008.


Lied: Radiohead: There, There, aus: Hail to the Thief, 2003.

Written by Wolf

18. April 2008 at 12:54 am

Posted in Siedekessel